Morgens fährt Papi mit dem Bus zum Morden ins Büro

Wenn bei Bryan D. am Morgen der Wecker klingelt, küsst er seine Frau und geht duschen.
Kurze Zeit später trifft er seine Familie beim Frühstück und meist steht er schon draussen,
wenn sein Freund Jim B. vorfährt. Heute fahren die beiden mit Bryans Wagen weiter und nehmen
unterwegs noch zwei weitere Soldaten auf.

Fahrgemeinschaften sind absolut in, wenn man zum Luftwaffenstützpunkt Creech in der Wüste Nevadas muss.
Andere werden mit dem Bus gefahren.
Auf dem Weg nach Indian Springs kaufen die vier meist noch belegte Brötchen und Kaffee.

An ihrem Ziel angekommen trennen sich ihre Wege, innerhalb des modernen Gebäudes gehen sie in
Zweiergruppen in unterschiedliche Räume, die mit Monitoren bestückt sind, die wie ein Computerspiel
aussehen, aber die harte Realität wenn auch in verniedlichter Form zeigen. Bryan ist der Pilot und
Jim sein Sensormann.

Zusammen führen sie jeden Tag aus ihrem klimatisierten Raum Krieg gegen reale Menschen.
Es gibt nicht viel Zeit zum Nachdenken und oft genug wissen sie auch gar nicht, ob sie wirklich
einen Einsatz fliegen oder nur einen Einsatz simulieren.

Welche Bilder echt sind und welche nur Trainingszwecken dienen können sie nicht entscheiden.
Ob sie in Afghanistan oder Pakistan auf Zivilisten schießen, eine Hochzeitsgesellschaft vernichten
oder ein Treffen von Al Quaida. Sie wissen es nicht. Deshalb macht es auch nicht viel Gewissensprobleme
abzudrücken wenn das Ziel in Sicht ist.

Amerikanische Bomberpiloten haben ja schon erzählt, dass sie das Gewimmel auf dem Erdboden nicht mit
Menschen gleichsetzen konnten. Es ist eben ein Unterschied ob man seinem Feind ins Auge blicken muss,
oder ob man praktisch ohne direkten Bezug morden kann.

Für Bryan und Jim ist vor allem wichtig, dass ihnen selbst nichts passieren kann. Sie fliegen ja nicht
persönlich sondern steuern eine Drohne. Sie sitzen meist über 10.000 km von ihren Zielen entfernt in
absoluter Sicherheit, während sie an den Zielorten morden. Natürlich wird ihnen jedes Ziel von ihren
Vorgesetzten als militärisch legitim bezeichnet.

Wann hätten die Offiziere die Soldaten mal nicht belogen. Aber viel wichtiger ist das Bryan und Jim
erfolgreich sind. Einmal nach US-Drohnen töten googlen bringt knapp 6.000 Ergebnisse in weniger als
einer Sekunde. Mal sind es 8, mal 14 und mal auch 100 Ermordete.

Natürlich trifft es meist die Falschen. Das sind dann die Kollateralschäden, die aber Bryan und Jim
nicht kümmern müssen, sie haben schließlich nur ihre Befehle befolgt. Genau wie die anderen, die die
Drohnen am Boden fertig machen und bewaffnen. Alles nur unschuldige Befehlsempfänger. Völlig losgelöst
von ihren Opfern. Wirklich unschuldige Mörder.

Konnte man für die Zerstörung Dresdens und für Hiroshima und Nagasaki noch jemanden verantwortlich machen,
ist das heute nicht mehr möglich. Deshalb lieben die Militärs überall auf der Welt diese Waffen. Drohen
sind die klassische Waffe für Feiglinge und Verantwortungslose.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : duckhome.de

Die dunkle Bedrohnung

Ein geheimer Bericht der Bundesregierung zeigt:
Unbemannte Flugzeuge nehmen längst auch uns ins Visier.
Die Details werden am Parlament vorbei geregelt.

Letztlich geht es darum, Gefühle zu kaufen.
Ein Gefühl der ­Sicherheit. Für sich. Und das Gefühl der Ohnmacht.
Für die anderen. Wenn deutsche Regierungsvertreter derzeit über
den Einsatz unbemannter Flugzeuge reden, sprechen sie nicht so gerne
über die Kamikaze-Drohne, die gerade für die Bundeswehr entwickelt wird.
Oder über jene Spähdrohnen, die Polizisten seit Kurzem nutzen.
Sie sprechen darüber, dass Piloten bald nicht mehr in den Kampfeinsatz
ziehen werden und Beamte sich nicht länger unter
demonstrierende Chaoten mischen müssen.

Worüber sie nicht sprechen, ist dieses fast unhörbare Sirren,
das unbemannte Flugzeuge erzeugen – und jene unkalkulierbare Bedrohung
für die eigenen Bürger, die bald öfter in ihr Visier geraten werden.
Dabei wäre es falsch zu behaupten, dass Drohnen das Leben erst in Zukunft
so stark verändern werden, wie einst die Erfindung des Schwarzpulvers.
Sie tun es bereits, wie ein bisher unveröffentlichter Bericht des
Bundesverkehrsministeriums zeigt, der dem Freitag vorliegt.

Laut des „Berichts über die Art und den Umfang des Einsatzes von
unbemannten Luftfahrtsystemen“ gehören Drohnen inzwischen zum Alltag
am Himmel über Deutschland – allerdings ohne das über die Folgen diskutiert wird.
In den vergangenen zwei Jahren seien 500 Drohnen-Einsätze beantragt und meist
positiv beschieden worden. Die Drohnenüberwachung von Personen durch Polizei
und Militär sei „bereits nach geltendem Recht zulässig“.
Ende Januar hat der Bundestag „unbemannte Luftfahrzeugsysteme“ zu einer eigenen
Kategorie von Flugzeugen erklärt – und damit den deutschen Luftraum für sie geöffnet

Die Bundespolizei nutzt dem Bericht zufolge derzeit vier Drohnen der Typen
„Aladin“ und „Fancopter“ für Aufklärung und Überwachung, zum Aufspüren von
Hanffeldern und zur Kontrolle von Gleisanlagen, etwa bei
den Anti-Atom-Protesten in Gorleben. Auch die Länder ziehen nach,
so setzt Thüringen Kleinhubschrauber bereits zur „gezielten Personensuche“ ein.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : Freitag.de