Tontaubenschießen vor Guam erstmal abgesagt

 

Die DVR Korea hat erstmal beschlossen, das Tontaubenschießen vor Guam einstweilen auszusetzen.

Der koreanische Staatschef Kim kann sich rühmen, dass er seine Ankündigung wahrgemacht hat, Pläne für ein Tontaubenschießen nahe Guam begutachten zu wollen.

US-Präsident Trump hingegen kann sich rühmen lassen, dass der Abschreckungseffekt seiner „harten Sprache“ das Einlenken der DVR Korea bewirkt hat. Win-win! Und ansonsten gab es heute beipielsweise noch: „Taliban richtet offenen Brief an Trump“ und „Saudischer Kronprinz will angeblich Kriegseinsatz im Jemen beenden.

Außerdem wurde gestern noch offengelegt, dass die Reisedauer einer Nachricht von Sputnik zur allgegenwärtigen Hasbara rund ein Dutzend Tage beträgt. Ganz plötzlich ist der Hasbara nun aufgefallen, dass Gerhard Schröder Direktor von Rosneft werden könnte.

Analyse: Die Kriegslobby hat verloren, Chinas geopolitisches Gewicht ist dramatisch gewachsen

 

Nur mürrisch und extrem widerwillig hat sich China im Zuge der Nordkorea Situation als Weltmacht geoutet.

Die Bedeutung von Chinas Beistandserklärung für Nordkoreas Regime, wie auch der deutlichen Ansage an Pjöngjang alle Folgen einer wahnsinnigen Attacke auf U.S.-Territorium gefälligst selbst auszubaden, ist in der Öffentlichkeit natürlich nicht begriffen worden.

Entsprechend hier abermals unsere gestützte Kommunikation.

Mit dem inoffiziellen Regierungsstatement Pekings vom Donnerstag (10.), im Falle eines Erstschlags von Nordkorea Neutralität zu wahren (und damit in diesem Falle faktisch U.S.-Schläge gegen Nordkorea zu dulden) und andererseits dem nordkoreanischen Regime bei Umsturzversuchen und Invasion Beistand zu leisten, ist ein Krieg um, in, gegen oder seitens Nordkorea de facto vom Tisch. Die gesamte Kriegslobby ist nicht nur blamiert; sie hat eine epische, historische und strategische Niederlage erlitten, ihre erste seit Ausbruch des weltweiten Krieges in 2001. Gleichzeitig hat sich das gesamte geostrategische Kräfteverhältnis auf dem Planeten grundlegend geändert.

Im Detail.

China wird also erklärtermaßen militärisch eingreifen, wenn es zu einem Umsturzversuch in Nordkorea kommt. Keine U.S.-Regierung, mächtigstes Land der Welt hin oder her, wird sich das erlauben können. Damit ist zunächst einmal der von C.I.A.-Direktor Pompeo am 20. Juli im Aspen Institut in die Welt geblasene Bluff vom „Regime Change“ (also Umsturz bzw Invasion) in Nordkorea vom Tisch. Pompeo hatte dieseLuftnummer als improvisierten Gegenangriff gestartet, wohl im Versuch das Gesicht zu wahren. Einen Tag zuvor war bekannt geworden, dass U.S.-Präsident Donald Trump der C.I.A. die Operation in Syrien entzogen bzw die Gelder für deren terroristischen Milizen gestrichen hatte – für die sich selbst als Gott verstehende klandestine Organisation C.I.A. mehr als hochnotpeinlich (wir berichteten).

In Nordkorea wiederum weiß das Regime nun, dass Chinas Staatsführung z.B. Luftangriffe des U.S.-Militärs in Nordkorea dulden wird, wenn diese im Falle eines (völkerrechtlich legitimen) Gegenschlages erfolgen, weil Nordkoreas Regime zuerst angegriffen hat. Gleichzeitig kann Pjöngjang sich in diesem Falle nicht darauf hinausreden, dass seine Herrschaft bedroht ist, da China zugesagt hat Versuche eines Umsturzes und einer Invasion zu verhindern. Selbst vor der eigenen Bevölkerung, ja selbst vor den eigenen Kadern könnten die machthabenden bzw die Erstschlags-Kräfte kontrollierenden Entscheider nun einen Erstschlag nicht mehr rechtfertigen, sondern müsste sich vor diesen für die Folgen des eigenen Handelns rechtfertigen.

Das Regime wird sich also vor einer epischen, gigantischen Dummheit hüten müssen.Im Gegenteil müssten diejenigen, die einen Erstschlag befehlen, einen Umsturz durch die eigenen Untergeben fürchten, ohne Systemveränderung. Ganz zu schweigen davon, dass die angeblichen Raketen-Kapazitäten für einen Angriff auf das rund 3600 Kilometer entfernte Guam nicht existieren (beim letzten Raketentest flog Nordkoreas „Interkontinentalrakete“ gerade einmal 1000 Kilometer weit, nicht weiter als bei Tests vor Monaten).

Dazu noch einmal der Hinweis: wo ist eigentlich der Diktator Kim Jong-Un? Auch bei der gestrigen Propagandascharade am Freitag (11.) auf dem Kim Il Sung Platz in Pjöngjang tauchte der geliebte Führer des nordkoreanischen Universums nicht am Horizont auf.

Dass wiederum sogar der geliebte Führer der Freien Welt mittlerweile ins Grübeln darüber kommt, wem er eigentlich droht, wer ihn eigentlich provoziert and what the Hack eigentlich vor sich geht wenn er mal in Ruhe Golf spielen will, zeigte Donald Trump bei seiner gestrigen Pressekonferenz (Freitag, 11.).

Auf den gezielten, ziemlich üblen Versuch eines Reporters Trump mit angeblichen Beileidigungen Nordkoreas wieder einmal aus dem Anzug springen zu lassen und gut verkäufliche Fire, Fury and Slaughterhouse Zitate zu produzieren (ab 9.47 min), reagierte der U.S.-Präsident bemerkenswert gut: Er wolle dies von Kim Jong-Un selbst hören. Dieser habe in den letzten drei Tagen nicht viel gesagt (Anm.: es waren sehr viel mehr als drei Tage).

 

 

Zur Pressekonferenz ist noch folgendes zu sagen: dass der links neben der Pressesprecherin auch dabei stehende Nationale Sicherheitsberater H.R. McMaster nichts sagte, dafür aber Außenminister Rex Tillerson. Der Präsident ließ seinem Außenminister erkennbar Raum, auch für Erklärungen hinsichtlich mutmaßlicher medialer Entlastungsangriffe bezüglich angeblich vor Monaten erfolgter „Schall-Angriffe“ in Kuba, und würgte Tillerson nur für eine eher übliche Wenn-Dann-Ansprache („militärische Option, wenn notwendig“) in Richtung Venezuela ab.

Auf den erneuten Versuch des ominösen Reporters sofort wieder auf den Zug aufzuspringen und „Regime Change in Nordkorea oder Venezuela“ ins Spiel zu bringen, ging Trump nicht in die Falle und betonte, es handele sich um „zwei sehr verschiedene Orte“.

Bereits vorher hatte Trump angekündigt, dass er und der Staatspräsident Chinas Xi Jinping noch am Freitag (11.) telefonieren würden.

Anzunehmen, dass Xi dabei das wiederholte, was die regierungsnahen Zeitungen ab Donnerstag Abend Pekinger Zeit bereits zum Ausdruck gebracht hatten. Offiziell hieß es aus China, Xi habe die Bereitschaft zur Kooperation mit der U.S.-Regierung zum Ausdruck gebracht und das gemeinsame Interesse einer „Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel“ betont – also ein Ende des Atomwaffenprogramms vom nordkoreanischen Regime.

Trump kann insoweit  zufrieden sein. Er steht als starker Mann da, der im Falle eines Falles, der nie der Fall sein wird, mit Erlaubnis von China Nordkorea bombardieren darf.

China wiederum hat etwas getan, was kein anderer Staat, explizit Russland und China selbst, seit 2001 jemals getan hat: es hat, durch ein eindeutiges „Bis hierhin und nicht weiter!“, den U.S.A. und deren sauberen „Alliierten“ Grenzen für deren im Zuge des weltweiten Terrorkrieges („global war on terror“) exekutierte weltweite Kriegführung, Umstürze und Blutbäder gesetzt.

Gerade Russland, dessen Staatsführung nach dem kurzen Aufblitzen einer ernstzunehmenden Politik im Zuge des Dreier-Bündnisses von Deutschland, Frankreich und Russland gegen die Irak-Invasion in 2002 / 2003 eine extrem heuchlerische und verlogene Politik betrieben und dem „War on terror“ verdeckt sogar zugearbeitet hat, ist geopolitisch blamiert. China hat das getan, wozu Russland auch in Libyen und in Syrien nicht willens war: einen Krieg zu stoppen, bevor er beginnt.

Dass Moskau nun auch Venezuela in aller Ruhe und ohne mit der Wimper zu zucken in den Abgrund fallen lässt, während seine Boulevardschleudern im „Westen“ um die Wette heucheln, rundet das Bild ab. Alles Geschwafel aus Moskau, sowie Versuche nun auf einen fiktiven „russisch-chinesischen“ Schoß zu springen, sind in diesem Kontext zu sehen. Moskau kann sich hinten an die Wand stellen und die Klappe halten, während andere Politik machen.

China hat, als einzige Großmacht, deutlich gemacht, dass es keinen Krieg zu führen braucht um seine Positition zu stärken oder zu halten. Das hat es gar nicht nötig. Andererseits haben die Kader Pekings bewiesen, dass ihnen das Schicksal anderer Völker und Millionen von Menschen völlig gleichgültig sind, genauso wie das eigene milliardenfach ausgeplünderte „Humankapital“ im Kapitalisten-Bordell von „Volksrepublik“. Nur wenn die eigenen Geschäfte bedroht sind – aber auch nur dann – bequemt sich Peking ausnahmsweise einmal irgendetwas zu tun, was (quasi nebenbei) mehr tut als nur die eigenen Geschäfte zu beschützen.

Mürrisch und extrem widerwillig hat sich China im Zuge der Nordkorea Krise als Weltmacht geoutet. Wie viele Millionen Menschen weltweit könnten noch leben und um wie viel könnte das Leben für alle auf dem Planeten besser sein, wenn die chinesischen Kader dies Jahre früher getan hätten?

Die Bedeutung der gegenwärtigen geopolitschen Entwicklungen werden in Deutschland wie immer viel später ankommen.

Um wie viel später, hängt von jedem und jeder Einzelnen und der aus der Mode gekommenen Fähigkeit ab, auch mal etwas anderes als Mist weiterzuerzählen, der wiederum nur erzählt wird und erzählt werden kann in der zumeist richtigen Annahme, dass die Beschwatzten ihn gerne hören.

Schau auf unsere Nachrichtenagentur:

https://www.radio-utopie.de/2017/08/12/analyse-die-kriegslobby-hat-verloren-chinas-geopolitisches-gewicht-ist-dramatisch-gewachsen/

Tontaubenschießen für Fortgeschrittene

 

Die DVR Korea hat ja nun bekanntlich angekündigt, in Erwägung zu ziehen, ab Mitte August vier Raketen über das japanische Hiroschima in Richtung der US-Militärbasis Guam abzuschießen, wo sie dann 30 bis 40 Kilometer vor der Küste, also außerhalb der amerikanischen Hoheitsgewässer, ins Wasser fallen sollen.

Die DVR Korea hat ihren eigen Verlautbarungen zufolge, obwohl sie über entsprechende Sprengköpfe verfügt, nicht vor, auf die Raketen konventionelle oder gar nukleare Sprengköpfe zu montieren, sondern möchte den Imperialisten einfach nur eine Demonstration ihrer militärischen Fähigkeiten bieten. Anders ausgedrückt: die DVR Korea bietet den USA einen sportlichen Wettkampf an, wo die DVR Korea ein paar harmlose Tontauben in die Luft schießt und die imperialistischen USA und ihre Lakaien dann ihre Kunstfertigkeiten im Abschuss solcher Tontauben beweisen können.

Die US-Lakaien in Japan haben erklärt, die sportliche Herausforderung anzunehmen und vier amerikanische Patriot PAC-3 Batterien gegen die Tontauben der DVR Korea in Stellung bringen zu wollen. Die klitzekleine Unstimmigkeit, dass die Raketen der DVR in einer Höhe von zwei bis drei Tausend Kilometern über Japan hinwegfliegen sollen, die PAC-3 jedoch nur 40 Kilometer hockommen, hat Japan damit erklärt, dass falls die koreanischen Tontauben über Japan abstürzen, Japan dann wenigstens noch mal draufschießen könnte, um mehr und weiter verbreitete Trümmer zu erzeugen.

Die USA haben unterdessen, man weiß ja nie, was passieren wird, ihre Manuals für die US-Bevölkerung im Fall der Beobachtung von Atombomebenexplosionen aktualisiert. Da es passende Schutzräume in den als gefährdet betrachteten Gegenden des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten nicht gibt, lautet die akutuelle Empfehlung der USA an ihre Einwohner nun, beim Erkennen einer Atombombenexplosion die Augen abzuwenden, da sonst Erblindung droht, und sich dann schnell irgendwo mit eingezogenem Kopf hinzulegen, um das Risiko von Kopfverletzungen zu minimieren.

Bezüglich der militärischen Lage erklärt NBC New York, dass es keine einfache Entscheidung sei, ob die USA versuchen sollen, die Tontauben der DVR Korea abzuschießen. Es wäre zwar prima, wenn die USA die Raketen der DVR abschießen würde, aber es gebe auch das Risiko, dass das nicht gelinge, wird da weiter ausgeführt. Und dann wären die lukrativen Exportgeschäfte mit Raketenabwehrsystemen an „Verbündete“ in der Region in Gefahr, heißt es da weiter.

Natürlich haben die USA mit Raketen wie der Standard Missile 3 Raketen, die höer fliegen können, als die nutzlosen Patriot PAC 3, die sie Japan verkauft haben. Aber das Abschießen von Raketen damit befindet sich noch in einem experimentellen Stadium und Experten gehen davon aus, dass die Trefferquoten dabei kaum über 50% liegen. Hinzu kommt, dass allen verfügbaren Informationen zufolge, auch die modernsten Rakatenabwehrsysteme der USA nicht in der Lage sind, Salven aus mehreren Raketen abzufangen. „Wir retten die meisten Städte wie Seoul und New York, verlieren aber ein paar wie Tokyo, das wäre eine Zweidrittelquote, ist doch nicht schlecht,“ ätzt etwa Jeffrey Lewis bei Foreign Policy, während er dazu erklärt, dass es für die USA keine militärische Option im Umgang mit der DVR Korea mehr gibt.

Da Südkorea, Japan und praktisch alle anderen Staaten des Westpazifiks ohnehin engere Wirtschaftsbeziehungen zu China als zu den USA haben, bedeutet eine amerikanische Impotenz beim Tontaubenschießen vor Guam zunächst einmal kaum weniger als dass es keinen Grund mehr für die ostaasiatischen Neokolonien der USA gibt, bei den USA Schutz zu suchen. Und da die DVR Korea nicht Mitglied des Atomwaffensperrvertrages ist, bedeutet eine Impotenz der USA beim Tontaubenschießen vor Guam strategisch auch, dass die DVR Korea Atomwaffen und entsprechendes Know How weiterverbreiten kann, wie es der DVR Korea gefällt.

Die DVR Korea könnte die Technik beispielsweise weitergeben an alte Freunde wie Syrien oder an zahlungskräftige Kunden wie Katar. Sobald die USA zugeben müssen, dass sie keine militärische Option mehr haben, steht Korea die Welt offen. Da den USA das nicht passt, ist also zu erwarten, dass sie dem sportlichen Wettbewerb des Tontaubenschießens für Fortgeschrittene nahe Guam mit allen nur erdenklichen Manövern auszuweichen versuchen werden. Das Problem für die USA dabei ist, dass sie trotz allem Getöse aussehen werden wie ein Hochspringer, der unter der Latte hindurchläuft.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/08/12/tontaubenschiessen-fuer-fortgeschrittene/

Diesmal meine Herren könnt’s Euch sicher sein daß ihr mit uns verreckt’s

 

„Die feige amerikanisch-artige Prahlerei, bloß militärisch schwache Länder und Nationen zu tyrannisieren, die keine Nuklearwaffen haben, kann bei der DVR Korea niemals funktionieren und ist hochgradig lächerlich.“ Kim Jong Un – 15.5.2017

Korea ist sich sehr bewusst, was passiert, wenn ein Land sich von den USA entwaffnen lässt. Vor etwas mehr als 10 Jahren haben die USA Korea gesagt, sie sollten sich genau anschauen, wie gut es Muammar Gaddafi und Libyen gehe nachdem Libyen seine strategischen Waffenprogramme gegen Nichtangriffsverträge und Freundschaftsversprechen der USA eingetauscht hat. Nach dem Beginn des US-geführten Angriffskrieges gegen Libyen 2011 hat Korea darauf geantwortet, dass Korea genau hingeschaut hat. Es wurde feststellt, dass die Entscheidung der koreanischen Führung, US-Versprechen welcher Art auch immer nicht zu trauen, sehr weise war, und einzig und allein eine gründliche Bewaffnung unabhängigen Staaten davor Schutz bietet, von den USA überfallen und zerstört zu werden. Anlässlich seines Tests einer miniaturisierten Nuklearwaffe im Januar 2016 bestätigte Korea nochmal explizit, das Schicksal von Saddam Hussein im Irak und Muammar Gaddafi zeige, dass nur Atomwaffen wirksamen Schutz dagegen bieten, von den USA und ihren Lakaien mit zerstörerischen Angriffskriegen überzogen zu werden.

In den vergangenen Monaten hat Korea Raketen einige ziemlich hohe Bogenlampen fliegen lassen. Die Raketen sind zwar allesamt nicht weit geflogen, aber die Höhe des Fluges machte der einzigen Supermacht USA sukzessive klar, dass nur andere Zielkoordinaten in die Raketen eingegeben werden müssten, damit sie mehrere Tausend Kilometer weit und auch bis tief in die USA fliegen könnten.

 

 

Die Vorstellung, koreanische Atomraketen könnten die USA erreichen, so wie US-Atomraketen seit Jahrzehnten das freie Korea erreichen können, finden die US-Mchthaber völlig inakzeptabel. Was wäre das für eine Welt und was würde es für die Weltordmung und die Pax Americana bedeuten, wenn mehr unabhängige Länder über ähnliche strategische Waffen verfügen wie der notorisch aggressive Schurkenstaat USA? Der zionistisch dominierte Kongress der USA reagierte auf die fortschreitende strategische Verteidigungsfähigkeit Koreas denn auch prompt, indem er vor knapp vierzehn Tagen mit überwältigenden Mehrheiten von 96 bis 99 Prozent ein Gesetz zur Verschärfung von Sanktionen gegen Korea, Iran und Russland beschloss. Damit hat der Kongress die außenpolitische Kompetenz der USA an sich gezogen und die weitere Richtung vorgegeben: eine harte Linie und mehr Spannung mit Korea, Iran und Russland wollten die gesetzgebenden Volksvertreter der USA. US-Präsident Trump unterschrieb das Gesetz, wobei es angesichts der überwältigenden vetobrechenden Mehrheiten im Kongress dafür dahingestellt bleiben kann, ob ihm das Gesetz gefiel oder nicht.

Das US-Außenministerium folgte auch der vom Kongress vorgebenen Linie und brachte in den UNO-Sicherheitsrat eine Resolution ein, mit der wegen des Strebens der DVR Korea nach ähnlichen strategischen Waffen, wie sie unter anderem die ständigen Mitglieder USA, Russland und China haben, harte Wirtschaftssanktionen gegen die DVR Korea verhängt wurden. China und Russland stimmten dabei zum demonstrativen Wohlgefallen von US-Präsident Trump mit den USA für die auf der Linie des US-Kongresses liegenden harten neuen UNO-Sanktionen gegen Korea, und das, obwohl Russland vom US-Kongress im gleichen Gesetz mit scharfen Sanktionen belegt wurde. China hat dabei lediglich angemerkt, dass die neuen Sanktionen nicht zu einer humanitären Krise in Korea führen dürften. Anders ausgedrückt, Russland und China haben den USA signalisiert: „Nun macht mal und setzt Eure Vorstellungen zu Korea um.“

Das US-Militärkommando folgte ebenfalls der vom Kongress vorgebenen harten Linie gegen Korea und erklärte, dass es mit US-Lakaien in der Region militärische Antwortoptionen, also wohl einen US-Angriffskrieg gegen die DVR Korea, diskutiert. Das ist nur logisch, denn ohne dann auch wirklich einen Angriffskrieg wie seinerzeit gegen den Irak zu führen, sind auch schärfste Sanktionen zur Schwächung eines Widersachers ziemlich sinnlos und eher kontraproduktiv.

Und auch US-Präsident Trump folgte natürlich weiter der vom US-Kongress vorgebenen Linie der Verschärfung der Spannungen mit Korea. Von seinem Urlaubsdomizil in New Jersey aus stellte er Korea gestern „Feuer, Wut und Stärke, wie sie die Welt nie zuvor gesehen haben,“ in Aussicht.

 

 

So lieben die US-Amerikaner ihre Führer: klar und stets Stärke demonstrierend. US-Botschafterin Madeleine Albright fasste die Linie der USA zu ihrer Zeit als UN-Botschafterin dahingehend zusammen, dass 500.000 tote Kinder ein Preis wären, der es wert sei, um einen missliebigen Staatsführer unter Druck zu setzen, woraufhin sie anschließend prompt zur US-Außenministerin befördert wurde. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage gaben nur 21% der befragten US-Amerikaner an, dass sie mit einem Deal mit der DVR Korea einverstanden wären, bei dem die DVR Korea ihre Atomwaffen behalten kann, während 54% der Anhänger der republikanischen Partei, der US-Präsident Trump angehört und die die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses hat, US-geführte Luftangriffe auf die DVR Korea wollen.

Zu der Umfrage muss allerdings gesagt werden, dass sie durchgeführt wurde, bevor in der Washington Post bekanntgegeben wurde, dass die Verteidigungsfähigkeit der DVR Korea Geheimdiensteinschätzungen zufolge bereits weiter fortgeschritten sei als es von vielen US-Amerikanern bislang angenommen wurde. Demnach verfügt die DVR Korea zwischenzeitlich nicht wie bislang gedacht, nur über 20 bis 25 Atimbomben, sondern über bis zu 60. Und außerdem soll die DVR Korea – anders als bislang meist angenommen – es inzwischen auch geschafft haben, so kleine Atombomben zu produzieren, dass sich die strategischen Langstreckenraketen Koreas damit bestücken lassen.

Kurzum: sollten die USA die DVR Korea militärisch angreifen, ist zwar selbstverständlich davon auszugehen, dass die DVR Korea den Krieg gegen die USA, die über 6800 nukleare Sprengköpfe verfügen, nicht gewinnen, wie die staatliche deutsche Tagesschau heute ihrem Publikum erklärte. Aber Korea könnte im Verlauf des Krieges durchaus einige Dutzend US-Städte, etwa New York, San Diego, Los Angeles, San Francisco, Chicago, Dallas und Washington sowie einige weitere Dutzend US-Militärbasen eliminieren. Korea hat nun jedenfalls erstmal erklärt, angesichts der Bedrohung durch die USA einen Ring aus Feuer mit einem präventiven strategischen Raketenangriff auf die US-Militärbasis in Guam im Westpazifik, von wo aus die USA Korea mit Nuklearwaffen bedrohen, sorgfältig in Erwägung zu ziehen.

Die notorisch aggressiven USA hingegen müssen sich nun entscheiden, was sie wollen. Dass 500.000 tote Kinder in den Augen der USA ein Preis sind, der es wert ist, einen missliebigen Staatsführer unter Druck zu setzen, ist zwar bekannt, aber bislang wurde dabei immer davon ausgegangen, dass es sich bei den toten Kindern bloß um Araber, Muselmanen oder Schlitzaugen handelt. Jetzt können die USA Prinzipientreue demonstrieren, in dem sie zeigen, dass für sie auch 500.000 tote US-amerkanische Kinder ein Preis sind, der es wert ist, einen ihnen missliebigen Staatsführer unter Druck zu setzen.

Und noch etwas ist natürlich im Fall eines amerikanisch-koreanischen Atomkrieges zu berücksichtigen: Die US-Politiker im Kongress und in der Exekutive, die unbedingt die harte Linie gegen Korea wollen, dürfen ebenso wie ihre Geldgeber und Propagandisten damit rechnen, dass im Falle der logischen Fortsetzung der harten Linie nicht nur andere, sondern auch sie selbst auf der Strecke bleiben. Oder um es mit den Worten von Georg Danzer zu sagen: „Diesmal meine Herren könnt’s Euch sicher sein daß ihr mit uns verreckt’s.“

 

 

Man darf nun also abwarten, wie die Aussicht auf Einschläge von Atombomben in US-Städten und in US-Militärbasen die Debatte um Korea in den USA beeinflussen wird. Um die Spannung aus dem Konflikt etwas herauszunehmen, gäbe es übrigens eine einfache Möglichkeit: der US-Kongress könnte beispielsweise den beliebten russischen Präsidenten Putin und seinen geschätzten chinesischen Kollegen Xi bitten, zwischen den Kontrahenten Trump und Kim, zu vermitteln, was nur logisch wäre, weil Putin und Xi schließlich sowohl mit Trump als auch mit Kim kontruktive Beziehungen pflegen und auch schon einen praktischen Vorschlag zum Einfrieren der Korea-Krise ausgearbeitet haben. Es wäre also gar nicht so schwer, der US-Kongress müsste bloß den Willen dazu aufbringen. Für den Fall, dass der US-Kongress den Willen zur Entspannung nicht aufbringen sollte, haben Russland und China durch ihre Zustimmung zur harten US-amerikanischen Linie im UN-Sicherheitsrat hingegen bereits gezeigt, dass sie gewillt sind, die amerikanisch-koreanische Auseinandersetzung mit warmen Worten zu begleiten.

Ob die Einwohner der USA angesichts der Aussicht auf Atombombeneinschläge in den USA ebenso warme Worte für die weisen Entscheidungen ihrer Politiker zur Korea-Thematik finden werden wie Russland und China, wird man sehen.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/08/09/diesmal-meine-herren-koennts-euch-sicher-sein-dass-ihr-mit-uns-verreckts/