300 Milliarden für Spanien: Schäuble drängt Madrid unter den Rettungsschirm

Das Treffen zwischen dem spanischen Wirtschaftsminister und Wolfgang Schäuble soll zu einer Aufforderung, doch ein volles Bailout-Programm zu beantragen, geführt haben. Das zumindest berichtet eine spanische Zeitung. Das Bundesfinanzministerium und die spanische Regierung verneinten dies.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Spanien ein ganzes Rettungspaket beantragen muss, steigt angesichts der hohen Refinanzierungskosten und der katastrophalen Situation der autonomen Regionen. Umso interessanter war es, dass der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos sich am Dienstag mit Finanzminister Wolfgang Schäuble traf. Aus spanischen Regierungskreisen war bereits im Vorfeld berichtet worden, dass die spanische Regierung ein volles Bailout und die Beantragung eines Notkredits erwäge (hier).

Wie die spanische Zeitung El Economista am gestrigen späten Abend berichtete, soll Deutschland Spanien förmlich aufgefordert haben, ein Rettungspaket im Umfang von 300 Milliarden Euro in Anspruch zu nehmen – als Lösung für die ernsten Probleme beim Zugang zu den Finanzmärkten. Quellen nannte die Zeitung nicht. Bei ihrem letzten Bericht bezüglich der spanischen Regierung, ein Bailout zu beantragen, verwies die Zeitung aber auf Regierungskreise. Das Geld würde reichen, um für mindestens zwei Jahre keine Schulden mehr emittieren zu müssen.

Unterdessen hat die spanische Regierung Bloomberg gegenüber verneint, eine solche Aufforderung erhalten zu haben. Und auch die Bundesregierung reagierte. „Das steht überhaupt nicht zur Debatte”, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Mittwoch.

 

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/07/25/spekulation-deutschland-soll-spanien-zu-300-milliarden-bailout-gedraengt-haben/

Hilferuf aus Madrid: Spanien braucht sofort Notkredit von 28 Milliarden Euro

Im Oktober laufen spanische Staatsanleihen im Wert von 28 Milliarden Euro aus. Um diese Schulden finanzieren zu können, braucht Spanien einen Notkredit. Inzwischen erwägt die Regierung bereits einen vollen Bailout.

Das wird kein leichter Gang für den spanischen Wirtschaftsminister Luis de Guindos, der sich heute in Berlin mit Wolfgang Schäuble trifft, nachdem am Montag die Zinssätze für spanische Anleihen in die Höhe geschossen sind. Für Spanien steht einiges auf dem Spiel. Wenn die Rendite auf diesem Niveau bleibt oder weiter steigt, wird das Land den Zugang zum Markt verlieren. Im Oktober muss Spanien Kredite in Höhe von 28 Milliarden Euro refinanzieren. Und der Druck steigt angesichts der miserablen Situation der spanischen Regionen weiter (hier). Auch dafür wird vermutlich mehr Geld benötigt werden.

Wie die spanische Zeitung El Economista aus Regierungskreisen berichtet, erwägt die Regierung derzeit, ein volles Bailout-Programm zu beantragen. Es gehe vor allem zunächst um einen temporären Notkredit, um die fälligen Schulden zu refinanzieren und die autonomen Regionen finanziell zu unterstützen. Der Notkredit könnte der spanischen Regierung etwas Zeit verschaffen, so eine ungenannte Quelle, bis der ESM in Kraft treten kann (das Bundesverfassungsgericht trifft die erste Entscheidung über den ESM und den Fiskalpakt erst am 12. September – hier).

Zudem wolle der spanische Wirtschaftsminister Wolfgang Schäuble bei seinem Besuch auch dazu bewegen, den Anleihenkauf der EZB wieder zu starten.

 

 

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/07/46002/