Der Euro verschwindet

Der Frankfurter Flughafen entfernt nach elf Jahren das Euro-Zeichen vor dem Terminal 2. Auch dem Symbol vor der Europäischen Zentralbank droht 2014 das Aus.

Der Euro ist zur Belastung geworden. Er muss weg. Nächste Woche wird der Flughafenbetreiber Fraport das fünf Meter hohe Währungszeichen vor dem Terminal 2 des Frankfurter Flughafens demontieren, das dort seit 2001 steht. Weil die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann und das Symbol überholt werden muss, wie ein Fraport-Sprecher sagt. Und weil das Zeichen im Weg steht für den geplanten neuen Gleisanschluss der Hochbahnlinie. Und da es noch keinen Ersatzstandort gibt, wird die Sanierung des Zeichens erst einmal zurückgestellt, es verschwindet auf unbestimmte Zeit im Depot.

Die Entscheidung hat in diesen Tagen eine besondere Symbolkraft. Schließlich steht es nicht gut um den Euro, ist seine Zukunft unsicherer denn je. Den Griechen wird schon der Austritt aus der Euro-Zone nahegelegt, auch Spanien und Italien gelten als Wackelkandidaten. Dabei zählten sie zum Start zu den stärksten Mitgliedern. So wie auch das Euro-Symbol als neues Markenzeichen von Frankfurt galt, dem Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB).

Doch das war einmal. Heute scheinen viele Frankfurter den öffentlichen Symbolen nicht mehr viel abgewinnen zu können. Das gilt auch für das zweite überdimensionale Euro-Zeichen in der Stadt, direkt vor der EZB. Auch ihm droht das Aus. Um die Zukunft des 26-Tonnen-Kolosses streiten die EZB, der das Symbol gewidmet ist, die Stadt Frankfurt, auf deren Boden es steht, und der Verein Frankfurter Kultur Komitee, dem es gehört.
Die EZB zieht 2014 in den Osten der Stadt und hat bislang wenig Interesse erkennen lassen, den Euro mitzunehmen. Die Stadt will das Symbol am jetzigen Standort dann auch nicht mehr, weil es sinnentleert wäre und der Platz umgestaltet werden soll. Das Frankfurter Kultur Komitee dringt zumindest auf einen Ersatzstandort für das 750.000 DM teure Kunstwerk. „Die Stadt Frankfurt muss sich irgendwann zum Euro bekennen“, sagt der Vereinsvorsitzende Manfred Pohl.
Es ist ein Satz, der wie ein Appell an alle Mitgliedsländer klingt. Doch möglicherweise löst sich die Euro-Krise in Frankfurt so wie das große Euro-Drama: „Vielleicht gibt es die Währung bis dahin nicht mehr und wir stellen ein DM-Zeichen vor die Bundesbank„, flachst ein Vertreter der Stadt.