Nach Spailout: Irland will nachverhandeln

Irland will sein Bailout nachverhandeln, nachdem Spanien den Jackpot genackt hat und 100 Milliarden für lau aus dem Rettungschirm für die Banken bekommt – ohne irgendwelche Auflagen. Der „Spailout“ ist Wegebereiter für grenzenlosen Betrug und Moral Hazard in der Euro-Zone.

 

Die Tinte unter dem 100 Millardengeschenk aus Brüssel für Spanien ist noch nicht trocken, da meldet sich Irland und will seinen Bailout nachverhandeln. Hintergrund: Spanien erhielt das Geld ohne irgendwelche Auflagen um die Banken zu „retten“. Irland dagegen hatte angeblich auch nur ein „Bankproblem“, welches aber erheblich geringer war als die spanische Bankenmisere. Um Geld zu erhalten, musste Dublin ein großes Sparprogramm auflegen und sich Bedingungen aus Brüssel und IWF beugen. Nicht so Spanien, ein Land, welches nun eine bedeutend höhere Hilfssumme erhält.

Die Nachrichtenagentzur AFP meldet heute, dass Irland seinen Bailout beim nächsten Treffen der Euro-Zonen-Finanzminister zur Sprache bringen will. Das Land fordert nun die gleichen Bedingungen wie Spanien: Geld ja, Auflagen nein.

 

Peter Boehringer von der DEG kommentiert den Vorgang wie folgt:

Die den spanischen Banken nun bewilligten 100 Mrd EUR sind natürlich nur der Anfang. Das Sechsfache dürfte im Falle Spaniens locker realistisch sein – dies unterstellt gerade einmal einen Ausfall der spanischen Immokredite von nicht einmal 20%!

Und dabei ist das Moral Hazard Risiko noch gar nicht berücksichtigt. Wir kennen es von der Kindererziehung: „Wenn DER Geld einen Lutscher geschenkt bekommt, will ich das auch. Wenn DIE nicht mehr arbeitet Hausaufgaben macht und trotzdem konsumieren Fußball im Fernsehen schauen darf, will ich das auch!“. Moral Hazard ist das absolut unausweichliche Kennzeichen jedes Schlendrians Sozialismus – so auch dieses Schulden-Transfer-Sozialismus für die komplett überschuldeten aber doch sakrosankten Banken!

Was Spanien recht ist (Bailout nur für die Bankinstitutionen statt direkt für die Menschen und ihre Spareinlagen, Bailout ohne Bedingungen und ohne IWF), wird Irland billig sein. Dann Griechenland, dann Italien, dann…

Es wird in EU-Absurdistan immer attraktiver, vom Zahler- zum Empfängerland zu wechseln. Und wenn Deutschland das am Ende auch merkt und auch noch ausfällt, muss die Republik Malta zusammen mit Luxemburg dann die gesamte Eurorettung finanzieren. Und Malta und Luxemburg werden auch hochproduktiv ganz Europa mit allen benötigten Waren versorgen. Ganz bestimmt…

 

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10201-nach-spailout-irland-will-nachverhandeln

Deutsche Wirtschaft bereitet sich auf den Euro-Crash vor

Notfallpläne für einen griechischen Euro-Austritt sind in deutschen Firmen gefragt wie nie. Viele ziehen vorsorglich ihr Kapital ab, manche bereiten sich sogar auf einen Zerfall der Euro-Zone vor.

In Griechenland darf zur Abwechslung mal gejubelt werden. Im Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft gelang dem Team überraschend ein Unentschieden gegen Gastgeber Polen. Sogar ein Sieg war möglich.

Die Mitfavoriten Spanien und Italien treffen Sonntag aufeinander – und beide setzen auf Sieg. Die EM 2012 erlaubt den Menschen in Europas Krisenländern, ihre wirtschaftlichen Sorgen für ein paar Wochen beiseite zu schieben. Eine hochwillkommene Ablenkung auch für Deutschland. Denn das Euro-Drama spitzt sich immer weiter zu.

Die Griechen werden womöglich nach der Parlamentswahl am kommenden Sonntag die Euro-Zone verlassen – mit unabsehbaren Folgen für den Währungsraum und die ganze Weltwirtschaft. Dass der spanische Bankensektor rechtzeitig gerettet wird, bevor sein Kollaps die Währungsunion explodieren lässt, ist möglich, aber nicht garantiert.

Und selbst wenn die akuten Probleme gelöst werden – die fundamentalen Schwierigkeiten bleiben bestehen. „So, wie es im Moment läuft, kann die Währungsunion nicht nachhaltig funktionieren“, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann „Welt Online“.

Deutsche Wirtschaft zieht Kapital aus Krisenländern ab

 

Die deutsche Wirtschaft stellt sich inzwischen auch auf ein Katastrophenszenario ein, das haben Recherchen dieser Zeitung bei Konzernen und den von ihnen engagierten Unternehmensberatungen und Großkanzleien ergeben.

„Ratschläge für einen Euro-Exit Griechenlands oder andere Verschärfungen der Krise sind extrem gefragt derzeit“, berichtet Linklaters-Partner Andreas Steck. Linklaters hat derzeit allein in Deutschland rund 20 Anwälte auf dieses Thema angesetzt.

„Manche Unternehmen versuchen, ihre flüssigen Mittel aus den Krisenländern so weit wie möglich abzuziehen, um der Gefahr zu entgehen, dass die Guthaben nach einem Euro-Austritt plötzlich etwa in Drachme umgewandelt werden“, sagt Steck.

„Gerade nachdem die ersten Warenversicherer begonnen haben, Exporte nach Griechenland nicht mehr zu versichern, ist die Verunsicherung noch einmal gestiegen“, berichtet Max Falckenberg, ein Partner von Roland Berger Strategy Consultants. „Es ist wie bei einem Unternehmen, das kurz vor der Insolvenz steht: Man ist extrem vorsichtig mit Verträgen jeder Art und versucht, die Risiken zu minimieren, wo es geht.“

Firmen holen Notfallpläne aus Schublade

 

Zu Beginn der Euro-Krise, vor mehr als zwei Jahren, haben sich viele deutsche Unternehmen noch damit begnügt, Notfallpläne zu erstellen – um sie dann in die Schublade zu legen. Inzwischen sind Firmen hierzulande dazu übergegangen auszumisten.

Die meisten Unternehmen warten nicht darauf, dass es weiter eskaliert“, sagt Thomas Poppensieker, der in Deutschland für McKinsey die Beratung im Bereich Risikomanagement verantwortet. „Die schauen sich längst an, wie exponiert sie gegenüber einzelnen Ländern wie Spanien sind und wie exponiert die einzelnen Geschäftspartner dort sind.“

Dafür ist es auch höchste Zeit, glaubt Maximilian von Rom, ein Partner der Kanzlei Gleiss Lutz: „Wenn die Krise eskaliert, und ein Unternehmen muss erst seine Verträge aus dem Keller holen, dann hat es wertvolle Zeit verloren.“

Inzwischen steht nicht allein Griechenland im Fokus. „Auch mit Blick auf andere Euro-Zonen-Mitglieder wie Spanien und Italien versuchen Unternehmen ihre Risiken zu minimieren“, sagt Daniel Stelter, ein Partner der Boston Consulting Group (BCG).

Ein süddeutscher Großkonzern bestätigte „Welt Online“ hinter vorgehaltener Hand, dass die Finanzabteilung in der Zentrale täglich kontrolliert, wie sich die Kontosalden der spanischen Tochtergesellschaft entwickeln; Geld, das nicht zwingend in Spanien gebraucht wird, wird abgezogen.

Verlorenes Euro-Geschäft andernorts kompensieren

 

„Die Vorsichtsmaßnahmen der Unternehmen bestehen beispielsweise darin, dass man südeuropäischen Geschäftspartnern kürzere Zahlungsziele setzt“, ergänzt Ilja Nothnagel, Außenwirtschaftsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Zu den Unternehmen, die nach eigenem Bekunden so vorgehen, zählt Adidas.

Ein besonderes Problem stellt die Informationstechnologie dar. Niemand kann sagen, ob Buchungssysteme weiter verlässlich ihre Arbeit tun würden, wenn an die Stelle des Euro eine ganze Reihe von anderen Währungen treten würde, sagt Michael Kliger, ein Handelsexperte des Beratungsunternehmens Accenture. Er berichtet von einem großen deutschen Handelsunternehmen, das schon darauf vorbereitet ist – und „inzwischen so weit ist, dass es in kürzester Zeit wieder mit einer Vielzahl von Währungen in Europa arbeiten könnte“.

Und schließlich sind da noch ganz andere Fragen: Wie lassen sich im Fall des Falles Kosten einsparen, wie neue Märkte gewinnen? „In vielen deutschen Unternehmen besteht die Reaktion auf die erneute Verschärfung der Euro-Krise vor allem darin, dass man sich überlegt, wie sich das verlorengegangene Geschäft in den Krisenländern außerhalb der Euro-Zone kompensieren lässt“, sagt Anton Börner, Präsident des Groß- und Außenhandelsverbands BGA.

Wie Börner hält es Harald Völker, Finanzvorstand des Maschinen- und Anlagenbauers Trumpf, für denkbar, dass Europas Wirtschaft „insgesamt in schweres Fahrwasser gerät“. Darauf, so der Manager, „wollen und werden wir vorbereitet sein“.

Und so hat Völker durchgerechnet, ab welcher Schwelle neue Sparprogramme nötig sind und Kapazitäten abgebaut werden müssen. Noch ist es nicht so weit. Aber die Aufträge der Branche aus der Euro-Zone lagen zuletzt schon um 17 Prozent unter Vorjahresniveau. Ein Ende des Abwärtstrends ist nicht abzusehen.

cadi/eig/gers/gra/sei/tau/jos

Der Euro ist ein Betrugs-System

Die Euro-Zone hatte ihre Party. Jetzt, wo Geld und Kredit verprasst sind, soll Deutschland haften. Das Geschrei ist groß. Doch anstatt zu sparen, passiert in der Südschiene nichts. Im Gegenteil: Hollande senkt demonstrativ das Rentenalter auf 60. – Deutschland raus aus dem Euro! Jetzt.

 

von Michael Mross

„Der Euro ist das größte Betrugssystem der Menschheitsgeschichte in Friedenszeiten“ – diese Feststellung eines Finanzexperten erweist sich gerade in diesen Tagen als unübertreffbar richtig.

 

Mit allen nur erdenklichen Tricks will Brüssel, will die Südschiene die Ersparnisse Deutschlands knacken. Versprochen wird alles, gehalten wird nichts. Im Gegenteil.  – Das Geschrei ist groß, Selbstverantwortung eher klein, bzw. nicht vorhanden.

 

Griechenland: Chaos, Betrug, nicht eingehaltene Zusagen, Drohungen. Was ist eigentlich wirklich in Griechenland passiert, seitdem der korrupten Elite der Geldhahn abgedreht wurde? Nichts.

 

Stattdessen makabre Schuldzuweisungen an Deutschland. Das ist nicht Fair Play. Anstatt die Probleme konstruktiv anzugehen, versinkt das Land im Chaos. Disziplin, Arbeit, Neuanfang? Von wegen. Stattdessen immer neue Forderungen oder Drohungen. Schuld sind die anderen. Will man mit so einem Land eine Währung teilen?

 

In diesem Zusammenhang: Zypern hat ebenfalls Bankrott angemeldet und braucht auch einen Bailout. Zypern im Euro? Manch einem ist das gar nicht bekannt, dass diese korrupte Inselrepublik ebenfalls Mitglied in dem Euro-Chaos-Club ist. Sind ja nur ein paar Milliarden. Geht unter im allgemeinen Euro-Wahnsinn. Da können sich die korrupten Eliten auf dieser Insel auch noch ein paar Hundert Millionen in die privaten Taschen stecken. Fällt kaum weiter auf.

 

Spanien: Mit unlauteren Tricks will das Land via Bankunion den deutschen Einlagensicherungsfonds anzapfen. Das Geld, das spanische Institute verzockt haben, sollen bitteschön deutsche Sparer erstatten. Mit allen nur erdenklichen Tricks sollen spanische Banken nun via deutschem Steuerzahler rekapitalisiert werden. Sei es über ESM, EFSF, oder sonstigen neu geschaffenen Konstruktionen, die alle nur eines im Sinn haben: das deutsche Volksvermögen anzuzapfen, die deutsche Bonität zu untergraben. Eigene Lösungen? Eigenverantwortung? Fehlanzeige!

 

Man muss sich die Situation einmal umgekehrt vorstellen: Was wäre wohl los, wenn Deutsche Bank und Commerzbank pleite wären und der deutsche Staat mit linken Tricks die Südschiene anzapfen wollte, um deutsche Banken zu retten? Die Schlagzeilen in den Zeitungen und der Aufruhr in der PIGSF-Politik wären schier grenzenlos. Wir aber sollen’s Maul halten und zahlen. Grauenvoll.

 

Frankreich: Ein Land, das eigentlich pleite ist. Das weiß jeder in der Finanzcommunity. Reformen, Neuanfang, sparen? Doch nicht in Frankreich. Im Gegenteil. Hollande ist gerade dabei, neue Geschenke auf Pump zu verteilen. Dabei greift er aus den Vollen: Deutschland wird’s schon richten. Das Rentenalter auf 60 zu senken mag zwar für einen korrupten Sozialisten Wählerstimmen bringen. Nachhaltig ist es nicht. Und es ist ein symbolischer Affront gegen alle Sparbemühungen, welche in der Eurozone propagiert werden.

 

Alles nur leere Worte. Alles nur falsche Versprechungen. Alle wollen ihre Party weitermachen. Wenn’s nicht mehr geht, soll Deutschland gefälligst zahlen. Und wenn sich Merkel stur stellt, dann sind’s halt die bösen Deutschen. Kennt man ja: zwei Weltkriege angezettelt und jetzt die Eurozone zerbrechen lassen, weil sie etwas zögerlich sind und nicht sofort die Blanko-Schecks rausrücken.

 

Ich ertrage es nicht mehr! Deutschland muss jetzt Schluss machen! Raus aus der Euro-Zone, sofort! Die anderen sollen doch machen was sie wollen – aber sie müssen es auch selbst verantworten und vor allem: selbst bezahlen!

 

„Der Euro ist das größte Betrugssystem der Menschheitsgeschichte in Friedenszeiten“ – nicht mit mir!

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10180-der-euro-ist-ein-betrugs-system

Petition: Finanzpolitik – Keine Ratifizierung des ESM-Vertrages und des Fiskalpaktes vom 27.04.2012

Text der Petition

Für die Zukunft EUROPAS: Nein zum ESM-Vertrag! Nein zum Fiskal-Pakt! Nein zu einer intransparenten Schulden- und Haftungsunion!
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Ratifizierung des ESM-Vertrages und des Fiskalpaktes abzulehnen.
D.h. den nachfolgenden Gesetzesentwürfen soll nicht zugesdtimmt werden: – Entwurf eines Gesetzes zu dem Vertrag vom 2. Februar 2012 zur Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus – Entwurf eines Gesetzes zur finanziellen Beteiligung am Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM-Finanzierungsgesetz – ESMFinG) – Änderung des Bundesschuldenwesengesetzes

Begründung

In der EU wurde nicht zuletzt auf massiven Druck Deutschlands hin vertraglich vereinbart, dass kein Staat für einen anderen in Haftung gehen müsse (Nicht-Beistandsklausel oder No-Bailout-Klausel, zuletzt festgeschrieben 2009 im Vertrag von Lissabon).
Mit dem ESM soll jedoch ein Mechanismus eingeführt werden, der diese Nicht-Beistandsklausel zumindest für die sog. EURO-Zone aushebelt und geeignet ist, eine dauerhafte gemeinschaftliche Haftung für Staatsschulden zu begründen und damit schleichend die einstige Währungs- in eine Haftungsunion zu wandeln.
Zudem ist die Organisation des ESM weder demokratisch legitimiert noch findet eine parlamentarische Kontrolle statt – im Gegenteil: Der ESM selbst und die verantwortlichen Akteure genießen eine umfassende und weitreichende Immunität vor jeglicher juristischer Verfolgung oder demokratischer Kontrolle. Die nach deutschem Demokratieverständnis unentbehrliche Gewaltenteilung wird damit aufgehoben.
Mit seinen weitreichenden Entscheidungs- und Handlungsfreiheiten greift der ESM direkt in die staatliche Souveränität Deutschlands ein, beschränkt die Rechte des Parlaments entgegen der jüngsten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts und legt die Entscheidungskompetenz in die Hände des sog. Gouverneursrats (= die Finanzminister der Euro-Gruppe oder andere für Finanzen zuständige Mitglieder der nationalen Regierungen, also die Exekutivgewalt).
Mit dem Fiskalpakt, dem zweiten Pfeiler der geplanten Maßnahmen, erhalten zudem EU-Institutionen weitgehende Kontrollmöglichkeiten auf die Haushalte der souveränen Mitgliedsstaaten, ohne dass deren Parlamente oder auch das EU-Parlament darauf Einfluss nehmen könnten. Die sogenannte Budgethoheit des Parlaments (Legislative) – die oft als die ureigenste Macht demokratisch gewählter Volksvertreter bezeichnet wird – würde so an Institutionen der Regierungsgewalt (Exekutive) abgetreten.

 

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=24314

Euro-Zonen-Panik: Deutschland 0%

Die Panik in der Eurozone spitzt sich zu. Die Kapitalflucht nach Deutschland ist derzeit so stark, dass Investoren auf Zinsen verzichten. Indiz für ein Auseinanderbrechen des Euros?

 

Der deutsche Staat hat zum ersten Mal neue Schulden aufgenommen, ohne dafür Zinsen zahlen zu müssen. Durch die Versteigerung von Bundesschatzanweisungen mit einer Laufzeit von zwei Jahren nahm der Bund am Mittwoch knapp 4,6 Milliarden Euro ein, teilte die zuständige Finanzagentur mit. Die Anleihen wurden mit einem Zinskupon von 0,0 Prozent ausgegeben.

Der Verkauf sei für den Bund als „wirtschaftlich sehr gut zu bewerten“, erklärte ein Sprecher der Finanzagentur. Grund für das große Interesse an den unverzinsten Staatsanleihen ist deren sicherer Status. Für die Käufer bedeuten die Investitionen jedoch praktisch einen Vermögensverlust, da das geliehene Geld am Ende der Laufzeit aufgrund der Inflation weniger wert sein wird.

Der Euro fiel unterdessen heute auf ein Mehrmonatstief unter 1,26 – auch Börsen mit deutlichen Abschlägen. Unter den Hauptverlieren wieder mal die Banken. Commerzbank verloren trotz angeblich positver Aussichten fast 3%.

Angesichts der Zinslandschaft in der Euro-Zone spekulieren immer mehr Marktteilnehmer auf einen Austritt Deutschlands aus der Gemeinschaftswährung. Nicht anders sei zu erklären, dass die Zinsen in Richtung Null fallen. An den Märkten geht man davon aus, dass die Zinsen für Deutschland demnächst in die Minuszone fallen.

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10105-euro-zonen-panik-deutschland-0

 

Sarrazin: Deutschland Euro Exit

Sarrazin: Deutschland soll Euro-Ausstieg nicht länger ausschließen. Aktiencrash wäre weniger schlimm: „Ob die Aktienmärkte dann um 20 Prozent oder um 50 Prozent fallen, ist vergleichsweise sekundär, das ist nach zwei, drei Jahren überwunden.“

 

Der frühere SPD-Spitzenpolitiker und Bestsellerautor Thilo Sarrazin fordert die Bundesregierung auf, nicht länger auszuschließen, dass Deutschland die Euro-Zone verlassen könnte. „Wenn man nicht für sich einen Punkt festlegt, an dem man nicht mehr mitmacht, verliert man jede Verhandlungsmacht“, sagte Sarrazin der Zeitung „Die Welt“ (22. Mai). „Ich kenne das aus meinem Beamtenleben“, so Sarrazin weiter. „Ich habe Hunderte von Verhandlungen mit Unternehmen geführt, die in Not geraten waren und Bürgschaften haben wollten. Man muss bereit sein, irgendwann zu sagen: Jetzt ist Schluss.“

 

Gegenüber Griechenland sollte sich die Bundesregierung unnachgiebig verhalten, so Sarrazin: „Wenn ich Bundeskanzler wäre, würde ich die Sache cool aussitzen; ich würde mich öffentlich mit Meinungsäußerungen zurückhalten und intern in der Sache knallhart bleiben.“

 

Mögliche Verwerfungen an den Märkten nach einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hält Sarrazin für das kleinere Übel: „Ob die Aktienmärkte dann um 20 Prozent oder um 50 Prozent fallen, ist vergleichsweise sekundär, das ist nach zwei, drei Jahren überwunden. Im Vergleich dazu sind die Kosten einer grundsätzlich falschen Politik – mit einer Transferunion und einer EZB, die dauerhaft eine Inflation von drei, vier, fünf Prozent zulässt – für Deutschland viel höher.“ – Bei einem Euro-Exit Deutschlands kämen insbesondere die Banken in Schwierigkeiten. Möglicherweise müssten dann Deutsche Bank und Commerzbank vorübergehend total verstaatlicht und rekapitalisiert werden.

 

Sarrazin hatte vor zwei Jahren mit seinem umstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine Debatte über die Integration von Ausländern in Deutschland entfacht. Am Dienstag dieser Woche erscheint ein Buch, in dem sich der promovierte Volkswirt mit der Europäischen Währungsunion beschäftigt: „Europa braucht den Euro nicht. Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat.“

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10094-sarrazin-deutschland-euro-exit

Aufspaltung der Euro-Zone?

US-Ökonom fordert Aufspaltung der Euro-Zone. Spitzenökonom Allan Meltzer glaubt, dass der Euro nur gerettet werden kann, wenn die Europäische Währungsunion sich in eine starke und eine schwache Gruppe teilt.

 

Der amerikanische Spitzenökonom Allan Meltzer glaubt, dass der Euro nur gerettet werden kann, wenn die Europäische Währungsunion sich in eine starke und eine schwache Gruppe teilt. Denn selbst wenn sich die Euro-Zone auf eine gemeinsame Fiskalpolitik verständige, werde dies Griechenland, Spanien, Portugal und Italien nicht helfen, sagte Meltzer im Interview mit dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Um konkurrenzfähig zu sein, müssten entweder die Lohnstückkosten so drastisch gesenkt werden, dass soziale Unruhen drohten. Oder aber die schwachen Länder werteten ab. „Das wäre die Lösung, die ich empfehlen würde.“
Der Bundesregierung wirft der 84-Jährige vor, mit ihrem wirtschaftspolitischen Kurs vor allem in den südeuropäischen Euro-Ländern die Krise zu verschlimmern. „Die Lasten, die Deutschland mit seinen Forderungen nach Lohnkürzungen den anderen Ländern auferlegt, sind unmöglich“, sagte Meltzer. Weitere Konjunkturprogramme lehnt der Ökonom, der zweimal dem Wirtschaftsrat des Weißen Hauses angehörte, allerdings sowohl für Deutschland wie die USA ab. „Wenn Deutschland das tun würde, dann wäre das Land im Zustand der Krise, mit einer Verschuldungsquote von über 100 Prozent. Das hilft weder Deutschland noch Europa.“
Die USA haben nach Einschätzung des Ökonomen die Krise noch lange nicht hinter sich. „Es muss doch jedem klar sein, dass wir ein unhaltbares Schuldenproblem haben. Und unhaltbare Probleme nehmen irgendwann ein böses Ende. Die Frage ist, ob wir die Courage aufbringen, das Problem in den Griff zu bekommen, solange das noch möglich ist.“ Eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen sorge bei der Verschuldung nicht einmal für eine Delle, sagte Meltzer. An drastischen Ausgabenkürzungen führe deshalb kein Weg vorbei.
Wegen der Eurokrise gingen die Börsen am Montag unter Führung der Bankwerte wieder auf Tauchstation. In Deutschland waren Commerzbank und Deutsche Bank einer der Hauptverlierer. Der Bankenangstindikator der EZB (Einlagenfazilität) sprang übernacht um über 60 Milliarden nach oben und stieg auf 763 Milliarden. Quelle: www.cds-info.com

Parallelwährung: Ausweg aus dem Euro-Drama?

Einzig alternativlos ist, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Gibt es eine Lösung für die Eurokrise? Billionenschwere Rettungspakete sind es offenbar nicht. – Die „starken“ Euro-Länder sollen eine Parallelwährung einführen dürfen,  als Stabilitätsanker für die Euro-Zone: die Guldenmark.  Ein Vorschlag aus Berlin.

 

von Klaus Peter Krause

Was Kanzlerin Merkel als „alternativlos“ ausgibt, ist es nicht. Die EU-Griechenlandhilfe war es ebenso wenig, wie es das geplante Monstrum ESM ist. Auch scheitert Europa, wenn der Euro scheitert, keineswegs, das ist dummes Zeug. Andere Handlungsmöglichkeiten, Auswege, Alternativen gibt es immer. Wenn es vorgeblich an einer Alternative fehlt, fehlt es nur am Willen zu ihr. Alternativen wollen gewollt werden, die Suche nach ihnen muss man zulassen, die öffentliche Diskussion darüber nicht autoritär unterdrücken. Auch zur Krise der Euro-Währungs- und Schuldenunion gibt es welche, „den Euro retten“ geht auch anders. Einen Vorschlag dazu hat jetzt der Wirtschaftsjurist und Finanzwissenschaftler Markus C. Kerber, in Berlin mit seiner Arbeitsgruppe Europolis vorgelegt. „Ohne Alternative“ ist für ihn nur die Notwendigkeit, „über bislang nicht eruierte Lösungsansätze“ nachzudenken.

 

Drei Möglichkeiten, aber politisch gänzlich aussichtslos

Angesichts dessen, dass der finanzielle Zusammenbruch der Euro-Länder als Folge ihrer Währungsunion letztlich absehbar ist, sieht Kerber grundsätzlich vier Möglichkeiten, ihm zu begegnen. Erstens könnten sie die Währungsunion einvernehmlich auflösen und zu den nationalen Währungen zurückkehren. Das aber sei sehr entschieden nicht gewollt. Zweitens könnten die Finanznotstandsländer die Währungsunion verlassen, entweder freiwillig oder durch Ausschluss. Das aber sei politisch unwahrscheinlich, denn diese Länder hätten keine Alternative als die, auf das Retten durch das Euro-System, die Europäische Zentralbank und die Geberländer zu vertrauen. Auch hätten sich wichtige Länder wie Deutschland und Frankreich nicht entschließen können, diesen Ländern den Austritt nahezulegen. Drittens könnten diejenigen Länder aus der Währungsunion austreten, die in ihrer Leistungsbilanz Überschüsse hätten. Aber dies sei rechtlich nicht vorgesehen, würde ein Vertragsverletzungsverfahren durch die EU-Kommission anstoßen und dazu führen, in diesen Ländern den Euro als einziges gesetzliches Zahlungsmittel aufzugeben und eine eigene Währung zu schaffen. Auch sei ein solcher Schritt mit so viel negativer Symbolik besetzt, dass sich vor allem Deutschland dazu nicht entschließen würde.

 

Die vierte Möglichkeit ist Kerbers Vorschlag

Die vierte Möglichkeit ist das Konzept einer Parallelwährung für die Länder mit Leistungsbilanzüberschüssen, A-Länder genannt. Es ist jene, die Kerber vorschlägt. Sie sieht vor, die Euro-Zone zu entflechten. Die A-Länder – das sind Deutschland, Finnland, Luxemburg, Niederlande und Österreich – sollen zusätzlich eine gemeinsame Zweitwährung einführen, den Euro aber auch beibehalten. Diese zusätzliche Währung könne man beispielsweise Guldenmark nennen. Mit ihr will Kerber als einen „Plan B“ „die Eurozone vor dem Kollaps bewahren und die bislang schwerste Krise der Europäischen Union  überwinden“. Das europäische Haus brauche ein neues Fundament und eine Reform des Währungssystems.

 

Den Geburtsfehler korrigieren

Kerber drängt auf den Kurswechsel im Interesse der Länder mit Leistungsbilanzüberschuss. Der Geburtsfehler des Euro als Einheitswährung könne und müsse korrigiert werden. Dieser liege im Charakter der Einheitswährung, denn eine Einheitswährung für alle unterschiedlichen siebzehn Euro-Mitgliedstaaten lasse nur eine einheitliche Geldpolitik zu, obwohl für diese Volkswirtschaften jeweils eine individuell abgestufte Geldpolitik nötig sei. Für eine Korrektur müsse man allerdings bereit sein, auch ungewöhnliche Wege zu gehen. Gigantische Rettungsschirme seien keine Lösung, sie täuschten lediglich über die Situation hinweg.

 

Den Euro nicht abschaffen, aber durch einen Stabilitätsanker ergänzen

Kerber will den Euro nicht abschaffen, sondern mit der Zusatzwährung für A-Länder ergänzen. Für ihn und die anderen Vertreter von Europolis ist die Guldenmark die Antwort darauf, dass sich das wirtschaftliche Ungleichgewicht in der Währungszone ausweitet. Ihre Einführung habe viele Vorteile, ganz entscheidend sei jedoch, dass sie im Verhältnis zum Euro aufgewertet und dass so die Tilgung der kumulierten Schulden erleichtert werden würde. Die Guldenmark soll für die Euro-Zone der Stabilitätsanker werden.

 

In den A-Ländern zwei gesetzliche Zahlungsmittel neben einander

Die Idee ist, die Mitglieder der Euro-Zone nach ökonomischen Homogenitätsgesichtspunkten zu organisieren. Die A-Länder führen diese zweite Währung als gesetzliches Zahlungsmittel neben dem Euro ein. „Wenn wegen der aktuellen Eurokrise der Austritt eines Landes wie Griechenland erwogen worden ist, so liegt es doch nah, einer Gruppe von Ländern, die nicht länger ihre finanzielle Souveränität aufs Spiel setzen wollen, den Austritt aus dem Währungsgebiet des Euro als Einheitswährung zu gestatten“, folgert Kerber. Vom Glauben an die Einheitswährung in der Europäischen Union müsse man sich verabschieden. Die finanzielle Souveränität der A-Länder (und ihre Leistungsfähigkeit) dürfe nicht länger aufs Spiel gesetzt werden.

 

Zwei Zahlungsmittel miteinander im Wettbewerb

Die „Guldenmark“ als Parallelwährung soll die Bürger der A-Länder vor der schleichenden Ausbeutung als Folge finanzpolitischer Unsolidität von B-Ländern schützen und sie vor einer Schulden- und Transferunion bewahren. Die Soliden sollen den Unsoliden nicht mehr wehrlos ausgeliefert sein, wie es jetzt der Fall ist, was sie mit den drohenden fürchterlichen Folgen der Rettungsschirme in die Armut führt – nicht nur den Staat, auch seine Bürger, denn diese müssen ihren Staat zwangsläufig finanzieren. Würden die A-Länder die Guldenmark als gleichberechtigtes gesetzliches Zahlungsmittel einführen, hätten die Bürger der A-Länder die Wahl, ob sie mit Euro oder mit Guldenmark bezahlen wollen und die Zahlungsempfänger ebenso die Wahl, ob sie Euro oder Guldenmark als Zahlung akzeptieren. Beide Währungen stehen dann beim Bürger um die Akzeptanz im Wettbewerb.

 

Dabei kommt es auf Qualität der Besicherung an

Dabei durchsetzen wird sich jene Währung, die die Bürger als sicherste, als stabilste erfahren. Weil und insofern unter den A-Ländern Konsens über eine absolute Geldwertstabilität besteht und das Guldenmark-Geld von der dann gemeinsamen Guldenmark-Zentralbank der A-Länder kommt, erworben von den Geschäftsbanken als Kredit von ihr, muss die Zentralbank auf erstklassige Sicherheiten (Pfänder) für dieses Kreditgeld bestehen und die Verzinsung für dieses Kreditgeld (den Leitzins) so festsetzen, dass die auf diese Weise von ihr verfügbar gemachte Geldmenge nicht stärker wächst als die in der Volkswirtschaft bereitgestellte Gütermenge, also die Menge an Waren und Dienstleistungen. Dabei dürfen die Geschäftsbanken nicht durch einen zu niedrigen Leitzins verführt werden, mehr Geld von der Zentralbank zu holen als es für die Stabilität der Güterpreise verträglich ist.

 

Wann eine Währung stabil bleibt und wann nicht

Die Stabilität einer Währung hängt also letztlich davon ab, welche Pfandqualität die Zentralbank für ihre Geldhingabe in den Wirtschaftskreislauf verlangt. Ist die Qualität erstklassig, bleiben Währung und Preisniveau stabil. Die Währung erringt im In- und Ausland Vertrauen, wird als starke Währung wahrgenommen. Sind die Pfänder Schrottpapiere, wie sie Banken und Europäische Zentralbank (EZB) gegenwärtig viele in ihren Büchern haben, und pumpt die Zentralbank mit einem künstlichen Niedrig-Leitzins von 1 Prozent eine ungeheure Geldmenge in den Kreislauf, dann droht Inflation (Preisaufblähung am Gütermark), dann sinkt das Vertrauen hin, dann wird die Währung als schwach wahrgenommen.

 

Wie sich eine Guldenmark gegen den EZB-Euro durchsetzen würde

Wie bedeutsam die Qualität der Besicherung ist, hat bei der Europolis-Veranstaltung in Berlin auf sehr einprägsame Weise und unter großem nachfolgendem Applaus der Teilnehmer der Wirtschaftswissenschaftler Gunnar Heinsohn, ehemals Professor an der Universität Bremen, erklärt. Wenn also eine künftige mögliche Guldenmark-Zentralbank auf erstklassige Sicherheiten bestünde, würde die Guldenmark mehr akzeptiert als der EZB-Euro, würde sie eine stärkere Währung als der Euro und würde sich gegenüber dem Euro immer mehr durchsetzen. Dieser Wirkung könnten sich auch die B-Länder nicht entziehen. Entweder sie strengen sich an, den Euro ebenfalls mit erstklassigen Besicherungen auszustatten und zu solider staatlicher Finanzpolitik hinzufinden , oder aber sie müssten in Kauf nehmen, dass der Euro beim Bezahlen nur noch mit Abschlägen akzeptiert wird.

 

Die Guldenmark-Zone muss offen bleiben

Der Beschluss zur Parallelwährung würde eine Dynamik auslösen, wenn die Märkte ihn, wie Kerber sagte, als richtig akzeptierten und ihn mittrügen. Dann werde das funktionieren. Die Anstöße dazu müssten von den Zentralbanken der A-Länder kommen. Sie müssten auch das Logistische vorbereiten – „wenn es politisch gewollt wird“. Später, wenn die B-Länder wirtschaftlich und finanzpolitisch vorangekommen sind, sollen diese sich bewerben können, ebenfalls der Guldenmark beizutreten. „Die Guldenmark-Zone muss offen bleiben.“

 

Rechtsfragen kompliziert, aber überwindbar – Eine gewissenlose Oligarchie

Aber geht es rechtlich überhaupt, dass die A-Länder die Parallelwährung einführen, vorausgesetzt, sie entschlössen sich dazu? Stehen dem nicht die EU-Verträge entgegen? Das tun sie, jedenfalls an sich. Der Schritt stünde, wie Kerber einräumt, „in diametralem Gegensatz“ zu Artikel 128 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV). Die Ausschließlichkeit des Euro als gesetzliches Zahlungsmittel innerhalb der Euro-Zone würde „in flagranti verletzt“. Doch zeigt Kerber auf, wie die A-Länder dem rechtlich begegnen und die Parallelwährung doch durchsetzen können. Die A-Länder müssten förmlich feststellen, dass die gegenwärtigen Maßnahmen zur Banken- und Euro-Rettung rechtswidrig sind. Die Einführung der Parallelwährung sei ökonomisch unausweichlich und rechtlich geboten, weil die EU-Verträge ständig verletzt würden und dies samt den Folgen nicht länger zumutbar sei. „Eine gewissenlose Oligarchie“ wolle die Maßnahmen gegen alle Vernunft durchsetzen. Näheres zur rechtlichen Beurteilung findet sich in der Schrift, die Kerber hierzu vorgelegt hat: „Mehr Wettbewerb wagen – Ein Konzept zur Reform der europäischen Währungsordnung“1).

 

Die logische Schlussfolgerung aus dem Scheitern des Euro-Experiments

Weil Kerber weiß, dass er mit der Parallelwährung auf Widerstand stößt, sagt er: „Wer das Konzept einer Parallelwährung von vornherein ablehnt, muss darlegen und beweisen, wie der Weg in die Transferunion angesichts der wachsenden Heterogenität und des wachsenden, unabsehbaren Finanzbedarfs vieler Mitglieder der Europäischen Wirtschaftsunion aufgehalten werden kann.“ Für ihn selbst ist die neue Parallelwährung kein systemfremdes Element. Sie sei vielmehr eine logische Schlussfolgerung, die aus dem Scheitern des Euro-Experiments gezogen werden müsse. Schließlich gehe es um mehr als um eine Währung. Die Krise bedrohe das gesamte europäische Projekt. „Es wird Zeit, dass Wahrheiten auf den Tisch kommen. Dazu gehört auch, einzugestehen, dass die Politik der unbedingten Eurorettung über kurz oder lang zum Kollaps führt.“ Zu lange habe die Politik die Realität geradezu verdrängt. In der Folge sei eine Finanzpolitik verfolgt worden, die Europa an den Abgrund geführt habe.

 

Derk-Jan Eppink vom Europa-Parlament zerpflückt Mythen

Unterstützt wurde Kerber in Berlin vom niederländischen Abgeordneten des Europa-Parlaments Derk-Jan Eppink. Die Euro-Zone werde in der heutigen Form scheitern. Die bisherigen Maßnahmen, den Euro zu retten, bedeuteten Realitätsverweigerung. Frankreich lebe auf einer Wolke. Viele fühlten sich betrogen, vor allem die Steuerzahler. „Brüssel“ stelle den Euro als goldenes Kalb dar, die EU mache unerschütterlich weiter. Den Bürger werde Angst gemacht, um sie bei der Fahne zu halten. Als Selbstbetrug zerpflückte er die „Mythen“, der Euro habe Europa Wohlfahrt gebracht, ohne Euro breche die EU auseinander, der Euro bringe wirtschaftliche Stabilität, ohne Euro wären die Banken zusammengebrochen, ohne Euro befände sich Europa jetzt im Währungschaos. Zwar ist für Eppink, wie er sagte, die Rückkehr zu nationalen Währungen keine Option, aber der Euro brauche eine Umgestaltung, eine Lösung, die glaubhaft und realistisch sei. Eppink steht hinter Kerbers Vorschlag einer zusätzlichen Währung für die „starken“ Euro-Länder.

 

Zwei Haken, die man kennen muss, die aber nicht einschüchtern dürfen

Doch so schlüssig der Vorschlag ist, mindestens zwei Haken hat er leider doch. Erstens, die A-Länder müssen die gemeinsame Parallelwährung wirklich wollen, sich auf sie verständigen und dann mit Mut entschieden durchsetzen.  Doch es fällt schwer zu glauben, dass es zu diesem politischen Willen kommt, zumal in Deutschland bei dessen politischer Führungsschicht. Ohne Deutschlands Teilnahme mit seiner starken Wirtschaftskraft würde der Parallelwährung ein wichtiges Fundament fehlen, was deren Erfolg überaus fraglich erscheinen ließe, so dass sie gar nicht erst zustande käme. Zweitens, das Regelwerk für die zusätzliche Währung, für ihre Zentralbank, für deren Geldpolitik mag in noch so bindende schöne Verträge und Gesetze gegossen werden, diese können ebenso aufgeweicht und verletzt werden, wie es unter anderem mit dem Vertrag von Maastricht geschehen ist und weiterhin geschieht, nämlich dann, wenn in den A-Ländern ein anderer politischer Wind zu wehen beginnt und sich der einstige politische Wille auf Druck irgendwelcher Ereignisse ändert. Gleichwohl darf das nicht einschüchtern. Gleichwohl sollte alles versucht werden, den Vorschlag bekannt zu machen, ihn öffentlich breit zu diskutieren, ihn allgemeinverständlich zu erklären, ihn bei den Bürgern populär zu machen und die politische Führung unter Begründungszwang dafür zu setzen, warum sie eine Alternative ablehnt, die nicht in den ESM-bedingten absehbaren Abgrund führt, sondern einen überzeugenderen Weg aufzeigt. Das freilich geht nur über die Medien, zu deren Pflicht es aber gehört, daran mitzuwirken.

 

Das Ziel: ein Europa mit mehr Wettbewerb und stabilem Geldwert

Kerber stellte seinen Vorschlag im Haus der Bundespressekonferenz im vollbesetzten kleinen Sitzungssaal am 10. Mai vor – pünktlich zum zweiten Jahrestag des Euro-Rettungsschirms, wie es in der Einladung hieß. Einzelheiten dazu kann man in Kerbers schon genannter Schrift nachlesen. Darin werden die drängenden Fragen der aktuellen Euro-Diskussion und sein Vorschlag vertieft. Das Ziel ist ein Europa mit mehr Wettbewerb und einer stabilen Währung. Dafür werden Kerber und die anderen Experten von Europolis auch vor Gerichten tätig. Sie klagen – vor allem vor dem Bundesverfassungsgericht – gegen die Europäische Zentralbank, den Euro-Stabilisierungsmechanismus (ESM), die Kredite für Griechenland, die Portugal-Hilfe oder den Lissabon-Vertrag. Mehrfach hat Europolis mit Kerber voran gezeigt, dass sie für ihr auch vor juristisch unberührtem Terrain nicht zurückschreckt und sogar deutsche Verfassungsrichter wegen Missachtung des Unionsrechts vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zur Verantwortung zieht.

 

Der Euro ist schon jetzt ein Projekt des Unfriedens

Im Einladungsschreiben zum Parallelwährungsvorschlag las man: „Nachdem die Europäische Zentralbank mit zwei Megaoperationen den Banken mittelfristige Kredite zu Geldmarktkonditionen gegen die Hinterlegung unzureichender Sicherheiten zur Verfügung gestellt hat, scheinen sich die Märkte ‚beruhigt’ zu haben. Doch dies ist eine Illusion. Denn die industrielle Heterogenität zwischen den einzelnen Mitgliedsländern wächst weiterhin. Daran werden die neuen Hilfszusagen für Griechenland und die immer größer werdenden Europäischen Rettungsfonds (EFSF/ESM) nichts ändern können. Die Politik verdrängt diesen Notstand in der Hoffnung, den Kollaps des Eurosystems weiterhin verschieben zu können. Kommt es zu einem solchen Kollaps, sind alle Bürger betroffen. Die Idee der europäischen Integration würde dann irreversibel Schaden nehmen. Schon jetzt ist der Euro ein Projekt des Unfriedens geworden.“

 

Europolis – eine Initiative mit Querdenkern für europäische Ordnungspolitik

Kerber ist Professor für Öffentliche Finanzwirtschaft und Wirtschaftspolitik. Er lehrt an BerlinsTechnischer Universität und am L’Institut d’études politiques (IEP) in Paris, hat auch die französische Eliteschule ENA absolviert. Er ist Verfahrensbevollmächtigter der Verfassungsbeschwerde, die sich gegen das deutsche Zustimmungsgesetz zum Vertrag von Lissabon wendet, und klagt mit über fünfzig Mitstreitern vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Euro- und Banken-Rettungsschirm ESM. Als „eine deutsche Initiative für europäische Ordnungspolitik“ hat er die interdisziplinäre Arbeitsgruppe Europolis gegründet, eine Institution für Nachdenken mit intellektuellen Querdenkern, heutzutage gerne „Thinktank“ genannt. In ihrer Selbstdarstellung heißt es: „Die Ambitionen der Studienvereinigung liegen darin, die Stabilität von Währung und Preisen institutionell zu sichern, die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen voranzubringen, mehr Wettbewerb zu wagen und der Subsidiarität Priorität zu verleihen. Die Europolis-Webseite bezieht aus wissenschaftlicher Sicht jeweils zeitnah Stellung zu aktuellen Ereignissen der nationalen und internationalen Finanzpolitik.“ Europolis finanziert sich ausschließlich durch Mitgliederbeiträge und Spenden. (Mehr Informationen finden sich unter www.europolis-online.org).

1) Kerber, Markus C. Kerber: Mehr Wettbewerb wagen. Ein Konzept zur Reform der europäischen Währungsunion. Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2012. 120 Seiten. Kartoniert, 19,50 Euro. ISBN: 978 -3-8282-0566-6, ISSN: 2190-9709.

kpkrause.de

GR: Vorbereitung auf Drachme

Immer mehr Unternehmen, Banken und Privatleute bereiten sich auf den Euro-Austritt Griechenlands vor. Banken haben so genannte „Notfallpläne“ bereits in der Schublade.

 

Immer mehr Unternehmen treffen intern Vorbereitungen für das Ende des Euros. Das Thema ist in der Öffentlichkeit zwar tabu. Doch hinter den Kulissen bereiten sich Unternehmen, Banken und Privatleute, die langlaufende Geschäfts- und Zahlungsbeziehungen mit Griechenland haben,  auf den Euro-Austritt des Landes vor. Das berichtet die Wirtschaftswoche und zitiert Sven Zeller, Jurist und Partner bei Clifford Chance in Frankfurt Dieser bestätigt, dass ich  die Anfragen von Fonds-Managern, Bankern und in Griechenland investierten Immobilien-Unternehmen häufen. „Alle wollen wissen, wie sie vermeiden können, dass ihre Forderungen von Euro auf eine Weichwährung umgestellt werden – egal ob Neu-Drachme oder Süd-Euro.“

 

Die Vorbereitungen auf einen Euro-Austritt werden diskret getroffen. Nur wenige äußern sich so offen wie der Reisekonzern Tui. Dieser will sich gegen eine mögliche Währungsumstellung von Euro auf Drachme absichern. Bereits im November wurde von einem  Schreiben des Konzerns an griechische Hoteliers berichtet, einen neuen Vertrag vor dem Hintergrund einer möglichen Währungsumstellung zu unterschreiben. „Wir müssen uns gegen solche Währungsrisiken absichern. Es gibt eine mehr als theoretische Möglichkeit, dass Griechenland aus der Euro-Zone aussteigt.“

 

Banken mit Notfallplan

Einen Notfallplan für das „Restrisiko“ eines Euro-Zerfalls müsse jedes Institut haben, schon im Sinne guter Unternehmensführung, wird Commerzbank-Chef Martin Blessing im Handelsblatt zitiert. „Man wird kaum eine Bank finden, die sich nicht schon Gedanken darüber gemacht hat.“

Eine Absicherung für die Banken besteht darin, ihre Töchter in südeuropäischen Schuldnerstaaten möglichst autark in ihrer Refinanzierung aufzustellen, indem jeweils Forderungen und Verbindlichkeiten in Balance gehalten werden, schreibt das Handelsblatt. Demnach verschulden sich Institute, die Staatsanleihen südeuropäischer Länder halten, häufiger über ihre südeuropäischen Töchter. Das Kalkül: Bricht der Euro auseinander, erhalten diese Institute für ihre Staatsanleihen aus Italien oder Spanien vermutlich nur noch Lira oder Peseten. Ihre Schulden vor Ort werden dann aber ebenfalls auf die neuen Landeswährungen umgestellt.

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/9992-gr-vorbereitung-auf-drachme

Eurobonds kommen

Top-Ökonom Markus Brunnermeier warnt vor Einführung von Euro-Bonds, wie sie die Europäische Kommission fordert. „Dieses Modell der Kommission würde die disziplinierende Wirkung der Märkte völlig außer Kraft setzen; einzelne Staaten hätten keinen ausreichenden Anreiz, sparsam zu haushalten“.

Der Princeton-Ökonom Markus Brunnermeier warnt vor der Einführung von Euro-Bonds, wie sie die Europäische Kommission fordert. „Die Euro-Bonds, wie sie die Kommission vorschlägt, sehen vor, dass alle Staaten der Euro-Zone gemeinsam für die Schulden aller haften sollen.
Dieses Modell der Kommission würde die disziplinierende Wirkung der Märkte völlig außer Kraft setzen; einzelne Staaten hätten keinen ausreichenden Anreiz, sparsam zu haushalten“, sagte Brunnermeier der „Welt“. „Die Staaten der Eurozone müssen weiter für ihre Fiskalpolitik haften; andernfalls hätten wir aus der Schuldenkrise nichts gelernt.
Der in Niederbayern geborene Brunnermeier ist Professor an der US-Eliteuniversität Princeton. Er erwartet, dass es gemeinsame Anleihen der Euro-Länder geben wird. „Euro-Bonds werden wohl in irgendeiner Form kommen, auch wenn Politiker das noch nicht offen zugeben“, sagte Brunnermeier im Gespräch mit der „Welt“.
„Entscheidend wird sein, wie diese Euro-Bonds aussehen. Sie müssen so strukturiert werden, dass keine falschen Anreize gesetzt werden. Eine Gesamthaftung muss vermieden werden.“ Gemeinsam mit Kollegen hat Brunnermeier ein entsprechendes Modell vorgeschlagen und wirbt derzeit dafür bei europäischen Entscheidern.
Eurobonds werden auch vom französichen Präsidentschaftskandidaten Hollande gefordert. Mit den gemeinsamen Bonds wären vor allem die Banken ihre Sorgen los, welche derzeit unter dem Wertverfall der Süd-Schienen Anleihen leiden. In Deutschland ist besonders die Commerzbank betroffen.