Bankunion: Eurozone vor finalem Kollaps?

Euro: 2-Jahres-Tief. Bund: Rekordhoch / Rendite Zehnjährige Rekordtief. Spanien: Totalbankrott. PIGS-Zinsen: Todeszone. Neues aus EU-Absurdistan: Bankunion.

 

von MIchael Mross

Der Stress in der Eurozone hat in den letzten Tagen dramatische Ausmaße angenommen. Ehrlich gesagt: Ich hätte zuvor nicht glauben können, dass der Euro eine solche tiefgreifende systemische Krise überhaupt überleben würde. Doch gerade heute steht die Gemeinschaftswährung erneut vor einer nie dagewesenen Zerreißprobe. Damit stellt sich erneut die Frage: Wie lange noch?
Alle Krisenparameter in der Eurozone stehen auf tiefrot. Die gesamte südliche Peripherie kann man praktisch als wertlos ausbuchen. War Griechenland  noch etwas, über das man „reden“ konnte, so sind die Experten angesichts des Tsunamis, der aus Spanien droht, sprachlos. Wie soll man Spanien retten? Wie kann man alle spanische Banken retten? Und der nächste Pleite-Kandidat steht schon vor der Tür: Italien.
Die Krisenparameter signalisieren ein baldiges Ende des Euro-Experiments:

  • Deutsche Zinsen 2jährige 0%, 10jährige 1,33% (Rekordtief)
  • Italien 6%, Spanien 6,7% (—> www.cds-info.com)
  • CDS auf Krisenländer explodieren
  • CDS auf Banken + 50% in einem Monat
  • Bankenkurse im Keller
  • Rettungspakete bisher: Null Effekt

Was bleibt jetzt noch?
Im Prinzip sind fast alle Karten ausgespielt. Eine Möglichkeit, die Krise zu entschärften ist ein Austritt Deutschlands aus dem Katastrophen-Club. Das wird aber politisch nicht zugelassen.
Wenn man am Euro dennoch festhalten will, könnte die EZB die PIGS-Banken komplett refinanzieren. Kostet etwa 3 Billionen Euro. Mit Marktwirtschaft hat dies jedoch nichts mehr zu tun. Außerdem könnte die EZB die PIGS-Staaten komplett aus der Notenpresse finanzieren. Wo das endet ist klar: Totaler Vertrauensverlust in Hinblick auf die EZB, Weimarisierung der gesamten Euro-Zone, Hyperinflation.
Jetzt kommt Brüssel auf eine neue Idee: die Bankunion. Es muss schon lichterloh brennen, um einen solch absurden Vorschlag zu machen. Es fehlen einem die Worte, einen solchen Wahnsinn überhaupt zu kommentieren. So etwas kann nur Köpfen von EUdSSR Politikern entspringen. Das ist Bankensozialismus pur. Es reißt die Tür sperrangelweit auf zu Moral Hazard und Betrug. Welche Bank hat dann noch Interesse an seriösem Geschäft, wenn am Ende eine europäische Bankhängematte alle Fehler bezahlt?
Am Ende kommt wahrscheinlich alles zusammen: EZB finanziert Banken und Staaten unbegrenzt. Dann kommt die Bankunion mit anschließendem totalen Vertrauensverlust in die Eurozone und Untergang des Euros.

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10139-bankunion-eurozone-vor-finalem-kollaps

Deutschland in Armut – Wie nach den beiden Weltkriegen

In Deutschland greift die Armut um sich. Nicht dass bereits die ganzen 99% arm wären, aber die Tendenz geht da hin. Es gibt kein Land in Europa, das in den letzten Jahren mehr an Arbeitsarmut und an Armut der Arbeitslosen zugenommen hat als Deutschland. Und das ist, bevor die Krise noch in Deutschland ankommt, die alle anderen in Europa bereits erfasst hat. Wenn erst einmal die ersten Billionen in der deutschen Kasse fehlen, weil man ja „den Euro“ retten muss, in Wirklichkeit die Banken, werden da noch ganz andere Sachen auf die verarmte Bevölkerung zu kommen. Und wie man dann behandelt wird, weiss man auch schon: Seht euch nur an, wie sie die Griechen behandeln.

Nicht die heute lebenden Deutschen (ausser den ganz Alten), aber Deutschland kennt Armut sehr gut. Nach beiden verlorenen Weltkriegen war die Armut so gross, dass Leute verhungerten oder nur deshalb nicht, weil es barmherzige Seelen gab, die Suppe ausschenkten. Ganz so weit ist es heute noch nicht, aber – wie gesagt – die Krise kommt ja auch erst.

Was mit Arbeitsarmut gemeint ist, erklärt die Hans-Böckler-Stiftung der Gewerkschaften so: Wer arbeitet, aber trotzdem nicht mehr als 60% des „mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens“ hat, ist in Arbeitsarmut.

Die Statistik, entnommen aus „Eurostat“, gibt den Überblick über die Entwicklung von 2004 bis 2009, also von vor „Hartz IV“ bis zum ersten Höhepunkt der Krise. Im europäischen Durchschnitt ist in diesem Zeitraum die Arbeitsarmut (Zahl der Arbeitsarmen) nur um 0,2% gestiegen, in Deutschland hingegen um 2,2 Prozent).

Im gleichen Zeitraum stieg in Deutschland die Armut der Arbeitslosen dank „Hartz IV“ um 29%, im EU-Durchschnitt dagegen nur um 5% – und das war 2009, schon mitten in der Krise.

Dies hat zu folgender Situation geführt (Zitat aus der Studie der Hans-Böckler-Stiftung) :

“2009 hatten 70 Prozent der Arbeitslosen in Deutschland nur ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze – 25 Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt der 27 EU-Staaten.”

Dazu kann man in diesem Artikel auch noch eine Graphik bewundern, die zeigt, wie Deutschland in Europa vorne liegt, wenn es ums Abrutschen in die Armut geht.

Was Rot-Grün unter Schröder und Fischer (diese beiden Namen im Gedächtnis behalten!), auch mit heftigster Unterstützung von Union und FDP, da mit der Agenda 2010 auf dem Gewissen haben, ist schwerwiegend. Im Effekt läuft es aufs Gleiche hinaus, wozu vorher jeweils ein verlorener Weltkrieg nötig war.

Nur: Das war ja nur der Anfang. Was die jetzige Politik („rein zufällig“ sind es wieder diese vier Parteien) jetzt im Moment für Anschläge auf unseren Geldbeutel ausführen, ist noch weit schwerwiegender. Und dabei geht um keinen Euro, es geht darum, den Superreichen, die hinter den Banken und Komnzernen stehen, unser Geld zuzuschieben.

Also langsam müssen wir uns darauf einstellen, wir müssen auf der Strasse dagegen protestieren. Mein Vorschlag fürs erste: Sich den Montagsdemos anschliessen, die es noch in vielen Städten gibt, die aber dringend Zulauf brauchen.

Wie sie das finden? Einfach auf die Seite www.bundesweite-montagsdemo.com gehen, dort unter „Montagsdemoberichte“ auf „Kontakte zu Montagsdemos“ klicken und mit der nächstgelegenen Kontakt aufnehmen.

http://www.karl-weiss-journalismus.de/?p=1577

EU-Vergleich: Deutsche arbeiten mehr und sterben früher

Die Lebenserwartung auf ein gesundes Leben in der Rente ist bei Griechen, Spaniern und Franzosen signifikant höher als bei den Deutschen. Ein möglicher Grund: Die Deutschen arbeiten länger und härter als die Südeuropäer.

 

Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat sich mit der Lebenserwartung von Menschen im Alter von 65 Jahren, die in der EU leben, beschäftigt. Hier scheint die aktuelle wirtschaftliche Lage keine konkreten Auswirkungen zu haben – im Gegenteil. Die Deutschen arbeiten der Statistik nach zufolge länger – und werden am Ende ihres Lebens schneller krank als die meisten anderen EU-Bürger.

Eine deutsche Frau im Alter von 65 Jahren wird demnach noch 20,9 Jahre weiter leben. 7,1 Jahre davon werden „gesunde Lebensjahre“ sein, berichtet Eurostat. Gesunde Lebensjahre sind durch eine „Abwesenheit von Funktionsbeschränkungen bzw. -beschwerden definiert“, so Eurostat in seinem Bericht. Bei den deutschen Männern ist dies sogar noch weniger. Von den nur 17,8 Jahren, die ein 65-jähriger Mann noch leben wird, sind es lediglich 6,9 Jahre in völliger Gesundheit.

Der EU-Durchschnitt liegt für Frauen in diesem Alter bei 8,8 gesunden Jahren von weiteren 21 Jahren, die sie noch leben wird. Bei den Männern sind es im EU-Schnitt 17,4 Jahre Lebenserwartung, 8,7 davon gesund. Interessanterweise leben die Menschen in den EU-Ländern, deren Wirtschaft nicht so besonders gut funktioniert, meist länger gesund als die Deutschen. Eine 65-jährige griechische Frau beispielsweise erfreut sich ein Jahr länger bester Gesundheit als eine deutsche Frau. Ein griechischer Mann kann sogar 1,9 Jahre länger genießen als sein deutscher Kollege. Allerdings ist die Lebenserwartung des griechischen Mannes insgesamt geringer.

Aber auch in Spanien, Italien und Irland ist die Lebenserwartung höher. In Irland liegen die gesunden Lebensjahre sogar deutlich über denen der Deutschen. Bei den irischen Frauen sind es 11,2 Jahre und bei den irischen Männern 11, 1 Jahre. Die meisten gesunden Lebensjahre haben jedoch 65-Jährige aus Norwegen, Schweden und Island vor sich. In Frankreich ist die generelle Lebenserwartung am größten, gefolgt von Spanien und Italien.

Schlechter als für die Deutschen sind die Aussichten nur noch für die Portugiesen.

 

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/04/20/eu-vergleich-deutsche-arbeiten-mehr-und-sterben-frueher/