Trailer – EUPOLY – Ein europäischer Alptraum

Seit 2002 ist der Euro auch in Deutschland das offizielle Zahlungsmittel.
Nun – mehr als 10 Jahre danach – versinkt die Eurozone im Chaos.
Die Wirtschaft lahmt, ein Staat nach dem anderen rutscht in die Pleite und muss gerettet werden.

Besonders im Süden explodiert die Arbeitslosigkeit, die Jugend ist besonders betroffen.

Diese Doku wirft einen Blick hinter den Vorhang und versucht zu ergründen,
wer die eigentlichen Profiteure sind und waren. Wo wird die Reise hingehen und was werden die Folgen sein?

Kann man den Crash noch verhindern und welche Alternativen gibt es?

Der Dokumentarfilm wird voraussichtlich Ende Mai als HD-DVD erscheinen.

Wer die Produktionen durch den Kauf einer DVD unterstützen möchte ,
findet hier weitere Informationen : http://www.iknews.de

Armenhaus Europa Kannst Du sie sehen – Die Wahrheit und die Lügner

In Deutschland gibt man sich zufrieden, mit der Europapolitik von Merkel.
Doch die Wahrheit ist eine andere, worüber die Politiker in Deutschland nicht gerne reden.
Die Armen werden noch ärmer, die Mitte der Gesellschaften droht der Abstieg und noch
immer zeigt sich kein Licht am Ende des Tunnels.

Mit harten Sparmaßnahmen „bekämpfen“ Europas Krisenländer ihre Schulden. Aus Protest gegen
Sozialkürzungen gehen inzwischen Hunderttausende auf die Straße. Für die Presse steht der
soziale Frieden in Europa auf dem Spiel. „Die hohen Arbeitslosenzahlen in Europa könnten
zu einem Aufstand der Bevölkerungen in Europa führen“, warnt die liberale Tageszeitung Le Soir.

„Die Schuldenkrise gefährdet zunehmend den europäischen Zusammenhalt“, fürchtet der Historiker T. G. Ash
in der linksliberalen Tageszeitung El Pais. Der Ex-Chef der Euro-Gruppe Juncker hat davor gewarnt,
„dass sich die wirtschaftlichen Konflikte in Europa gefährlich zuspitzen könnten.

Die EU-Finanzminister haben die Troika beauftragt, „Vorschläge für verlängerte Laufzeiten der Hilfskredite
für Irland und Portugal auszuarbeiten“. In Portugal und Spanien hatten immer wieder Hunderttausende gegen
den auferlegten Sparkurs demonstriert. „Sozialproteste in Bulgarien könnten sich auf andere EU-Staaten
ausdehnen“, meint die liberal-konserativen Tageszeitung Adevärul und warnt „deshalb davor,
den Druck der Straße zu ignorieren.

Nur in Deutschland muss man sich darüber keine Gedanken machen, denn die Deutschen gehen nicht
zu Hunderttausenden auf die Straße, weshalb denn auch, wir haben ja Merkel.

Zypern stürmt Deutsche Botschaft

Wer ist Schuld an der Euro-Krise? Wer ist Schuld, dass arme Zyprioten nun Teile ihrer Bankeinlagen verlieren? Deutschland. Die Situation in Zypern spitzt sich dramatisch zu. Aufgebrachte Zyprioten stürmten die Deutsche Botschaft und holten die deutsche Flagge runter.

Symbol für die Eurokrise: Wütende Zyprioten stürmten die Botschaft Deutschlands und holten die deutsche Flagge runter – unter Applaus der anwesenden Demonstranten. Dies wird nur ein kleiner Vorgeschmack sein, auf das, was noch kommt in der Eurozone. Das Leiden der Südstaaten wird immer mehr den Deutschen in die Schuhe geschoben. Nicht die Party der letzten 10 Jahre im Euro-Club waren Schuld an der Misere, sondern das böse Deutschland, das nun für die Schuldenorgien anderer nicht mehr 100% haften will. Diese Situation wird in Zukunft mit Sicherheit noch eskalieren. Zypern wird kein Einzelfall bleiben.

Video: Zyprioten stürmen Deutsche Botschaft

Commerzbank: Vorbereitung auf Euro Zerfall

In aller Heimlichkeit bereiten sich Banken auf den Worstcase beim Euro vor. Auch ein mögliches Ausscheiden Griechenlands beschäftigt die Sicherheitsabteilungen. Das Thema ist tabu – doch hinter den Kulissen bereitet man sich schon auf den Ernstfall vor. Capco: Vorbereitung auf Bankrun, Warnung vor Inneren Unruhen und Sicherheit von Bankpersonal.

 

Ein Bruch des Euro ist bei den Banken offiziell Tabuthema. Auch Bankberater sind offenbar dazu angehalten, mit der Kundschaft nicht über solche Szenarien zu sprechen. Inoffiziell aber bereiten sich die Finanzinstitute genau auf einen solchen Worstcase vor. Es wird an regelrechten Notfallplänen gearbeitet.

Laut SZ lässt die Deutsche Bank zu dem Thema lediglich ein „Kein Kommentar“ verbreiten. Inoffiziell beschäftigt man sich aber durchaus mit dem Thema, wie man aus Frankfurt hört. Alles andere wäre auch unrealistisch, weil jedes Haus Krisensituationen durchspielen muss, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Und dieser Ernstfall könnte auch schon eintreten, wenn beispielsweise Griechenland im September aus der Eurozone austritt – auch wenn dies derzeit von der Politik bestritten wird.

Die Commerzbank ist nicht ganz so verschlossen wie der Deutsche Bankenprimus. Gegenüber der SZ verlautbarte Deutschlands Nr. 2: „Unsere Aktionäre, unsere Kunden und die Aufsichtsbehörden erwarten, dass sich die Bank sorgfältig und rechtzeitig auf alle Eventualitäten und Szenarien vorbereitet.“

Einen Notfallplan für das „Restrisiko“ eines Euro-Zerfalls müsse jedes Institut haben, schon im Sinne guter Unternehmensführung, betonte Commerzbank-Chef Martin Blessing bereits auf der letzten Bilanzpressekonferenz. „Man wird kaum eine Bank finden, die sich nicht schon Gedanken darüber gemacht hat.“

Laut Handelsblatt besteht eine Absicherung für die Banken darin, ihre Töchter in südeuropäischen Schuldnerstaaten möglichst autark in ihrer Refinanzierung aufzustellen, indem jeweils Forderungen und Verbindlichkeiten in Balance gehalten werden. Demnach verschulden sich Institute, die Staatsanleihen südeuropäischer Länder halten, häufiger über ihre südeuropäischen Töchter. Das Kalkül: Bricht der Euro auseinander, erhalten diese Institute für ihre Staatsanleihen aus Italien oder Spanien vermutlich nur noch Lira oder Peseten. Ihre Schulden vor Ort werden dann aber ebenfalls auf die neuen Landeswährungen umgestellt.

„Vor allem britische und amerikanische Institute sollen sich schon im Dezember auf diese Art gegen Währungsrisiken abgesichert haben“, sagt ein Frankfurter Bankmanager. „Das ist durchaus ein Misstrauensvotum gegen den Euro“, warnte Bankprofessor Martin Faust von der Frankfurt School of Finance gegenüber dem Handelsblatt.  Die Vorbereitungen erweckten den Eindruck, dass die Banken einen Zerfall der Euro-Zone als potenzielle Gefahr sehen, sagt er. Und dieser Eindruck werde dadurch verstärkt, dass einige Institute so offen darüber redeten.

Auf einen möglichen Zerfall der Eurozone bereiten sich auch einige Unternehmensberater vor, wie beispielsweise Capco: In einem Weißbuch („Was würden Sie tun, wenn die Euro-Zone auseinanderfällt?“) skizzieren sie, woran zu denken ist. Darin wird vor inneren Unruhen in Krisenländern gewarnt, die das Personal gefährden könnten, und empfohlen, auf einen Bank Run vorbereitet zu sein. Auch die Boston Consulting Group gibt Instituten, für die sie tätig ist, ein 100-Punkte-Programm an die Hand. In diesem Notfallplan geht es um mögliche Turbulenzen an den Finanzmärkten oder rechtliche Fragen.

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10670-commerzbank-vorbereitung-auf-euro-zerfall

Europa im Abgrund

Warum gibt es eine Euro-Krise? Sind „die Griechen“ Schuld?
Sind es die „Probleme einiger kleiner Länder an der Peripherie Europas“?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Zinsniveau und Staatsschulden?
Wird Inflation erzeugt, wenn die EZB Geld in „den Markt“ pumpt?

Wer genau profitiert von den Entwicklungen der letzten Jahre?
Und gibt es möglicherweise auf all diese Fragen zu viele falsche Antworten?

Prof. Dr. Heiner Flassbeck verhilft dem interessierten Euro-Krisen-Beobachter
mit seiner erfrischenden Art zu Einsichten, die auch bei vielen Talk-Show-Experten
scheinbar noch nicht angekommen sind.

Regierung und Opposition nur noch eine Bezeichnung verdient: Hochverrat.

Abgesehen davon, dass dieses Land gar keine Verfassung hat und somit auch keine Verfassungskrise eintreten kann, hat das bisherige Vorgehen von Regierung und Opposition nur noch eine Bezeichnung verdient: Hochverrat. Unter fadenscheinigen, verlogenen Argumenten, allein zur Rettung der eigenen Posten und dem Geldadel verpflichtet, zerstören diese sogenannten “Volksvertreter” dieses Land im Rekordtempo.

Von Seiten der Grünen kam natürlich unmittelbar laute Kritik an der Entscheidung Gaucks, denn Merkel hätte die ESM-Verabschiedung eben schon viel früher ansetzen müssen. Warum, damit das Verfassungsgericht erst gar nicht mehr hätte reagieren können? Diesen Ökofaschisten kann der Ausverkauf unserer Republik offenbar nicht schnell genug gehen. Was sind das nur für Menschen, diese linksgrünen Kommunisten in ihrer scheinheiligen Ökoverpackung?

Erstaunlicherweise haben die ansonsten äußerst regierungsfreundlich gesonnenen Richter in Karlsruhe der Eurokanzlerin einen klaren Dämpfer verpasst und in ebenso erstaunlicher Manier sogar den Bundespräsidenten erfolgreich zum Boykott des ESM bewegt. Doch was geht hier wirklich vor sich?

Entweder den Richtern wurde dieser offensichtliche Hochverrat tatsächlich zu heiß, weil in der Bevölkerung so gut wie kein Verständnis mehr für das weitere Verschleudern von Steuergeldern an diverse Pleitestaaten herrscht oder aber die Männer und Frauen in den roten Roben wurden sogar explizit von Berlin zu diesem Schritt aufgefordert – natürlich nicht offiziell, sondern hinter verschlossenen Türen. In dieser korrupten Bananenrepublik ist alles möglich.>

Im Grunde ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass nach dem bisherigen stetigen Zudrücken aller 16 Augen der Karlsruher Richter diese nun urplötzlich im Sinne des Landes entscheiden. Jahr um Jahr wurden nämlich schon sehr lange immer mehr Rechte nach Brüssel abgetreten und uns gleichzeitig der bürokratische Wahnsinn der EU-Diktatur aufgedrückt, ohne dass sich irgendwelcher prominenter Widerstand in der Politik gerührt oder gar ein Gericht maßgeblich in diesen Ausverkauf eingegriffen hätte. Warum nun also ausgerechnet jetzt?

Will hier etwa jemand endgültig den Stecker ziehen und den Euro nun absichtlich in den Abgrund jagen, damit der Crash schlussendlich ausgelöst wird? Solche politischen Entscheidungen geschehen niemals zufällig – auch von Seiten eines angeblich höchsten Gerichtes nicht -, sondern sie werden ganz bewusst gefällt. Gerade dann, wenn die übliche Verhaltensschiene verlassen wird, ist trotz der vermeintlich “guten” Entscheidung Vorsicht angesagt.

Ob der ESM damit tatsächlich ganz vom Tisch ist, wissen wir noch nicht. Doch selbst wenn das der Fall wäre, Entwarnung kann hier keinesfalls gegeben werden, denn jeglicher Widerstand ist zwecklos, weil das große Spiel demnächst erst richtig beginnt. Da spielt dann ein ESM keine Rolle mehr.

 

 

http://deutschelobby.com/2012/06/23/regierung-und-opposition-nur-noch-eine-bezeichnung-verdient-hochverrat/

Frank Schäffler – „Jetzt geht es um das Endspiel des Euro“

FDP-Finanzexperte fordert Einhaltung des Haftungsprinzips

Frank Schäffler im Gespräch mit Jürgen Zurheide

„Spanien hat seine Bankenkrise vier Jahre hinausgezögert“, sagt Frank Schäffler, Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion. Jetzt bekomme Spanien letztendlich die Quittung dafür und das sei „im Kern auch gerecht“.

Jürgen Zurheide: Spanien wird jetzt doch unter den Rettungsschirm gehen. Auch wenn es noch nicht hundertprozentig feststeht, noch nicht offiziell ist, da sagen alle: Das wird so kommen. Und damit, wenn man die Kurzfassung so wählen will, wird man sagen können: Auch mit deutschem Geld werden dann möglicherweise spanische Banken gerettet. Vor diesem Szenario haben die Eurokritiker immer gewarnt, und jetzt scheint es Realität zu werden. Über dieses Thema unter anderem wollen wir reden mit Frank Schäffler von der FDP, der jetzt am Telefon ist. Guten Morgen, Herr Schäffler!
Frank Schäffler: Guten Morgen, Herr Zurheide!
Zurheide: Herr Schäffler, zunächst einmal: Sie haben dieses Szenario ja immer befürchtet. Sind wir damit, wenn es denn so kommt – und wir gehen heute Morgen davon aus, dass es so kommen wird – in der Transferunion, wo Angela Merkel immer gesagt hat, die werden wir so nicht bekommen?
Schäffler: Ja, eindeutig. Man merkt jetzt: Jetzt geht es um das Endspiel des Euro, und wir erreichen eine neue Dimension. Jetzt wird ein ganz wichtiges Land in der Eurozone unter den Rettungsschirm geholt, und das hat eine ganz neue Dimension, das ist sicherlich so.
Zurheide: Sie haben immer davor gewarnt. Auch bei der parteiinternen Auseinandersetzung vor Weihnachten haben Sie eigentlich dieses Szenario beschrieben – nicht, dass Sie es wollten, aber Sie haben gesagt: Es ist Realität. Wie fühlt man sich da, wenn man in dem Punkt recht hat, aber es eigentlich eine Wahrheit ist, die unangenehm ist?
Schäffler: Na ja, es hilft nichts, ob man recht gehabt hat oder nicht. Entscheidend ist, dass man jetzt eben nicht ständig diese Intervention fortsetzen darf. Man merkt ja, dass die ganzen Brandmauern nicht helfen, sondern dass sie immer stärkere Anreize setzen, dass Länder unter diese Rettungsschirme schlüpfen, und das merkt man jetzt auch an Spanien. Wir müssen ja sehen: Deutschland hat vor einigen Jahren selbst einen Bankenrettungsfonds aufgelegt über 480 Milliarden Euro. Die Spanier sozialisieren ihre Risiken aktuell auf den europäischen Steuerzahler. Sie haben auch ein riesen Bankenproblem, aber sie haben eine niedrigere Verschuldung als Deutschland und viele andere Länder in Europa, und jetzt sagen sie: Ja, wir wollen unsere Verschuldung nicht zulasten unseres Steuerzahlers erhöhen, sondern zulasten des europäischen Steuerzahlers. Und das ist falsch verstandene Solidarität.
Zurheide: Jetzt könnte man natürlich sagen: Wenn die Rettung so kommt, dann muss man retten, oder man muss den Euro teilen – oder sehen Sie noch andere Möglichkeiten?
Schäffler: Nein, man muss das Haftungsprinzip durchsetzen in Europa und dass die Regeln eingehalten werden. Europa funktioniert nur, wenn tatsächlich die Regeln eingehalten werden. Wenn wir immer neue Regeln schaffen und die alten schon nicht eingehalten werden, dann gibt es wenig Vertrauen, dass die neuen Regeln eingehalten werden. Ich glaube, Europa muss sich eben als Rechtsgemeinschaft bewähren, und das tut es aktuell eben nicht.
Zurheide: Was heißt das konkret?
Schäffler: Ja, das heißt, dass wir das No-Bail-Out-Prinzip, die Nichtbeistands-Klausel, dass keiner für die Schulden eines anderen Landes haftet, dass das durchgesetzt werden muss, und dass nicht bei der erstbesten Gelegenheit die Verträge einfach beiseite gewischt werden. Es muss auch klar sein, dass diejenigen, die Risiken eingegangen sind, für ihr Risiko haften müssen, sprich, die Banken und die Aktionäre und im Zweifel die Länder, die falsche Anreize gesetzt haben, die ihre Bauindustrie, ja, und die ganzen Blasen, die dort entstanden sind, nicht ausreichend beobachtet haben – und jetzt sollen die anderen das bezahlen. Das ist nicht gerecht, auch nicht sozial gerecht, denn am Ende bezahlen es eben die kleinen Sparer.
Zurheide: Nun sagen diejenigen, die das verteidigen: Die Spanier schaffen es nicht mehr, weil sie sich am internationalen Markt nicht mehr refinanzieren können. Das würde heißen: Spanien geht insgesamt in die Pleite mit den Konsequenzen, die dann immer beschrieben werden. Oder halten Sie dieses Szenario für zu schwarzmalerisch?
Schäffler: Ja, mit dieser Schwarzmalerei ist in der Finanzkrise immer gearbeitet worden. Es ist immer gedroht worden. Die Wallstreet, die City of London üben Druck aus, damit die Schulden sozialisiert werden und sie ihr Spiel weiter treiben können. Fakt ist, dass Spanien sich nach wie vor refinanzieren kann, zwar zu hohen Zinssätzen, aber das ist letztendlich Ausdruck, na ja, der Probleme, die sie aktuell haben und auch der verschlafenen Reformen. Spanien hat seine Bankenkrise vier Jahre hinausgezögert, hat nichts gemacht, und jetzt bekommen sie letztendlich die Quittung dafür, und das ist im Kern auch gerecht. Alles andere wäre ungerecht, es würde nämlich dazu führen und Anreize schaffen, dass alle anderen das auch künftig machen.
Zurheide: Jetzt kommen wir zu dem anderen Thema, was ja einen inneren Zusammenhang hat – die Finanztransaktionssteuer. Sie soll jetzt kommen. Damit ist die FDP umgefallen. Wie sehen Sie das?
Schäffler: Na ja, die FDP war natürlich in einer sehr schwierigen Situation, weil beim Fiskalpakt meine Parteiführung die Sozialdemokratie für die gemeinsame Verabschiedung von ESM, also Europäischem Stabilitätsmechanismus, und Fiskalpakt braucht – und die SPD hat jetzt ein kleines parteitaktisches Spielchen gemacht: Sie hat gesagt, sie will diese Finanztransaktionssteuer, die mit der Finanzkrise überhaupt nichts zu tun hat, die quasi ein innenpolitisches Thema ist, das insbesondere die Linken voranbringen wollen, das haben sie ja auf die Tagesordnung gesetzt, und dann war es letztendlich eine Abwägungsentscheidung für meine Parteiführung. Ich halte es aber für falsch, denn die Finanztransaktionssteuer löst kein Problem, sondern sie schafft nur neue, weil sie am Ende der Sparkultur in Deutschland zuwiderläuft.
Zurheide: Jetzt könnte man sagen, in gewisser Weise ist allerdings das Haftungsprinzip dann da mit bei, wenn eine solche Steuer …
Schäffler: Nein, im Gegenteil, das ist eine Sozialisierung des Haftungsprinzips: Nicht derjenige, der fehlinvestiert hat, wird künftig herangezogen, sondern es werden alle Sparer herangezogen, auch die, die nichts mit dieser Finanzkrise zu tun haben und die auch richtig investiert haben, die werden künftig auch herangezogen. Das ist eine Sozialisierung des Haftungsprinzips, was hier stattfindet.
Zurheide: Wie wird Ihre Abstimmung … Wie werden Sie persönlich abstimmen, wenn es um den Fiskalpakt geht?
Schäffler: Ich werde sowohl dem ESM als auch dem Fiskalpakt nicht zustimmen, der Fiskalpakt wird nicht seine Wirkung entfalten. Man merkt das jetzt schon. Er ist ein völkerrechtlicher Vertrag, er ist kein europäischer Vertrag. Und deshalb wird er am Ende nicht seine Wirkung entfalten können. Er wird genauso enden wie der Maastricht-Vertrag, an den hat sich auch keiner gehalten.
Zurheide: Das war Frank Schäffler von der FDP, der die aktuellen Rettungsbemühungen einigermaßen kritisch sieht und da auch bei bleiben wird. Herr Schäffler, ich bedanke mich bei Ihnen für das Gespräch!
Schäffler: Ich bedanke mich auch!
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

EADS: Euro-Krise schlimmer denn je

EADS-Chef Gallois hält Euro-Krise für schlimmer denn je. „Es gibt das Risiko, dass Griechenland aus der Eurozone austritt. Das könnte zu einem Dominoeffekt führen und andere Länder mitreißen.“

 

Der scheidende Vorstandschef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Louis Gallois, sieht die Gefahr für den Euro größer denn je. „Die Krise ist schlimmer geworden“, sagte Gallois der in Berlin erscheinenden „Welt am Sonntag“ (E-Tag: 27. Mai 2012). „Es gibt das Risiko, dass Griechenland aus der Eurozone austritt. Das könnte zu einem Dominoeffekt führen und andere Länder mitreißen.“ Auch die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland und einigen Ländern über die Balance zwischen Wachstum und Haushaltsdisziplin sorgten für „Verunsicherung“.

Gallois hört am 31. Mai als EADS-Chef auf und räumt seinen Posten für den Deutschen Thomas Enders. Europa brauche die Gemeinschaftswährung, so der Franzose. „Die Europäer hängen am Euro, und keiner weiß genau, wie man wieder aus der Gemeinschaftswährung aussteigen soll.“ Der Euro sei auch für einen europäischen Konzern wie EADS enorm wichtig. „Theoretisch könnten wir auch wieder mit drei verschiedenen Währungen arbeiten, aber wir müssten unsere Kostenstruktur überdenken. Die D-Mark würde vermutlich sehr stark werden, der Franc und die Peseta schwächer.“
Gallois räumte ein, dass EADS mit all seinen Großprojekten an Grenzen stoße. „Natürlich müssen wir sehr wachsam sein, damit wir uns nicht zu viel zumuten. Airbus und Eurocopter arbeiten mit ihren Ingenieurskapazitäten am Limit des Machbaren.“ Die bei Rotoren der EADS-Tochter Eurocopter festgestellten Risse sind Gallois zufolge nicht mit den Problemen beim Verkehrsflugzeug A380 zu vergleichen. Dort waren Risse an den Befestigungsklammern der Flügel entdeckt worden. Bei Eurocopter sei das Ausmaß „weitaus geringer“. „Bislang geht es da nicht um eine signifikante Summe. Es bindet aber doch Kräfte in unserem Hause, um diese Probleme zu beheben.“
Die Pläne seines Nachfolgers Tom Enders, die Zentrale von EADS aus Paris und Ottobrunn nach Toulouse zu verlagern, hätten keine Auswirkungen auf die deutsch-französische Balance im Unternehmen. „Die verändert sich nicht. Es geht bei EADS darum, das Unternehmen so effizient wie möglich zu führen – und nicht darum, Erbsen zu zählen nach Länderproporz, auch wenn wir wissen, dass wir in unseren Heimatländern gute Staatsbürger sein müssen.“

Gegen ESM: Über 800.000 Emails im Bundestag eingetroffen

Der Verein Zivile Koalition e.V. hat mit einer einzigartigen
Email-Aktion für Aufsehen im Bundestag gesorgt:
Über 800.000 Bürger haben bei ihren Abgeordneten gegen die
Europäischen Rettungsschirm ESM protestiert.
Beatrix von Storch erklärt im Interview, wie die Abgeordneten reagiert haben.

Deutsche Mittelstands Nachrichten:

Sie haben eine große Email-Aktion an die Abgeordneten gestartet,
damit diese sich gegen den ESM entscheiden. Warum?

Beatrix von Storch:

Die Volksvertreter vertreten das Volk nicht mehr.
Es braucht eine klare Bürgerbewegung und die haben wir mit
der Zivilen Koalition e.V. in Bewegung gesetzt.
Die Abgeordneten sind bereit, unsere Demokratie dranzugeben und
das aktive Haushaltsrecht des Parlamentes auf ein passives Vetorecht
des Finanzministers zu reduzieren.

Sie wollen die Souveränität, die wir Bürger ihnen für 4 Jahre verleihen,
auf Dauer an Dritte abgeben. Das Volk will das nicht. Und deswegen muß
diese Nachricht direkt in die Büros der Abgeordneten getragen werden.

Da nicht jeder seinen Abgeordneten persönlich aufsuchen kann,
haben wir als Zivile Koalition e.V. über unseren AbgeordnetenCheck.de
nun einen Weg geöffnet, über den jeder mit wenigen Klicks seine Nachricht
gleichwohl unmittelbar in das Büro seines Abgeordneten bringen kann.
Denn eines ist klar: ESM, Fiskalpakt & Co. dürfen nicht kommen.

Deutsche Mittelstands Nachrichten:

Glauben Sie, dass die Abgeordneten überhaupt verstehen,
worum es da geht?

Beatrix von Storch:

Sagen wir es so: Jeder Abgeordnete des Deutschen Bundestages
hat im Schnitt ca. 1.300 E-Mails bekommen. So etwas hat es noch nie gegeben.
Wenn er dann trotzdem nicht anfängt, selber nachzulesen und vielleicht ein
kleines bisschen sogar nachzudenken, dann sollte er seine Abgeordnetenbezüge
der letzten Jahre zurückzahlen. Es geht bei der „Euro-Rettung“ nicht um
die Standarisierung von Katzenklos in Hintertupfingen,
sondern um die Fundamente unserer Demokratie, unseres Rechtsstaates und
um unsere Einkommen und Vermögen.

Zur Aufklärung der Abgeordneten hat aber spätestens unser Video zum ESM beigetragen,
das inzwischen in 12 Sprachen übersetzt überall in Europa läuft und in Summe
weit über eine Million Mal abgerufen worden ist.

Spiegel-online hat das Video ebenfalls veröffentlicht und alle Parteien aufgefordert,
zu dem Inhalt Stellung zunehmen. Jeder Abgeordnete wird es gesehen haben.
Wer das Video gesehen hat, kann nicht mehr sagen, „das alles nicht gewusst zu haben“.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : Deutsche Mittelstands Nachrichten