Rot-Grün will Fahrrad-Autobahnen in NRW

Um den Stau-Frust auf den Autobahnen in NRW zu mindern, plant die rot-grüne Regierung einen verstärkten Ausbau von Radschnellwegen. Vorbild für die Idee sind die Niederlande wo die sogenannten „Fietssnelwegen“ bereits seit 1980 ein großer Erfolg sind.

Der „Rheinischen Post“ erklärte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD): „Mancherorts stoßen normale Radwege heute schon an ihre Kapazitätsgrenzen.“ Abhelfen sollen hier Radschnellwege. „In den Niederlanden ist die Idee schon ein großer Erfolg; wir wollen sie nach NRW übertragen“, sagte Groschek der Zeitung.

Weit fortgeschritten sei bereits die Planung für den Radschnellweg Ruhr, der von Duisburg bis nach Hamm führen soll. „Das Konzept klingt sehr vernünftig“, sagte der Minister, „wir werden es weiter unterstützen und uns dafür einsetzen, dass der Bund die Investitionsförderung übernimmt.“

Mittelfristig soll in jedem der fünf Regierungsbezirke in NRW (Köln, Düsseldorf, Münster, Arnsberg und Detmold) je eine Fahrradautobahn entstehen. Die Radschnellwege erfüllten „eine wichtige Funktion hinsichtlich der Bündelung und Beschleunigung von massenhaftem Radverkehr insbesondere in hoch verdichteten, urbanen Räumen“, heißt es in einem rot-grünen Strategiepapier zur Verkehrspolitik. Ein Planungswettbewerb für die Radschnellwege soll Anfang 2013 ausgeschrieben werden.

Getrennte Richtungsfahrbahnen

Die Radautobahnen sollen aus getrennten Richtungsfahrbahnen mit großzügigen Kurvenradien bestehen, es soll wenig Steigungsstrecken und eine durchgängige Beleuchtung geben. Sogar Rastplätze für Pausen und Reparaturen sind vorgesehen. Dort sollen neben Unterstellmöglichkeiten auch Luftpumpen, Schlauchautomaten oder Übersichtskartenmaterial angeboten werden.

„Wir wollen erreichen, dass Pendler auch längere Strecken bequem mit dem Rad zurücklegen können“, sagte Arndt Klocke, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen der „Rheinischen Post“. Statt im Stau zu stehen, könnten Pendler zum Beispiel auf Elektrofahrräder umsteigen, mit denen man auch längere Wege zwischen Städten in einem angemessenen Tempo zurücklegen könne, erklärte Klocke gegenüber der Zeitung.

 

 

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