Washington gendert Berufe

Der amerikanische Bundesstaat Washington macht sich für eine „geschlechtergerechte“ Sprache stark. Zahlreiche männliche Berufsbezeichnungen sollen laut einer knapp 480-Seiten-dicken Beschlußvorlage für den Senat künftig geschlechtsneutral ausgedrückt werden.

Danach sollen „firemen“ (Feuerwehrmänner) zu „firefighters“ (Feuerwehrleute, Brandbekämpfer) und der „policeman“ (Schutzmann) zum „police officer“ (Polizisten) werden. Der „motorman“ (Straßenbahnfahrer) wird zum „motor opperator“ und aus „ombudsmen“ (Ombudsleuten) werden geschlechtsneutrale „ombuds“. Der „chairman“ (Vorsitzende) soll künftig nur noch „chair“ heißen und der „draughtsman“ (Technischer Zeichner) durch „drafter“ ersetzt werden.

Sally Clark, Ratsmitglied in der zum Bundesstaat Washington gehörenden Stadt Seattle, verteidigte die geplante Änderung. „Einige Leute werden meinen: ‘Oh, das ist doch nicht wichtig, müßt ihr wirklich die gesamte Sprache ändern?’“, zitiert die Welt Clark mit Verweis auf die Nachrichtenagentur AP. Sprache aber sei bedeutend, betonte die Abgeordnete. „Es geht darum, wie wir unseren Respekt untereinander deutlich machen.“

 

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Schwedische Spielzeugkette wirbt gendergerecht

Während Mädchen nach Ansicht von Top Toy gerne mit Steinschleudern spielen ...

Während Mädchen nach Ansicht von Top Toy gerne mit Steinschleudern spielen …

... wollen Jungs Friseur sein ...

… wollen Jungs Friseur sein …

... bügeln und putzen ...

… bügeln und putzen …

... oder mit Spielzeughündchen Gassi gehen Quelle: Top-Toy-Katalog; Fotos: JF

… oder mit Spielzeughündchen Gassi gehen Quelle: Top-Toy-Katalog; Fotos: JF

 

Die schwedische Spielzeugkette „Top Toy“ hat ihren diesjährigen Weihnachtskatalog gendergerecht gestaltet. Während Mädchen dort unter anderem mit Autos und Spritzpistolen spielen, sind auf anderen Seiten Jungs zu sehen, die bügeln, kochen oder sich an einem Puppenhaus erfreuen.

Die Gender-Debatte habe in Schweden in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Top Toy habe dies verfolgt und wolle die Werte nun in seinen Märkten vertreten und die moderne Art, wie Kinder spielen, widerspiegeln, begründete die Firma die Entscheidung in einer Mitteilung.

Wirkliches Leben statt stereotypes Bild

„Wir wollen in unseren Katalogen zeigen, wie Jungen und Mädchen im wirklichen Leben spielen und nicht ein stereotypes Bild davon wiedergeben. Wenn beide, Mädchen und Jungen, in Schweden mit einer Spielzeugküche spielen möchten, dann wollen wir dieses Verhalten auch darstellen“, sagte Vertriebsleiter Thomas Meng.

Bisher hätten Kunden die Werbung von Top Toy hinsichtlich der Geschlechterrollen als zu konservativ kritisiert und sich darüber beim schwedischen Bürgerbeauftragten für Werbung beschwert.

Für den neuen geschlechtergerechten Spielzeugkatalog habe das Unternehmen dagegen viele positive Rückmeldungen erhalten. Von daher wolle man das Konzept nun auf alle skandinavischen Märkte ausweiten.

 

 

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