NATO-Söldner zerstören gezielt Krankenhäuser

Was könnte unmenschlicher, grausamer und schändlicher sein, als gezielt Krankenhäuser, Gesundheitszentren und Ambulanzen zu zerstören und das Personal zu ermorden? Die USA haben es in allen ihren Kriegen gemacht, besonders intensiv im Irak, und nun machen sie es gemeinsam mit den europäischen Regimen. Alle diese ‚Herren‘ und ‚Damen‘ triefen von Blut, aber die Untertanen ziehen es vor, nicht genau hinzuschauen. Und diesen blutrünstigen Monstern sollen wir Respekt erweisen? Sind wir zu Teufelsanbetern geworden? Hier sind die Fakten.

Prof. Tim Anderson

3. Januar 2014

Seit 2011 haben die NATO-Söldner systematisch mehr als zwei Drittel aller öffentlichen Krankenhäuser Syriens angegriffen und haben mehr als 300 Gesundheitsarbeiter ermordet, gekidnappt oder verletzt.

Das jüngste Beispiel war die Zerstörung des Spezial-Krankenhauses Al-Kindi in Aleppo.

Syriens Gesundheitsminister Dr. Sa’ad al Nayef berichtete einer Solidaritätsdelegation aus Australien am 22. Dezember, dass die vom Ausland unterstützten Terroristen zwei LKW-Bomben zur Explosion brachten und das Krankenhaus vollständig zerstörten. Das gesamte Personal wurde bei der Sprengung getötet. Dr. Malek Ali, Syriens Minister für höhere Erziehung sagte zu Syriens Nachrichtenagentur SANA, dass Al-Kindi ein Ausbildungs-Krankenhaus war, das gemeinsam mit seinem Ministerium geführt wurde.

In einer Orwell’schen Umarbeitung der Ereignisse durch die BBC (21. Dezember) wurde über die Zerstörung des Al-Kindi mit der Überschrift berichtet: „Syrische Rebellen erobern das strategische Krankenhaus in Aleppo zurück“. Einleitend wurde behauptet, dass die „massive Selbstmord-LKW Bombe“ erreichte, „das strategische Krankenhaus, das von Assad-Loyalisten besetzt war, zurückzuerobern“, das „ein missbrauchtes Gebäude“ war und „unbestätigten Angaben zufolge starben 35 Rebellen bei dem Angriff“.

Die Doppelzüngigkeit der BBC bedarf einer kleinen Übersetzung. Diese „Rebellen“ waren vor allem nicht-syrische Truppen der Al-Qaida-Tochter Jabhat al Nusrah-Front, die von Saudiarabien finanziert und bewaffnet wurde und freien Zutritt nach Nordsyrien durch die türkische Regierung erhielt. Die „Assad-Loyalisten“ waren das Personal des großen öffentlichen Krankenhauses.

Dr. al-Nayef sagte der australischen Delegation, dass seit Beginn der Krise im März 2011 von den 94 nationalen Krankenhäusern des Landes 67 angegriffen und beschädigt wurden, wodurch 41 nicht mehr in Betrieb sind. 174 Mitglieder  des Personals sind getötet, 127 verwundet und 33 gekidnappt worden.

Außerdem sind 1921 Gesundheitszentren beschädigt worden, von denen 678 nicht mehr funktionieren. 421 Ambulanzen wurden zerstört oder unbrauchbar gemacht und 197 Krankenwagen wurden beschädigt, wodurch 169 unbrauchbar wurden.

Dieses Maß an der Zerstörung von Gesundheitseinrichtungen in Verbindung mit Angriffen auf Schulen, Universitäten und Massakern an Zivilisten (was gerne der Regierung in die Schuhe geschoben wird) zeigt, dass die NATO-Söldner die Absicht haben, einen funktionierenden Staat zu zerstören und kein Interesse daran haben, die Bevölkerung zu gewinnen.

Angriffe auf die öffentlichen Krankenhäuser wurde von sowohl der FSA, die mit der Moslembruderschaft verbunden ist, als auch von den durch die Saudis gestützten Nusrah-, ISIS und islamische Fronten durchgeführt.

Minister al-Nayef zeigte der Delegation Videos vom FSA-Angriff (der Farouk-Brigade) auf das nationale Hospital in Homs am 6. April 2012 und ein Video vom Angriff auf das nationale Krankenhaus in Hama am 21. Januar 2013 sowie ein drittes Video von der Beschädigung des Al Zahrway Krankenhauses in Damaskus am 5. Mai 2013.

Der Gesundheitsminister gab der Delegation auch Details über den Terroristenangriff am 26. November 2013 auf das Deir-Ateya-Hospital im Umland von Damaskus, bei dem 11 Leute vom Personal (2 Anästhesisten, 3 Ärzte, 4 Krankenschwestern und 2 Fahrer) mit Messern erstochen wurden.

Der Gesundheitsdienst ist in Syrien kostenlos und das Gesundheitsministerium sagt, dass „trotz all dem Druck und der ökonomischen Sanktionen“ fortgefahren wird, freie medizinische und Gesundheitsdienste zu leisten. „Beinahe 4.5 Millionen Bürger“ haben im vergangenen Jahr die öffentlichen Krankenhäuser besucht, und „mehr als 30 Millionen“ erhielten kostenlose Beratungen, Behandlungen und andere Gesundheits-Dienste.

Quelle – källa – source

http://einarschlereth.blogspot.de/2014/01/nato-soldner-zerstoren-gezielt.html

Michael Glos und sein Amtseid

Michael Glos ist nicht nur ehemaliger Bundeswirtschaftsminister sondern auch hinter Peer Steinbrück der Bundestagsabgeordnete, der in der aktuellen Legislaturperiode die höchsten Nebeneinkünfte erzielt hat.

Glos gilt als wirtschaftsnah und saß bis 2004 sogar im Beirat des neoliberalen Think-Tanks Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Am letzte Sonntag war Glos in der Talkshow Günther Jauch zu Gast, um sich „kritischen“ Fragen zu seinen Nebeneinkünften zu stellen. Wie stets konnte sich Gastgeber Jauch nicht durchringen, auch nur eine wirklich kritische Frage zu stellen. Bemerkenswerter war da schon ein unfreiwilliges Geständnis von Glos, das wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen.

Michael Glos: Also ich hab den ersten Besuch eines deutschen Wirtschaftsministers dort [Aserbaidschan] gemacht – auf Drängen der Wirtschaft […] Bernd Schlömer: Sie sollen im Interesse des Bürgers handeln und nicht im Interesse der Wirtschaft Michael Glos: Als ich Wirtschaftsminister war, war es auch mein Amtseid im Interesse der Wirtschaft zu handeln. Günther Jauch vom 21. Oktober 2012, ab Minute 23:50

Nun hat es die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft jedoch noch nicht geschafft, den Amtseid für den Bundeswirtschaftsminister in der Form zu ändern, dass dieser einen Eid auf die Interessen der deutschen Wirtschaft leistet. Auch der Finanzminister legt – obgleich man dies angesichts der aktuellen Politik kaum glauben mag – keinen Eid auf die Interessen der deutschen Banken ab, der Verkehrsminister ist nicht den deutschen Automobilherstellern und der Gesundheitsminister nicht den Interessen der deutschen Pharmakonzerne verpflichtet. Allesamt legen stattdessen den Amtseid ab, den Artikel 56 GG vorgibt.

“Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.”

Von der deutschen Wirtschaft ist diesem Eid freilich nicht die Rede. Aber ein solcher Freudscher Versprecher sagt wohl mehr über den geistigen Zustand von Michael Glos aus, als es tausend Zeilen Kritik an ihm je könnten. Dass Glos in einer Parallelwelt lebt, zeigt er auch in Minute 31:00 der Jauch-Sendung. Nach Glos Selbstverständnis kassiert er seine fürstlichen Nebeneinkünfte (über 546.000 Euro pro Jahr) nicht wegen seiner ehemaligen Tätigkeit als Wirtschaftsminister, sondern offenbar deshalb, weil er ein so helles Köpfchen ist. Was einen Müllermeister mit mittlerer Reife dazu qualifiziert, von der Beteiligungsgesellschaft RHJ (früher Ripplewood) als Berater mehr als 7.000 Euro pro Monat beziehen, weiß sicher nur Michael Glos. Für jeden Beobachter, der sein Gehirn nicht in den frühzeitigen Winterschlaf verabschiedet hat, erschließt sich Glos Argumentation nicht.

 

http://www.nachdenkseiten.de/?p=14865