Wutcamp der Polizei vor dem Reichstag?

Wenig Geld, kaum Anerkennung, schlechte Ausrüstung. Jetzt plant ein Beamter eine ungewöhnliche Aktion.

 

Vor dem Berliner Reichtstag schlägt ein Bereitschaftspolizist ein Protestcamp vor (Archivbild)

Vor dem Berliner Reichstag schlägt ein Bereitschaftspolizist ein Protestcamp vor (Archivbild)

 

Ihr Job hat nicht den besten Ruf: Berliner Polizisten klagen über die schlechteste Bezahlung in Deutschland, wenig Beförderungen und geringe Wertschätzung. Die Proteste der Gewerkschaften gegen die Zustände in der Behörde verhallen oft im Nichts.

Jetzt will ein Bereitschaftspolizist Politiker und Gewerkschaften mit einer ungewöhnlichen Idee wachrütteln: Mahnwachen am Brandenburger Tor und ein Protest-Camp vor dem Reichstag!

Bereits vor Wochen schrieb der Beamte eine Brand-E-Mail im Intranet der Polizei – das Schreiben verbreitete sich schnell tausendfach unter den Hauptstadt-Beamten. In der E-Mail schlägt der Zugführer „alternative Protestformen“ vor.

„Wir errichten ein Protestcamp – in der sitzungsfreien Zeit des Bundestages – auf der Wiese vor dem Reichstag. Ich könnte mir vorstellen, einige Tage (auch mit meinen Kindern) in diesem Protest-Camp zu verbringen.“

Der Beamte räumt ein, dass seine Vorschläge „radikal und eines Polizeibeamten eher unwürdig erscheinen“. Aber: „Ich wäre bereit, den Weg zu gehen.“ Die positive Resonanz auf die Rund-Mail war enorm, heißt es aus Polizeikreisen.

Was sagen die Gewerkschaften dazu? GdP-Landes-Chef Michael Purper: „Uns ist es wichtig, zu wissen, was für Protestformen die Kollegen sich wünschen.“

Dagegen DPolG-Landes-Chef Bodo Pfalzgraf: „Der Kollege sollte sich durch Einzelaktionen nicht selbst gefährden.“ BDK-Landes-Chef Michael Böhl: „Es ist mutig, auf diesem Weg nach vorne zu treten. Ein Protest-Camp sehen wir aber eher kritisch.“

 

http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/wutcamp-der-polizei-vor-dem-reichstag-article1790121.html

T-Mobile : Schwache US-Mitarbeiter müssen eine „Narrenkappe“ tragen

Was Amazon kann, kann die Deutsche Telekom auch.

Während sich die deutschen Politiker über die Praktiken des US-Konzerns Amazon in Deutschland aufregen, ist in den
USA die Deutsche Telekom – immerhin ein Staatsbetrieb – ins Gerede gekommen. Die Angestellten in Call Centern
für T-Mobile USA, das der Deutschen Telekom gehört, sind über die Arbeitsbedingungen aufgebracht.

Dies berichtet die US-Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA). Die Arbeitsbedingungen in
den US-Call Centern seien deutlich schlechter als in Deutschland, sagten Mitarbeiter von T-Mobile USA.

Angestellte von Berliner Call Centern hatten eine Woche lang die Arbeitsbedingungen im US-Bundesstaat South Carolina
untersucht. Sie wurden von der Gewerkschaft Verdi in die USA zu dieser Fact-Finding-Mission entsandt. Während die
Gewerkschaft Verdi in Deutschland großen Einfluss auf die Unternehmenskultur der Telekom hat, verhindere das Unternehmen
in den USA die Mitbestimmung aller Gewerkschaften, so CWA.

Sharan Burrow von der internationalen Gewerkschaft ITUC sagte, Telekom-Chef René Oberman und die deutsche Regierung
müssten auf die Stimme der Angestellten hören und gegen Ausbeutung vorgehen. „Es gibt Unternehmen, die in Europa
respektiert sind und sich in den USA schlecht verhalten“, zitiert ihn CWA. Zu den brutalen Methoden des Managements
in den USA gehöre es, die Angestellten zu zwingen eine erniedrigende Narrenkappe zu tragen, wenn sie nicht so erfolgreich
waren wie verlangt, behauptet die CWA.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Arbeit darf sich für Arbeitnehmer nicht mehr lohnen

Ach sie haben noch reguläre Arbeit? Wie ist ihnen dass denn passiert? So ähnlich dürften demnächst viele Unterredungen in Deutschland beginnen. Während der eine schon mit Hartz gevierteilt wird, darf die nächste noch prekär und ohne Pinkelpause im Einzelhandel schuften und der dritte macht 50 Wochenstunden bei Niedriglohn und kann trotzdem nicht davon leben. Der freie Markt oder das freie Spiel der Kräfte wird am Ende schon alle hinrichten.

Die IG Metall frohlockt über ihren scheinbaren Sieg gegen die Sklavenarbeit und will damit doch nur bemänteln, dass dies kein Sieg, ja nicht einmal der Gewinn einer Schlacht ist, weil zum einen die Leiharbeiter einfach ausgetauscht werden, bevor das Tarifrecht greift und zum anderen über das Konstrukt des Werkvertrages längst Wege gefunden wurden auch den lächerlichen Mindestlohn in der Zeitarbeit noch auszutricksen.

Aber nicht alleine über betrügerische Vertragsgestaltung zu Lasten der Arbeitnehmer werden in Deutschland die Löhne gesenkt. Wie das Beispiel Opel zeigt, werden die Belegschaften solange erpresst wie sich ihre Löhne noch absenken lassen. Danach wird dann eben die Produktion ins Ausland verlagert wenn die dortigen Arbeitnehmer zu noch mehr Nachlässen bereit sind. Ein ähnliches Vorgehen zeigt ja seit längerem die Lufthansa die jetzt damit droht 1000 Mitarbeiter im Catering zu entlassen, wenn die nicht zu weiteren Lohnkürzungen bereit sind. Am Ende werden sie zustimmen und trotzdem wird dann ein Jahr später der ganze Teil über Werkverträge abgewickelt die zu noch mieseren Löhnen erfolgen.

Es lohnt sich auch nicht wirklich in die eigene Ausbildung zu investieren. Von den 22 Prozent der Beschäftigten die in Deutschland im Niedriglohnsektor arbeiten haben die Hälfte eine Ausbildung oder gar ein Studium. Tatsächlich aber werden Ausbildungsordnungen und Berufsbezeichnungen so schnell gewechselt, dass die meisten Leute schon wenige Jahre nach ihrer Ausbildung praktisch ohne Beruf dastehen. Das ist natürlich ein probates Mittel die Leute in den Niedriglohnsektor zu drücken. Selbstverständlich gibt es keine Pflicht die Leute auf die neuen Berufsbilder weiterzubilden.

Die Wirtschaft hat auch gar kein Interesse an Weiterbildung. Ihr Interesse besteht nur daran billig Leute zur Ausbeutung zu bekommen. Aktuell möchte man billige Fachkräfte aus dem Ausland haben und redet beständig über den angeblichen Fachkräftemangel. Früher haben sich die Firmen noch selbst die Fachleute ausgebildet, andere beim Studium unterstützt.

Heute hofft man auf Dumme die für kleines Geld zum Arbeiten nach Deutschland kommen sollen um hier auch die Löhne der Hochqualifizierten noch weiter zu drücken:

Hochkarätige Wissenschaftler, Ärzte und Forscher brauchen nun nur noch nachzuweisen, dass sie Brutto 3734 Euro im Monat verdienen und schon dürfen sie ins Land. Bei Ingenieuren reichen sogar 2909 Euro im Monat. Welch wunderbare Nachricht.

Aber es kommt noch besser. In seiner unnachahmlichen Güte hat der deutsche Bundestag ebenfalls beschlossen, dass diese Zuwanderer spätestens nach drei Jahren eine ständige Niederlassungserlaubnis erhalten und wenn sie sogar noch ein paar Brocken Deutsch können geht das schon nach zwei Jahren.

Als die Verbrecher aus der Wirtschaft das letzte Mal Gastarbeiter nach Deutschland holten, dauerte es nur wenige Jahre bis diese nicht mehr gebraucht wurden. An den Folgekosten der unter falschen Voraussetzungen ins Land geholten Menschen zahlen die Arbeitnehmer noch heute. Allerdings besteht diesmal keine Gefahr. Niemand will für derartig miese Löhne nach Deutschland kommen. Selbst die Spargelstecher aus Polen und die Gurkenflieger aus Rumänien bleiben langsam aber sicher aus, weil sich die harte Arbeit für das bisschen Geld einfach nicht lohnt.

Statt dessen gehen deutsche Ärzte, Handwerker, Ingenieure und Facharbeiter ins Ausland weil sie dort besser verdienen, die Arbeits- und Lebensbedingungen viel besser sind und sie ihr Selbstwertgefühl behalten dürfen. In Deutschland steigen statt dessen die Fälle von Burn-Out Problemen. Dies hat zumindest eine Studie bei den Dax-Unternehmen ergeben, wobei davon auszugehen ist, dass es in diesen wirtschaftlich starken Unternehmen noch zivilisierter zugeht, als in den vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen die sich in einem ständigen Kampf ums Überleben befinden.

Die DGB-Gewerkschaften haben sich längst mit dem Großkapital arrangiert, die Politik hat sich kaufen lassen und die Medien die dem Großkapital gehören tun alles um die arbeitenden Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Wenn man die Dinge ehrlich analysiert, gibt es keine Hoffnung. Die Menschen müssen anfangen sich zu solidarisieren. Es ist ihre einzige Chance.

 

 

http://duckhome.de/tb/archives/10120-Arbeit-darf-sich-fuer-Arbeitnehmer-nicht-mehr-lohnen.html