Grundschüler aus Leipzig-Schönefeld lernen benachbartes Asylbewerberheim kennen

Die ersten Flüchtlinge haben am Mittwoch (04.12.2103) ihre Notunterkunft im ehemaligen Fechner-Gymnasium in Leipzig-Schönefeld bezogen. Sie sind mit einer Mahnwache der Gruppe "Refugees Welcome" empfangen worden.   Foto: Wolfgang Zeyen Die Grundschüler haben während ihres Besuchs nicht mit den Bewohnern gesprochen.

Leipzig. Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule aus Leipzig-Schönefeld haben mit ihren Lehrern das benachbarte Asylbewerberheim besucht. Dort haben sie nach Mitteilung der Sächsischen Bildungsagentur vom Freitag die Räume besichtigt. Ein Austausch mit den Bewohnern habe nicht stattgefunden. Aufgrund der Proteste rund um die Errichtung des Heims habe sich die Schule in einer „sehr komplizierten Situation“ befunden.
Die „massive öffentliche, teilweise unsachlichen Diskussion, Proteste und Fackelumzüge an der Schule“ hätten zur Verschärfung des Problems beigetragen. Bundesweite Medienberichte und eine ausufernde Diskussion in den sozialen Netzwerken „verstärkten diese für Grundschüler sehr schwierige Konstellation“.
Die Schule habe dem mit ihrem Besuch in der Asylbewerberunterkunft entgegenwirken wollen. Während einer gut halbstündigen Führung wurden den Kindern die Räume präsentiert. Einen Kontakt zu den Bewohnern habe man bewusst vermieden, um die Kinder nicht „emotional zu beeinflussen.“
Die Sächsische Bildungsagentur verwies auf das Sächsische Schulgesetz, nach dem Werte wie Nächstenliebe und soziales Handeln Teil des Lehrplans sein sollen. Dies habe man den Jungen und Mädchen vermitteln wollen. „Von einer Kindeswohlgefährdung konnte nicht ansatzweise gesprochen werden“, so das Amt.
Das Heim auf dem Gelände des ehemaligen Fechner-Gymnasiums war im Dezember von den Asylsuchenden bezogen worden. Eltern der Astrid-Lindgren-Schüler hatten Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Einige hatten sich gegen einen Besuch ihrer Kinder in der Einrichtung ausgesprochen.