Zwangsarbeit für ALG II Empfänger?

Von Kathrin Sumpf

Das Arbeitsministerium plant eine Reform zur „Teilhabe am Arbeitsmarkt“–- krass formuliert, Zwangsarbeit unter bestimmten Bedingungen: Wer binnen der letzten sieben Jahre länger als sechs Jahre ALG II erhalten hat, könnte zwangsweise einem Arbeitgeber für fünf Jahre zugewiesen werden.

Sowohl private als auch staatliche Arbeitgeber könnten nach dem geplanten „Teilhabegesetz“ Langzeitarbeitslose bei vollem Lohnausgleich beschäftigen. Foto: iStock

 

Das Ministerium für Arbeit plant eine Reform der Förderung von Langzeitarbeitslosen und Langzeitbeziehern von Hartz IV. Dazu soll die „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ als Regelinstrument geschaffen werden, wie ein Referentenentwurf zeigt.

Krass formuliert: Es droht Zwangsarbeit

Wer binnen der letzten sieben Jahre länger als sechs Jahre ALG II erhalten hat, wird de facto entsprechend einer Änderung des SGB II im „Teilhabegesetz“ (10. SGB II-ÄndG, § 16i und § 16e SGB II) zwangsweise einem Arbeitgeber für fünf Jahre zugewiesen. Darauf weist gegen-hartz.de am 11. Juli 2018 in einem Artikel hin.

Nur die Aufstocker, die in diesem Zeitraum durchgehend abhängig vollzeitbeschäftigt waren, seien davon ausgenommen.

ALG II Bezieher, die in Teilzeit arbeiten, nur kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse hatten oder arbeitslos sind, müssten künftig damit rechnen, „vom Jobcenter zwangsrekrutiert zu werden“, schreibt „gegen-hartz“. Dies betreffe auch selbstständig Erwerbstätige in Vollzeit, die ALG II beziehen. Während dieser fünfjährigen Zwangsarbeit erwerbe der so Beschäftigte keinen Anspruch als ALG I.

„o-ton-Arbeitsmarkt“ formuliert es so

Leistungsberechtigte im SGB II („Hartz-IV-Empfänger“), die innerhalb der letzten sieben Jahre mindestens sechs Jahre Hartz IV bezogen haben, sollen mit Lohnkostenzuschüssen in sozialversicherungspflichtige Arbeit integriert werden. Eine Förderung ist nur für die Personen möglich, die während des Leistungsbezugs nicht oder nur kurzzeitig geringfügig, sozialversicherungspflichtig oder selbstständig beschäftigt waren.

Die Beschäftigungsverhältnisse sollen sowohl bei privaten als auch öffentlichen Arbeitgebern geschaffen werden. Es ist eine Förderung für maximal fünf Jahre möglich. Während dieser Zeit sollen Arbeitgeber einen degressiven Lohnkostenzuschuss zum Arbeitsentgelt erhalten. Der Zuschuss soll in den ersten beiden Jahren 100 Prozent des Entgelts betragen und danach jährlich um jeweils 10 Prozentpunkte bis auf 70 Prozent im fünften Jahr absinken. Während der fünfjährigen Förderdauer ist eine einmalige Verlängerung des Arbeitsvertrags zulässig.

o-ton-Arbeitsmarkt verweist darauf, dass es im Juni 2017 rund 1,5 Millionen erwerbsfähige Hartz-IV-Empfänger gab, die mindestens sechs Jahre lang Leistungen bezogen haben. Ein Teil seien erwerbstätige Aufstocker, für die es jedoch keine aktuellen Zahlen gäbe. Rund ein Viertel der insgesamt 4,4 Millionen erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger gingen damals einer Erwerbstätigkeit nach.

100 Prozent der Lohnkosten werden für zwei Jahre aus Steuermitteln bezahlt

Der Arbeitgeber erhält in den ersten beiden Jahren die Lohnkosten vollständig aus Steuermitteln gegenfinanziert. Anschließend erfolgt eine Reduzierung dieser Erstattung um jährlich 10 Prozent. „gegen-hartz“ rechnet hoch, dass über die fünfjährige Zuweisungsdauer 88 Prozent der Lohnkosten aus dem Steuerhaushalt kommen.

Im ersten Beschäftigungsjahr wird der ALG II Bezieher auch weiterhin vom Jobcenter betreut: „d.h. das Jobcenter mischt sich in alle Belange des nun nicht mehr Arbeitslosen ein, sowohl private als auch berufliche. Damit offenbart sich auch der Gesetzestitel ‚Teilhabechancengesetz‘ als Teilhabe des Jobcenters am Leben des Zwangsbetreuten.“

Weitere Links: 10. Gesetz zur Änderung des SGB II – Gesetz neuer Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose auf dem allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt (10. SGB II-ÄndG – Teilhabechancengesetz)

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/zwangsarbeit-fuer-alg-ii-empfaenger-a2494013.html

Stellungnahmen:

 

Der deutsche Arbeitnehmer rutscht in die Sklaverei ab

Indexexpurgatorius's Blog

„Pharao war ein guter Herrscher, unter ihm gab es Vollbeschäftigung….“

Nach diesem Motto geht der deutsche Geld-Adel und seine Unterstützer, die deutsche Politik, vor und mit den Menschen um.

Minijobs, Teilzeit, Leiharbeit – Millionen haben keine unbefristete Vollzeitstelle. 7,4 Millionen Menschen arbeiteten demnach auf 450-Euro-Basis, für 4,7 Millionen von ihnen ist es die einzige Einkommensquelle.

„Entgegen der ursprünglichen Idee haben sich Minijobs für die Beschäftigten nicht als Einstieg zu guter Arbeit erwiesen“.
Deutschland hat den größten Niedriglohnsenktor Westeuropas. 1,2 Millionen Beschäftigte bekommen zusätzlich Hartz IV.

Wer neu eingestellt wird, bekommt in 44 Prozent der Fälle nur einen befristeten Vertrag – in der Hoffnung, eines Tages unbefristet eingestellt zu werden.

„Es gibt eine zunehmende Gefahr von Arbeitssklaverei in Deutschland“, sagte Michael Guggemos, der Geschäftsführer der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung.

Erschwerend kommt hinzu, dass die erwerbsfähige Bevölkerung abnimmt, die Knappheit an Arbeitskräften erlaubt auch deutlichlängere Lebensarbeitszeiten.“ Weil auf lange Sicht mehr…

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Spahn: Hartz IV ? Ich mach mich doch nicht zum Affen!

Indexexpurgatorius's Blog

Die Aussage von Jens Spahn (CDU), Hartz IV bedeute nicht Armut, hatte im März für heftige Kritik gesorgt. Eine alleinerziehende Mutter rief Spahn auf, es doch mal selbst einen Monat zu testen und startete dazu eine Online-Petition. Mehr als 200.000 Menschen unterschrieben.

Schlensog rief Spahn auf, selbst einen Monat von Hartz IV zu leben und startete eine Online-Petition. Sie übergab dem CDU-Politiker dazu rund 210.000 Unterschriften.

Spahn teilte nach dem Treffen mit, er wolle Hartz IV nicht ausprobieren. Sein Nein zum Hartz-IV-Experiment begründete er folgendermaßen:

„Ich denke, dass es viele Bürger eher als Farce empfänden, wenn ich als Bundesminister versuchte, für einen Monat von Hartz IV zu leben.

Was man anderen Menschen zumutet, Herr Spahn, dass sollte man als Minister erproben, alles andere ist eine Farce!

Spahn räumte ein, es sei ohne Zweifel schwierig, von Hartz IV zu leben, und für einen Minister unmöglich ob seiner Aufgaben und…

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In Deutschland bekommen Ausländer mit Hauseigentum Hartz IV aber Deutsche mit Haus bekommen kein Hartz IV

Fremdländer mit Hauseigentum erhalten in Deutschland Hartz IV aber Deutsche mit Haus gucken in die Röhre. Wenn das nicht reinster Rassismus ist?

Syrer und sonstigen Ausländer haben niemals etwas in deutsche Kassen eingezahlt aber sie werden aus deutschen Kassen beschenkt. Die Deutschen, die nichts bekommen, haben reichlich eingezahlt in deutsche Kassen. Ist das gerecht?
Gibt es irgendwo eine Versicherung, die an Leute Geld verschenkt, die niemals in die Versicherung eingezahlt haben? Kennt jemand ein einzige solche Versicherung und kann sie nennen?

t-online:

Berlin will Enteignung von syrischen Flüchtlingen verhindern

„Und nun sollen die geflüchteten Menschen … um Haus und Hof gebracht werden“, beklagte Demmer.

Aus dem Terrorstaat DDR des Terrorregimes der SED – deren Nachfolgepartei die Partei „Die Linke“ ist, die im Gegensatz zur NSDAP  nicht verboten wurde und deren Mitglieder nicht zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden – flohen nicht nur in den 1950-er Jahren Millionen echte Flüchtlinge. Deren Häuser und Ländereien wurden ihnen weggenommen.
Dieses Unrecht wurde von der Freimaurertruppe, die auf Bunzverfassungsgericht mimt, für legal befunden.
Offensichtlich ist der CDU mehr an Ausländern gelegen als an Deutschen. Im Gegensatz zu vielen Syrern  – und sonstigen Fremdländern, die unser Land illegal besetzen – waren die deutschen Flüchtlinge nach 1945 echte Flüchtlinge. Es ist eine nachträgliche Verhöhnung der echten deutschen Flüchtlinge, die heutzutage unter Luxusbedingungen in unser Land einflutenden Zudringlinge als „Flüchtlinge“ zu bezeichnen.

https://astrologieklassisch.wordpress.com/2018/04/28/in-deutschland-bekommen-auslaender-mit-hauseigentum-hartz-iv-aber-deutsche-mit-haus-bekommen-nichts/

 

Zudringlingsflut leert Kassen der ehemals deutschen Großstadt: Haushaltssperre

 

https://astrologieklassisch.wordpress.com/2018/04/28/zudringlingsflut-leert-die-kassen-der-grossstadt-haushaltssperre/

 

„Wo die Fremden gut und gerne leben und die Deutschen sterben“

https://astrologieklassisch.wordpress.com/2018/04/28/wo-die-fremden-gut-und-gerne-leben-und-die-deutschen-sterben/

 

OECD-Studie belegt: Deutsche werden bis aufs Blut ausgepresst

https://astrologieklassisch.wordpress.com/2018/04/28/oecd-studie-belegt-deutsche-werden-bis-aufs-blut-ausgepresst/

 

 

 

 

 

 

Kein Hartz IV mehr für Deutsche

Indexexpurgatorius's Blog

So lautet der Plan der Berliner CDU Politiker. Sie wollen Menschen unter 50 die staatliche Unterstützung komplett streichen und sie zur Arbeitssuche zwingen.

„Es ist bei der derzeitigen Situation am Arbeitsmarkt nicht einzusehen, dass Menschen, die 25 oder auch 45 Jahre alt sind, zu Hause sitzen und Hartz IV beanspruchen können“, sagte Christian Gräff, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung. „Das ist gewissermaßen ein bedingungsloses Grundeinkommen.“

Angesichts von Hunderttausenden fehlenden Arbeits- und Fachkräften in der Wirtschaft solle die Bundesregierung prüfen, „ob jüngere Menschen bei der derzeitigen Arbeitsmarktsituation mehr in die Pflicht genommen werden können“, erklärte Gräff.

Auch aufgrund der steigenden Kosten der Zuwanderung und des geplanten Familiennachzuges bedarf es weiterer Steuerzahler zur Finanzierung der steigenden Kosten.

Von der Streichung der Flüchtlingsfinanzierung wird abgesehen, da es gegen die Menschenrechte der Flüchtlinge verstoßen würde.

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Gigantische Herzt IV Erhöhung um 1,7 % für alle Merkel Wähler

Indexexpurgatorius's Blog

Hartz-IV-Bezieher bekommen vom kommenden Jahr an etwas mehr Geld. Der monatliche Regelsatz für Alleinstehende steigt von derzeit 409 Euro auf 416 Euro im Monat – 7 Euro mehr, das entspricht einer Erhöhung um 1,7 Prozent.
Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine entsprechende Verordnung, wie das Bundessozialministerium in Berlin mitteilte.

Für Paare gibt es ab 1. Januar 2018 statt 368 Euro 374 Euro pro Partner. Der Regelsatz für Kinder bis zu sechs Jahren steigt um 3 auf 240 Euro im Monat. Für die 6- bis 13-Jährigen gibt es 296 statt 291 Euro im Monat. Jugendliche bis 18 Jahren bekommen 316 statt 311 Euro.

Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) sagte, die Erhöhung folge „einem klaren und transparenten Mechanismus“. Somit nähmen die Empfänger von Grundsicherung und Sozialhilfe an der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung teil. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.

Das mag alles gut klingen: Doch die Erhöhung bleibt weit hinter…

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Neues aus den Unterklassen: Hartz-IV-Empfänger härter bestraft als Straftäter

Von Susan Bonath von rt.com

Sozialverbände, Richter, Anwälte und Gewerkschafter halten Hartz-IV-Sanktionen für verfassungswidrig. Der Staat verteidigt dagegen auch harte Strafen vehement. Sie seien nötig, um ein bestimmtes Verhalten zu erzwingen.

Nicht jeder besteht auf dem Arbeitsmarkt, nicht jeden benötigt er. Ungeachtet dessen drangsaliert der Gesetzgeber Erwerbslose und Geringverdiener mit einem riesigen, teuren und strafenden Apparat. Jobcenter sanktionieren jährlich fast doppelt so viele Menschen wie sie und die Arbeitsagenturen zusammen in Arbeit vermitteln. Alleine im Jahr 2016 kürzten oder entzogen sie 416.000 Menschen 940.000 Mal jeweils drei Monate lang das Existenzminimum. Betroffen war damit erneut ein Zehntel aller erwerbsfähigen Leistungsbezieher. Nicht nur Erwerbslosen- und Sozialverbände halten das für verfassungswidrig. Auch Gewerkschafter, Richter und Anwälte teilen diese Ansicht inzwischen.Das geht aus Stellungnahmen an das Bundesverfassungsgericht hervor, die der Autorin vorliegen. Die Karlsruher Richter hatten sie angefordert. Sie wollen in diesem Jahr entscheiden, ob das seit zwölfeinhalb Jahren praktizierte Hartz-IV-Sanktionsregime mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Das Sozialgericht im thüringischen Gotha hatte das oberste deutsche Gericht angerufen. Es sieht das Sozialstaatsgebot sowie die Grundrechte auf Menschenwürde, körperliche Unversehrtheit und die freie Berufswahl verletzt.

Härter bestraft als Straftäter

Immerhin weisen 13 der insgesamt 19 stellungnehmenden Institutionen auf bestehende Anhaltspunkte für teils schwerwiegende Verfassungsbrüche hin. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) saß noch vor 15 Jahren selbst in der Kommission unter Peter Hartz, welche die Agenda 2010 zu Papier brachte. Nach bisher zögerlicher Kritik äußert er sich nun erstmals drastisch:

„Eine Sanktion, die im Fall eines schweren Verbrechens verfassungswidrig wäre, kann im Fall von Obliegenheitsverletzungen, die nicht einmal Ordnungswidrigkeiten darstellen, unter keinem denkbaren Gesichtspunkt als zulässig oder verhältnismäßig gelten.“

Dazu führt der DGB ein Urteil des Höchstgerichts aus dem Jahr 1977 an, wonach der Staat die Pflicht hat, auch Strafgefangenen ein Anrecht auf Obdach, Nahrung, Kleidung, medizinische Betreuung und Teilhabe zu ermöglichen. Selbst das Begehen schwerster Verbrechen führe nicht zum Verlust ihrer Menschenwürde, heißt es darin.

Im Gegensatz dazu ahnde das Sozialrecht missliebiges Verhalten wie einen verpassten Termin, zu wenige Bewerbungen oder die Ablehnung von Maßnahmen oder Jobs mit dem Entzug des Existenzminimums, so der DGB. Letzteres habe der Gesetzgeber aber mit Hartz IV berechnet. Folglich dürfe er es nicht unabhängig vom tatsächlichen Bedarf kürzen. Der von den Machern der Agenda 2010 ins Feld geführte Ausgestaltungsspielraum ende dort, wo die Bedürftigkeit beginnt.

Physischer Grundbedarf gestrichen

Auch der Deutsche Sozialgerichtstag hält „an seiner früheren Einschätzung nicht fest“. Er habe festgestellt, dass es verfassungswidrig sei, den physischen Bedarf zu kürzen. Bei Kürzungen um mehr als 30 Prozent sei dies immer der Fall, betonten die Richter. Die im Gesetz genannten Sachleistungen bei hohen Sanktionen sicherten die Menschenwürde nicht. Denn gerade das sei nie überprüft worden.

Die Sachleistungen bestehen aus Gutscheinen für Lebensmittel, in Einzelfällen auch Hygienebedarf, wie Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit (BA) gegenüber der Autorin ausführte. Bei einer Totalsanktion könnten Jobcenter diese maximal bis zum Wert des halben Regelsatzes gewähren. Bei einem Alleinstehenden sind das 205 Euro.

Doch erstens sind die Gutscheine keine Pflichtleistung. Zweitens nimmt sie nicht jeder Supermarkt an. Drittens können Betroffene davon weder Miete und Heizkosten noch Strom bezahlen. Laut einem Karlsruher Urteil aus dem Jahr 2010 gehört dies aber zum physischen Grundbedarf.

 

Ebsen weicht aus: Strom könne bei angedrohter Stromsperre direkt an den Energieversorger gezahlt werden. Wenn sich Betroffene nachträglich bereiterklärten, „ihre Pflichten zu erfüllen“, könnten Sanktionen abgemildert und die Miete wieder gezahlt werden. Ansonsten sei dies noch bei angedrohter Zwangsräumung möglich – jedoch nur als Darlehen. Das heißt: Betroffene müssen das Geld später abstottern.

In Prostitution und Kriminalität gedrängt

Auch die menschlichen Aspekte erwähnt der Sozialgerichtstag: Viele Sanktionierte seien körperlich und seelisch gar nicht in der Lage, verlangte Auflagen zu erfüllen. Dies aber interessiere die Behörden nicht.

„Vielmehr unternehmen Jobcenter in einer äußerst komplexen Lebens- und Problemlage den Versuch, ein bestimmtes Verhalten durch den Einsatz eines Drohszenarios und Zwangs sowie der Inkaufnahme einer Mangelsituation zu bewirken“,

mahnte der Sozialgerichtstag. Vor allem junge Erwerbslose verzweifelten daran. Einige würden obdachlos. Mangelnde Ernährung werde zur Gefahr. Manche glitten auch ab in Prostitution oder Kriminalität, um sich über Wasser zu halten. „Das steht in keinem Verhältnis zum Schutzgedanken für die Gemeinschaft“, appellierten die Richter an ihre Kollegen in Karlsruhe.

Psychisch Kranke häufiger bestraft – Sippenhaftung für Angehörige

Der Deutsche Anwaltsverein sieht es ähnlich. Jobcenter schikanierten vor allem psychisch Beeinträchtigte, Suchtkranke, Jugendliche mit massiven persönlichen Problemen und sogar Schwerbehinderte, konstatierte er. Betroffene seien oft gar nicht in der Lage, ihr Verhalten zu ändern. Die Jobcenter sanktionierten Alleinerziehende, weil sie Schichtarbeit ablehnten oder nötigten Depressive zu einem Job, den sie nicht ausüben können.

„Es besteht der Eindruck, dass gerade bei verhaltensauffälligen Menschen nicht selten sachfremde Erwägungen des Sachbearbeiters hinter einer Sanktion stehen“,“

rügten die Juristen und betonten: Bedürftige Familien, die sanktionierte Angehörige nicht verhungern lassen wollten, würden immer mit bestraft. Diese Sippenhaftung führe bei allen Beteiligten „regelmäßig zu einer deutlichen Verschlimmerung ihrer Lage“.

Bestimmtes Verhalten erzwingen

Doch Schicksale interessieren weder Bundesregierung und Arbeitsagentur noch Vertreter der Wirtschaft sowie den Landkreis- und Städtetag. Deren Stellungnahmen lassen tief blicken.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) unter Andrea Nahles (SPD) erklärt die Anwaltskanzlei Redeker Sellner Dahs zum Beispiel, im Sozialrecht deklarierte Auflagen an Hartz-IV-Bezieher stünden als gleichwertiges Interesse der Menschenwürde gegenüber. Kürzungen des Existenzminimums bis auf null seien legitime

„Instrumente, die ein bestimmtes Verhalten des Leistungsberechtigten unterbinden oder erzwingen sollen.“

 

Konkret: Die Regierenden billigen nur gehorsamen Erwerbslosen Grundrechte zu. Beugten sich Betroffene nicht dem Rechtsgehorsam, sei dies ihr eigener Wille, so die BMAS-Anwälte. Denn: „Staatliche Maßnahmen zur Erzwingung eines vorgeschriebenen Verhaltens gehören zum etablierten Normenbestand.“

Minimum vom Minimum?

Zwar hat die Bundesregierung die Hartz-IV-Sätze als Minimum berechnet, die genannte Kanzlei, die im gegenständlichen Verfahren die öffentliche Hand vertritt, verneinte dies aber. Der unabweisbare Bedarf liege weit darunter, meinen sie, ohne eine Summe zu nennen. So sieht es auch die Arbeitsagentur. Sie klopfte sich zudem selbst auf die Schulter. Dass „nur“ 37 Prozent der Widersprüche und rund 40 Prozent der Klagen zugunsten der Leistungsberechtigten entschieden würden, zeuge von einer „erfreulich geringen Fehlerquote“.

Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) lobte darüber hinaus die härteren Sanktionen für 15- bis 24-jährige Erwerbslose. Ihnen droht beim geringsten Fehlverhalten sofort eine 100-Prozent-Kürzung. Gerade diese Gruppe dürfe nicht die Erfahrung machen, dass die Solidargemeinschaft ohne Gegenleistung für sie aufkomme, mimte die BDA die schwarze Pädagogin. Auch der Landkreistag findet den gesamten Strafkatalog „sozialpolitisch notwendig“. Der Städtetag befürchtet lediglich, ein Wohnungsverlust könne am Ende die Vermittlung in Arbeit hemmen.

 

 

http://derwaechter.net/neues-aus-den-unterklassen-hartz-iv-empfaenger-haerter-bestraft-als-straftaeter

Jobcenter nimmt Milliarden Euro durch Hartz-IV-Sanktionen ein – Verstoß gegen Grundrecht auf menschenwürdiges Existenzminimum

das Erwachen der Valkyrjar

Hartz-IV-Bezieher, die einen Job ablehnen oder zusätzliches Einkommen verschweigen, werden mit Sanktionen belegt. Dabei kommen über die Jahre hohe Summen zusammen.

In den vergangenen zehn Jahren haben die Jobcenter Hartz-IV-Sanktionen in Höhe von knapp zwei Milliarden Euro verhängt.

Die Summe der Gelder, die Hartz-IV-Beziehern nicht ausgezahlt wurden, beträgt von 2007 bis 2016 insgesamt 1,9 Milliarden Euro, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Hartz-Empfänger werden etwa wegen der Verweigerung eines Jobangebots, des Verschweigens von zusätzlichem Einkommen oder der Ablehnung einer Fortbildung sanktioniert.

Zuletzt stieg die Jahressumme der Sanktionen um mehr als 4 Millionen auf knapp 175 Millionen Euro 2016. Die Zahl schwankte in den vergangenen Jahren zwischen 204 und 170 Millionen Euro.

Im Jahr 2016 gab es im Jahresdurchschnitt rund 134 000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit mindestens einer Sanktion. 2007 waren es erst 123 000 gewesen. Einen…

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Hartz-IV-Empfänger, verkauft eure Möbel!

Indexexpurgatorius's Blog

Welches Kraut rauchen die da eigentlich in Pinneberg? Das fragt ein gewisser „Vocans“ in einem Internetforum .
„Also ich will mir meine Festplatte mit so einem Märchen nicht zumüllen…..sonst kommen mir noch Tränen…….Lachtränen…“.

Die neue Spar-Broschüre für Hartz-IV-Empfänger vom Jobcenter Kreis Pinneberg wird jedoch nicht nur mit Zynismus aufgenommen:
„Das ist der peinlichste ALG2-Ratgeber, der mir bisher in die Finger gekommen ist“, wettert Ulrich Schneider, der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes bei n-tv.de. „Das ist eine pure Frechheit, wie Menschen, die in bitterer Not leben müssen, mit einer Seifenoper schlicht veralbert werden.“

Was ist passiert? Vor einigen Tagen hatte das Jobcenter Pinneberg den Ratgeber „Arbeitslosengeld II“ (ALG2) veröffentlicht. Um die Broschüre etwas aufzulockern, griffen die Initiatoren zum Malkasten. Das Ergebnis ist ein bunter Comic über Familie Fischer. Die Geschichte: Knut Fischer wird arbeitslos und muss Arbeitslosengeld beantragen. Am Beispiel der fiktiven Familie präsentiert das Jobcenter Tipps für den Alltag von…

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