Abgeordneten-Haus der Selbstgerechten und Ahnungslosen: Hindenburg ist nicht mehr Ehrenbürger von Berlin

von https://sciencefiles.org

Natürlich hätte keiner derjenigen, die Hindenburg gerade die Berliner Ehrenbürgerschaft mit ihrer Stimme aberkannt haben, wäre er vor 97 Jahren an der Stelle des alten Reichspräsidenten Hindenburg gewesen, Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Jeder dieser modernen Helden, deren Taten in der Vorstellung stattfinden, hätte seinem Umfeld, dem Druck, der von von Papen, Sohn Oskar, Staatssekretär Otto Meißner und vielen anderen ausgegangen ist, standgehalten. Keiner wäre der Versuchung erlegen, nach Jahren der autoritären Regierung GEGEN den Reichstag, eine Regierung zu installieren, die, wie von Papen stets versichert hat, es ermögliche, die NSDAP zu zähmen und mit einer Mehrheit im Reichstag zu regieren. Und natürlich hätten alle diese satten Helden, die heute im Abgeordnetenhaus von Berlin ein Schnellurteil über einen Mann fällen, dem das herzlich egal sein kann, weil er schon seit 86 Jahren tot ist, den Nationalsozialismus mit allen nur erdenklichen Mitteln bekämpft, denn sie hätten bereits 1933 gewusst, was am Ende im Jahre 1945 dabei herausgekommen sein wird.



Die Fraktionen von SPD, Bündnis90/Grüne und LINKE im Berliner Abgeordnetenhaus, sie bestehen eben ausschließlich aus Helden, die durch ihre umfassende Ignoranz in der Lage sind, Urteile auf genau eine einzige Begebenheit zu stützen. Und so heißt es im Antrag der Fraktion der SPD, der Fraktion Die Linke, der Fraktion Bündnis90/Die Grünen mit dem Zweck “Paul von Hindenburg aus der Ehrenbürgerliste Berlins” zu streichen:

“Am 30. Januar 1933 hatte Hindenburg Hitler zum Reichskanzler ernannt. Neuere geschichtswissenschaftliche Forschungen belegen, dass Hindenburg dabei im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war.”

Ob diejenigen, die diese Sätze formuliert haben, im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte waren, ist eine Frage, die die geschichtswissenschaftliche Forschung erst noch beantworten muss. Allein die Vorstellung, ein Reichspräsident, der zugegebenermaßen hochbetagt war, der nie einen Hehl daraus gemacht hatte, das parlamentarische System nicht zu mögen, der sich aber mit diesem ungeliebten System in einer Weise arrangiert hat, wie das wohl nur ein in soldatischer Tradition und Pflichterfüllung erzogener Preuße kann, lässt Zweifel daran zu, dass derjenige, der für den Antrag der drei Fraktionen verantwortlich ist, noch alle sieben Sinne beisammen hat (oder je hatte).

In der Tat, der Mann Hindenburg, Reichspräsident und Mythos zu Lebzeiten, der Held von Tannenberg, der von der Nationalsozialistischen Propaganda für die Erzählung vom “Marschall und dem Gefreiten” einvernahmt wurde, er war im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte als er der Kanzlerschaft von Schleichers ein Ende bereitete und mit Hitler den Gefreiten, den er nicht ausstehen konnte, zum Reichskanzler ernannt hat. Keiner der Berliner Helden hätte das natürlich getan. Sie alle wären in den Widerstand, den Untergrund gegangen, hätten mit und ohne Waffen gekämpft, was das Zeug hält. Nur deshalb können sie sich heute anmaßen, ein Urteil über die Handlung eines Mann in einer historischen Konstellation zu fällen, die sie so ganz genau kennen.

Oder etwa nicht?



Machen wir eine kleine Zeitreise ins Jahr 1932. Hindenburg, Paul von, wird im Oktober sein 85stes Lebensjahr erreichen. Es ist Präsidentschaftswahlkampf in der Weimarer Republik. Amtsinhaber: Paul von Hindenburg. Herausforderer u.a.: Ernst Thälmann, internationaler Sozialist und Adolf Hitler, nationaler Sozialist. Die Gefahr, dass Hitler zum Reichspräsidenten gewählt wird, sie ist real. Das bürgerliche und demokratische Lager sieht sich in die Zange zwischen der KPD und der NSDAP genommen. Die NSDAP ist seit der Wahl vom 14. September 1930 mit 107 Abgeordneten im Reichstag vertreten. Hitler ist in Deutschland beliebt. Seine Wahl eine Möglichkeit, wenn es nicht gelingt, einen charismatischen Kandidaten zu finden, der die demokratische Tradition der Weimarer Republik retten kann. Heinrich Brüning, noch Reichskanzler, bearbeitet Paul von Hindenburg, sich abermals zur Wahl zu stellen. Er bearbeitet die SPD, Hindenburg zu unterstützen und hat Erfolg: Hindenburg erklärt sich bereit, noch einmal Reichspräsident werden zu wollen, die SPD erklärt, ihn zu unterstützen.

Wir schreiben den 1. Februar 1932. Heinrich Sahm, der Oberbürgermeister von BERLIN, gründet den Hindenburgausschuss. Ziel des Ausschusses ist es, Hindenburg zur Kandidatur zu bewegen und seine Kandidatur zu unterstützen. Hindenburg, “der Erste im Kriege, der Erste im Frieden” und der “Erste im Herzen seiner Mitbürger” wie es im Aufruf heißt, ist die letzte Hoffnung der Demokratie. Die Bedrohung der Republik ist real. “Hindenburg muss siegen, weil Deutschland leben muss”, sagt Heinrich Brüning. Der Aufruf aus Berlin wird u.a. von Gerhard Hauptmann, Max Liebermann, Ernst Lemmer unterschrieben. Sie alle machen sich stark für den Kandidaten Paul von Hindenburg, den Retter der Weimarer Republik und Helden von Tannenberg.

In der SPD ist man besonders engagiert. Otto Braun, der sich 1925 erfolglos um die Nachfolge des verstorbenen Reichspräsidenten Friedrich Ebert beworben hatte, und sich Paul von Hindenburg geschlagen geben musste, sieht in Hindenburg “Ruhe und Stetigkeit und “Mannestreue”, einen Präsidenten, der seine Pflichterfüllung für das ganze Volk über alles stelle (Winkler 1993: 447). Ernst Heilmann, Fraktionsführer der SPD im Preußischen Landtag und Reichstagsabgeordneter, sieht “Lebensgefahr für die Arbeiterklasse” und die Notwendigkeit, einen Nazipräsidenten zu verhindern. Hindenburg, so hat Heilmann geschrieben, müsse gewählt werden, damit in der “Wilhelmstraße ein verfassungstreuer Reichspräsident atmet”. Gesagt getan:

Wahlplakat der SPD zur Präsidentschaftswahl 1932
Quelle

Der Rest ist Geschichte. Hindenburg wurde mit 53,1% der Stimmen zum Reichspräsidenten gewählt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod am 2. August 1934 nur noch kurze Zeit bekleidet hat. In diese Zeit fällt freilich die Ernennung von Adolf Hitler als Reichskanzler. Die Entscheidung, die natürlich rationale Entscheidung, Hitler zu ernennen, kann man nicht außerhalb des historischen Kontextes sehen, in dem sie gefallen ist, eines Kontextes, der vor allem dadurch geprägt war, dass zwischen den Extremisten der KPD und den Extremisten der NSDAP nur sehr wenig Raum für demokratische Entfaltung geblieben ist. Ein Problem, das Franz von Papen, dadurch lösen wollte, dass er Hitler in einer gemeinsamen Regierung aus NSDAP und DNVP “zähmt”.



Franz von Papen

Franz von Papen hat für seine Idee geworben, Verhandlungen geführt, zwischen Hindenburg, der Hitler nicht ausstehen konnte, und Hitler, vermittelt. Kurt von Schleicher hat in dieser Phase eine mehr als unglückliche Rolle gespielt. Otto Meißner, als Staatssekretär eine der wenigen Konstanten der Weimarer Republik, war ebenso daran beteiligt, den widerspenstigen alten Reichspräsidenten für die Papen-Idee zu begeistern wie der Sohn des alten Herrn, Oskar von Hindenburg. Karl Dietrich Bracher hat auf vielen Seiten die Situation beschrieben, die zur Ernennung von Hitler als Reichskanzler geführt hat. Das Urteil, das Politdarsteller heute aus einer Handlung entnehmen zu können glauben, weil ihr Bemühen virtue signalling auf Kosten von anderen zu betreiben, sich zu inszenieren, weil Inszenierung mangels politischer und sonstiger Kompetenz das einzige ist, zu dem sie fähig sind, war früher Gegenstand umfassenden Aktenstudiums, der Anwendung wissenschaftlicher Methoden und des Bemühens, historischen Personen gegenüber fair zu sein. Dieses Bemühen kann natürlich da keinen Bestand haben, wo selbstgerechte, sich selbst überschätzende “Abgeordnete”, die weitgehend ohne Berufsausbildung geblieben sind, sich auf Kosten Dritter inszenieren wollen.

Und so kommt es, dass die Berliner Selbstgerechten auf einen Mythos hereinfallen, den die Nazis sorgfältig geschmiedet haben, um den Hindenburg-Kult, der in der Weimarer Republik verbreitet war, für sich zu nutzen: Der “Marschall und der Gefreite”, sorgfältig am Tag von Potsdam, dem 21. März 1933, der Wiedereröffnung des Reichstags in der Potsdamer Garnisonskirche von Göbbels inszeniert, dokumentiert im Bild des demütigen Gefreiten im Handschlag mit dem Marschall. Natürlich hat sich Hindenburg nicht öffentlich gegen seine Vereinnahmung gewehrt. Vielleicht hat es sein Ego gepinselt. Wer wird nicht gerne in der Öffentlichkeit gefeiert? Jesko von Hoegen hat die Funktionalisierung des Hindenburg-Mythos durch die Nationalsozialisten in seinem Beitrag “Der „Marschall“ und der Gefreite anschaulich” beschrieben. Der Beitrag ist über die Seiten der Humboldt-Universität einsehbar. Selbst ein Abgeordneter der drei selbstgerechten Fraktionen aus Berlin hätte ihn lesen können

Aber Wissen schadet natürlich der eigenen Inkompetenz, und Inkompetenz ist die Voraussetzung für Selbstinszenierung und virtue signalling, die beide in Zweifeln schnell untergehen. Zweifel wiederum, sind die natürliche Folge von Wissen.

Sicher, die Abgeordneten der Stadt Berlin können Ehrenbürgertitel vergeben und entziehen, wie es ihnen beliebt. Schließlich sind sie (wie Hitler) gewählt, und es scheint niemanden in Berlin zu kümmern, was sie im Abgeordnetenhaus so treiben. Wenn die Begründung für willkürliche Akte zur Selbstbeweihräucherung der Geschichte aber Gewalt antut, wenn die Selbstbeweihräucherung ohne rudimentärstes historisches Wissen, aber im Einklang mit dem (vom Berliner Senat) zu verantwortenden unterirdischen Bildungssystem der Stadt erfolgt, wenn die Heuchelei so dick wird, dass Atemnot entsteht, muss widersprochen werden.

Auf Platz 57 der Rangliste der Berliner Ehrenbürger ist übrigens Max Liebermann zu finden. Der Max Liebermann, der 1932 den Hindenburgaufruf unterschrieben hat und der in der Unlogik der Berliner Selbstgerechten damit (mit)verantwortlich für die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch von Hindenburg ist. Muss nicht auch Liebermann die Ehrenbürgerschaft entzogen werden, und muss nicht die gesamte SPD verboten werden, als diejenigen, die 1932 das Zünglein waren, dem die Wiederwahl von Paul von Hindenburg zu verdanken ist?

Fragen über Fragen, deren Beantwortung viel virtue signalling Potential verspricht und das ist wichtig in einer Zeit, in der sich Ahnungslose ohne bekannte Leistung in Selbstgerechtigkeit suhlen und sich auf Kosten von historischen Personen und ohne Rücksicht auf Wissen und Kompetenz inszenieren wollen. Eigentlich haben diejenigen, die das notwendig haben, Mitleid verdient… wir tun unser Bestes, alas …


Winkler, Heinrich August (1993). Weimar 1918-1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie. München: Beck.

https://sciencefiles.org/2020/02/02/abgeordneten-haus-der-selbstgerechten-und-ahnungslosen-hindenburg-ist-nicht-mehr-ehrenburger-von-berlin/


Die neosozialistische Kulturrevolution gewinnt an Fahrt

 

D. Bakel

Am 12.01.2020 veröffentlicht

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Sonne ins Haus

Sonne ins Haus

Wie der Deccan Chronicle berichtet, ist eine neue Missetat des umtriebigen Diktators Adolf Hitler aufgeflogen. Unter der Hirnweichschlagzeile „Hitler’s Aryan poster girl was a Jew“ wird berichtet: „1935 verbreitete die Propagandamaschine des nazistischen Diktators Adolph Hitler das Bild eines engelsgleichen sechs Monate alten Mädchens als Symbol des vollkommenen arischen Babys. Die Abbildung wurde über Nazideutschland auf Karten und Postern verbreitet. Doch die Nazis wußten nicht, daß das Baby jüdisch war.

Die angeblich Abgebildete, die Jüdin Prof. Hessy Taft, präsentierte sich in der israelischen Holocaustgedenkstätte Yad Vashem mit einer zerfledderten Zeitschrift, auf der das Kinderkonterfei mit Häkelmütze aufgedruckt ist. Der Deccan Chronicle schreibt zu der Zeitschrift, diese wäre „a Nazi magazine that pictured her as the perfect ‘Aryan’“, also eine Nazizeitschrift, welche das Kleinkind als perfekten Arier abbilde.

Recherchiert man nach der Zeitschrift, dann kann man erahnen, warum das abgebildete Exemplar so zerfleddert ist – die Ausgabe ist ziemlich selten. Die als „Familienzeitschrift mit Versicherung“ angepriesene und 14-tägig erscheinende Periodika umfaßte zwischen 16 und 28 Seiten, hatte als Beilagen mal einen Wandkalender oder einige Schnittmusterbögen.

Die Themen des Jahrganges 1934 der als „major Nazi family magazine“ dargestellten Postille waren folgende:

Verlängerung des Ozeandampfers “Hamburg”, Feuerwehrleiter mit Telefon, neue Untergrundbahn in Berlin, Ausstellung “Die Kamera” in Berlin, Boberkraftwerk, Erste Bronzemodelle der großen Olympiade-Glocke, Neue Reichsbankgebäude, Englands neustes Kriegsschiff, Winterpfennig, Schwarze Nachmittagskleider, Praktische Kleidung für Kinder, Olympische Spiele im Zechen der Briefmarke, “Dicke Berta”

Doch der kleine Verlag vertickte nicht nur diese Versicherungszeitschrift, sondern auch Bücher wie „Und dennoch siegte die Liebe“ von Bernt Oehlmann, „Die Lisel vom Schüttberg“ von Hans Lehr oder „Der Weg in die Sonne“ von Rosaliese Engelhardt in fast schon spektakulär geringen Auflagen.

Wie die völlig unpolitische Versicherungszeitschrift mehr als 70 Jahre nach ihrem Untergang inmitten des kriegsbedingten Papiermangels zu einem „Hauptfamilienmagazin der Nazis“ avancieren konnte, bleibt wohl Geheimnis des Deccan Chronicle.

http://eulenfurz.wordpress.com/2014/07/16/sonne-ins-haus/

Jetzt haben wir Hitler zum Krieg gezwungen

Jetzt haben wir Hitler zum Krieg gezwungen, so daß er nicht mehr auf friedlichem Wege ein Stück des Versailler Vertrages nach dem anderen aufheben kann„. Lord Halifax, englischer Botschafter in Washington, 03.09.1939 (vgl. „Nation Europa“, Jahrg. 1954, Heft 1, S. 46)

„Dieser Krieg ist ein englischer Krieg und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands.“
(W. Churchills Reaktion auf die deutschen Friedensangebote im November 1939)

„Der deutsche Wirtschaftskörper kann der internationalen Weltwirtschaft nur eingegliedert werden, wenn man Deutschland durch einen Krieg politisch zerschlägt und das heißt: Wir brauchen einen Weltkrieg.“
(J.P.Morgen, Bankier und Besitzer der New York Sun und der New York Times, in London 1907)

„Deutschland wird zu stark, wir müssen es vernichten.“
„Wir werden Hitler den Krieg aufzwingen, ob er will oder nicht.“

(Churchill im November 1936)

Der Krieg in Europa ist eine beschlossene Sache… Amerika wird nach Frankreich und Großbritanien in den Krieg eintreten.“
(US-Botschafter Bullit am 25. April 1939)

„Wir leugnen es nicht und haben keine Furcht, die Wahrheit zu bekennen, daß dieser Krieg unser Krieg ist und zur Befreiung des Judentums geführt wird… Und wir sind das trojanische Pferd in der Festung des Feindes. Tausende in Europa lebende Juden sind der Hauptfaktor bei der Vernichtung unseres Feindes.“

(Dr. Chaim Weizmann, der Präsident des jüdischen Weltkongresses am 03.12.1942 in New York)

Euro-Debatte im Staats-TV: Ein System demaskiert sich selbst

Bei einer Diskussion in der ARD wurde deutlich: Die Euro-Retter in Deutschland stehen auf verlorenem Posten. Zumindest wenn es um die Argumente geht. Der muntere Professor Lucke mischte die Runde auf – obwohl eigentlich eine glatte Diffamierung geplant war. Am Ende blieben den Eliten nur noch Gehässigkeiten. Die Republik ändert sich. Und das tut den vermeintlich Mächtigen sichtbar weh.

 

Ein Euro-Gegner gegen den Rest der Welt: Die geplante Hinrichtung durch das Staats-TV wurden von Argumenten ausgehebelt. (Screenshot: ARD)

Ein Euro-Gegner gegen den Rest der Welt: Die geplante Hinrichtung durch das Staats-TV wurden von Argumenten ausgehebelt. (Screenshot: ARD)

Eigentlich war die Dramaturgie der Sendung Anne Will auf einen Heimsieg angelegt: In der Diskussion am Donnerstag in der ARD sollte es um den Euro gehen – das heißt, um die pathetische Verteidigung des Status Quo. In der Logik des Staats-Fernsehens: Es geht um die Diskreditierung all derer, die sich kritisch mit der Milliarden schweren Alternativlosigkeit jener auseinandersetzen. Es geht um die Unterstützung derer, denen es nicht um den Euro, sondern um den Machterhalt geht.

Die Personen der Handlung: Edmund Stoiber (CSU), Gesine Schwan (SPD), ein Kabarettist und ein erfolgreicher Lifestyle-Journalist aus dem Hause Axel Springer.

Damit sollte die Party auf sicherem Boden bleiben: Immer wieder werden Kabarettisten eingeladen, damit politische Diskussionen zu später Stunde nicht nahtlos in den Schlaf übergehen. Die Journalisten des Springer-Konzerns sind per Arbeitsvertrag verpflichtet, nicht kritisch über die Nato und die unendlichen Segnungen der transatlantischen Freundschaft zu schreiben – daher ist von dieser Seite auch nichts Unvorhergesehenes zu befürchten.

Weil aber das Staats-Fernsehen auch nicht ganz übersehen kann, dass es bei der Bundestagswahl vor gerade mal drei Tagen mit der Alternative für Deutschland (AfD) eine Partei aus dem Stand fast den Einzug in den Bundestag geschafft hatte, wurde auch Bernd Lucke eingeladen, der Hamburger Professor, der als Spitzenkandidat der AfD schon seit längerem eine freundliche Aufnahmen bei den Öffentlich-Rechtlichen erfährt.

Lucke wurde zunächst am Katzentisch platziert.

Also dort, wo die GEZ-Sender in der Regel ihren Tribut an den Voyeurismus des Privatfernsehens zollen.

Dort sitzen in der Regel die „Betroffenen“. Ihnen werden einige Minuten der Diskussion zugedacht.

Damit die Mächtigen dokumentieren, dass es ihnen sehr wichtig ist zu hören, was die „Menschen da draußen“ denken.

Die plumpe Dramaturgie kam jedoch erstmals ins Wanken, als die ARD einen Beitrag zur AfD einspielte. Und natürlich, es kann ja nicht plump genug sein, wurde die AfD in dem Beitrag ins rechtsextreme Eck gerückt: Ein schon seit längerem für den Sender immer wieder als Experte bemühter „Politikwissenschaftler“ nahm ein Plakat der Afd zum Anlass, um zu dokumentieren, dass die Gedanken der AfD rechtsradikal seien. Das Plakat, das sicher keinen Preis für differenzierte Politik erhalten wird, sagt: „Einwanderung ja, aber nicht in unser Sozialsystem.“

Doch die Produzenten der Sendung hatten Lucke sträflich unterschätzt: Der Professor las nämlich als Replik auf den Vorwurf aus dem Parteiprogramm der CDU vor.

Dort steht fast wörtlich dasselbe.

Da kam erst einmal Stoiber kräftig ins Schwitzen: Der Vorsitzende der EU-Arbeitsgruppe zum Bürokratie-Abbau konnte nicht gut vor laufender Kamera die Stamm-Klientel der CSU desavouieren. Also erklärte er wortreich, dass es schon ein Problem werden könnte, wenn aus Bulgarien und Rumänien zu viele Menschen kommen und sich der hoch verschuldete deutsche Haushalt das nicht unbegrenzt leisten kann.

Die ARD versuchte es mit einem zweiten Anlauf: Sie spielte in mehrfacher Wiederholung einen Auftritt von Lucke ein, wo der, etwas siegestrunken und nicht sehr gut überlegt, davon sprach, dass der Erfolg der AfD eine Antwort der „Entartung“ der Demokratie sei.

Lucke verteidigte seine Wortwahl nicht besonders geschickt. Etwas akademisch zog er einen Vergleich mit dem Wortgebrauch von Ärzten, die bei einem Krebsgeschwür auch von „entarteten Zellen“ sprächen. Er wollte damit sagen: Man könne ein Wort nicht verbieten, nur weil es die Nazis verwendet haben. Das ist jedoch im politischen Geschäft falsch, weil man ein so belastetes Wort als Politiker nicht verwenden sollte. Es gibt andere Worte, um auf Fehlentwicklungen hinzuweisen.

Ein Politiker sollte auch nicht den Stinkefinger zeigen.

Solch ungeschriebene regeln gibt es. Das müssen Profis wissen.

Dieser Filmbeitrag und Luckes ungeschickte Verteidigung waren eine Vorlage für Gesine Schwan: Sie fand das ganz schrecklich, dass man die Demokratie mit einem Krebsgeschwür vergleiche.

Doch der Konter der politischen Profi-Frau verfing nicht.

Denn Lucke bestand darauf, dass es Unsinn sei, über ein Wort zu diskutieren anstatt über die Sache. Lucke donnerte, nun nicht mehr lächelnd, los: Er finde es für eine verheerende politische Fehlentwicklung und eine Zerstörung der Demokratie, wenn die Bundesregierung dem Parlament Papiere im Umfang von mehreren hundert Seiten vorlegt, über das die Abgeordneten, die eigentlich nur ihrem Gewissen verpflichtet seien, in wenigen Tagen abzustimmen hätten.

Und zwar alternativlos.

Der engagierte Vortrag von Lucke veranlasste Anne Will schließlich, den Professor vom Katzentisch zu holen.

Und plötzlich saß der, den mal eigentlich als Paria entlaven wollte, inmitten einer großen, bundesdeutschen Koalition aus Parteien, Unterhaltung und Medien – und brachte die Runde an den Rande des Abbruchs.

Obwohl alle Beteiligten versuchten, den ungebetenen Star-Gast mit Durchhalte-Parolen niederzureden („Populist!“,„Nationalist“, „Chauvinist“, Europa ist groß!“, „Europa hat uns nur gutes gebracht!“, Wenn wir das tun, was Sie sagen, gibt es Millionen Arbeitslose!“) brachte Lucke mit ein paar richtigen Sätzen das ganze Propaganda-Gewitter zum Abzug.

Lucke sagte, dass nicht Deutschland unter dem Euro leide, sondern die Völker im Süden Europas. Es sei die Aufgabe aller politischen Parteien, im nationalen Interesse ihrer Völker zu handeln – auch in Deutschland. Darauf leistet der Bundeskanzler sogar seinen Amtseid. Die Euro-Kritiker kommen aus allen Teilen des politischen Spektrums: Aus der FDP, von den Linken, von der CDU.

Stoiber war fassungslos.

Er sagte, dass es rechts von der CSU nichts gäbe, und dass die zwei Millionen Wähler der AfD eine „vernachlässigbare Größe“ seien.

Der Springer-Journalist nannte immer wieder den Namen seiner Zeitung und griff nach seinem Wasserglas. Er sagte, dass er, der Journalist – wiewohl mit einer „gewissen Intelligenz“ ausgestattet, den „hochintelligenten“ Professor nicht verstehe.

Der Kabarettist sagte, die AfD sei rechtsradikal, weil er beim Lesen des Parteiprogramms das Gefühl gehabt habe, sie sei rechtsradikal.

Der Lifestyle-Experte sagte – und da war er wirklich in seinem Element: Wenn jemand etwas so empfindet, wie es der andere nicht gesagt hat, habe der, der es gesagt hat, trotzdem Unrecht.

Frau Schwan bewahrte die Contenance und sagte, dass die überfallsartige Rettungs-Politik im Deutschen Bundestag wirklich keine gute Sache gewesen sei.

Anne Will: Sie moderierte fair, weil sie offenbar gemerkt hat, dass das System gewaltig unter Druck geraten ist. (Screenshot: ARD)

Anne Will: Sie moderierte fair, weil sie offenbar gemerkt hat, dass das System gewaltig unter Druck geraten ist. (Screenshot: ARD)

Es war ein klassischer „Zusammenprall der Kulturen“: Auf der einen Seite saßen die Systemerhalter und waren völlig außer sich, dass jemand eine andere Meinung vertritt als das, was in den vergangenen Jahren als verpflichtender Sprach- und Denk-Gebrauch von der Meinungsindustrie und der politischen Oligarchie für verbindlich erklärt worden war.

Sie konnten es nicht fassen, dass das Publikum immer wieder bei Lucke klatschte, dass Lucke sich das Recht, einen Gedanken auszuformulieren, erstritt, ohne unhöflich zu werden oder zu schreien.

Und sie waren allesamt völlig perplex, dass es ihnen trotz der guten Vorbereitung der „Diskussion“ durch das ihnen gehörenden Staats-TV nicht gelang, Bernd Lucke als den legitimen Erben Adolf Hitlers darzustellen.

Am Ende kippte die Stimmung gegen das Establishment. Trotz der mitgebrachten Claqueure, wurden Stoiber und der Kabarettist ausgebuht . Das kommt bei Anne Will – die sich im Übrigen durchaus fair verhielt – so gut wie nie vor.

Die Leute buhten, als beim Establishment die Masken fielen.

Stoiber sagte, Lucke könne nur dort verstanden werden, wo er sich mit seinen Anhängern herumtreibe – im Bierzelt.

Murren im Publikum.

Der Kabarettist, der das letzte Wort haben wollte, sagte: „Herr Lucke. Sie haben mich als Meister der Polemik bezeichnet. Dann sage ich Ihnen, was Sie sind: Ein Westentaschen-Demagoge!“

Lauter Protest im Publikum.

Das System war an seinem Tiefpunkt angekommen.

Die Leute verwehren den „Eliten“ das Lachen und den Applaus, wenn sie einen Andersdenkenden verspotten.

An diesem Punkt war klar: Die Bundestagswahl hat die Republik verändert.

Die Kaiser sind nackt.

Wir sehen eine sprachlose Ignoranz, deren Existenz wir bisher nur vermutet hatten.

Und wir stehen erst ganz am Anfang.

 

 

 

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/09/26/euro-debatte-im-staats-tv-ein-system-demaskiert-sich-selbst/

Ressourcen-Nationalismus: Die grünen Neonazis aus der Mongolei

Members of the Mongolian neo-Nazi group Tsagaan Khass leave their headquarters in Ulan Bator

Sie verehren Hitler, tragen Uniformen im SS-Stil – und treten als radikale Umweltschutzaktivisten auf: Reuters-Fotograf Carlos Barria hat die Mitglieder der mongolischen Neonazi-Gruppierung „Tsagaan Khass“ begleitet. „Es war vollkommen surreal“, sagt er.

http://www.spiegel.de/panorama/mongolei-neonazis-als-umweltschutzaktivisten-a-912013.html

Von der Liebe bleibt der moderne Mensch verschont

Ehe und Familie sind die großen Stabilisatoren der Evolution. Selbst den Katastrophen der Natur und in den revolutionären Umbrüchen hielt der familiäre Kern des Zusammenlebens stand. Weder Robespierre noch Hitler, Stalin, Mao oder Pol Pot schafften es, die Familien zu eliminieren, so sehr sie sich auch darum bemühten. Ehe und Familie haben alle Frontalangriffe überlebt.

Bedrohlicher als die gewaltsamen Versuche von gestern sind möglicherweise die lautlosen Unterminierungen von heute. Entfunktionalisierung durch Outsourcing lässt von Ehe und Familie nur noch eine ausgelaugte Hülle übrig. Für was aber sollen Ehe und Familie noch gut sein?

Familie: für den Zusammenhalt? Wenn jeder sich selbst genug und Selbstverwirklichung Alleinverwirklichung ist, bedarf es keines sozialen Zusammenhalts.

Familie: für den Nachwuchs? Kinder lassen sich auch außerhalb einer Ehe auf die Welt bringen. Die außereheliche Geburt lässt sich noch weiter treiben und durchperfektionieren. Der künstliche Mensch ist machbar, wie Ray Kurzweil in seinem Bestseller “Homo sapiens” kühn behauptet.

Er ließe sich sogar nach den Produktionswünschen der Wirtschaft optimieren. Jede und jeder wird dann für den Platz gentechnisch programmiert, auf dem er später produziert, so dass arbeitsmarktpolitische Fehlbesetzungen zukünftig ausgeschlossen sind: Jeder kommt auf den Platz, für den er vorgesehen ist. Das ergibt eine stabile Gesellschaft ohne Aufstiegssehnsucht und Abstiegsängste.

Familie: für die Erziehung? Die familiäre Erziehung, so hat sich in der Debatte über das Betreuungsgeld herausgestellt, gilt als überholt. So gesehen sind Eltern Dilettanten. Allein die professionelle Erziehung aller Kinder durch öffentliche Erziehungsanstalten wird als Voraussetzung für Chancengleichheit angegeben. Deshalb werden die Anstrengungen verstärkt, Kinder möglichst schon kurz nach der Geburt den Händen der Erziehungsexperten zu übergeben, um sie später ganztags schulisch zu “erfassen”. Schulfreie Kindheitszonen soll es nicht mehr geben.

Die allgegenwärtige öffentliche Betreuung beseitigt auch die letzten Verstecke, die dem Abenteuer Kindheit zur Verfügung standen. Selbst die Ferienzeiten werden jetzt zunehmend mit schulischem Betreuungsangebot besetzt, damit auf keinen Fall Spielräume ohne staatlich professionelle Erziehungsaufsicht entstehen. Die Familie ist noch für Übernachtung zuständig.

https://indexexpurgatorius.wordpress.com/2013/05/15/von-der-liebe-bleibt-der-moderne-mensch-verschont/

Das Wunder von Dünkirchen

„…Den Grund dafür, warum AH die Briten weitgehend verschont hat, wird vom Zeitzeugen Hans Grimm (einer der Väter der “Volk-ohne-Raum-Theorie”) darin gesehen, daß AH die Briten als “nordisches Volk” und damit als ewigen Verbündeten des Abendlandes im Kampf gegen den “asiatischen Bolschewismus” gesehen habe.

So erklärt er auch das “Wunder von Dünkirchen”, als AH die eingekesselten englisch-französischen Truppen per persönlichem Befehl entkommen ließ.

Viele weitere Details in seinem Buch “Warum – woher- aber wohin” – Hans Grimm….“

 

Hitler sagte im August 1943 zum Thema “Dünkirchen”:

„Ich habe umdenken müssen, es entsprach nicht meiner Wesensart, auf den zu treten, der am Boden liegt. Ich habe mich geirrt, Großmut wird nicht anerkannt. Sie vergelten meine Schonung damals in Dünkirchen mit Bomben und Phosphor auf die Frauen und Kinder, deren Männer und Väter für Europa kämpfen“ (Giesler 2005, S. 415).

gefunden unter: http://lupocattivoblog.com/2013/02/01/die-anti-hitler-koalition-des-zweiten-weltkrieges-stalinrooseveltchurchill-und-ihre-ziele/