Facebook: Kursmanipulation?

Nur dem kräftigen Eingriff der Banken ist es zu verdanken, dass Facebook nicht unter den Ausgabekurs fiel. Der größte Börsengang der Geschichte drohte zum Debakel zu werden. – Nun droht auch noch eine Milliardenklage.

 

von Dirk Weckerle

Nur mit Müh und Not konnte der Facebook-Kurs gestern knapp über der Marke von 38 Dollar – dem Ausgabepreis – gehalten werden. Das berichten Insider aus New York. Mit diesen Kursstützungsmaßnahmen, die man auch Kursmanipulation nennen kann, wurde verhindert, dass der Kurs unter 38 Dollar sank. Am Ende blieb ein mageres Plus von 0,6% beim größten Börsengang der Welt. Zuvor war erwartet worden, dass die Aktie bis zu 50% über den Ausgabepreis steigt.

Kursmanipulation ist ein strafbares Delikt und wird auch in den USA verfolgt. Die Kursfindung der Facebook-Aktie könnte deshalb demnächst auch die Staatsanwaltschaft beschäftigen.

Angeblich habe es bereits bei der Preisfindung Pannen gegeben, hieß es offiziell aus New York. Die Kursfindung verschob sich um fast zwei Stunden. Doch was offiziell als Panne bezeichnet wurde war wohl nur die Enttäuschung darüber, dass es mehr Verkäufe als Käufe gab. Eilig strickten die Banken darauf hin Notfallpläne, damit der Kurs nicht unter den Ausgabepreis rutschte. Eine Untersuchung soll nun Aufschluss darüber geben, was wirklich los war am Tag des Börsengangs. Die US-Börsenaufsicht leitete am Freitag nach Handelsschluss eine Untersuchung der Vorgänge ein, die Investoren und Broker stundenlang im Unklaren über den Stand ihrer Aufträge gelassen hatten.

Die Zurückhaltung bei der Facebook Aktie könnte auch in Zusammenhang mit einer Milliardenklage stehen, die gestern bekannt wurde, im Trubel des Börsengangs jedoch unterging:  Nutzer werfen dem sozialen Netzwerk vor, ihre Spuren im Internet aufgezeichnet zu haben – selbst nachdem sie die Facebook-Website geschlossen hätten. Die Kläger verlangen nun im Namen aller Geschädigten in den USA 15 Milliarden Dollar.

Die Höhe der Forderung erklärt sich dadurch, dass es sich um eine der gefürchteten Sammelklagen handelt. Pro Tag und Nutzer verlangen die Kläger 100 Dollar als Wiedergutmachung und Strafe, bis zu 10 000 Dollar pro Person. Hinzu kommen die Kosten für Experten und Anwälte. – Facebook ist bei einem Kurs von 38 Dollar rund 110 Milliarden Dollar wert.

http://www.mmnews.de/index.php/boerse/10080-facebook-kursmanipulation

Facebook crasht

Der größte Börsengang der Geschichte wird wohl auch zum größten Flop. Der Facebook-Kurs fällt drastisch unter 38$ (Ausgabekurs). Kommt jetzt auch Morgan Stanley in Schwierigkeiten?

 

Der Börsengang von Facebook droht zum größten Flop der Börsengeschichte zu werden. Im vorbörslichen Handel stürzte die Aktie unter den Ausgabekurs von 38$. Der Verkaufsdruck scheint nach wie vor immens zusein. Altaktionäre wollen Kasse machen und das um jeden Preis.

Insider Selling im November dürfte zusätzlichen Druck auf die Aktie ausüben, nämlich dann, wenn viele Mitarbeiter, deren Aktien bis dahin für den Verkauf gesperrt sind, ebenfalls ihre Papiere auf den Markt werfen dürfen.

Unterdessen dürfte mit dem Niedergang von Facebook auch die Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs Probleme bekommen. Noch am Freitag wurden laut Bloomberg 43 Millionen Aktien zu 38$ gekauft, um den Kurs zu stützen. Sollte Facebook weiter fallen, dürfte dies eine unberechenbare Verlustposition sein, welche zu Panikverkäufen führen könnte, um die Verluste zu begrenzen.

Facebook Kurs realtime

Bankrun in Griechenland

Aus Angst, dass Griechenland aus dem Euro austritt heben immer mehr Griechen holen immer mehr ihr Geld von den Banken. Bisher fast eine Milliarde abgebucht.

 

In Griechenland wächst die Angst, dass das Land aus dem Euro austritt und die neue Währung entsprechend drastisch abwertet. Deshalb heben immer mehr Kunden ihr Geld von der Bank ab und bringen es in Sicherheit. Allein seit Wochenbeginn haben Kunden rund 900 Millionen Euro von ihren Konten abgehoben, berichtet die Nachrichtenagentur dpa-AFX unter Berufung auf Insider.

Staatspräsident Karolos Papoulias hatte bereits am Wochenende die Parteichefs darauf hingewiesen, dass die Griechen wieder verstärkt hohe Summen von Geldautomaten und über das Internet abgehoben hätten. Notenbank-Chef Georgios Provopoulos präsentierte diese Informationen demnach am Sonntag den Parteispitzen.

Diser Trend ist nicht neu und betrifft offenbar nicht nur Griechenland. Auch in vielen anderen Ländern der Südschiene bringen die Leute ihr Geld in Sicherheit, holen es von der Bank oder überweisen es ins Ausland. Hauptprofiteure: Deutsche Banken. Allerdings haftet in letzter Instanz der deutsche Steuerzahler, weil die Bundesbank über Target2 das Geld der Südschiene als Kredit gibt.

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10065-bankrun-in-griechenland