Terroristen in Südwestsyrien eliminieren sich gegenseitig

Während der Großteil Syriens darauf wartet, dass die Vorbereitungen der syrischen Armee zur Wiederherstellung der staatlichen Ordnung in Südwestsyrien abgeschlossen werden und die Offensive der Armee beginnt, haben „moderate Terroristen“ in der Gegend schon mal damit begonnen, sich gegenseitig zu eliminieren.

Al Masdar News meldete am frühen Abend des heutigen Mittwochs, dass „Dutzende“ Mitglieder der einst von den USA mit ATGM und MANPADS ausgerüsteten Terrorgruppe Jabhat Ansar Al-Islam durch eine Autobombe unbekannter Herkunft in der Provinz Quneitra ums Leben gekommen seien. Arabiana Intel meldete dann weiterhin, dass ein Feldkommandeur der Gruppe von anderen Bewaffneten gefangen genommen wurde, weil er sich mit vielen Dollars im Koffer in Richtung eines syrischen Armeepostens absetzen gewollt haben soll.

Und zwischenzeitlich meldete Arabiana Intel dann auch noch, dass unter dem FSA-Logo operierende Terroristen in Quneitra und Daraa Stützpunkte und Positionen von Jabhat Ansar Al-Islam überfallen, die Bewaffneten der Gruppe gefangen nehmen und sie sich ihre Waffen aneignen.

Unterdessen kursieren Gerüchte, dass Russland und Israel sich in Bezug auf Südwestsyrien geeinigt haben.

Den Gerüchten zufolge soll die Einigung so aussehen, dass die Terroristen aus Südwestsyrien nach Idlib verfrachtet werden, Hisbollah sich von der Demarkationslinie zum zionistisch besetzten Golan in Richtung Damaskus zurückzieht, die US-Besatzungstruppen Tanf verlassen und die syrische Armee all dieses Gelände einnimmt.

Ansonsten hat der ukrainische Geheimdienst SBU heute zugegeben, dass die gestern von ukrainischen Behörden mit großem Getöse bekannt gegebene Ermordung des kreml-kritischen russischen Journalisten Arkady Babchenko lediglich vom ukrainischen Behörden vorgetäuscht worden war, Italiens Präsident Mattarella hat sich entschieden, den unbeliebten IWF-Funktionär Cottarelli erst mal doch nicht gegen den Willen einer überwältigenden Parlamentsmehrheit zum amtierenden Regierungschef Italiens zu ernennen, und Iran und Indien sollen daran arbeiten, ihren Handel zukünftig unter Verzicht auf US-Dollar fortzusetzen.

Als Leseempfehlung des Tages an die der englischen Sprache mächtigen Parteibuch-Leser sei hier folgender Artikel von Pepe Escobar in der Asia Times vorgestellt: „The Syria connection to Iran, Afghanistan and China.“ Pepe Escobar war gerade auf einer Konferenz in Mashhad im Iran, und hat sich da unter anderem mit Saadallah Zarei, einem der führenden strategischen Analysten des Iran, und Komeil, einem in der afghanischen Armee ausgebildeten Mitglied der in Syrien eingesetzten afghanischen Fatemiyoun-Brigaden, unterhalten.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2018/05/30/terroristen-in-suedwestsyrien-eliminieren-sich-gegenseitig/

Gaza erwidert israelisches Feuer

Seit Monaten hat das zionistische Regime die Bevölkerung und die Regierungskräfte in Gaza beschossen, bombardiert und ermordet, ohne dass die palästinensischen Organisationen das Feuer erwidert haben, und so schien „Israel“ überrascht, dass das am heutigen Dienstag nicht mehr so war.

Seit Tagen hat das zionistische Regime Beobachtungsposten der palästinensischen Regierungskräfte von Hamas und Palestinian Islamic Jihad mit Panzern beschossen und dabei allein in den letzten 48 Stunden vier Palästinenser umgebracht. Hamas und Palestinian Islamic Jihad beantworteten die zionistischen Angriffe am heutigen Morgen mit zunächst 28 Artilleriegrananten, die sie auf zionistische Posten abschossen. Al Manar berichtete dazu unter Berufung auf Feindmedien, dass dadurch vier zionistische Soldaten verletzt wurden. Das zionistische Regime bombardierte daraufhin im Laufe des Tages mehr als 30 Positionen in Gaza, woraufhin die palästinensische Seite einige Dutzend weitere Granaten auf zionistische Truppen abschoss. Außerdem hat das zionistische Regime, dsa seit rund einem Jahrzehnt eine totale Seeblockade gegen Gaza durchsetzt, heute noch ein Boot aufgebracht und beschlagnahmt, mit dem vom zionistischen Regime in den letzten Wochen verletzte Palästinenser in Kliniken außerhalb des Gaza-Streifens gebracht werden sollten.

Im Laufe des Tages gab es Befürchtungen, die Entwicklung der Situation würde direkt auf ein neues riesigen Massaker in Gaza hinauslaufen, doch am Abend meldeten sowohl Medien der Achse des Widerstandes als auch die zionistische Hasbara, dass um Mitternacht ein von Ägypten vermittelter Waffenstillstand in Kraft treten soll. Dass das notorisch maßlos aggressive zionistische Regime sich auf den Waffenstillstand eingelassen hat, könnte unter anderem daran liegen, dass es Kräfte frei haben will für den Fall, dass die syrische Armee rund zweihundert Kilometer weiter nordöstlich gerade die Befreiung von Daraa und Quneitra von vom zionistischen Regime gesponsorten Terrorbanden vorbereitet, und das zionistische Regime seine Ressourcen gegenwärtig auf die Sabotage des syrischen Anti-Terror-Kampfes konzentrieren will.

Es riecht ein bisschen danach, dass dem zionistischen Regime seine einst totale Domainanz ein Stückchen weiter abhanden gekommen ist. Auf syrischer Seite soll Al Masdar News zufolge an der Befreiung von Südwestsyrien unter anderem die exil-palästinensische Quds-Brigade teilnehmen.

Nachtrag Mittwoch 01:00h: Das zionistische Regime dementierte offiziell eine Waffenruhe und attackiert Gaza weiter:

Die Verteidigungskräfte von Gaza schießen weiterhin zurück:

Nachtrag Mittwoch 05:30h: Zur Situation mit der Luftwaffe der Achse des Terrors gab es am Dienstag übrigens bei Sputnik einen interessanten Artikel:

Neue Spielregeln im Luftkampf: Russisches „Auge“ könnte Stealth-Jets erkennen

Russland und China stehen kurz vor einem technologischen Durchbruch: Eine neue Ortungstechnik könnte die größten Trümpfe amerikanischer Tarnkappenjäger ausstechen, schreibt das Fachblatt „The National Interest“. Welches Know-how damit gemeint sein könnte, erklärt der Militärexperte Dmitri Drosdenko.

Kurz zusammengefasst sieht das danach aus, dass die Luftstreitkräfte der USA und ihrer Verbündeten in den letzten Jahren Russland in Syrien ihre gesamte Tarnkappentechnik präsentiert haben, und Russland die Chance genutzt hat, um erprobte Technologien zu entwickeln, um diese „unsichtbaren“ Flugobjekte der NATO-Staaten zu orten. Im Ergebnis sind damit die gesamte Tarnkappenstrategie der USA und alle der Billionen Dollar teuren Waffensysteme, die darauf basieren, einschließlich der F-35 und der Tarnkappen-Cruise-Missiles, wohl ziemlicher Schrott. Waffen, deren Überlegenheit auf der Charakteristik basieren sollen, für den Gegner unsichtbar zu sein, aber die nun doch sichtbar sind, büßen zumindest einen sehr erheblichen Teil ihres Wertes ein.

Bei den geopolitischen Auswirkungen ist zu bedenken, dass der Besitz solcher Ortungssysteme nicht auf Russland und Syrien beschränkt bleiben muss. Der oben bereits zitierte Sputnik-Artikel merkt dazu an, dass solche Technik, die auch Teil des neuesten russischen Flugabwehrsystems S-500 sein wird, im Iran zwischenzeitlich bereits „im Einsatz“ ist.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2018/05/29/gaza-erwidert-israelisches-feuer/

Kongress verbietet Trump den Iran anzugreifen

von Freeman

Das US-Repräsentantenhaus hat einstimmig einen Zusatz zum US-Verteidigungshaushalt 2019 hinzugefügt, in dem jegliche Erklärung eines Krieges gegen den Iran ohne die Zustimmung des Kongresses verboten wurde. Eine sehr wichtige Meldung, die aber von den Lügenmedien kaum verbreitet wird. Warum? Weil die Main-Shit-Medien nach einem Krieg gegen den Iran lechzen und diese von den Zionisten kontrolliert werden, die einen wollen.

Der Änderungsantrag, der vom Demokraten Keith Maurice Ellison vorgeschlagen und von einer Reihe anderer demokratischer sowie republikanischer Abgeordneter unterstützt wurde, wurde einstimmig angenommen. Eine sehr aussergewöhnliche Einigkeit bei den Abgeordneten beider Parteien.
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Ellison, Mitglied des Kongresses aus Minnesotas Fünften Distrikt, sagte in einer Nachricht auf Twitter, dass die klare Botschaft des Änderungs- antrags sei, dass die Menschen in Amerika und die Kongressabgeordne- ten keinen Krieg gegen den Iran wollen und der Kongress die Autorität wiedererlangte, als einzige Instanz einen Krieg erklären zu können.

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http://alles-schallundrauch.blogspot.kr/2018/05/kongress-verbietet-trump-den-iran.html

Wird Washington die EU-Länder militärisch angreifen?

von Freeman

Wie die jüngste Geschichte zeigt, ist jedes Land, dass sich vom Dollar als Zahlungsmittel für Öl abgewendet hat, anschliessend vom US-Militär überfallen, bombardiert und zerstört worden. Das mindeste was passiert, es findet ein Umsturzversuch der Regierung statt, welche die Frechheit hat, sich vom Dollar-Monopol loszulösen. Siehe Irak und Libyen, aber auch Kuba, Venezuela, Nordkorea und Iran. Denn ohne den weltweiten Bedarf an Dollars für den Ankauf von Öl und Gas, gebe es den Dollar gar nicht mehr, der hauptsächlich so gestützt wird. Kommt jetzt die EU dran, denn Brüssel hat entschieden, in Zukunft iranisches Öl nicht mit Dollars sondern mit Euros zu bezahlen?

Die Europäische Union plant, für den Kauf von Öl aus dem Iran auf den Euro umzusteigen und den US-Dollar als Zahlungsmittel zu beseitigen, da beide Seiten daran arbeiten, den bilateralen Handel vor möglichen amerikanischen Sanktionen zu schützen, heisst es aus Brüssel.

Wir habe Kenntnis von der Entscheidung, dass die EU vom Dollar auf Euro umsteigen wird, um Rohöl aus dem Iran zu bezahlen„, sagte die Website des russischen Nachrichtensenders RT am Mittwoch unter Berufung auf eine diplomatische Quelle, die mit der Nachrichtenagentur Sputnik sprach.

Iran exportiert rund 450’000 Fass Rohöl pro Tag nach Europa und rund 1,8 Millionen Fass nach Asien. Das Land hat seine Ölproduktion um fast eine Million Fass pro Tag erhöht, seit das Atomabkommen die westlichen Sanktionen im Januar 2016 aufgehoben hat.

Auch mit China hat der Iran eine Vereinbarung getroffen, das iranische Öl mit der chinesischen Währung zu bezahlen und nicht mehr in Dollars. Das ist übrigens der ganze Grund, warum der Iran von Washington (und Israel) wieder massiv verteufelt wird und Trump den Atomvertrag gebrochen hat.

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Israel, 200 Atomwaffen auf den Iran gerichtet

von Manlio Dinucci

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Die Entscheidung der Vereinigten Staaten, das Atomabkommen mit dem Iran zu verlassen – das 2015 von Teheran und den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats und Deutschland unterzeichnet wurde – verursacht eine extreme Gefahrensituation, nicht nur im Nahen Osten.

Um die Auswirkungen einer solchen Entscheidung zu verstehen, die unter dem Druck Isra-els getroffen wurde, das die Vereinbarung als “die Kapitulation des Westens vor der Achse des Bösen, angeführt vom Iran” beschreibt, müssen wir von einer genauen Tatsache ausge-hen: Israel hat die Bombe, nicht der Iran.

Seit über fünfzig Jahren produziert Israel Atomwaffen im Werk in Dimona, das vor allem mit der Hilfe von Frankreich und den Vereinigten Staaten gebaut wurde. Es unterliegt keiner Kontrolle, da Israel, die einzige Atommacht im Nahen Osten, nicht dem Atomwaffensperr-vertrag unterliegt, den der Iran vor fünfzig Jahren unterzeichnete.

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Die Beweise, dass Israel Atomwaffen herstellt, wurde vor über dreißig Jahren von Mor-dechai Vanunu erbracht, der im Werk in Dimona arbeitete: Sie wurden am 5. Oktober 1986 von The Sunday Times veröffentlicht, nachdem sie von führenden Atomwaffenexperten überprüft worden waren. Vanunu, vom Mossad in Rom entführt und nach Israel verschleppt, wurde zu 18 Jahren schwerer Gefängnisstrafe verurteilt und 2004 unter strengen Auflagen freigelassen.

Israel hat heute (ohne es zuzugeben) ein Arsenal von geschätzten 100 bis 400 Atomwaffen, einschließlich Mini-Nukes der neuen Generation, sowie Neutronenbomben, und produziert Plutonium und Tritium in solchen Mengen, die ausreichen, um hunderte mehr zu bauen.

Die israelischen Sprengköpfe sind bereit, von ballistischen Raketen, wie die Jericho 3, ab-geschossen zu werden, sowie von F-15 und F-16 Kampfbombern, die von den USA geliefert wurden, denen die F-35 jetzt hinzugefügt werden.

Wie von zahlreichen IAEA-Inspektoren bestätigt wurde, hat der Iran keine Atomwaffen und verpflichtet sich, keine zu produzieren, gemäß der Vereinbarung unter strenger internationa-ler Kontrolle.

Jedoch – schrieb der frühere US-Außenminister Colin Powell in einer E-Mail am 3. März 2015, die an die Öffentlichkeit kam – “die Jungs in Teheran wissen, dass Israel 200 Atomwaffen hat, alle auf den Iran gerichtet, und wir haben tausende.”

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Die US-europäischen Verbündeten, die das Abkommen mit dem Iran formell weiterhin un-terstützen, sind im Wesentlichen auf einer Linie mit Israel. Deutschland beliefert Israel mit sechs Dolphin U-Booten, die so modifiziert wurden, dass sie nukleare Marschflugkörper abfeuern können, und sagte die Lieferung von drei weiteren zu.

Deutschland, Frankreich, Italien, Griechenland und Polen nahmen, mit den USA, an der Blauen Flagge 2017 teil, der größten internationalen Luft-Kriegsübung in der Geschichte Israels. Italien, mit Israel durch ein militärisches Kooperationsabkommen (Gesetz Nr. 94, 2005) verbunden, nahm an der Übung mit Tornado Kampfflugzeugen des 6. Geschwaders von Ghedi teil, die geeignet sind, amerikanische B-61 Atombomben zu tragen (die bald von B61-12 ersetzt werden). Die USA nahmen mit F-16 Kampfflugzeugen des 31. Jagdge-schwaders von Aviano teil, die für dieselbe Funktion ausgelegt sind.

Die israelischen Atomstreitkräfte sind im Rahmen des „Individual Cooperation Program“ mit Israel in das elektronische System der NATO integriert, ein Land, das, obwohl kein Mit-glied des Bündnisses, eine ständiges Büro im NATO-Hauptquartier in Brüssel hat.

Gemäß dem Plan, der in der Übung Juniper Cobra 2018 von US-Israel geprobt wurde, wür-den US- und NATO-Streitkräfte aus Europa (insbesondere von den Basen in Italien) kom-men, um Israel in einem Krieg gegen den Iran zu unterstützen. Es könnte mit einem israeli-schen Angriff auf die iranischen Atomeinrichtungen beginnen, wie der, der 1981 auf den Atomreaktor in Osiraq ausgeführt wurde. Im Fall einer iranischen Vergeltung, könnte Israel Atomwaffen einsetzen und damit eine Kettenreaktion unvorhersagbaren Ausmaßes auslösen.

Übersetzung
K. S.

Quelle
Il Manifesto (Italien)

http://www.voltairenet.org/article201176.html

Der 3. Weltkrieg – Das Atomabkommen mit dem Iran

 

In diesem Video zeige ich die Gesamtentwicklung, was die Aufkündigung
des Atomabkommens mit dem Iran betrifft. Wieder einmal wird absolut
deutlich, dass die Entscheidung von Donald Trump, genau dieses Atomabkommen
aufzukündigen, mehr als gefährlich ist und das diese Entscheidung eine
komplette Eskalation im nahen Osten auslösen wird.

Auch die Aktionen der Türkei werden dargestellt, die
sich besonders auf Syrien und auch Griechenland beziehen.

Der 3 Weltkrieg – Der Rubikon wurde überschritten

In diesem Video geht es um die insgesamte, weltliche Lage und
wie sich diese immer weiter in Richtung Chaos und dem Finale
des 3 Weltkrieges entwickelt. Der Rubikon wurde überschritten.
Es gibt kein Zurück mehr.

Goldjunge

Trump hat es getan. Wir haben darauf gewartet und es erhofft und Trump hat einmal mehr nicht enttäuscht.

Das Theaterstück um den Iran-Deal ist meisterlich inszeniert. Zunächst war die schwere Geburt des Deals, in Zusammenarbeit von Russland, USA, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Eine Zusammenarbeit von Russland und China auf der einen Seite und den USA und der EU auf der anderen Seite. Diese beiden gegeneinander kämpfende Blöcke decken die größten und wichtigsten Machtzentren der Welt ab. In der Frage des iranischen Atomprogramms konnten sich diese feindlichen Blöcke einigen, was bemerkenswert erscheint. Der Deal wurde als riesiger Erfolg für alle Beteiligten und die gesamte Welt verkauft. Wir haben also etwas, das von allen Machtzentren der Welt als großer, teuer erkaufter Erfolg bewertet wird.

Dann taucht Trump auf der Bühne auf. Er stellt den Deal von Anfang an infrage. Er wettert dagegen, droht immer wieder mit dem Ausstieg der USA. Russland und China sind ganz entspannt, sie unterhalten ohnehin gute Beziehungen zum Iran. Die EU aber wird zunehmend nervös. Die EU braucht neue Märkte und der Iran ist ein solcher Markt. Europäische Banken und Großkonzerne stehen in Teheran Schlange, um Verträge abzuschließen. Die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran als Teil des Deals ist der Türöffner für Europa in dieses große, von Großkonzernen relativ unbefleckte Land, das gigantische Gewinne verspricht. Der Ausstieg der USA bedeutet konkret die Wiedereinführung von Sanktionen. Und dass die USA ihre Vasallen zwingen, bei US-Sanktionen mitzumachen, haben die Europäer in den letzten Jahren sehr schmerzvoll und kostenintensiv am eigenen Leib erfahren. Trumps Ausstiegs-Drohung war ein Horror-Szenario für die EU – wenn denn alles nach den alten Herr-Vasall-Regeln gelaufen wäre. Aber diese Regeln wurden bereits gebrochen, die EU gehorcht nicht mehr. Unter diesen Umständen bedeutet der Ausstieg der USA, der mit schmerzhaften Forderungen an die EU verknüft ist, entweder die erneute bedingungslose Unterwerfung der EU samt Geißelung oder eine dramatische Vertiefung des transatlantischen Bruchs, der sich seit 2014 bereits aufgetan hat. Wobei die bedingungslose Unterwerfung als unrealistischer Traum einzustufen ist und eine zunehmende Abspaltung der ohnehin sich abspaltenden Vasallen als unausweichliche Realität. Vor die harte Wahl gestellt hat die EU praktisch keine Wahl. Aber das heißt nicht, dass die EU vor diese Wahl gestellt werden möchte. Jedenfalls offiziell nicht, denn offiziell sind EU und USA doch noch enge Freunde, strategisch verbunden, mit gemeinsamen Werten usw.

Die EU redet offen auf Trump ein, nicht aus dem Deal auszusteigen. Hunderte europäische Parlamentarier schreiben einen offenen Brief an den US-Kongress. Sie drohen damit auch. Ein Ausstieg bedeutet Schaden an der Glaubwürdigkeit des Westens. Und:

Aber eines ist klar: Falls das Abkommen scheitert, wird es nahezu unmöglich sein, noch einmal ein großes und geschlossenes Bündnis zur Sanktionierung des Iran zu schmieden.

Das ist die klare Ansage, dass Europa sich erneuten Sanktionen gegen den Iran verweigern wird. Dann gibt es da noch solche Sätze:

Es liegt im ureigensten Interesse Europas und der USA, (…) das transatlantische Bündnis als verlässliche und glaubwürdige Gestaltungskraft der Weltpolitik zu erhalten.

Damit wird unzweideutig klargestellt, was ein Ausstieg der USA zerstören würde – das transatlantische Bündnis.

Trump ließ sich nicht beirren. Die EU versuchte weiter ihr Glück. Macron und Merkel besuchten kurz aufeinander Trump und bei beiden war einer der wichtigsten Punkte auf der Tagesordnung der Versuch, Trump vom Ausstieg aus dem Iran-Deal abzuhalten.

Was hat all dieses Theater gebracht? Es hat dazu geführt, dass sich USA und EU deutlich gegeneinander positioniert haben, mit ultimativen Ansagen und roten Linien. Dieses Theater hat die Kompromisslosigkeit in der Frage des Iran-Deals öffentlich bekundet. Die EU hat vor aller Welt klargestellt, dass sie den USA im Ausstieg aus dem Iran-Deal nicht folgen werden.

Das mag vielleicht zufällig wirken, aber das ist es nicht. Die Zuspitzung der Positionen, die keinen Raum für Kompromisse lässt, ist hart erarbeitet, von beiden Seiten des Atlantiks.

Und dann hat Trump den Ausstieg der USA aus dem Iran-Deal verkündet.

Mögliche Sanktionen könnten laut Trump auch für die Länder gelten, die Wirtschaftsbeziehungen zu Teheran unterhalten.

Da ist die Drohung von US-Seite an die EU. Trump droht der EU Sanktionen an. Großartig!

Die EU reagiert, wie sie reagieren muss – die EU werde den Deal nicht aufkündigen und sie bittet auch den Iran darum, den Deal weiterlaufen zu lassen:

In einer gemeinsamen Erklärung schrieben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May an Teheran: “Wir ermuntern Iran, mit Augenmaß auf die US-Entscheidung zu reagieren.” Merkel sagte außerdem: “Wir werden diesem Abkommen verpflichtet bleiben und alles daran setzen, dass auch Iran seine Verpflichtungen einhält.”

Die EU wird angepeitscht vom Iran, der sich gerade in einer herrlichen Lage befindet und ganz neue Spielräume bekommt:

Rohani drängte die europäischen Partner laut der Nachrichtenagentur Isna zur Eile: “Unter den aktuellen Umständen hat Europa eine sehr limitierte Gelegenheit, das Atomabkommen zu bewahren”, sagte Rohani demnach. Europa müsse “so schnell wie möglich” seine Position klarstellen und seine Absichten in Bezug auf seine Verpflichtungen genau darlegen.

Teheran hat außerdem einem Regierungssprecher zufolge einen Plan ausgearbeitet, um mit dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen umzugehen. Einzelheiten gab der Sprecher nicht bekannt.

Köstlich! Teheran hat einen “Plan”, wie der Ausstieg der USA für die übrigen Vertragspartner zu regeln ist. Einzelheiten werden den EU-Diplomaten hinter verschlossenen Türen zur Unterschrift vorgelegt! Der West-Block des Deals in Gestalt der USA rüttelt am Deal und der West-Block des Deals in Gestalt der EU wird dafür bezahlen müssen. Ein Teil der zukünftigen Gewinne von EU-Konzernen und EU-Banken wird dem Iran und/oder den anderen Vertragspartnern überschrieben werden. Beachten Sie, wie die EU bei diesen Forderungen des Iran keinen Spielraum hat, denn die EU hat sich im Theater mit Trump bereits klar darauf positioniert, dass der Iran-Deal so wahnsinnig wichtig ist, dass man ihn auf keinen Fall aufkündigen darf. Die EU bekommt jetzt von beiden Seiten auf die Fresse, von der einen Seite von Trump und von der anderen Seite vom Iran.

Derweil goss der gerade erst ins Amt getretene neue US-Botschafter in Deutschland kräftig Öl ins Feuer und rief deutsche Unternehmen auf, Geschäfte mit dem Iran umgehend zu beenden. Die Reaktionen fielen allseits feindlich aus, stellvertretend die von Wolfgang Ischinger, dem Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz:

Aber sagen Sie dem Gastland nie, was es zu tun hat, wenn Sie keinen Ärger wollen. Deutsche hören gern zu, aber Anweisungen werden sie übelnehmen.

So redet man nicht mit seinem Herren. Aber die USA sind auch kein Herr mehr. Schon lange nicht, aber zunehmend kann und will man das nicht mehr vor den Massen verbergen. Dem US-Botschafter war es egal, er hat weiter nachgetreten, er wolle einfach ehrlich sein. Kein Ausrutscher eines unerfahrenen Diplomaten, nein nein, Deutschland, beende deine gewinnträchtigen Geschäfte! Die USA wollen die Eskalation mit Deutschland und der EU.

Und die bestellte Konfrontation ist da. Die Medien sind kriegslüstern gegen die USA. “Europas Stunde”, heißt es etwa, und im Beitrag steht unter anderem:

Und schließlich geht es um die über Jahrzehnte wichtigste, verlässlichste und, ja, beste Konstante europäischer Außenpolitik: die Partnerschaft mit den USA, das transatlantische Verhältnis.

(….)

Dieser Konflikt hat das Potenzial, zu einer echten Konfrontation zwischen Europa und den USA zu eskalieren, im schlimmsten Fall würde Trump die Europäer vor die Wahl stellen: Wir oder Iran. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns.

Die EU wird vor die Wahl zwischen USA und Iran gestellt. Und die EU entscheidet sich für Iran. Merken Sie, wie grundlegend sich die Welt in den letzten vier Jahren verändert hat? Bei der Wahl zwischen USA und Iran entscheidet sich die EU für den Iran.

Nachdem sich die Redakteure gesammelt, die Anweisungen von oben verdaut und sich beraten haben, wurde der Ton noch schriller:

Der Westen existiert nicht mehr. Donald Trumps Iran-Entscheidung zerstört das transatlantische Bündnis. Europa muss sich wehren.

Und das sind alles Zitate aus der deutschen CIA-Pressestelle. Offensichtlich hat Trump die CIA gut unter Kontrolle gebracht und die Clintonisten gründlich ausgemistet.

Das ist aber nicht nur der Tenor der Presse. Neben der oben bereits erwähnten gemeinsamen Erklärung von Deutschland, Frankreich und Großbritannien hat die europäische Spitzenpolitik weitere Duftmarken gesetzt. Zum Beispiel Merkel:

Europas Beitrag zu Frieden und Stabilität hängt von unseren Fähigkeiten ab, gemeinsam zu handeln und international mit einer Stimme zu sprechen. Nach Jahrzehnten ist es uns in den letzten Monaten gelungen, eine Ständige Strukturierte Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigungspolitik zu erreichen. Das ist ein Riesenschritt, den es lange nicht gab. Aber seien wir ehrlich: Bezüglich der gemeinsamen Außenpolitik steckt Europa noch in den Kinderschuhen. Diese wird aber existenziell notwendig sein. Denn die Art der Konflikte hat sich seit dem Ende des Kalten Krieges vollständig verschoben. Sehr viele große globale Konflikte finden vor der Haustür Europas statt. Und es ist nicht mehr so, dass die Vereinigten Staaten von Amerika uns einfach schützen werden, sondern Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Das ist die Aufgabe der Zukunft.

Die USA schützen die EU nicht mehr. Die EU muss ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen. So sieht sie aus, die transatlantische Scheidung. Und wer treibt die Scheidung voran? Trump. Er ist der Mann, der den Drecksjob machen muss und sich von allen Seiten mit verbaler Gülle übergießen lassen muss. Trump ist großartig darin, wie er das aushält und seinen Job pflichtbewusst weiter führt. Das ist wahrlich kein Zuckerschlecken für ihn und Dank ist ihm nicht gewiss. In den europäischen Geschichtsbüchern könnte er als der Dumme und Böse enden, und die wahren Dummen werden glauben, dass ihre Unabhängigkeit von den USA sich zufällig ergeben hat. Die EU wird sich unabhängig von den USA machen und Trump gebührt ein Großteil der Ehre dafür.

Juncker hat in einer Rede vor dem flämischen Regionalparlament gefordert, die USA als Supermacht zu ersetzen. Die Haltung der EU ist also eindeutig und geschlossen hinsichtlich der Iran-Frage. Und obwohl es angeblich um den Iran geht, geht es zufälligerweise darum, dass die USA kein verlässlicher Partner und kein Beschützer mehr sind und dass die EU sich schleunigst selbstständig machen muss. Wem hat die EU zu verdanken, dass sie sich so klar zur Selbstständigkeit und gegen die USA positionieren kann, und dass dabei die Transatlantiker keine Chance zum Aufmucken haben? Trump.

http://analitik.de/2018/05/11/goldjunge/