IRAN oder ISRAEL-Wer bedroht Deutschland?

Wird Washington die EU-Länder militärisch angreifen?

von Freeman

Wie die jüngste Geschichte zeigt, ist jedes Land, dass sich vom Dollar als Zahlungsmittel für Öl abgewendet hat, anschliessend vom US-Militär überfallen, bombardiert und zerstört worden. Das mindeste was passiert, es findet ein Umsturzversuch der Regierung statt, welche die Frechheit hat, sich vom Dollar-Monopol loszulösen. Siehe Irak und Libyen, aber auch Kuba, Venezuela, Nordkorea und Iran. Denn ohne den weltweiten Bedarf an Dollars für den Ankauf von Öl und Gas, gebe es den Dollar gar nicht mehr, der hauptsächlich so gestützt wird. Kommt jetzt die EU dran, denn Brüssel hat entschieden, in Zukunft iranisches Öl nicht mit Dollars sondern mit Euros zu bezahlen?

Die Europäische Union plant, für den Kauf von Öl aus dem Iran auf den Euro umzusteigen und den US-Dollar als Zahlungsmittel zu beseitigen, da beide Seiten daran arbeiten, den bilateralen Handel vor möglichen amerikanischen Sanktionen zu schützen, heisst es aus Brüssel.

Wir habe Kenntnis von der Entscheidung, dass die EU vom Dollar auf Euro umsteigen wird, um Rohöl aus dem Iran zu bezahlen„, sagte die Website des russischen Nachrichtensenders RT am Mittwoch unter Berufung auf eine diplomatische Quelle, die mit der Nachrichtenagentur Sputnik sprach.

Iran exportiert rund 450’000 Fass Rohöl pro Tag nach Europa und rund 1,8 Millionen Fass nach Asien. Das Land hat seine Ölproduktion um fast eine Million Fass pro Tag erhöht, seit das Atomabkommen die westlichen Sanktionen im Januar 2016 aufgehoben hat.

Auch mit China hat der Iran eine Vereinbarung getroffen, das iranische Öl mit der chinesischen Währung zu bezahlen und nicht mehr in Dollars. Das ist übrigens der ganze Grund, warum der Iran von Washington (und Israel) wieder massiv verteufelt wird und Trump den Atomvertrag gebrochen hat.

Weiter hier

Israel, 200 Atomwaffen auf den Iran gerichtet

von Manlio Dinucci

JPEG - 37 kB

Die Entscheidung der Vereinigten Staaten, das Atomabkommen mit dem Iran zu verlassen – das 2015 von Teheran und den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats und Deutschland unterzeichnet wurde – verursacht eine extreme Gefahrensituation, nicht nur im Nahen Osten.

Um die Auswirkungen einer solchen Entscheidung zu verstehen, die unter dem Druck Isra-els getroffen wurde, das die Vereinbarung als “die Kapitulation des Westens vor der Achse des Bösen, angeführt vom Iran” beschreibt, müssen wir von einer genauen Tatsache ausge-hen: Israel hat die Bombe, nicht der Iran.

Seit über fünfzig Jahren produziert Israel Atomwaffen im Werk in Dimona, das vor allem mit der Hilfe von Frankreich und den Vereinigten Staaten gebaut wurde. Es unterliegt keiner Kontrolle, da Israel, die einzige Atommacht im Nahen Osten, nicht dem Atomwaffensperr-vertrag unterliegt, den der Iran vor fünfzig Jahren unterzeichnete.

JPEG - 10.2 kB

Die Beweise, dass Israel Atomwaffen herstellt, wurde vor über dreißig Jahren von Mor-dechai Vanunu erbracht, der im Werk in Dimona arbeitete: Sie wurden am 5. Oktober 1986 von The Sunday Times veröffentlicht, nachdem sie von führenden Atomwaffenexperten überprüft worden waren. Vanunu, vom Mossad in Rom entführt und nach Israel verschleppt, wurde zu 18 Jahren schwerer Gefängnisstrafe verurteilt und 2004 unter strengen Auflagen freigelassen.

Israel hat heute (ohne es zuzugeben) ein Arsenal von geschätzten 100 bis 400 Atomwaffen, einschließlich Mini-Nukes der neuen Generation, sowie Neutronenbomben, und produziert Plutonium und Tritium in solchen Mengen, die ausreichen, um hunderte mehr zu bauen.

Die israelischen Sprengköpfe sind bereit, von ballistischen Raketen, wie die Jericho 3, ab-geschossen zu werden, sowie von F-15 und F-16 Kampfbombern, die von den USA geliefert wurden, denen die F-35 jetzt hinzugefügt werden.

Wie von zahlreichen IAEA-Inspektoren bestätigt wurde, hat der Iran keine Atomwaffen und verpflichtet sich, keine zu produzieren, gemäß der Vereinbarung unter strenger internationa-ler Kontrolle.

Jedoch – schrieb der frühere US-Außenminister Colin Powell in einer E-Mail am 3. März 2015, die an die Öffentlichkeit kam – “die Jungs in Teheran wissen, dass Israel 200 Atomwaffen hat, alle auf den Iran gerichtet, und wir haben tausende.”

JPEG - 27.7 kB

Die US-europäischen Verbündeten, die das Abkommen mit dem Iran formell weiterhin un-terstützen, sind im Wesentlichen auf einer Linie mit Israel. Deutschland beliefert Israel mit sechs Dolphin U-Booten, die so modifiziert wurden, dass sie nukleare Marschflugkörper abfeuern können, und sagte die Lieferung von drei weiteren zu.

Deutschland, Frankreich, Italien, Griechenland und Polen nahmen, mit den USA, an der Blauen Flagge 2017 teil, der größten internationalen Luft-Kriegsübung in der Geschichte Israels. Italien, mit Israel durch ein militärisches Kooperationsabkommen (Gesetz Nr. 94, 2005) verbunden, nahm an der Übung mit Tornado Kampfflugzeugen des 6. Geschwaders von Ghedi teil, die geeignet sind, amerikanische B-61 Atombomben zu tragen (die bald von B61-12 ersetzt werden). Die USA nahmen mit F-16 Kampfflugzeugen des 31. Jagdge-schwaders von Aviano teil, die für dieselbe Funktion ausgelegt sind.

Die israelischen Atomstreitkräfte sind im Rahmen des „Individual Cooperation Program“ mit Israel in das elektronische System der NATO integriert, ein Land, das, obwohl kein Mit-glied des Bündnisses, eine ständiges Büro im NATO-Hauptquartier in Brüssel hat.

Gemäß dem Plan, der in der Übung Juniper Cobra 2018 von US-Israel geprobt wurde, wür-den US- und NATO-Streitkräfte aus Europa (insbesondere von den Basen in Italien) kom-men, um Israel in einem Krieg gegen den Iran zu unterstützen. Es könnte mit einem israeli-schen Angriff auf die iranischen Atomeinrichtungen beginnen, wie der, der 1981 auf den Atomreaktor in Osiraq ausgeführt wurde. Im Fall einer iranischen Vergeltung, könnte Israel Atomwaffen einsetzen und damit eine Kettenreaktion unvorhersagbaren Ausmaßes auslösen.

Übersetzung
K. S.

Quelle
Il Manifesto (Italien)

http://www.voltairenet.org/article201176.html

Der 3. Weltkrieg – Das Atomabkommen mit dem Iran

 

In diesem Video zeige ich die Gesamtentwicklung, was die Aufkündigung
des Atomabkommens mit dem Iran betrifft. Wieder einmal wird absolut
deutlich, dass die Entscheidung von Donald Trump, genau dieses Atomabkommen
aufzukündigen, mehr als gefährlich ist und das diese Entscheidung eine
komplette Eskalation im nahen Osten auslösen wird.

Auch die Aktionen der Türkei werden dargestellt, die
sich besonders auf Syrien und auch Griechenland beziehen.

Der 3 Weltkrieg – Der Rubikon wurde überschritten

In diesem Video geht es um die insgesamte, weltliche Lage und
wie sich diese immer weiter in Richtung Chaos und dem Finale
des 3 Weltkrieges entwickelt. Der Rubikon wurde überschritten.
Es gibt kein Zurück mehr.

Goldjunge

Trump hat es getan. Wir haben darauf gewartet und es erhofft und Trump hat einmal mehr nicht enttäuscht.

Das Theaterstück um den Iran-Deal ist meisterlich inszeniert. Zunächst war die schwere Geburt des Deals, in Zusammenarbeit von Russland, USA, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Eine Zusammenarbeit von Russland und China auf der einen Seite und den USA und der EU auf der anderen Seite. Diese beiden gegeneinander kämpfende Blöcke decken die größten und wichtigsten Machtzentren der Welt ab. In der Frage des iranischen Atomprogramms konnten sich diese feindlichen Blöcke einigen, was bemerkenswert erscheint. Der Deal wurde als riesiger Erfolg für alle Beteiligten und die gesamte Welt verkauft. Wir haben also etwas, das von allen Machtzentren der Welt als großer, teuer erkaufter Erfolg bewertet wird.

Dann taucht Trump auf der Bühne auf. Er stellt den Deal von Anfang an infrage. Er wettert dagegen, droht immer wieder mit dem Ausstieg der USA. Russland und China sind ganz entspannt, sie unterhalten ohnehin gute Beziehungen zum Iran. Die EU aber wird zunehmend nervös. Die EU braucht neue Märkte und der Iran ist ein solcher Markt. Europäische Banken und Großkonzerne stehen in Teheran Schlange, um Verträge abzuschließen. Die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran als Teil des Deals ist der Türöffner für Europa in dieses große, von Großkonzernen relativ unbefleckte Land, das gigantische Gewinne verspricht. Der Ausstieg der USA bedeutet konkret die Wiedereinführung von Sanktionen. Und dass die USA ihre Vasallen zwingen, bei US-Sanktionen mitzumachen, haben die Europäer in den letzten Jahren sehr schmerzvoll und kostenintensiv am eigenen Leib erfahren. Trumps Ausstiegs-Drohung war ein Horror-Szenario für die EU – wenn denn alles nach den alten Herr-Vasall-Regeln gelaufen wäre. Aber diese Regeln wurden bereits gebrochen, die EU gehorcht nicht mehr. Unter diesen Umständen bedeutet der Ausstieg der USA, der mit schmerzhaften Forderungen an die EU verknüft ist, entweder die erneute bedingungslose Unterwerfung der EU samt Geißelung oder eine dramatische Vertiefung des transatlantischen Bruchs, der sich seit 2014 bereits aufgetan hat. Wobei die bedingungslose Unterwerfung als unrealistischer Traum einzustufen ist und eine zunehmende Abspaltung der ohnehin sich abspaltenden Vasallen als unausweichliche Realität. Vor die harte Wahl gestellt hat die EU praktisch keine Wahl. Aber das heißt nicht, dass die EU vor diese Wahl gestellt werden möchte. Jedenfalls offiziell nicht, denn offiziell sind EU und USA doch noch enge Freunde, strategisch verbunden, mit gemeinsamen Werten usw.

Die EU redet offen auf Trump ein, nicht aus dem Deal auszusteigen. Hunderte europäische Parlamentarier schreiben einen offenen Brief an den US-Kongress. Sie drohen damit auch. Ein Ausstieg bedeutet Schaden an der Glaubwürdigkeit des Westens. Und:

Aber eines ist klar: Falls das Abkommen scheitert, wird es nahezu unmöglich sein, noch einmal ein großes und geschlossenes Bündnis zur Sanktionierung des Iran zu schmieden.

Das ist die klare Ansage, dass Europa sich erneuten Sanktionen gegen den Iran verweigern wird. Dann gibt es da noch solche Sätze:

Es liegt im ureigensten Interesse Europas und der USA, (…) das transatlantische Bündnis als verlässliche und glaubwürdige Gestaltungskraft der Weltpolitik zu erhalten.

Damit wird unzweideutig klargestellt, was ein Ausstieg der USA zerstören würde – das transatlantische Bündnis.

Trump ließ sich nicht beirren. Die EU versuchte weiter ihr Glück. Macron und Merkel besuchten kurz aufeinander Trump und bei beiden war einer der wichtigsten Punkte auf der Tagesordnung der Versuch, Trump vom Ausstieg aus dem Iran-Deal abzuhalten.

Was hat all dieses Theater gebracht? Es hat dazu geführt, dass sich USA und EU deutlich gegeneinander positioniert haben, mit ultimativen Ansagen und roten Linien. Dieses Theater hat die Kompromisslosigkeit in der Frage des Iran-Deals öffentlich bekundet. Die EU hat vor aller Welt klargestellt, dass sie den USA im Ausstieg aus dem Iran-Deal nicht folgen werden.

Das mag vielleicht zufällig wirken, aber das ist es nicht. Die Zuspitzung der Positionen, die keinen Raum für Kompromisse lässt, ist hart erarbeitet, von beiden Seiten des Atlantiks.

Und dann hat Trump den Ausstieg der USA aus dem Iran-Deal verkündet.

Mögliche Sanktionen könnten laut Trump auch für die Länder gelten, die Wirtschaftsbeziehungen zu Teheran unterhalten.

Da ist die Drohung von US-Seite an die EU. Trump droht der EU Sanktionen an. Großartig!

Die EU reagiert, wie sie reagieren muss – die EU werde den Deal nicht aufkündigen und sie bittet auch den Iran darum, den Deal weiterlaufen zu lassen:

In einer gemeinsamen Erklärung schrieben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May an Teheran: “Wir ermuntern Iran, mit Augenmaß auf die US-Entscheidung zu reagieren.” Merkel sagte außerdem: “Wir werden diesem Abkommen verpflichtet bleiben und alles daran setzen, dass auch Iran seine Verpflichtungen einhält.”

Die EU wird angepeitscht vom Iran, der sich gerade in einer herrlichen Lage befindet und ganz neue Spielräume bekommt:

Rohani drängte die europäischen Partner laut der Nachrichtenagentur Isna zur Eile: “Unter den aktuellen Umständen hat Europa eine sehr limitierte Gelegenheit, das Atomabkommen zu bewahren”, sagte Rohani demnach. Europa müsse “so schnell wie möglich” seine Position klarstellen und seine Absichten in Bezug auf seine Verpflichtungen genau darlegen.

Teheran hat außerdem einem Regierungssprecher zufolge einen Plan ausgearbeitet, um mit dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen umzugehen. Einzelheiten gab der Sprecher nicht bekannt.

Köstlich! Teheran hat einen “Plan”, wie der Ausstieg der USA für die übrigen Vertragspartner zu regeln ist. Einzelheiten werden den EU-Diplomaten hinter verschlossenen Türen zur Unterschrift vorgelegt! Der West-Block des Deals in Gestalt der USA rüttelt am Deal und der West-Block des Deals in Gestalt der EU wird dafür bezahlen müssen. Ein Teil der zukünftigen Gewinne von EU-Konzernen und EU-Banken wird dem Iran und/oder den anderen Vertragspartnern überschrieben werden. Beachten Sie, wie die EU bei diesen Forderungen des Iran keinen Spielraum hat, denn die EU hat sich im Theater mit Trump bereits klar darauf positioniert, dass der Iran-Deal so wahnsinnig wichtig ist, dass man ihn auf keinen Fall aufkündigen darf. Die EU bekommt jetzt von beiden Seiten auf die Fresse, von der einen Seite von Trump und von der anderen Seite vom Iran.

Derweil goss der gerade erst ins Amt getretene neue US-Botschafter in Deutschland kräftig Öl ins Feuer und rief deutsche Unternehmen auf, Geschäfte mit dem Iran umgehend zu beenden. Die Reaktionen fielen allseits feindlich aus, stellvertretend die von Wolfgang Ischinger, dem Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz:

Aber sagen Sie dem Gastland nie, was es zu tun hat, wenn Sie keinen Ärger wollen. Deutsche hören gern zu, aber Anweisungen werden sie übelnehmen.

So redet man nicht mit seinem Herren. Aber die USA sind auch kein Herr mehr. Schon lange nicht, aber zunehmend kann und will man das nicht mehr vor den Massen verbergen. Dem US-Botschafter war es egal, er hat weiter nachgetreten, er wolle einfach ehrlich sein. Kein Ausrutscher eines unerfahrenen Diplomaten, nein nein, Deutschland, beende deine gewinnträchtigen Geschäfte! Die USA wollen die Eskalation mit Deutschland und der EU.

Und die bestellte Konfrontation ist da. Die Medien sind kriegslüstern gegen die USA. “Europas Stunde”, heißt es etwa, und im Beitrag steht unter anderem:

Und schließlich geht es um die über Jahrzehnte wichtigste, verlässlichste und, ja, beste Konstante europäischer Außenpolitik: die Partnerschaft mit den USA, das transatlantische Verhältnis.

(….)

Dieser Konflikt hat das Potenzial, zu einer echten Konfrontation zwischen Europa und den USA zu eskalieren, im schlimmsten Fall würde Trump die Europäer vor die Wahl stellen: Wir oder Iran. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns.

Die EU wird vor die Wahl zwischen USA und Iran gestellt. Und die EU entscheidet sich für Iran. Merken Sie, wie grundlegend sich die Welt in den letzten vier Jahren verändert hat? Bei der Wahl zwischen USA und Iran entscheidet sich die EU für den Iran.

Nachdem sich die Redakteure gesammelt, die Anweisungen von oben verdaut und sich beraten haben, wurde der Ton noch schriller:

Der Westen existiert nicht mehr. Donald Trumps Iran-Entscheidung zerstört das transatlantische Bündnis. Europa muss sich wehren.

Und das sind alles Zitate aus der deutschen CIA-Pressestelle. Offensichtlich hat Trump die CIA gut unter Kontrolle gebracht und die Clintonisten gründlich ausgemistet.

Das ist aber nicht nur der Tenor der Presse. Neben der oben bereits erwähnten gemeinsamen Erklärung von Deutschland, Frankreich und Großbritannien hat die europäische Spitzenpolitik weitere Duftmarken gesetzt. Zum Beispiel Merkel:

Europas Beitrag zu Frieden und Stabilität hängt von unseren Fähigkeiten ab, gemeinsam zu handeln und international mit einer Stimme zu sprechen. Nach Jahrzehnten ist es uns in den letzten Monaten gelungen, eine Ständige Strukturierte Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigungspolitik zu erreichen. Das ist ein Riesenschritt, den es lange nicht gab. Aber seien wir ehrlich: Bezüglich der gemeinsamen Außenpolitik steckt Europa noch in den Kinderschuhen. Diese wird aber existenziell notwendig sein. Denn die Art der Konflikte hat sich seit dem Ende des Kalten Krieges vollständig verschoben. Sehr viele große globale Konflikte finden vor der Haustür Europas statt. Und es ist nicht mehr so, dass die Vereinigten Staaten von Amerika uns einfach schützen werden, sondern Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Das ist die Aufgabe der Zukunft.

Die USA schützen die EU nicht mehr. Die EU muss ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen. So sieht sie aus, die transatlantische Scheidung. Und wer treibt die Scheidung voran? Trump. Er ist der Mann, der den Drecksjob machen muss und sich von allen Seiten mit verbaler Gülle übergießen lassen muss. Trump ist großartig darin, wie er das aushält und seinen Job pflichtbewusst weiter führt. Das ist wahrlich kein Zuckerschlecken für ihn und Dank ist ihm nicht gewiss. In den europäischen Geschichtsbüchern könnte er als der Dumme und Böse enden, und die wahren Dummen werden glauben, dass ihre Unabhängigkeit von den USA sich zufällig ergeben hat. Die EU wird sich unabhängig von den USA machen und Trump gebührt ein Großteil der Ehre dafür.

Juncker hat in einer Rede vor dem flämischen Regionalparlament gefordert, die USA als Supermacht zu ersetzen. Die Haltung der EU ist also eindeutig und geschlossen hinsichtlich der Iran-Frage. Und obwohl es angeblich um den Iran geht, geht es zufälligerweise darum, dass die USA kein verlässlicher Partner und kein Beschützer mehr sind und dass die EU sich schleunigst selbstständig machen muss. Wem hat die EU zu verdanken, dass sie sich so klar zur Selbstständigkeit und gegen die USA positionieren kann, und dass dabei die Transatlantiker keine Chance zum Aufmucken haben? Trump.

http://analitik.de/2018/05/11/goldjunge/

Der Iran ist das nächste Opfer

Russland widersetzt sich einem Krieg zwischen Israel und Iran

 

Während die meisten Beobachter in dem Konflikt zwischen Russland und den USA Partei ergreifen und den Sieg ihres Lagers wünschen, versucht Moskau den Nahen Osten zu beschwichtigen. Russland widersetzt sich daher einem Angriff auf Israel durch den Iran, sowie es im Jahr 2008 strikt gegen eine israelische Operation gegen den Iran gewesen war.

JPEG - 28.2 kB
Die israelischen Bombardements seit Dezember 2017.

Israel hat neun Raketen gegen zwei syrische Militärbasen in der Nacht vom 29. / 30. April 2018 abgefeuert, die erhebliche Schäden verursacht haben.

Überraschend an dieser Operation ist, dass die russischen Radare die Warnung nicht an die syrischen Behörden weitergeleitet haben. Diese haben daher die israelischen Projektile nicht abfangen können.

Es stellt sich heraus, dass der Angriff nicht auf syrische, sondern auf iranische Ziele auf den syrischen Stützpunkten gerichtet war.

Kraft eines vor dem Krieg unterzeichneten Vertrages ist Iran seit dem Anfang der ausländischen Aggression, im Jahr 2011, Syrien zu Hilfe gekommen. Ohne diese Hilfe wäre Syrien besiegt, die Republik gestürzt und die Muslim-Bruderschaft an die Macht gebracht worden. Seit September 2015 wird Syrien jedoch auch durch Russland unterstützt, dessen Feuerkraft wesentlich höher ist. Es ist die Luftwaffe der russischen Armee, die mit Bomben mit hoher Durchschlagskraft die von der NATO und Lafarge gebauten unterirdischen Festungsanlagen zerstört hat, was der syrischen arabischen Armee gestattete den verlorenen Boden zurück zu gewinnen.

Heute gehen die Ziele der Iraner und der Russen auseinander.

Das Zerwürfnis zwischen Iran und Russland

Russland will die salafistischen Organisationen ausrotten und die Region als Ganzes befrieden. Und dann hofft es die historische Verbindung zwischen seiner orthodoxen Kultur und Damaskus, der ursprünglichen Stadt des Christentums, wiederherzustellen, im Einklang mit der von Katharina der Großen im 18. Jahrhundert festgelegten Strategie.

Der Iran ist heute ein zwischen drei verschiedenen Mächten geteiltes Land. Auf der einen Seite die Hüter der Revolution, auf der anderen Präsident Rohani, und schließlich der Führer Khamenei, der die Konflikte schlichtet.

Die Revolutionsgarden sind eine von der regulären Armee getrennte Eliteeinheit. Sie gehorchen dem Führer, während die Armee von dem Präsidenten der islamischen Republik abhängt. Sie versuchen, den Nahen Osten von dem angelsächsischen Imperialismus zu befreien. Sie sorgen für den Schutz der Schiiten in der ganzen Welt und verlassen sich als Gegenleistung auf sie, den Iran zu schützen. Sie sind vor allem im Jemen, Irak, Syrien und im Libanon verbreitet.

Präsident Hassan Rohani versucht sein Land aus der diplomatischen Isolierung, die durch die Revolution von Imam Khomeini entstanden ist, zu lösen. Er beabsichtigt, den internationalen Handel zu entwickeln und den Status einer dominanten Regionalmacht, den sein Land zur Zeit des Schahs hatte, wieder zu erreichen.

Ajatollah Ali Khamenei, der den Revolutionsgarden ideologisch nahesteht, versucht das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Mächten und die Einheit seines Landes zu bewahren. Es ist eine umso schwierigere Aufgabe, da sich die Spannungen zwischen den beiden vorherigen Gruppen maximal zugespitzt haben. Der ehemalige Präsident Mahmoud Ahmadinedschad (von der Revolutionsgarde stammend) und sein ehemaliger Vize-Präsident Hamid Beghaie wurden vom Rat der Wächter der Verfassung als „schlechte Muslime“ gebrandmarkt. Der erste wurde unter Hausarrest gestellt, während der zweite in einem geheimen Prozess zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Seit der Ermordung von Jihad Mugniyah (Sohn von Imad Mugniyah, militärischer Befehlshaber der libanesischen Hisbollah) und von Offizieren der Revolutionsgarden im Januar 2015 an der syrisch-israelischen Demarkationslinie des Golan, deutet alles darauf hin, dass der Iran versucht, Militärbasen im Süden von Syrien einzurichten. Es sollte sich um einen Plan für einen koordinierten Angriff auf Israel, vom Gazastreifen, dem Libanon und von Syrien ausgehend, handeln.

Es ist dieses Projekt, das Israel verhindern will und dessen Unterstützung jetzt auch von Russland verweigert wird.

Die Entwicklung der politischen Positionen

Aus russischer Sicht ist Israel ein international anerkannter Staat, in dem mehr als 1 Million Bürger der ehemaligen Sowjetunion leben. Israel habe das Recht, sich zu verteidigen, unabhängig von der Frage des Diebstahls von Land und des aktuellen Apartheid-Regimes.

Aus iranischer Sicht aber ist Israel kein Staat, sondern eine illegitime Entität, die Palästina besetzt und seine historischen Einwohner unterdrückt. Es ist daher legitim, diese Entität zu bekämpfen. Auf diese Weise geht die islamische Republik jedoch über die Analyse ihres Gründers hinaus. In der Tat ist Israel für den Imam Khomeini nur ein Werkzeug für die beiden großen Kolonialmächte, die Vereinigten Staaten (der „große Satan“) und das Vereinigte Königreich. Im Laufe der vergangenen Jahre ist der iranische Diskurs über Palästina besonders konfus geworden, indem politische und religiöse Argumente vermischt wurden, und auf antisemitische Stereotype zurückgegriffen wurde.

Seit drei Jahren verlangt Israel lautstark von Russland, dass es den Bau von militärischen Installationen durch den Iran im Umkreis von 50 Kilometern an der Demarkationslinie verhindere. Zunächst hat Russland darauf aufmerksam gemacht, dass der Iran den Krieg in Syrien gewonnen, während Israel ihn verloren habe. Tel Aviv habe also nichts zu sagen. Aber nun kommt man zum möglichen Ende des Krieges und die russische Position hat sich geändert: man kann nicht zulassen, dass der Iran einen neuen Konflikt beginnt.

Das ist genau die gleiche Haltung, die Russland zur Bombardierung von zwei von Tsahal in Georgien im Jahr 2008 gemieteten Flughäfen geführt hatte. Es handelte sich damals darum, einen Angriff von Tel Aviv auf Teheran zu verhindern. Außer, dass sich diesmal das Laissez-faire gegen eine iranische Initiative und nicht gegen eine israelische richtet.

Die syrische Stellungnahme

Aus syrischer Sicht ist Israel ein Feind, der die Golan-Höhen illegal besetzt. Im Laufe des Krieges hat es die Dschihadisten in Wirklichkeit unterstützt und hat das Land schon mehr als hundert Mal bombardiert.

Das iranische Projekt ist jedoch nicht so herzlich willkommen. In der Tat stellt Damaskus, wie Moskau, die Existenz des jüdischen Staates nicht in Frage, sondern nur die Form seines Regimes, das die Palästinenser ausschließt. Vor allem sucht die Arabische Republik Syrien keine Konfrontation mit ihrem Nachbarn, sondern Frieden. Die Präsidenten Hafez und Baschar Al-Assad haben beide versucht ihn durch Verhandeln zu erreichen – vor allem mit dem amerikanischen Präsidenten Bill Clinton –, aber vergeblich.

Darüber hinaus weiß jeder, dass die israelische Armee durch die Vereinigten Staaten vorbehaltlos unterstützt wird, und wenn man sie angreift, es einem Angriff auf Washington gleichkommt. Syrien, das gerade sieben Jahre ausländische Aggression mitgemacht hat und weitgehend zerstört ist, könnte diesen Weg nicht einschlagen, selbst wenn es wollte.

Damaskus, das zugestimmt hat, dass der Iran auf seinem Boden Stützpunkte installiert, wird demzufolge nicht weiter gehen.

Der iranisch-amerikanische Kontext

So wie das mögliche Ende des Krieges die derzeitige Krise verursacht hat, beeinflusst es gravierend die Zukunft des 5 + 1 Abkommens. Wahrscheinlich werden die Vereinigten Staaten es nicht weiter garantieren.

Dieses multilaterale Abkommen ist nicht das, was man glaubt. Der am 14. Juli 2015 unterzeichnete Text ist genau identisch mit dem vom 4. April. In den letzten Monaten haben Washington und Teheran unter vier Augen bilaterale geheime Klauseln ausgehandelt, deren Inhalt niemand kennt.

Jeder hat jedoch feststellen können, dass seit dem Abschluss dieser geheimen Vereinbarung die überall im Nahen Osten präsenten US-amerikanischen und iranischen Truppen sich nie direkt bekämpft haben.

Der öffentliche Teil des Abkommens konzentriert sich auf eine Aussetzung des iranischen Atomprogramms für mindestens ein Jahrzehnt; eine Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen den Iran; und eine Verstärkung der Kontrollen der IAEO. Diese Vereinbarung ist für Teheran katastrophal, das z.B. gezwungen wurde sein Kernphysikstudium zu schließen. Aber es hat die Vereinbarung doch unterzeichnet, in der Hoffnung, die Sanktionen, die seine Wirtschaft stark beeinträchtigen, würden aufgehoben werden. Jedoch, kaum waren die Sanktionen aufgehoben, wurden sie unter einem anderen Vorwand (Raketenprogramm) wieder verhängt. Der Lebensstandard der Iraner ist weiterhin rückläufig.

Entgegen einer überkommenen Vorstellung hatte die Islamische Republik 1988 aufgehört zu versuchen, sich mit einer A-Bombe auszustatten, weil Imam Khomeini sie überzeugt hatte, dass Massenvernichtungswaffen gegen den Islam verstoßen. Allerdings hatte sie ihre zivile nukleare Tätigkeit und einige Forschungen für taktische militärische Anwendungen weiter verfolgt. Heute sind nur diejenigen, die in die Fußstapfen des Schahs treten wollen – d. h. die Gruppe des Präsidenten Rohani – gewillt, ihr militärisches Atomprogramm wieder aufzunehmen. Aber sie werden es wegen ihrer ausgezeichneten Beziehungen zu Washington nicht tun.

Ein Vorbereitungstreffen für die globale Weiterverfolgung des Vertrags der nuklearen Nichtverbreitung findet derzeit in Genf statt. Der Iran und Russland verteidigen dort einen Antrag, um den Nahen Osten zur „atomwaffenfreien Zone“ zu machen; ein Antrag, den Israel, Saudi Arabien und der Westen bekämpfen.

Die durch Teheran über Syrien ausgeübte Bedrohung sollte möglicherweise als Druckmittel verstanden werden, um die parallel zu der 5+1-Vereinbarung getroffenen geheimen Klauseln beizubehalten.

Übersetzung
Horst Frohlich
Korrekturlesen : Werner Leuthäusser

http://www.voltairenet.org/article201038.html

Trump, Iran und Netanjahu – Es geht nicht um den Atom-Deal, sondern um den Petrodollar – Analyse von Peter Haisenko

Von Peter Haisenko / Gastautor

Natürlich geht es auch wieder mal ums Öl, doch die Sache ist erheblich komplizierter als sie bei oberflächlicher Betrachtung erscheinen mag. Tatsächlich geht es für die USA um nicht weniger als den Bestand des Petrodollars – und damit um die schiere Existenz des Landes.

 

Was den Umgang mit Atomwaffen betrifft, befindet sich der Iran im selben Status wie Deutschland: Beide haben den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben und verzichten so vertragsgemäß auf die Entwicklung von eigenen Atomwaffen, obwohl sie solche bauen könnten.

Der jahrelang ausgehandelte Zusatzvertrag für den Iran ist letztlich also überflüssig und man fragt sich, welche Strategie jetzt Donald Trump tatsächlich verfolgt.

Natürlich geht es auch wieder mal ums Öl, doch die Sache ist erheblich komplizierter als sie bei oberflächlicher Betrachtung erscheinen mag. Tatsächlich geht es für die USA um nicht weniger als den Bestand des Petrodollars – und damit um die schiere Existenz des Landes.

Erinnern wir uns daran, dass Libyen und der Irak zerstört wurden, weil sie für den Verkauf ihres Öls keine US-Dollar mehr als Bezahlung annehmen wollten. Im Rummel um den Atom-Deal mit dem Iran ist die wichtigere Meldung untergegangen: Letzte Woche hat die Regierung des Landes nämlich angekündigt, künftig kein Öl mehr gegen US-Dollar verkaufen zu wollen.

„Zufällig“ kam dann die medienwirksame Präsentation Netanjahus, gespickt mit uralten Vorwürfen, die selbst von der EU als falsch und letztlich als Propaganda entlarvt wurden.

Die USA sind schon lange Weltmeister des Außenhandelsdefizits

Der Begriff „Petrodollar“ wird zumeist unbedacht benutzt und die wenigsten wissen, was es damit wirklich auf sich hat. Nachdem Nixon 1971 die Goldbindung des US-Dollar aufgehoben hatte, hatte die US-Währung ihren Status als Leit- und Reservewährung eigentlich verwirkt.

Der Dollar war zu substanzlosem, grün bedrucktem Papier geworden, das zu einem Land gehört, das schon damals Weltmeister des Außenhandelsdefizits war.

So gab es eigentlich keinen nachvollziehbaren Grund mehr, den weltweiten Handel in US-Dollar abzuwickeln und schon gar keinen, Reserven in dieser Währung zu halten. Das aber hätte schon damals zu massiven Problemen für die USA geführt. Was also konnte Washington tun, um seinen Dollar „alternativlos“ zu halten? Die Lösung hieß und heißt: Öl, genauer gesagt der Öl-Handel mit Petrodollars.

Die USA haben 1971 den damals größten Lieferant für Öl, ihren Vasall Saudi-Arabien, verpflichtet, Öl nur gegen US-Dollar zu verkaufen. Auch der Iran unter Schah Pahlavi konnte eingebunden werden, ebenso wie die restlichen Ölländer. Damit war der Besitz des US-Dollar zwingend gemacht worden, denn die Freiheit, kein Öl zu kaufen, gibt es nicht.

Mit dieser mehr oder weniger gewaltsamen Einschränkung des freien Handels haben die USA erreicht, dass die Welt weiterhin den an sich wertbefreiten US-Dollar als Leitwährung und Haupthandelswährung anerkannte und begehrte.

Solange dieses Diktat Bestand hat, können die USA ihr Außenhandelsdefizit ignorieren und die Welt endlos mit grün bedrucktem Papier betrügen. Im Petrodollar dürfte auch der Grund zu finden sein, warum das Ölland Norwegen nicht im Euro ist, denn dann müsste norwegisches Öl mit Euro bezahlt werden.

Der Iran ist zu Recht verärgert

Sobald jedoch ein Land ausschert und sein Öl gegen andere Währungen verkauft, gerät dieses System, das den unverdienten Wohlstand und die Macht der USA sichert, in höchste Gefahr. Gaddafi und Saddam Hussein hat dieser Versuch das Leben gekostet, ebenso wie der Iran zum Erzfeind erklärt wurde, nachdem die Regierung angekündigt hatte, ähnlich verfahren zu wollen.

Jetzt ist der Iran verärgert, weil der Westen – allen voran die USA – die Sanktionen gegen ihn nicht wie versprochen nach dem Atom-Deal vollständig aufgehoben hat. Zu Recht ist der Iran verärgert und schlägt jetzt mit der Waffe zurück, die für die USA die schmerzhafteste ist: Der Iran will Öl nicht mehr gegen US-Dollar liefern.

Allgemein ist der US-Dollar im Niedergang. Er hat als Reservewährung Konkurrenz bekommen und wird nur noch zu weniger als 60 Prozent als solche genutzt. Der direkte Handel mit China sowohl zwischen der EU als auch mit Russland wird bereits weitgehend ohne den Umweg über den US-Dollar abgewickelt.

Der BRICS-Staatenverbund hat ein Konkurrenzsystem zu SWIFT entwickelt, das auch ohne den US-Dollar auskommt. Die totale Dominanz und Kontrolle über den Welthandel droht den USA zunehmend zu entgleiten. In dieser durchaus schon bedrohlichen Situation kommt jetzt auch noch der Iran daher und will den Petrodollar obsolet machen. Das könnte dem US-Dollar den Todesstoß versetzen! Der Streit mit den USA geht also gar nicht um den Atom-Deal, sondern um die Rettung des Petrodollars und damit um das elementare Überleben der USA. Welche Rolle spielt Israel dabei?

Israel ist von der Hilfe aus Amerika abhängig

Die feindliche Haltung Israels gegenüber dem Iran ist bekannt und die Israelis haben Iran bereits völkerrechtswidrig mit Flugzeugen angegriffen und bombardiert. Netanjahu weiß genau, dass sein Land von der Hilfe aus Amerika abhängig ist. Die kann es aber nur geben, solange der Petrodollar die USA zahlungsfähig hält.

Es ist folglich nur logisch, dass Netanjahu die USA in ihren Bemühungen unterstützt, den Petrodollar zu schützen. Mit ihren an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfen gegen den Iran schlagen sie also zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie wollen Trump in einen Vernichtungskrieg gegen den Iran treiben und gleichzeitig sicherstellen, dass die USA weiterhin Unterstützung liefern können.

Wie fadenscheinig konstruiert die Vorwürfe Netanjahus gegen den Iran sind, hat sogar die EU erkannt und tatsächlich öffentlich gemacht. Worum es aber tatsächlich geht, hat niemand gesehen – oder es wurde wissentlich verschwiegen.

Wie die US-Zeitschrift „The National Interest“ jüngst in einem Artikel dargestellt hat, sind die größten Feinde der USA nicht China oder Russland, sondern die eigene Verschuldung. Fortlaufend müssen wir beobachten, wie die USA im vierteljährlichen Rhythmus an der Zahlungsunfähigkeit vorbeischrammen, indem sie ihre Schuldengrenze wieder und wieder um tausende Milliarden Dollar anheben.

Momentan ist der Staatshaushalt der USA mit Zinszahlungen von 9,4 Prozent belastet – gerechnet auf den gesamten Staatshaushalt – und das bei momentan immer noch sehr niedrigem Basiszinssatz. Die Zeitschrift rechnet vor, dass dieser nutzlose Anteil bis 2022 auf 16 Prozent ansteigen wird, vorausgesetzt, die Zinsen bleiben niedrig. Nicht auszudenken was die Folgen wären, wenn das System des Petrodollar zusammenbricht.

Der jetzige Zustand der USA ist jämmerlich

Donald Trump ist sich der prekären Lage der USA bewusst. Mit seinem Wahlkampfslogan „Make Amerika Great Again“ hat er das zum Ausdruck gebracht. Genau genommen sagt er damit jedoch etwas ganz anderes: Der jetzige Zustand der USA ist schlicht jämmerlich! Ansonsten müsste er sein Land nicht wieder großartig machen.

Die USA sind vom Wohlwollen der Welt abhängig, Waren zu liefern, ohne dafür eine reale Gegenleistung zu erhalten, nämlich in Form von Exportgütern aus den USA. Donald Trump, der gewiefte Geschäftsmann, weiß das. So ist denn sein gesamtes Wirtschaftsprogramm – inklusive Schutzzölle – darauf ausgerichtet, die Handelsbilanz der USA in Ordnung zu bringen, denn nur so kann er die USA wieder unabhängig machen vom Wohlwollen – oder der Dummheit – anderer Nationen. Ach ja, warum heißen Zölle, die die EU erhebt „Schutzzölle“ und wenn Trump es macht, „Strafzölle“?

Trumps Politik ist nicht mit „normalen“ Maßstäben zu verstehen. Er muss einen Kampf nach innen und nach außen führen. Gegen den Sumpf im eigenen Land und gegen alle Länder, die seine Vorgänger kontinuierlich verärgert haben. Amerika hat keine Freunde, nur abhängige Vasallen – oder Feinde.

Seine als erratisch bezeichnete Politik zeigt aber erstaunliche Erfolge – siehe Nordkorea und das weltweite Nachdenken über die andauernden und schädlichen Exportüberschüsse Deutschlands und Chinas. So bin ich jetzt gespannt, worauf er mit seiner Iran-Politik zielt, die ansonsten eher unverständlich erscheinen muss. Wie kann man ein Land, den Iran, so angreifen – noch verbal –, wenn man um die Abhängigkeit von diesem Land weiß? Siehe Petrodollar.

Auch ein direkter Waffengang mit dem Iran kann nicht zum Erfolg führen. Die Basen und Schiffe der Amerikaner im und um den arabischen Golf wären bei einem direkten Angriff des Iran in höchster Gefahr, vernichtet zu werden. Der Iran kann die Straße von Hormus einfach schließen. Auch die übliche Luftüberlegenheit der US-Air Force, ohne die die USA nicht angreifen können, ist nicht mehr gegeben, weil Russland seine überlegenen Luftabwehrraketen S-300 an den Iran geliefert hat.

Auch Russland handelt mit Öl ohne Petrodollar

Es könnte also sein, dass Trumps Gepoltere gegen den Iran darauf abzielt, am Ende einen Kompromiss zu schließen, der dazu führt, dass der Iran noch einige Zeit US-Dollar für sein Öl akzeptiert. Im Handel mit China wird der US-Dollar schon umgangen, aber China ist ohnehin ein Sonderfall, denn es besitzt sowieso US-Dollar im Überfluss.

Die direkten Lieferungen iranischen Öls nach Russland werden auch nicht in US-Dollar bezahlt, es handelt sich hier mehr um die direkte „Bezahlung“ für die russischen S-300-Systeme. Die Lage ist unübersichtlich aber eines ist klar: Im Streit mit dem Iran geht maximal sekundär um das Iran-Atomabkommen.

Ja, natürlich geht es wie immer ums Öl, aber es steht eben noch viel mehr auf dem Spiel für die USA – der Petrodollar und damit ihre (wirtschaftliche) Existenz. Für Israel geht es direkt um die Existenz des Staates. Da muss sich niemand über Netanjahus Propagandafeldzug wundern.

Betrachten wir dazu kurz Syrien. Die gezielte Zerstörung begann 2011, drei Monate nachdem im Nordosten des Landes gigantische Ölvorkommen entdeckt worden sind. Ist es da ein Wunder, dass die USA genau diesen Teil Syriens besetzt halten? Wenn das nicht mehr der Fall ist, kommt dasselbe Problem auf die USA zu wie mit dem Iran, denn eines ist klar:

Das vom Westen geschundene Land wird sein Öl sicher nicht gegen US-Dollar verkaufen, wenn es denn wieder Kontrolle über die Quellen hat. Auch das weiß Trump.

Wir können davon ausgehen, dass wie mit Russland und Nordkorea auch mit dem Iran die Kanäle der Geheimdiplomatie heiß laufen. Wir können folglich nur hoffen, dass der Iran Gnade walten lässt und den Petrodollar noch nicht sofort zerstört.

Vielleicht haben sie erkannt, dass Trump die US-Politik wirklich vom Interventionismus abwenden will, wie er in seiner Antrittsrede versprochen hat. Immerhin hat er noch keinen neuen Krieg vom Zaun gebrochen.

Der jüngste wirkungslose Angriff auf Syrien ist eher als Placebo für seine internen Feinde zu sehen. Wie gesagt, ist es nicht einfach, die Strategie hinter Trumps Poltern zu durchschauen, aber man kann sich dem nur nähern, wenn man es wenigstens mit Wohlwollen versucht. Ich bin sehr gespannt, welche Aktionen am 13. Mai erfolgen werden. Ich denke, Trump wird wieder einmal alle überraschen, denn es geht schließlich um das wirtschaftliche Überleben seiner Nation.

https://www.epochtimes.de/politik/welt/trump-iran-und-netanjahu-es-geht-nicht-um-den-atom-deal-sondern-um-den-petrodollar-analyse-von-peter-haisenko-a2416696.html

+++ Kriegsgrund? Russland und China sagen sich vom Petro-Dollar los +++

Als Reaktion auf die Strafzölle aus Washington will China jetzt anscheinend einen Angriff auf den Petro-Dollar starten. Bereits am 22. März verhängte US-Präsident Trump umfassende Strafzölle gegen China, die sich auf rund 60 Milliarden US-Dollar pro Jahr belaufen sollen, berichtet Heise online. Bislang hatte Trump die EU „verschont“. Diese „Schonfrist“ soll den USA anscheinend dazu dienen, Brüssel und Berlin in den Handelskrieg gegen China einzubinden.

De facto werden Europa und Deutschland erpresst. Denn nur wenn Deutschland seine eigenen geopolitischen Interessen zurückfährt und mit Washington gegen China vorgeht, wird es von den Strafzöllen ausgenommen. EU und Deutschland haben also die Wahl, sich entweder den USA anzuschließen oder mit Strafzöllen belegt zu werden. Eine schwierige Wahl, die Merkel bis Mai treffen muss, denn sowohl die USA als auch China sind für deutsche Unternehmen äußerst wichtige Absatzmärkte.

Die Entscheidung von Merkel dürfte allerdings klar sein. Denn seit Jahren schwelen handelspolitische Auseinandersetzungen zwischen Berlin und Peking. Außerdem wird anti-chinesischer Protektionismus in Europa bereits praktiziert. 2017 führte die EU rund 100 Anti-Dumping Verfahren gegen chinesische Hersteller ein. In China wird Deutschland als „Hinterhof“ der EU betrachtet. Europa wurde in chinesischen Medien offen dazu aufgerufen, die Dominanz deutscher Politik in der EU zu brechen.

Zugleich hat die deutsch-amerikanische Diskussion über die Neubelebung des Freihandelsabkommens TTIP wieder an Fahrt aufgenommen. Europa würde damit wirtschaftlich und geopolitisch dauerhaft an die USA gebunden. Deutsche und amerikanische Medien hatten bereits „Werbung“ für TTIP gemacht. Das Freihandelsabkommen wird als „Gegengift“ zur protektionistischen Politik Trumps gesehen.

China scheint jetzt allerdings fest entschlossen, ein ganz anderes Machtmittel gegen die USA einzusetzen. Am 26. März hat China einen eigenen Terminhandel mit Erdöl eingeführt, der nur noch in chinesischem Yuan abgewickelt wird. Damit wir die Dominanz des US-Dollars als Weltleitwährung angegriffen. Die USA verteidigten bislang ihre Stellung als Weltleitwährung vor allem darin, dass der Großteil des globalen Handels bei Energieträgern in US-Dollar abgewickelt werden musste.

Mit dem Ölhandel in Yuan werden die USA an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen. Die USA brauchen die Stellung des US-Dollar als Weltleitwährung als lebenswichtige Stütze ihrer Wirtschaft. Sobald diese nicht mehr akzeptiert wird, droht die amerikanische Wirtschaft zusammenzubrechen. Die USA würden an dem Schuldenberg kollabieren, was katastrophale Folgen für die Weltwirtschaft hätte.

Auch Russland überlegt jetzt, den Erdölhandel vermehrt in nationalen Währungen anstatt in US-Dollar abzuwickeln. So sollen die Türkei und der Iran bereits Interesse an einer Zahlungsabwicklung der Ölgeschäfte in nationaler Währung bekundet haben. Diese Überlegungen sind eine logische Reaktion auf die US-Sanktionen, die zunehmend verschärft werden.

Russland muss sich darum bemühen, an den internationalen Finanzmärkten nicht in die Isolation zu geraten. Die Moskauer Börse war bereits aufgrund der US-Sanktionen gegen russische Firmen, Regierungsmitglieder und Oligarchen eingebrochen. Der Rubel verlor stark an Wert, während der US-Dollar gewann.

Dennoch ist die russische Regierung davon überzeugt, dass die Wirtschaft die US-Sanktionen bewältigen und auf den Finanzmärkten überleben kann. Man ist der Überzeugung, dass sich die Situation wieder regulieren werde. Erst 2016 hatte sich Russlands Wirtschaft von einer Rezession erholt, die durch Sanktionen des Westens wegen der Ukraine-Krise verursacht wurden.

Die Drohung der USA, das Atomabkommen mit dem Iran zu kündigen, hatte die iranische Regierung ebenfalls bewogen, die Ölgeschäfte nicht mehr in Dollar oder Euro, sondern in nationalen Währungen im bilateralen Handel abzuwickeln.

Die US-Regierung hatte bereits mit Konsequenzen gedroht, sollten die Staaten nicht mehr in Petro-Dollars handeln. Der Iran warnte die USA erneut vor eine Aufkündigung des Atomabkommens. Die USA würden den Bruch des Vertrags bereuen. Man sei besser vorbereitet, als die USA annehmen.

Watergate Redaktion 11.4.2018

http://www.watergate.tv/2018/04/12/kriegsgrund-russland-und-china-sagen-sich-vom-petro-dollar-los/