Plant der IWF ein Goldverbot für Privatanleger?

Unbenanntes Design(604)
Der Internationale Währungsfonds (IWF) könnte bald ein Goldverbot für Privatanleger in der Europäischem Union vorschlagen. Erst jüngst beschäftigte sich der IWF mit der Idee, auf den Besitz von Bargeld Strafzinsen zu erheben. In einem „Diskussionspapier“ beschäftigt sich jetzt der IWF-Ökonom Johannes Wiegand mit der Einführung des Goldstandards im Europa des 19. Jahrhunderts. Darin macht er Deutschlands Übergang zur Goldwährung nach der Reichsgründung von 1871 für die große Wirtschaftskrise der 1870er Jahre mitverantwortlich.

Dass die massiven Goldkäufe der Zentralbanken weltweit in den letzten zwei Jahren nicht ohne Grund geschehen sind, kann man sich an fünf Fingern ausrechnen. US-Präsident Nixon hatte 1971 den Goldstandard aufgehoben, was weitreichende Konsequenzen für die Kapitalmärkte hatte. Die Ära des ungebremsten Gelddruckens, also der Geldschöpfung aus dem Nichts begann. Die Folgen dieser Blasenbildungen konnten wir bei der Finanzkrise 2008, die im Prinzip nie überwunden wurde, beobachten.

Die massiven Goldkäufe der Zentralbanken weltweit dürfen also als Warnsignal verstanden werden. Ausgerechnet jetzt erklärt der IWF Gold erneut zum Krisenverstärker. Demnach betrachtet der IWF die Goldkäufe als Problem für Europa. Der Schluss liegt dadurch nahe, dass der IWF bald auf eine Idee kommen könnte, die nicht neu ist: In der Finanzgeschichte wurde schon mehrfach ein privates Goldbesitzverbot ausgesprochen. Zuletzt in den USA im Jahr 1933, als US-Präsident Franklin D. Roosevelt per Notstands-Dekret sämtlichen Goldbesitz verbieten ließ.

Die US-Regierung sah durch privaten Goldbesitz plötzlich den „Frieden, die Gerechtigkeit und das Wohlergehen“ der Vereinigten Staaten bedroht. Ganz ähnlich ließe sich ein Goldbesitzverbot auch heute formulieren. Denn in einem System, das auf immer größere Schulden und Kredite angewiesen ist, kann der Goldpreis langfristig diese Geldmengenschöpfung nur mit Kurssteigerungen wiederspiegeln. Der Anstieg des Goldpreises könnte der Anlass werden, die Bürger vor dem „bösen Gold“ zu schützen.

Schuld an der Eurokrise sind sowohl die Politiker als auch die Zentralbänker mit ihrer mafiösen Geldpolitik. Ein stabiler, gesunder Gegenwert für Geld hat einer Wirtschaft noch nie geschadet. Für die Erzeugung kreditfinanzierter Blasen und für den Betrieb einer rein profitorientierten Geldwirtschaft ist goldgedecktes Geld allerdings nicht geeignet…

https://www.watergate.tv/plant-der-iwf-ein-goldverbot-fuer-privatanleger/

Sogar Uganda und Kenia wirtschaften besser: IWF-Studie bescheinigt Deutschland unsolide Finanzen

Von Reinhard Werner

Nicht nur bezüglich der privaten Vermögen gerät Deutschland immer weiter ins Hintertreffen. Eine IWF-Studie auf der Basis einer Berechnungsmethode, die das Vermögen der öffentlichen Hand den Schulden gegenüberstellt, kommt zum Ergebnis: Deutschland lebt über seine Verhältnisse.

Uganda    Foto: iStock

 

Deutschlands Finanzen zählen weltweit zu den unsolidesten. Zu diesem Fazit gelangt eine jüngst veröffentlichte Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF), die auf einer neuen Berechnungsmethode basiert. Ökonomen haben diese entwickelt, um in einem aufwendigen Verfahren die tatsächlichen Staatsbilanzen für 31 Volkswirtschaften zu ermitteln. Die Daten, die dazu ausgewählt und verarbeitet werden, decken demnach immerhin 61 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung ab. Die „Welt“ berichtete über die entsprechende Erhebung.

Der wesentliche Unterschied zu den bislang gängigen Statistiken nach den Maastricht-Kriterien besteht dabei darin, dass diese Momentaufnahmen für ein Jahr darstellen – berücksichtigt man jedoch auch die gesamten Schuldenberge von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern, sieht die Bilanz deutlich anders aus. Derzeit betragen deren Gesamtschulden zwei Billionen Euro.

Nettovermögen im negativen Bereich

Selbst unter Berücksichtigung des Vermögens der öffentlichen Hand kommen die Ökonomen zu einem klaren Urteil: Deutschland lebt über seine Verhältnisse. Dieses Nettovermögen liegt nämlich, so die Analyse, im negativen Bereich. Die Verschuldung der öffentlichen Hand – inklusive öffentlich kontrollierter Unternehmen und Zentralbanken – beträgt derzeit 19,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Zwar berücksichtigt die Berechnung keine künftigen Einnahmen des Staates, etwa durch Steuern. Sollten diese allerdings weiter steigen, könnten Leistungsträger abwandern und die Wirtschaftsleistung weiter sinken – was die Situation zusätzlich verschärfen würde.

Immerhin kämen auf die öffentliche Hand künftig umfangreiche Leistungsverpflichtungen zu, beispielsweise mit Blick auf Beamtenpensionen. Dass die ungebrochenen Ambitionen der Regierung, auch bezüglich internationaler Projekte stets zu den Vorreitern zu gehören, die Lage entscheidend entschärfen werden, davon kann realistischerweise auch nicht ausgegangen werden. Zudem seien auch die Verpflichtungen der allgemeinen Sozialsysteme, also der Renten-, Kranken- oder Pflegeversicherung, in dieser Rechnung noch nicht enthalten, da diese formal nicht als vertragliche Verpflichtungen im Sinne der Aufstellung gelten.

In der Auswahl der 31 vom IWF untersuchten Länder landete Deutschland damit noch hinter Uganda und Kenia. Immerhin liegen El Salvador und Gambia noch weiter hinten – und die EU-Länder Österreich, Frankreich, Großbritannien und Portugal. Dieses befindet sich mit einer Nettoverschuldung von 135 Prozent seiner Wirtschaftsleistung auf dem letzten Platz der Liste.

Norwegen steht am besten da

Dem IWF zufolge fördert das Aufrechnen aller Vermögen und Verbindlichkeiten bei elf Staaten ein negatives Nettovermögen zutage. Fast alle G7-Staaten fallen darunter, inklusive USA und Japan. Die übrigen 20 untersuchten Länder haben dagegen unterm Strich mehr Vermögen als Verbindlichkeiten. Am besten schneidet Norwegen ab. Dort ist das Nettovermögen der öffentlichen Hand mehr als viermal so groß wie die Wirtschaftsleistung des Landes. Der weltweit tätige nationale Ölfonds trägt entscheidend dazu bei.

Auch die Öl- und Gas-Großmächte Russland und Kasachstan stehen ähnlich gut da, zumal beide fast keine Staatsschulden haben. Eine positive Bilanz weisen unterschiedliche Volkswirtschaften auf unterschiedlichen Kontinenten auf, so etwa Australien, Peru, Südafrika und Südkorea. Die IWF-Bilanz des öffentlichen Sektors umfasst, so heißt es aus dem IWF, „alles, was der Staat besitzt und schuldet und deckt damit viel mehr ab als nur der Blick auf Schulden und Defizite“.

Ein gewisses Fragezeichen hinterlasse jedoch die Qualität der Daten. Viele Staaten lassen es demnach an Transparenz vermissen, was auch dazu beigetragen habe, dass nur in einem Bruchteil an existierenden Ländern eine solche Nachhaltigkeitsbilanz des öffentlichen Sektors erstellt hätte werden können.

Freiburger Wissenschaftler bietet weiteres Modell zur Ergänzung

Die „Welt“ weist zudem noch auf ein alternatives Modell des Freiburger Finanzwissenschaftlers Bernd Raffelhüschen hin, der regelmäßig neben der ausgewiesenen Staatsverschuldung auch die „implizite“ Staatsverschuldung berechnet. Diese berücksichtigt, anders als der IWF, nicht die Vermögenswerte der öffentlichen Hand, demgegenüber allerdings alle staatlichen Leistungsversprechen, insbesondere der Sozialversicherungen, die durch das heutige Steuer- und Abgabenniveau noch nicht gedeckt seien.

Diese, so die „Welt“, beliefen sich bei der letzten derartigen Berechnung für das Jahr 2015 auf 4,6 Billionen Euro. Zusammen mit den ausgewiesenen Staatsschulden von 2,2 Billionen Euro betrug demnach die gesamte Schuldenlast Deutschlands 6,8 Billionen Euro. Bezogen auf das Jahr 2015 entsprach dies einer Staatsschuld von 244 Prozent der Wirtschaftsleistung.

https://www.epochtimes.de/politik/welt/sogar-uganda-und-kenia-wirtschaften-besser-iwf-studie-bescheinigt-deutschland-unsolide-finanzen-a2669858.html

IWF fordert die Deutschen auf, länger zu arbeiten

Indexexpurgatorius's Blog

Die schrumpfende und schnell alternde Bevölkerung und eine Wirtschaft, stelle die Volkswirtschaft vor große Herausforderungen.

Änderungen am Rentensystem sollten dafür sorgen, dass die Menschen hierzulande länger arbeiten und später in Rente gehen, schreiben die Verfasser des IWF-Reports. Das würde nicht nur die langfristige Finanzierung der gesetzlichen Renten sicherstellen, sondern auch den Unternehmen helfen, denen zunehmend Arbeits- und Fachkräfte fehlen.
Zudem würden längere Erwerbsbiografien dafür sorgen, dass das Risiko von Altersarmut sinke, schreiben die Ökonomen des Fonds im Abschlussbericht ihrer jährlichen Konsultationen in Deutschland.

„Wir wünschen uns, dass die Deutschen länger arbeiten“, sagt Julie Kozack. Entscheidend sei, dass das reale oder effektive Renteneintrittsalter steige, also das Alter, in dem Menschen tatsächlich in Rente gehen.

Soweit kann man das „Wollen“ noch nachvollziehen, arbeiten bis 70 oder 75 und dann ab in die Kiste.

Doch was der IWF noch verbreitet ist an Verdummung kaum noch zu überbieten:

Den Bundesbürgern fehle häufig…

Ursprünglichen Post anzeigen 40 weitere Wörter

Boliviens Präsident erklärt „totale Unabhängigkeit“ von Weltbank und IWF

Boliviens Präsident Evo Morales hat die Unabhängigkeit seiner Regierung von internationalen Kreditinstitutionen und ihren nachteiligen Auswirkungen auf die Nation hervorgehoben, wie Telesur TV berichtete.

„An einem Tag wie heute im Jahre 1944 endete die Bretton-Woods-Konferenz (USA), bei der der IWF und die Weltbank etabliert wurden“, twitterte Morales. „Diese Organisationen diktierten das ökonomische Schicksal Boliviens und der Welt. Heute können wir sagen, dass wir die totale Unabhängigkeit von ihnen erreicht haben.“

Morales hat gesagt, dass die Abhängigkeit Boliviens von den Institutionen so groß war, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Büro im Hauptquartier der Regierung hatte und sogar an ihren Sitzungen teilnahm.

Bolivien ist nun im Begriff, ein Mitglied des Gemeinsamen Markt des Südens (Mercosur) zu werden, und Morales besuchte letzte Woche das Gipfeltreffen der Vereinigung in Argentinien.

Boliviens Volksaufstand des Jahres 2000, der als „Cochabamba-Wasserkrieg“ gegen den in den USA ansässigen Bechtel-Konzern um die Wasserprivatisierung und die damit verknüpften Weltbank-Vorgaben bekannt ist, warf ein Schlaglicht auf einige der Schuldenprobleme, mit denen die Region konfrontiert ist.

Einige der größten Widerstandskämpfe Boliviens in den letzten 60 Jahren richteten sich gegen die ökonomischen Vorgaben, die vom IWF und der Weltbank ausgingen.

Die meisten der Proteste konzentrierten sich auf eine Widersetzung gegenüber Privatisierungsvorgaben und Sparmaßnahmen, einschließlich Kürzungen bei der öffentlichen Versorgung, Privatisierungsverordnungen, Lohnsenkungen und der Schwächung von Arbeiterrechten.

Seit 2006, einem Jahr, nachdem Morales an die Macht gekommen war, haben die Sozialausgaben für Gesundheit, Bildung und Armutsbekämpfungsprogramme um über 45 Prozent zugenommen.

Die Morales-Regierung hat in dem Andenstaat enorme Veränderungen bewirkt. Die Zahlen sprechen für sich: die Verstaatlichung von Kohlenwasserstoffen und die Armutsbekämpfung von 60% auf weniger als 40%, eine Abnahme bei der Analphabetenrate von 13% auf 3%, die Verdreifachung des BIP mit einem durchschnittlichen Wachstum von jährlich 5%, die Vervierfachung des Mindestlohns, die Erhöhung der staatlichen Versorgung auf allen Gebieten und die Entwicklung der Infrastruktur bei Kommunikation, Transport, Energie und Industrie.

Und vor allem: Stabilität, ein ungewöhnliches Wort in der aufgewühlten politischen Geschichte Boliviens, die heute angesichts der Konjunkturabschwächung, die viele Länder in der Region erfahren, ein echtes Privileg ist.

Verweise:

Bolivien kickt die Rothschild-Banken aus dem Land — Gegen den Strom

Originally posted on Hallo, hallooooooo, guten Morgen, wach auf!: Präsident Morales hat angekündigt, die Rothschild-Banken aus dem Land zu werfen, weil er die Erpressungen der US-Regierung und der internationalen Bank-Institutionen satt hat. Bolivien befindet sich auf dem Weg zu einer echten Souveränität. Von Michael Steiner in http://www.contra-magazin.com Seit der Gründung 1944 haben der Internationale Währungsfonds (IWF)…

über Bolivien kickt die Rothschild-Banken aus dem Land — Gegen den Strom

Bankrott : Argentiniens Staatspleite (Doku)

 

Über Nacht haben plötzlich alle Banken des Landes geschlossen. Nur
noch kleine Beträge dürfen zu reglementierten Zeiten abgehoben werden.
Der Zahlungsverkehr ist fast völlig eingestellt.

Der IWF hält zugesagte Zahlungen zurück. Die Wirtschaft bricht innerhalb
weniger Tage zusammen – Griechenland 2015/2016? Nein, der Schauplatz ist
Argentinien in den Jahren 2001/2002.

Bis heute hat sich das einst reichste Land Südamerikas nicht gänzlich von
den Folgen der Krise erholt. Die Dokumentation erzählt mit Hilfe von teils
privatem Material, teils Fernsehmaterial die Krise in Argentinien unter dem
Aspekt, wie weit sich Parallelen zu der Situation in Griechenland aufdrängen.

Interviews mit Beteiligten, Betroffenen und Experten legen offen, was die Krise
auslöste und verschärfte. Dabei steht auch die Frage im Mittelpunkt, wie und ob
sich ein Land nach so einer Krise befreien und langsam erholen kann.

Trotz staatsanwaltlicher Ermittlungen: Christine Lagarde bewirbt sich erneut um IWF-Chefposten

by Maria Lourdes

Christine Lagarde hat in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass sie sich für eine zweite Amtszeit als geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) bewirbt. Regierungsvertreter Frankreichs, Deutschlands, Großbritanniens und der USA reagierten auf die Ankündigung, indem sie die IWF-Chefin mit Lob überschütteten…

Trotz staatsanwaltlicher Ermittlungen: Christine Lagarde bewirbt sich erneut um IWF-Chefposten

Von Ernst Wolff, freiberuflicher Journalist und Autor des Buches „Weltmacht IWF- Chronik eines Raubzugs“ – Mein Dank sagt Maria Lourdes!

christine-lagarde

Bemüht optimistisch gibt sich IWF-Chefin Lagarde zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums in Davos – mehr dazu hier.

…Lagarde sei eine „außergewöhnliche Führungspersönlichkeit mit Visionen und Scharfsinn“, die in der Lage sei, „die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren zu steuern“, sagte der britische Schatzkanzler Osborne. Der deutsche Finanzminister Schäuble nannte Lagarde eine „hervorragende Krisenmanagerin“, während sein amerikanischer Kollege Jack Lew ihre bisherige Arbeit als „exzellent“ bezeichnete.

Einziges Hindernis auf dem Weg zu einer zweiten Amtszeit könnten juristische Probleme werden, die Christine Lagarde seit 2011 verfolgen und deren Hintergründe ein bezeichnendes Licht sowohl auf sie selbst, als auch auf die politischen und wirtschaftlichen Kreise werfen, denen sie angehört. 

Bereits einen Monat vor ihrer Ernennung zur geschäftsführenden Direktorin des IWF im Jahr 2011 hatte die französische Justiz Ermittlungen gegen Christine Lagarde aufgenommen. Dabei ging es um folgenden Tatbestand: Der französische Geschäftsmann und Milliardär Bernard Tapie hatte im Jahr 1993 seine drei Jahre zuvor erworbenen Mehrheitsanteile am Sportartikelhersteller Adidas für umgerechnet 315,5 Mio. Euro an die französische Großbank Crédit Lyonnais verkauft. Ein Jahr später veräußerte die Crédit Lyonnais das Paket für 701 Mio. Euro an den Geschäftsmann Robert Louis Dreyfus. Tapie fühlte sich daraufhin von seiner langjährigen Hausbank übervorteilt und klagte auf Schadenersatz.

Die folgenden rechtlichen Auseinandersetzungen zogen sich über mehrere Jahre hin. 2005 wurde Tapie von der französischen Justiz eine Entschädigung in Höhe von 135 Mio. Euro zugesprochen. Das Urteil wurde allerdings vor seiner Vollstreckung vom Pariser Kassationsgericht aufgehoben. Hierauf schaltete sich die damalige Finanz- und Wirtschaftsministerin Christine Lagarde ein und verwies die Angelegenheit im Wahljahr 2007 an ein privates Schiedsgericht, das Tapie ein Jahr später 285 Mio. Euro zuzüglich 118 Mio. Euro Zinsen, also insgesamt 403 Mio. Euro zusprach.

Lagarde segnete das Urteil umgehend ab, obwohl die Crédit Lyonnais in der Zwischenzeit aufgelöst worden war, so dass die Zahlungen nicht mehr die Bank, sondern den französischen Steuerzahler belasteten. Lagarde setzte sich auch über Vorwürfe der Begünstigung hinweg, die erhoben wurden, weil Tapie 2007 den Wahlkampf von Präsident Sarkozy, Christine Lagardes langjährigem Parteifreund und wichtigstem Förderer, finanziell unterstützt hatte.

Das Urteil des Schiedsgerichts bedeutete allerdings noch nicht das Ende der Affäre. Tapie, der für seine rüden Geschäftsmethoden bekannt und wegen Wirtschaftsdelikten mehrmals vorbestraft ist, gab sich mit 403 Mio. Euro nicht zufrieden. Er legte Berufung gegen das Urteil ein und forderte insgesamt zwischen 516 Mio. und 1,1 Mrd. Euro Schadenersatz. Tapie rechnete zu diesem Zeitpunkt vermutlich nicht damit, dass der von ihm im Wahljahr 2012 erneut unterstützte Sarkozy gegen den Sozialisten Hollande verlieren und sich das politische Klima in Frankreich somit entscheidend ändern würde.

Die veränderten politischen Verhältnisse hatten für Tapie jedenfalls äußerst ungünstige Folgen: Nach längerem juristischem Tauziehen wurde das Urteil gegen ihn im Dezember 2015 aufgehoben. Er wurde zur Rückzahlung der 403 Mio. Euro und zur Übernahme aller dem Staat durch das Schiedsverfahren entstandenen Kosten verpflichtet. Auch Lagarde bekam die Änderung der politischen Großwetterlage zu spüren: Der Gerichtshof der Republik – ein spezielles Gericht, das für Gesetzesverstöße französischer Regierungsmitglieder im Rahmen ihres Amtes zuständig ist – eröffnete gegen sie ein Verfahren wegen „Fahrlässigkeit“ im Amt.

Die IWF-Chefin reagierte darauf ähnlich wie auf der Eröffnung des ersten Ermittlungsverfahrens im August 2011: Sie wies alle Vorwürfe gegen sich als „absolut unbegründet“ zurück. Wie die Reaktionen der westlichen Regierungen zeigen, steht sie mit ihrer Haltung gegenüber den Ermittlungen der französischen Justiz nicht allein da.

Lagarde ist mit ihren rechtlichen Problemen in den Reihen der IWF-Führung übrigens kein Einzelfall. Sowohl gegen ihren Vorgänger Dominique Strauss-Kahn, als auch gegen dessen Vorgänger Rodrigo Rato wird derzeit gerichtlich ermittelt. Auch in diesen Fällen lohnt es sich, einen kurzen Blick auf die gegen beide erhobenen Anschuldigungen zu werfen.

Dominique Strauss-Kahn, 2011 im Gefolge der allseits bekannten Sex-Affäre um ein New Yorker Zimmermädchen aus dem Amt geschieden und mittlerweile aus steuerlichen und juristischen Gründen in Marokko zu Hause, gründete Anfang 2014 zusammen mit dem wegen zwielichtiger Deals bekannten französisch-israelischen Geschäftsmann Thierry Leyne den Hedgefonds LSK (Leyne Strauss-Kahn). Beide sammelten nach eigenen Angaben Investorengelder in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar ein, steckten einen großen Teil des Geldes aber nicht in den Fonds, sondern in eigene Firmen.

Als die unseriösen Geschäfte im Herbst 2014 aufzufliegen begannen, legte Strauss-Kahn den Verwaltungsvorsitz des Fonds nieder. Drei Tage später nahm sich sein Geschäftspartner Thierry Leyne durch einen Sprung aus einem Hochhaus in Tel Aviv das Leben. Wenig später wurde bekannt, dass Investoren allein durch Strauss-Kahn eine Summe von etwa 100 Mio. Euro verloren hatten. Im Oktober 2015 verklagten zwei von ihnen den ehemaligen IWF-Chef wegen vorsätzlicher Täuschung, Fälschung, Betrug und Veruntreuung.

Strauss-Kahns Vorgänger, der Spanier Rodrigo Rato, übernahm im Dezember 2010 – drei Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem IWF – den Posten des Vorstandsvorsitzenden der viertgrößten spanischen Bank Bankia, die aus einer Fusion spanischer Sparkassen entstand. Am 16. April 2015 wurde Rato von der Polizei in seinem Haus in Salamanca verhaftet und vor den Fernsehkameras des Landes in Handschellen abgeführt. Ihm wird vorgeworfen, zusammen mit dem Rest der Bankia-Führung beim Börsengang 2011 Bilanzen gefälscht und so Hunderttausende Kleinanleger um ihr Geld gebracht zu haben. Die spanische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen Geldwäsche, Verschleierung von Vermögenswerten, Steuerbetrug und Kreditkartenmissbrauchs gegen ihn.

Sowohl Christine Lagarde, als auch Dominique Strauss-Kahn und Rodrigo Rato waren als IWF-Chefs maßgeblich für die Durchsetzung der Austeritätspolitik zuständig und haben zahllose Menschen in aller Welt zu einem Leben in Armut und Hunger verurteilt. Zwar ist trotz aller juristischen Ermittlungen gegen sie nicht damit zu rechnen, dass ihnen wegen ihrer Verfehlungen ein ähnliches Schicksal droht. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der sie sich selbst materielle Vorteile verschafft, anderen Menschen geschadet und sich dabei über Recht und Gesetz hinweggesetzt haben, sind der internationalen Öffentlichkeit nicht entgangen. Sie haben den Graben zwischen dem IWF als mächtigster Finanzorganisation der Welt und den vielen Millionen zur Bewältigung ihres Alltags auf die eigene Arbeit angewiesenen Menschen weiter vertieft.

Quelle: Von Ernst Wolff 25.01.2016

http://lupocattivoblog.com/2016/01/26/trotz-staatsanwaltlicher-ermittlungen-christine-lagarde-bewirbt-sich-erneut-um-iwf-chefposten/