Die “Nazi-Jagd” nimmt immer absurdere Formen an.
Die Stadt Fürth hat möglicherweise ein Trauma wegen ihrer Nähe zu Nürnberg, der früheren Stadt der Reichsparteitage. Oder die dortige “antifaschistische Szene” ist besonders aufmerksam. Aktuell macht man Jagd auf Autokennzeichen.
Schon im November 2008 wurde ein Fahrzeug mit dem Kennzeichen “FÜ – HH 88″ entdeckt. 88 ist ja angeblich ein klandestiner Code für “Heil Hitler”. (Weil das H der achte Buchstabe des Alphabets ist.) HH 88 kann dann sogar als doppeltes “Heil Hitler” verstanden werden. Erschwerend kommt noch hinzu, daß der Wagen dicht bei dem damals gerade neu eröffneten Laden der Marke “Tonsberg” entdeckt wurde. Tonsberg vertreibt bekanntlich Kleidung der Marke “Thor Steinar”, und die gilt als rechtsextremes Modelabel; unabhängig davon, daß der Begründer der Firma diese inzwischen an einen Saudi-Arabier verkauft hat. (Wahrscheinlich sind die Saudis auch alle rechtsextrem.)
Aber damit nicht genug. Es gibt einen zweiten Fall. Ein schwerer Geländewagen hat das Kennzeichen FÜ – AH 204. AH sind bekanntlich die Initialien von Adolf Hitler.
Nach einem Bericht der Nürnberger Zeitung wurden die Halter jetzt aufgefordert, die Kennzeichen ihrer Fahrzeuge zu ändern. Das soll per “Sofortmaßnahme” geschehen. (Also ist offenbar “sofortige Vollziehung” angeordnet worden.)
Für die Halter der Fahrzeuge zweifellos eine lästige Angelegenheit. Man sitzt bei einer Änderung seines Kennzeichens möglicherweise stundenlang auf dem Verkehrsamt herum. Außerdem zahlt man Gebühren. Und natürlich die neuen Nummernschilder. Das alles kann, wie eigentlich jeder Fahrzeughalter weiß, locker bei 70, 80 Euro oder so kosten.
Die Rechtsgrundlage dieser Änderungsaufforderung ist allerdings zweifelhaft. Schließlich war es das städtische Verkehrsamt, daß diese Kennzeichen zugeteilt hat. Egal, ob nach dem Zufallsprinzip oder als Wunschkennzeichen. Und zwei Bürger sollen dann aufgrund eines behördlichen Ukas und antifaschistischer Hysterie dafür Zeit und Geld aufwenden? Das ist irgendwie nicht einsehbar!
Der nächste Schritt wäre übrigens folgerichtig, das Kennzeichen meiner früheren Heimatstadt zu ändern. HH steht dort für “Hansestadt Hamburg”. Übrigens ein Teil des Kennzeichens, den man sich anders als die mittleren Buchstaben und die Ziffern nicht aussuchen kann. Also geraten locker mal eine gute halbe Million Hamburger Fahrzeughalter unter Nazi-Verdacht. Oder die Freie und Hansestadt Hamburg ändert ihr Kennzeichen, beispielsweise in HMB. (HA und HAM sind meines Wissens schon für andere Städte vergeben.) Aber halt, vorsicht, auch das könnten engagierte Antifaschisten fehlinterpretieren und mit einem nationalsozialistischen Bezug belegen. Es könnte ja stehen für “Heil, Mein Betriebszellenleiter”. Immerhin hatte die NSDAP eine NSBO, eine “Nationalsozialistische Betriebszellen-Organisation”. Und diese NSBO hatte folgerichtig Betriebszellen. Und der Chef einer solchen war zweifellos ein Betriebszellenleiter.
Alternativ wäre für Hamburg als neues Kennzeichen FHH zu erwägen. Das könnte sogar im antifaschistischen Sinne wertvoll sein. Man könnte es interpretieren als “F*ck Heinrich Himmler”. Dagegen kann dann wirklich kein Gutmensch mehr was sagen. Hoffe ich zumindest.
Quelle: DVU-NDS