1.Mai – “sozialistische Heerschau” oder “Nazifeiertag”

Da marschieren sie wieder die roten Scharen. Ihre Fahnen flattern ihnen voran – rot müssen sie sein! Hier nun ein paar Hintergründe: In Deutschland, Österreich, teilen der Schweiz und vielen anderen Staaten ist der Maifeiertag ein gesetzlicher Feiertag. In Deutschland ist die amtliche Bezeichnung in den Gesetzen der einzelnen Länder geregelt, wie z.B. in Nordrhein-Westfalen, wo der Maifeiertag offiziell als „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“ bezeichnet wird.(sülz) 1919 wurde dann der 01.Mai von der Weimarer Nationalversammlung zum gesetzlichen Feiertag bestimmt, jedoch nur für das Jahr 1919. In der Arbeiterbewegung selbst war die Frage, ob und wie der 1. Mai zu begehen sei, sehr umstritten. Die christlichen Gewerkschaften, seit Anfang des 20. Jahrhunderts mit einem eigenen interkonfessionellen Dachverband vertreten, lehnten die “marxistische Heerschau” ab. Einen traurigen Höhepunkt der Konflikte zwischen SPD und KPD bildete der 1. Mai 1929. Karl Zörgiebel, der sozialdemokratische Polizeipräsident von Berlin, hatte wegen befürchteter Unruhen ein Demonstrationsverbot über die Stadt verhängt. Die KPD ignorierte das Verbot und veranstaltete Demonstrationen, in deren Verlauf es zu wilden Schießereien kam. Dabei wurden 28 Personen getötet, darunter auch völlig Unbeteiligte. In den 30er Jahren nahmen sich dann andere Sozialisten des 1.Mai an: Mitte April 1933 notierte Goebbels in “Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei”: “Den 1. Mai werden wir zu einer grandiosen Demonstration deutschen Volkswillens gestalten.” Im April 1933 erklärte Hitler den 1. Mai zum “Feiertag der nationalen Arbeit”.

Der 1. Mai diente dem Regime als hervorragende Kulisse für Paraden, Aufmärsche und Leistungsschauen der deutschen Industrie diente. Die pathetische Inszenierung von Massenauftritten haben die Nationalsozialisten zwar nicht erfunden, aber sie haben die, wie Walter Benjamin es nannte, Ästhetisierung der politischen Macht zu ungeahnten Höhepunkten weiterentwickelt. Und die gleichen Leute, die es heute nicht ertragen auch nur das Wort AUTOBAHN zu hören machen auch heute noch in gleicher Weise ihre Kundgebungen. Bloß sind sie heute nicht mehr ästhetisch und quälen die Menschen nur noch mit ihren roten Fähnchen und den Ohrenbetäubenden Trillerpfeifen. Von den Linksfaschisten, die den Tag nutzen um Städte in Brand zu setzen ganz zu schweigen…

http://paukenschlag-blog.org/?p=3416