Die Sklaverei ist schlimmer als je zuvor – 50 Dollar “kaufen das Leben eines Kindes”

von https://derwaechter.org

Das neue Jahr begann mit einem Aufruf von Papst Franziskus an Alle, sich die Hände zu reichen und der Sklaverei ein für alle Mal ein Ende zu setzen:

Wir Alle sollen uns frei nennen können, Alle sollen Söhne und Töchter zu sein, und jeder soll nach seiner individuellen Verantwortung moderne Formen der Versklavung bekämpfen. Von jeder Rasse, Kultur und Religion, lassen Sie uns unsere Kräfte bündeln.

Warum ist der Papst so besorgt über eine Frage, die eigentlich “kein Thema” ist? Ist die Sklaverei nicht seit der Emanzipations-Proklamation 1863 zu Ende? Mitnichten, die Sklaverei ist nicht einfach so verschwunden aufgrund eines einzigen amerikanischen Bürgerkriegs. Überrascht… ? Tatsächlich wird es sogar schlimmer. Viel schlimmer.

Das Time Magazine stellte im Jahr 2011 fest:

Trotz ein Dutzend internationaler Konventionen zur Beendigung der Sklaverei in den letzten 150 Jahren, gibt es heutzutage mehr Sklaven als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit. Sklaven sind diejenigen, welche Zwangsdienste für eine Bezahlung am Existenzminimum erbringen und für den Gewinn der anderen, die sie mithilfe von Betrug und Gewalt halten. Während die meisten in den ärmsten Regionen Südasiens in Schuldknechtschaft gehalten werden, wird mit einigen Menschenhandel inmitten einer florierenden einschlägigen Entwicklung betrieben.

Von Altnet:

Es gibt heute mehr Sklaven als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit – 27 Millionen.

Die heutige Sklaverei konzentriert sich auf große Gewinne und billige Leben. Es geht nicht darum, die Menschen zu besitzen wie vormals, sondern darum, sie als “Einweg-Instrumente” zu benutzen, um Geld zu machen.

Benjamin Skinner, der die moderne Sklaverei erforscht, bietet einige erschreckende Einblicke:

In einem unterirdischen Bordell in Bukarest wurde mir eine junge Frau mit sichtbaren Symptomen des Down-Syndroms angeboten. Einer ihrer Arme war von Schnitten bedeckt, wozu ich nur annehmen kann, dass sie täglicher Vergewaltigung zu entkommen versuchte, auf welchem Wege auch immer. Diese junge Frau wurde mir im Tausch für ein gebrauchtes Auto angeboten.

Ich wusste, dass ich das Auto für ca. 1.500 Euro bekommen könnte. Während das nach einem sehr niedrigen Preis für das menschliche Leben klingen mag, bedenken Sie doch dazu noch, dass ich nur fünf Stunden von meinem Zuhause in New York – ein Drei-Stunden-Flug runter nach Port-au-Prince, Haiti, und eine Stunde vom Flughafen entfernt –  die Gelegenheit hatte, über ein 10-jähriges Mädchen zu verhandeln, für Reinigungdienste, Kochen, dauerhaften Besitz und sexuelle Gefälligkeiten. Was glauben Sie, wie hoch die Preisvorstellung war?

Sie verlangten 100 Dollar, und ich handelte Sie runter auf 50 Dollar. Um das nun in den richtigen Kontext zu setzen: Wenn man zurückgeht zu der Zeit, als meine Vorfahren sich gegen die Sklaverei einsetzten, im Jahr 1850, konnte man einen gesunden erwachsenen Mann für umgerechnet etwa 40.000 Dollar kaufen.

Die schlimmsten Verbrechen der menschlichen Sklaverei geschehen in Indien, wo es  laut Skinner, der den globalen Sklaverei-Index zitiert, mehr Sklaven gibt als in jedem anderen Land auf der Welt. Dennoch profitieren Amerika und weite Teile der westlichen Welt nur zu gern von der Sklaverei, während sie dabei ihre Opfer ignorieren und Indiens Behauptung akzeptieren, dass Armut die Ursache für diesen Horror ist.

Skinner macht darauf aufmerksam, dass die indische Sklaverei in erster Linie auf Generationsschuldknechtschaft zurückgeht, die sich nun auf Kinder auswirkt, deren Großeltern einst irgendeine schlechte Entscheidung getroffen hatten, anstatt einfache Armut. Die gleiche Art von Schuldknechtschaft, die bald Amerika plagen wird, wie sogar Bloombergeingestehen dürfte:

Republikaner und Demokraten gleichermaßen verschoben eine Abrechnung. Sie ermutigten zur Schuldenaufnahme und ignorierten die anschwellenden Belastungen dafür, wodurch Darlehen sich zur Größe von Hypotheken entwickelten, was letztlich die eigenen Architekten des Systems schockierte.

“Niemand hätte je gedacht, dass dies ein Weg dahin war, eine Schuldner-Klasse von ehemaligen Studenten zu schaffen, die ‘verpflichteten Studenten‘”, sagte Tom Wolanin, der 30 Jahre lang im Bereich Bundes-Hochschulpolitik gearbeitet hat.

Sie müssen wissen, dass man aus den Schulden aus Studenten-Darlehen nicht mit einer Art Konkurs entlassen werden kann. Während mehr und mehr Absolventen ohne angemessene Beschäftigung oder sogar arbeitslos sind, macht die Zeit für die Rückzahlung der Schulden oftmals ein ganzes Leben aus, wie es in einigen der in studentdebtcrisis.org genanten Fälle zu beobachten ist. Menschenhandel und eklatante Sklaverei (im Gegensatz zu der weniger sichtbaren Schuldsklaverei) in Amerika ist ebenfalls von Belang.

Washington Blog warnt, dass die Reichen versuchten, uns alle in Schuldknechtschaft zu bringen. Tatsächlich ist die Ungleichheit in Amerika heute schlimmer als zur Zeit der Sklaven im kolonialen Amerika, und sie ist zweimal schlimmer als sie im antiken Rom war. Die Ironie ist, dass trotz der Emanzipations-Proklamation mehr Schwarze unter Maßnahmen des Strafvollzugs stehen heute als im  Amerika der Sklavenzeit 1850, und mehr sind im Gefängnis in den USA als in Südafrika in Zeiten der Apartheid.

Doch niemand scheint sich mehr zu kümmern. Da ist kein Abraham Lincoln, kein Moses, kein Gandhi, und nicht Martin Luther King Jr. In der heutigen Zeit der Anti-Helden haben wir Bill Gates, Mark Zuckerberg und Warren Buffet. Viele Forderungen nach mehr Nächstenliebe werden gemacht, während Vermögensungleichheit und die menschliche Sklaverei sich immer weiter fortsetzen.

Die meisten Menschen wissen nicht einmal über die Versklavung der Menschheit, und den meisten von denen, die etwas darüber wissen, ist es schlechterdings egal.

Verweise:

 

https://derwaechter.org/die-sklaverei-ist-schlimmer-als-je-zuvor-50-dollar-kaufen-das-leben-eines-kindes

 

Informationsunterschlagung bei der Tagesschau

von https://sciencefiles.org

Wer den Beitrag “China übt Druck auf Bundestagsabgeordnete aus“, den die Tagesschau heute veröffentlicht hat, der muss folgenden Eindruck gewinnen:

Der Botschafter der Volksrepublik China will Druck auf deutsche Bundestagsabgeordnete auszuüben.
Die Abgeordneten haben am 8. November über die „Menschenrechtslage in China“ diskutiert, so die Tagesschau und natürlich ist, wenn der Bundestag über die „Menschenrechtslage in China“ diskutiert klar, dass die Chinesen die Bösen sind: „In der chinesischen Provinz Xinjiang sind nach Einschätzungen von Menschenrechtsorganisationen Muslime, wie zum Beispiel die Uiguren, Repressalien ausgesetzt“.

Wenn Menschenrechtsorganisationen das behaupten, dann übernimmt es die Tagesschau ungeprüft. Denn es passt in das affektive Schwarz-Weiß-Denken, das in Deutschland Journalismus sein soll.

So entsteht die Erzählung, dass die „chinesische Botschaft“ in einem vierseitigen Schreiben [!sic] mehr oder weniger nur zum Ausdruck bringt, dass sie äußerst unzufrieden darüber sei, dass der Bundestag über die „sogenannte“ Menschenrechtslage in der Provinz Xinjiang berate, was in der Suggestion der Tagesschau heißen soll: die Chinesen wollen bei ihren Menschenrechtsverletzungen nicht gestört werden.

Nun könnte man als Journalist auf die Idee kommen, das vierseitige Schreiben, das die Chinesen als Démarche bezeichnen, ganz zu lesen.

Man könnte sich fragen, woher deutsche Politiker, deren geographische und soziale Kenntnisse nicht dazu ausreichen, die Sozialstruktur und Lage der Menschenrechte in Edesheim oder Venningen zu diskutieren, ganz einfach weil sie von beiden Pfälzer Orten noch nie gehört haben, die Kompetenz und das Wissen nehmen wollen, um über die u.a. an Afghanistan, Kirgisistan, Kasachstan und Pakistan angrenzende chinesische Provinz Xinjiang informiert zu diskutieren, in der China ein Problem mit den Uiguren haben soll, also mit Muslimen. Es wäre in diesem Zusammenhang interessant zu erfahren, auf Grundlage welcher Kenntnisse sich deutsche Bundestagsabgeordnete ein Urteil über die Situation vor Ort erlauben wollen. Ein Journalist fragt hier nach.

Man könnte als Journalist, so man seinen Beruf ernst nimmt, auch berichten, dass die chinesische Botschaft von Problemen mit muslimischen Terroristen in Xinjiang berichtet und anführt, es habe seit den 1990er Jahren „Tausende von Terroranschlägen in Xinjiang, die mehrere tausend Menschen das Leben gekostet oder verletzt haben“, gegeben. Man könnte diese Aussage sogar prüfen wollen, oder diese: „Mehrere hundert Polizisten sind in Anti-Terror-Einsätzen ums Leben gekommen. Die chinesische Regierung bekämpft gewalttätige Terroristen, Separatisten und Verbrecher, und bestraft sie in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen hart.“

Die zitierte Passage stammt aus dem vierseitigen Schreiben, aus dem auch die Tagesschau zitiert, da sie fehlt, muss man davon ausgehen, dass der zuständige Redakteur diesen Teil entweder nicht gelesen hat, nicht für relevant gehalten hat oder unterschlagen hat.

Mit Journalismus, der den Namen verdient, hat die Berichterstattung in der Tagesschau jedenfalls nichts zu tun.

Es geht hier nicht darum, zu entscheiden, ob in Xinjiang Menschenrechte verletzt werden oder nicht. Es geht darum, dass normaler Journalismus BEIDE Seiten mit ihrer Sicht der Dinge zu Wort kommen lässt, um es den Konsumenten der Nachrichten zu ermöglichen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Davon ist die Tagesschau so weit entfernt, wie man nur entfernt sein kann. Weil das Narrativ durchgesetzt werden soll: China begeht Menschenrechtsverletzungen, werden relevante Informationen unterschlagen und durch vollkommen irrelevante Informationen ersetzt wie die, dass ein grüner Wichtigtuer behauptet, er sei aus der chinesischen Botschaft angerufen worden, eine Behauptung, die man durch Rückfrage in der chinesischen Botschaft als Journalist normalerweise prüft.

Das ist kein Journalismus, das ist ein parteipolitisch motivierter Manipulationsversuch.

Wir dokumentieren im Folgenden die Démarche der chinesischen Botschaft in voller Länge, damit sich jeder, der den Beitrag bei der Tagesschau gelesen hat, einen Eindruck vom Ausmaß der Manipulation machen kann.

Das Foreign Service Institute der USA definiert eine Démarch als “a request or intercession with a foreign official, e.g., a request for support of a policy, or a protest about the host government’s policy or actions”.

Jeder Botschafter oder Minister der USA kann eine Démarche aufsetzen und zustellen, wobei die Frage, ob sie einem ausländischen Minister oder einem Parlament zugestellt wird, offen bleibt. Adressat ist gewöhnlich derjenige, der direkt betroffen ist. Es ist demnach nicht, wie die Tagesschau behauptet, ungewöhnlich, eine Démarche an die Abgeordneten eines Parlamentes zu richten, zumal es diese Abgeordneten und eine von ihnen geführte Debatte sind, die den Gegenstand der Démarche bildet. Man würde es wohl eher, wäre man nicht so voreingenommen wie der zuständige Redakteur der Tagesschau, als Respekt vor dem politischen System der Bundesrepublik ansehen. Wo jedoch Paranoia herrscht, wird Respekt zum Übergriff.

Hier die Stellungnahme des Sprechers der chinesischen Botschaft:


Stellungnahme des Sprechers der chinesischen Botschaft in Deutschland zur Beratung im deutschen Bundestag über so genannte Menschenrechtslage in der chinesischen Provinz Xinjiang.
2018/11/09


Am 8. November wurde, ungeachtet des starken Einwandes der chinesischen Seite, die so genannte Menschenrechtslage in der chinesischen Provinz Xinjiang im deutschen Bundestag beraten. Die chinesische Seite ist hierüber äußerst unzufrieden und bringt dem deutschen Bundestag und der Bundesregierung ernsthafte Demarche entgegen.

Xinjiang gehört zum Territorium der Volksrepublik China, und Fragen, die Xinjiang betreffen, fallen in den Zuständigkeitsbereich und unter die inneren Angelegenheiten Chinas. Die willkürlichen Vorwürfe vom Bundestag, unter Missachtung der Realität in Xinjiang, gegen chinesische Maßnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus, sowie chinesische Politik zu Nationalitäten und Menschenrechten stellen eine eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten und eine grobe Verletzung der Souveränität Chinas dar.

Alle Regierungen tragen dafür Verantwortung, dass die Sicherheit ihres Landes und ihrer Bevölkerung gewährleistet bleibt. Nicht anders als in Deutschland existiert auch im chinesischen Xinjiang das Problem der Gewalt und des Terrorismus. Es gibt Menschen, die von terroristischen Extremistengruppen im Ausland zu einer „Gehirnwäsche” verleitet werden, es existieren religiöser Fanatismus und die Tendenz zur Gewalt. Manche missbrauchen den Glauben der Uiguren in Xinjiang an Islam zur Verbreitung von religiösem Extremismus und versuchen vergeblich, auch in Xinjiang so etwas wie einen „Islamischen Staat” zu replizieren. Unter dem Deckmantel von „Menschenrechten” und „Freiheit” erschleichen sie sich allerorts Sympathien und Unterstützung, treiben sie im Internet, im Radio und im Fernsehen die Spaltung Chinas voran, um eine „Unabhängigkeit” Xinjiangs zu erreichen.

Auf Bürgerinnen und Bürger nach Recht und Gesetz einzuwirken und sie davon zu überzeugen, sich von Terrorismus und extremistischem Gedankengut zu distanzieren, und nationale Souveränität und territoriale Integrität des Landes entschlossen zu verteidigen, gehören zu den von allen Ländern einschließlich Deutschland geübten Praktiken.

Seit den 1990er Jahren gab es Tausende von Terroranschlägen in Xinjiang, die mehrere tausend Menschen das Leben gekostet oder verletzt haben. Mehrere hundert Polizisten sind in Anti-Terror-Einsätzen ums Leben gekommen. Die chinesische Regierung bekämpft gewalttätige Terroristen, Separatisten und Verbrecher, und bestraft sie in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen hart. Gleichzeitig ist China sehr darauf bedacht, den Ursachen nachzugehen, und hat entsprechend eine Reihe von präventiven Maßnahmen wie berufliche Ausbildung zur Deradikalisierung ergriffen, die die Sicherheit der Gesellschaft insgesamt erhöhen. In Xinjiang ist es gelungen – seit nunmehr 22 Monaten in Folge gab es keine gewaltsamen Terrorattacken. Die chinesische Seite ist davon überzeugt, dass Sicherheit und die Wahrung der Menschenrechte untrennbar miteinander verbunden sind.

Derzeit befindet sich Xinjiang in einer ganz neuen Phase der Entwicklung. Die Bürgerinnen und Bürger Xinjiangs genießen alle von der chinesischen Verfassung garantierten, politischen und wirtschaftlichen Rechte und religiösen Freiheiten. Die Wirtschaft und die Gesellschaft Xinjiangs entwickeln sich von Tag zu Tag weiter, der Lebensstandard der Menschen steigt kontinuierlich, und die ethnische Kultur wird geschützt und kann sich weiterentwickeln. Seit der Umsetzung der Neuen Seidenstraße Initiative im Jahr 2013 steht Xinjiang als Brückenkopf der Öffnung Chinas nach Westen. 2017 wuchs das BIP von Xinjiang um 7,6%, auch der Tourismus entwickelte sich im vergangenen Jahr ausgesprochen positiv – 2017 gab es mehr als 100 Millionen Touristen, darunter 2,34 Mill. Ausländer.

Xinjiang hat eine Gesamtbevölkerung von 23 Millionen Menschen, davon gehören mehr als 10 Millionen dem Islam an, und ein bilinguales Bildungssystem mit Uigurisch und Chinesisch ist praktiziert. Es gibt mehr als 24.000 Moscheen in Xinjiang. Berücksichtigt man den Anteil der muslimischen Bevölkerung an der gesamten Bevölkerung, so liegt die Zahl der Moscheen pro Gläubigem nirgendwo sonst in der Welt so hoch wie in Xinjiang.

Deutschland und China haben eine sehr unterschiedliche Geschichte und Kultur, und das Verständnis von Menschenrechten ist nicht das Gleiche. China will auf der Grundlage von Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt mit Deutschland einen Dialog führen, um ein besseres gegenseitiges Verständnis zu erreichen. China wehrt sich aber entschlossen gegen die Politisierung und Instrumentalisierung der Menschenrechte und damit die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder. Dies stellt auch eine Verletzung internationaler Regel dar.

China fordert den Bundestag auf, das Gesamtbild der deutsch-chinesischen Beziehungen ins Auge zu fassen und die ungerechtfertig[t]en Vorwürfe gegen China, sowie die Einmischung in Chinas innere Angelegenheiten zu unterlassen. Wir hoffen, dass sich der Bundestag selbst prüfen und seine eigenen Aufgaben machen kann, und gleichzeitig in der Lage sein wird, China objektiv und sachlich zu betrachten, um mehr für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen zu tun. Wir hoffen, dass die deutsche Seite das Anliegen und die Demarche der chinesischen Seite ernst nehmen wird, um sicherzustellen, dass die deutsch-chinesischen Beziehungen sich auch weiterhin in die richtige Richtung entwickeln.

Wenn man das so liest, klingt es fast so als hätten die Chinesen auch ein Bundesprogramm “Demokratie leben!”.

https://sciencefiles.org/2018/11/10/informationsunterschlagung-bei-der-tagesschau/

Deutschland blockiert Abkommen

Titelbild: Menschenrechte in Konzernen? Auf dem Ohr stellt sich Sigmar Gabriels Außenministerium taub – Foto: dpa

Die Vereinten Nationen wollen Unternehmen verpflichten, ihre Mitarbeiter besser zu behandeln. Die Bundesregierung hält davon wenig.

Keine Einsicht, kein Entgegenkommen: Die Bundesregierung lehnt ein Abkommen der Vereinten Nationen mit verbindlichen Menschenrechtsnormen für transnationale Konzerne und andere Unternehmen weiterhin ab und bemüht sich mit ihren EU-Partnern um einen Abbruch der Verhandlungen im UN-Menschenrechtsrat. Treiber für die ablehnende Haltung Berlins ist das derzeit noch von SPD-Minister Sigmar Gabriel geführte Außenministerium. Unterstützt wird die Ablehnung zudem von den Ressorts Entwicklung, Wirtschaft, Justiz sowie Arbeit und Soziales.

Im Juni 2014 hatte der UN-Menschenrechtsrat eine „offene Arbeitsgruppe zur Erarbeitung rechtlich verbindlicher Menschenrechtsregeln für transnationale Konzerne und andere Wirtschaftsunternehmen“ eingesetzt, an deren Verhandlungen sich über 100 UN-Mitgliedsstaaten beteiligen.

Die dritte Verhandlungsrunde im Oktober letzten Jahres, bei der der ecuadorianische Vorsitzende einen ersten Entwurf für ein Abkommen vorlegte, wurde von Deutschland und anderen EU-Staaten weit­gehend boykottiert. Bei den Beratungen über den UN-Haushalt 2018/19 im Finanzausschuss der UN-Vollversammlung Ende 2017 scheiterten die Kritiker aber mit dem Antrag, kein Geld für die nächsten Verhandlungsrunden bereitzustellen.

Die SPD hatte in ihrem Regierungsprogramm eine Umsetzung des von der Bundesregierung beschlossenen Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte mit „verbindlichen menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten für Unternehmen“ versprochen – und zudem mehr Verantwortung auf internationaler Ebene anvisiert. Konkret wurde die Initiative im UN-Menschenrechtsrat genannt. Doch im Koalitionsvertrag mit der Union kommt die UN-Ebene nicht mehr vor. Stattdessen will man sich für eine EU-weite Regelung einsetzen, wenn die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen, die im Na­tio­nalen Aktionsplan vorgesehen ist, nicht ausreicht.

Verhalten Deutschlands „inakzeptabel“

Kritisiert wird das Verhalten Deutschlands von der „Treaty Alliance“, einer Koalition von über 1.000 Nichtregierungsorganisationen, die ein verbindliches UN-Abkommen fordern. „Die Beschränkung auf die EU-Ebene ist unsinnig, da dann allein europäische Unternehmen zu höheren Standards verpflichtet und damit – in der Logik der Wirtschaftsverbände – Wettbewerbsnachteilen gegenüber Unternehmen außereuropäischer Länder ausgesetzt wären“, sagt Karolin Seitz vom Global Policy Forum in Bonn, das zur Allianz gehört. Das Verhalten Deutschlands sei „inakzeptabel“. Vor allem, weil sich die Bundesregierung für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat bewirbt.

Am Donnerstag beginnt die vierte Verhandlungsrunde, die fünfte folgt im Oktober. Ändert sich nichts an der Haltung der Bundesrepublik und der EU-Partner, sieht es schlecht aus für verbindliche Menschenrechte in den globalen Lieferketten.

http://derwaechter.net/deutschland-blockiert-abkommen

Sieben Dinge, die saudische Frauen immer noch nicht tun dürfen – trotz Aufhebung des Fahrverbots

Durch eine am Dienstag erlassene Verordnung, legte der saudische König Salman fest, dass Frauen ab dem nächsten Jahr Auto fahren dürfen, ein Schritt, der den Status des Königreichs als einziges Land der Welt beenden wird, in dem dies verboten ist.

Die Nutzer sozialer Medien reagierten auf die Nachricht, indem sie auf die „rückschrittlichen“ Vormundschaftsgesetze des Königreiches hinwiesen, gegen die die Frauen in Saudi-Arabien immer noch zu kämpfen haben.

Das saudische Gesetz gegen weibliche Autofahrer ist eines von vielen kontroversen Bestimmungen, die ein Geflecht von Einschränkungen gegenüber Frauen darstellen.

Von saudischen Frauen wird für einige der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens verlangt, eine Erlaubnis von einem männlichen Familienmitglied zu erhalten, manchmal sogar einem jüngeren Bruder.

Und während es ihnen innerhalb von ein paar Monaten erlaubt sein mag, Auto zu fahren, ist hier eine Liste von Dingen, die saudische Frauen immer noch nicht tun dürfen:

1. Frei in der Öffentlichkeit essen

Als Teil der Kleidervorschrift, wird von Frauen verlangt, einen Gesichtsschleier zu tragen. Dies bedeutet, solange es selektiv erzwungen wird, dass wo auch immer es ist, Frauen dann unter ihrem Gesichtsschleier essen müssen.

2. „Um der Schönheit willen“ anziehen

Sie müssen ihre Haare und ihren Körper bedecken. Die Kleidervorschriften des Königreiches verlangen von Frauen, einen „Abaya“ zu tragen, einen Kleid-ähnlichen, bis zum Boden reichenden, Umhang.

3. Frei mit nicht verwandten Männern Kontakt haben

Frauen ist es nicht freigestellt, mit Männern außerhalb ihrer unmittelbaren Familien Kontakt zu haben, und können sogar wegen eines solchen Vergehens ins Gefängnis kommen.

4. Heiraten, wen sie wollen

Es gibt Regelungen dagegen, dass saudische Frauen Nicht-Muslime, Schiiten oder atheistische Männer heiraten.

5. Reisen

Ohne die Erlaubnis eines männlichen Vormundes zu reisen, ist verboten.

6. Ein Bankkonto eröffnen

In Saudi-Arabien brauchen die Frauen immer noch die Erlaubnis ihres Ehemannes, bevor es ihnen gestattet ist, ein Bankkonto zu eröffnen.

7. Einen Job bekommen

Obwohl die Regierung nicht länger von einer Frau verlangt, die Erlaubnis des Vormundes zu haben, um arbeiten zu gehen, verlangen viele Angestellte immer noch die Erlaubnis, bevor sie sie anstellen.

Der Kampf um größere Frauenrechte im Königreich ist schwierig geworden, indem Aktivisten Verhaftungen drohen, wenn sie sich dem Fahrverbot widersetzen.

Saudische Frauen haben seit den 1990ern eine Kampagne für das Recht auf Autofahren geführt, wodurch viele Frauen im Gefängnis gelandet sind. Neben vielen anderen Frauen, wagte es auch Manal al-Sharif, eine damalige Aktivistin und Angestellte von Saudi Aramco im östlichen Saudi-Arabien mit Wajiha al-Howeider zu fahren, einer langjährigen Aktivistin, die den Vorfall zur Verbreitung auf sozialen Medien festhielt.

In den letzten Monaten wurde ein Model dafür verhaftet, weil es einen kurzen Rock trug.

Gelehrte versuchen, den Islam zur Rechtfertigung heranzuziehen

Islamische Gelehrte des Königreiches führen routinemäßig religiöse Begründungen an, um das Verbot zu rechtfertigen, indem sie jahrelang argumentierten, dass das Verbot in Übereinstimmung mit der Scharia gelte.

Als sich die Debatte über soziale Medien ausbreitete, teilten viele Nutzer alte Tweets von Gelehrten, die zuvor das Verbot verteidigt hatten, indem sie ihre Ansichten „schändlich“ nannten, und darum ersuchten, dass sie entfernt werden.

Einige Aktivisten durchstöbern nun die Twitter-Konten von Gelehrten, während sie Beweise dafür finden, als sie vorher argumentierten, dass es nach dem Islam ungesetzlich sei, dass Frauen Auto fahren, wie ein Twitter-Nutzer sagt. Aber sie sind in einem Wettlauf mit der Zeit mit den Gelehrten selbst, von denen einige Tweets löschen, bei denen sie sich gegen weibliche Autofahrer aussprachen.

Verweise:

 

http://derwaechter.net/sieben-dinge-die-saudische-frauen-immer-noch-nicht-tun-duerfen-trotz-aufhebung-des-fahrverbots

Das letzte Land, das die USA von einem “bösen” Diktator “befreiten”, handelt nun offen mit Sklaven

von

Es ist weithin bekannt, dass die US-geführte NATO-Intervention zum Umsturz des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi 2011 in einem Machtvakuum resultierte, das es Terrorgruppen wie ISIS ermöglicht hat, in diesem Land Fuß zu fassen.

Trotz der zerstörerischen Konsequenzen der Invasion von 2011, verfolgt der Westen gegenwärtig hinsichtlich Syrien einen ähnlichen Kurs. Genau wie die Obama-Regierung Gaddafi 2011 verurteilte, indem sie Menschenrechtsverletzungen hervorhob und darauf beharrte, dass er entmachtet werden müsse, um das libysche Volk zu schützen, weist nun die Trump-Regierung auf die repressive Politik von Baschar al-Assad in Syrien hin, und kündigt an, dass seine Herrschaft bald zu einem Ende kommen werde – alles im Namen des Schutzes der syrischen Zivilisten.

Aber indem die USA und ihre Verbündeten es versäumten, ihren kürzlichen Luftangriff völkerrechtlich zu legitimieren – geschweige denn konkrete Beweise vorzulegen, um ihre Behauptungen zu stützen, dass Assad für einen kürzlichen tödlichen Angriff mit chemischen Waffen verantwortlich ist – tauchen weitere Risiken einer Invasion fremder Länder und der Beseitigung ihre Staatsoberhäupter auf.

Diese Woche enthüllten neue Funde eine weitere unbeabsichtigte Konsequenz “humanitärer Interventionen”: die Zunahme des Handels mit menschlichen Sklaven.

The Guardian berichtet, dass während “Gewalt, Erpressung und Sklavenarbeit” für Menschen Realität geworden sind, die in der Vergangenheit durch Libyen geschleust wurden, hat sich der Sklavenhandel kürzlich ausgedehnt. Heute verkaufen die Menschen ganz offen andere menschliche Wesen.

“Die letzten Berichte von Sklavenmärkten für Migranten, können zu einer langen Liste an Skandalen [in Libyen] hinzugefügt werden”, sagte Mohammed Abdiker, Leiter für Einsätze und Notfälle beim International Office for Migration [IOM/Internationale Organisation für Migration], einer zwischenstaatlichen Organisation, die laut ihrer Internetseite “humane und geordnete Migration zum Vorteil aller” fördert. “Die Situation sieht düster aus. Je mehr sich das IOM innerhalb Libyens engagiert, desto mehr erfahren wir, dass es ein Jammertal für allzu viele Migranten ist.”

Das nordafrikanische Land wird üblicherweise als ein Ausreisepunkt für Flüchtlinge benutzt, die aus anderen Teilen des Kontinents fliehen. Aber seit Gaddafi 2011 gestürzt wurde, “ist das riesige, spärlich besiedelte Land in einem gewaltsamen Chaos versunken und Migranten mit wenig Bargeld und üblicherweise ohne Ausweispapiere, sind besonders verwundbar”, erklärt The Guardian.

Ein Überlebender aus Senegal sagte, er habe mit einer Gruppe anderer Migranten, die aus ihren Heimatländern zu fliehen versuchten, Libyen von Niger aus durchquert. Sie hatten einen Schleuser bezahlt, um sie per Bus an die Küste zu transportieren, wo sie es riskierten, ein Boot nach Europa zu nehmen. Aber anstatt sie an die Küste zu bringen, brachte sie der Schleuser auf ein staubiges Stück Land in Sabha, Libyen. Laut Livia Manente, einem IOM-Beauftragten, der Überlebende befragt, “sagte ihr Fahrer plötzlich, dass Mittelsmänner nicht ihre Gebühren übergeben hätten, und gab seine Passagiere zum Verkauf frei”.

“Mehrere andere Migranten bestätigten seine Geschichte, indem sie unabhängig voneinander sowohl eine Art Sklavenmärkte beschrieben als auch ein Art Privatgefängnisse in ganz Libyen”, sagte sie, während sie hinzufügte, dass IOM Italien ähnliche Geschichten von anderen Migranten bestätigte, die in Süditalien landeten.

Der senegalesische Überlebende sagte, er sei in ein provisorisches Gefängnis gebracht worden, was The Guardian als in Libyen üblich bezeichnet.

“Diejenigen die darin festgehalten werden, werden zu Arbeit ohne Bezahlung gezwungen, oder zu kärglichen Rationen, und ihre Kidnapper rufen regelmäßig die Familie zuhause an, um Lösegeld zu verlangen. Seine Kidnapper verlangten 300.000 CFA-Francs BCEAO [ca. 457 Euro] und verkauften ihn dann an ein größeres Gefängnis, wo sie ohne Erklärung das Doppelte verlangten.”

Wenn Migranten zu lange festgehalten wurden, ohne dass für sie Lösegeld bezahlt wurde, wurden sie weggebracht und getötet. “Manche siechten auf mageren Rationen und unter unhygienischen Bedingungen dahin, indem sie an Hunger und Krankheit starben, aber die Gesamtzahlen sanken nie”, berichtete The Guardian.

“Wenn die Zahl der Migranten runter geht, weil jemand stirbt oder freigekauft wird, gehen die Kidnapper einfach auf den Markt und kaufen einen anderen”, sagte Manente.

Giuseppe Loprete, Missionschef von IOM Niger, bestätigte diese beunruhigenden Berichte. “Es ist ganz offensichtlich, dass sie sich selbst als Sklaven wahrnehmen”, sagte er. Er arrangierte allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres die Rückführung von 1.500 Migranten, und ist besorgt, dass mehr Geschichten und Vorfälle auftauchen werden, indem mehr Migranten aus Libyen zurückkehren.

“Und die Bedingungen in Libyen verschlimmern sich, daher denke ich, dass wir in den kommenden Monaten noch mehr erwarten können”, fügte er hinzu.

Indem die Regierung der Vereinigten Staaten damit fortfährt, einen Regimewechsel in Syrien als machbare Lösung für die vielen Krisen in diesem Land zu unterhalten, wird es immer offensichtlicher, dass Diktatoren zu stürzen – wie verabscheuungswürdig sie auch immer sein mögen – nicht effektiv ist. Die Entmachtung Saddam Husseins führte nicht nur zum Tod von Zivilisten und zur Radikalisierung innerhalb der Bevölkerung, sondern auch zum Aufstieg von ISIS.

Indem Libyen, einst ein Fanal der Stabilität in der Region, weiterhin in die negativen Auswirkungen der westlichen “humanitären” Intervention hineinschlittert – und indem menschliche Wesen in den aufkommenden Sklavenhandel hineingezogen werden, während die Bevölkerung von Vergewaltigungen und Entführungen geplagt wird – ist es immer offensichtlicher, dass weitere Kriege nur noch mehr Leid auf unvorhergesehene Weise herbeiführen werden.

Verweise:

Übersetzt aus dem Englischen von http://anonhq.com/last-country-liberated-evil-dictator-now-openly-trading-slaves/

http://derwaechter.net/das-letzte-land-das-die-usa-von-einem-bosen-diktator-befreiten-handelt-nun-offen-mit-sklaven

Trump dankt Merkel für ihre Belehrungen

Von Rainer Bonhorst

Ich habe aus dritter Hand einige Hinweise auf die künftige Politik des neuen amerikanischen Präsidenten erhalten. Sie sind ohne Gewähr, aber es sieht so aus, als wolle Donald Trump in Ermangelung einer eigenen Ethik eine hochkarätig besetzte Ethik-Kommission bilden, die er überwiegend mit deutschen Persönlichkeiten besetzen möchte. Den Vorsitz, so wird gemunkelt, soll Angela Merkel übernehmen.

In der Umgebung Trumps ist zu hören, man sei geradezu entzückt gewesen, dass die deutsche Kanzlerin den künftigen amerikanischen Präsidenten so dringend aufgefordert hat, die Menschenrechte unter besonderer Berücksichtigung der Schwulenrechte einzuhalten. Er wisse, dass Amerika in Fragen der Menschenrechte nun mal nicht so sattelfest sei und freue sich, wenn Deutschland, das seit jeher eine Oase der Menschenrechte sei, den transatlantischen Partner in der notwendigen Strenge an dieses wichtige Thema erinnert. Die deutsche Regierung habe in diesem Bereich nun mal eine Vorbildfunktion. So zeige ganz aktuell die deutsche Türkei-Politik eindrucksvoll, welch hohen Stellenwert man in Berlin der Ethik und den Menschenrechten einräumt.

Ob Angela Merkel Politiker aus den Reihen des Koalitionspartners in Trumps Ethik-Kommission einladen darf, ist noch offen. Wie zu erfahren ist, soll Donald Trump Tränen der Enttäuschung vergossen haben, als er hörte, dass ein gewisser Frank-Walter Steinbrenner, ihm nicht zum Wahlsieg gratulieren wollte. Außerdem soll Herr Steinsteiger den künftigen Präsidenten als Hassprediger bezeichnet haben. Man wisse zwar nicht genau, wer Mister Steinhuber sei, fand aber dessen Hasspredigt nicht sehr nett.

Ideal wären natürlich Führungskräfte deutscher Vorbild-Unternehmen wie Volkswagen

Auch dieser Gabriel soll gegenüber Trump kein Engel gewesen sein. Seine Einschätzung, der künftige amerikanische Präsident sei Vorreiter einer autoritären und chauvinistischen Internationale, zeuge zwar von einer vornehmen und ethisch anspruchsvollen Gesinnung, sei aber in Washington als eine Spur zu unbeugsam angekommen. Da in so einer Kommission auch die Chemie stimmen müsse, zögere man noch, die Herren Steinbeißer und Gabelmann endgültig zu berufen.

Muss also Angela Merkel in der Trumpschen Administration ganz allein die schöne, aber schwierige Aufgabe einer deutschen Ethik- und Menschenrechtslehrerin übernehmen? Es könnte darauf hinauslaufen. Denn auch Überlegungen, Spitzenpersönlichkeiten aus der deutschen Wirtschaft in die Ethik-Kommission des Präsidenten zu berufen, haben sich zerschlagen. Ideal wären natürlich Führungskräfte deutscher Vorbild-Unternehmen wie Volkswagen und Deutsche Bank. Leider hätten die in Amerika gerade ihre Pole Position im Ethikwesen aufgegeben. Und man wolle nun mal wirkliche Spitzen-Ethiker haben.

Immerhin: Man sei außerordentlich dankbar, von deutschen Führungspersönlichkeiten in Fragen der Ethik und der Menschenrechte beraten zu werden. Denn wenn es um das Belehren anderer gehe, seien die Deutschen nun mal unschlagbar.

Quelle: Achgut

http://www.journalalternativemedien.info/gesellschaft/trump-dankt-merkel-fuer-ihre-belehrungen/

Schreckliche Fotos, die Sie die Technologieindustrie nicht sehen lassen will

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von

Die Technologiebranche wächst immer schneller. Fast alle Aspekte unseres Lebens hängen allmählich von ihr ab. Aber während wir damit weitermachen, unser Leben mit den neuesten technischen Spielereien zu digitalisieren, sollten wir im Hinterkopf behalten, dass der Preis dafür darin bestehen könnte, dass der zivilisatorische Fortschritt, den wir erreicht haben, wahrscheinlich aus den Fugen geraten wird, wenn es uns nicht gelingt, die Aktivitäten der Technologieindustrie zu regulieren.

Und zwar aufgrunddessen, dass die großen Namen der Industrie, wie Apple, Microsoft, Google, IBM, HP und Cisco nicht nur damit beschäftigt sind, riesige Profite zu akkumulieren, sondern auch unsere Atmosphäre, unser Wasser, die indigene Bevölkerung und langfristig auch unsere Wirtschaft in Gefahr zu bringen.

Mit Hilfe des Autors Robert Gibson von Usuncut.com haben wir einige der schrecklichen Fotos dokumentiert, die die Technologieindustrie Ihnen lieber vorenthalten will. Denn sie entlarven, dass ihre Aktionen und Aktivitäten sich nur danach orientieren, den eigenen Wohlstand zu vermehren, ohne Achtung vor der Würde menschlichen Lebens, die ihren direkten und indirekten Mitarbeitern genommen wird. Sie verseuchen das Wasser, die Körper, die Atmosphäre und entziehen unserer Wirtschaft riesige Geldsummen. Die folgenden Fotos und Kommentare werden Ihnen ein besseres Verständnis der Situation vermitteln.

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Dies passiert in der kriegsgebeutelten Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) in Afrika. Seit den Tagen des Kolonialismus wurde das Land durch die französischen und belgischen Kolonialverwalter auf üble Weise ausgebeutet. Das Land ist reich an natürlichen Ressourcen. Mineralien wie Cobalt, Kupfer und Coltan, die für die Technologieindustrie von entscheidender Bedeutung sind, sind in der DR Kongo reichlich vorhanden. Und aufgrund des hohen Bedarfs durch die Technologiebranche, sind Rebellen und sogar die bewaffneten Truppen des Landes auf abscheuliche Weise darin verwickelt, an diese Mineralien heranzukommen, um sie zu verkaufen und dafür Waffen zu kaufen.

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Sowohl bewaffnete Truppen als auch Rebellen ziehen gewaltsam Kinder ein, um sie in den Minen schuften zu lassen. Es heißt, dass über 40.000 Kinder dazu gezwungen werden, Mineralien für unsere Smartphones und Laptops abzubauen. Zurzeit arbeiten 16,9 Prozent der Kinder im Alter zwischen 5 und 14 in der kongolesischen Bergbauindustrie. Die Internationale Arbeitsorganisation hat gesagt, dass der Bergbau aufgrund zahlreicher damit verbundener Gesundheitsrisiken eine der schlimmsten Formen der Kinderarbeit darstellt.

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Abgesehen davon, dass die bewaffneten Gruppen die Kinder für diese mühsame Arbeit ausnutzen, greifen sie sich auch gegenseitig an, um die Kontrolle über die Mineraliengebiete zu erlangen. Dies hat zu einem Verlust vieler Menschenleben und Besitztümer resultiert. Und trotz des geheimen Lobbyismus durch die Technologieindustrie, um diese Verbrechen vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten, berichteten die Vereinten Nationen 2001 auf mutige Weise, dass die amerikanischen Technologieunternehmen, die die ausgebeuteten Mineralien aufkaufen, als Motor des Konflikts in der DR Kongo dienen.

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Verlassen wir Afrika, um zu sehen, was in Asien passiert, genauer gesagt in China. Es heißt, dass Apples Zulieferer Foxconn Chinas größter Arbeitgeber im privaten Sektor ist. Das Unternehmen stellt den größten Teil von Apples iPhones und iPads her. Es produziert auch die Elektronik für Dell, Motorola, Nintendo, Nokia und Sony. Aber es wird viele von Ihnen überraschen, zu erfahren, dass die Arbeitsbedingungen im Unternehmen so schlecht sind, dass Mitarbeiter Selbstmord begehen.

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Die Beschäftigten arbeiten viele Stunden, aber sie bekommen wenig Lohn. Allein 2010 begingen 14 Arbeiter in der Fabrik in Shenzhen Selbstmord, indem sie aus dem Hochhaus sprangen. Zwischen 2010 und 2013 begingen sieben weitere Arbeiter Selbstmord. Im August 2015 sprang ein weiterer Arbeiter ebenfalls in den Tod. Das Unternehmen reagierte darauf, indem es Gitter an den Fenstern der Schlafsäle anbrachte, wo die 300.000 bis 400.000 Arbeiter leben, um sie davon abzuhalten, in den Tod zu springen. Aber dadurch wurde das Problem nicht gelöst.

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Das Unternehmen zwingt die Arbeiter nun, einen Vertrag zu unterschreiben, der ihnen verbietet, Selbstmord zu begehen. Selbst dadurch, dass das Unternehmen kürzlich das Gehalt erhöhte, verdient ein Durchschnittsarbeiter nur rund 293 Dollar pro Monat. Im Gegensatz dazu verfügt der Geschäftsführer von Foxconn, Terry Gou, mittlerweile über ein Eigenkapital in Höhe von 5,9 Milliarden Dollar.

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Bereits für das bloße Reden bei der Arbeit müssen die Beschäftigten eine Geldstrafe bezahlen. Sicherheitspersonal patrouilliert an den Fließbändern, um zu hören, wenn die Arbeiter gegen die Nicht-Sprechen-Regel verstoßen. Man sagt, dass aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen jeden Monat fünf Prozent der Arbeitskräfte, d.h. ungefähr 24.000 Leute, ihren Job kündigen.

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Hunderte von Leuten arbeiten in den Werkhallen, aber es ist ihnen nicht erlaubt, miteinander zu reden. Wenn man redet, bekommt man eine schlechte Bewertung in seinem Verzeichnis und man wird von seinem Abteilungsleiter zusammengestaucht. Man kann auch eine Geldstrafe bekommen, sagte der Prüfer der chinesischen Regierung, Zhu Guangbing, gegenüber The Telegraph.

Abgesehen davon, dass menschliche Ressourcen ausgebeutet werden, werden in Nordchina, in der Nähe der mongolischen Grenze, ungefähr 95 Prozent der in Smartphones und Laptops benutzten seltenen Mineralien in dieser Region gefördert.

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Und die Abfälle von diesen Bergbauarbeiten strömen aus Rohrleitungen in Baotou.

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Das GIF-Bild zeigt, wie mehrere Rohrleitungen Schlamm vom Gelände einer Technologiemine in einen künstlichen See ausstoßen. Der fünf Quadratmeilen große See ist inzwischen giftig geworden.

Begeben wir uns nun in die Vereinigten Staaten, wo die Technikgiganten der Welt zuhause sind. Es wird Sie sicherlich verärgern, zu erfahren, dass die größten Technikunternehmen zugleich einige der größten Steuervermeider unter den Konzernen sind. Und wenn wir uns die Illustration auf der Grafik betrachten, sind die mittleren Steuerquoten der Technikindustrie einige der niedrigsten aller Branchen. Professor Aswath Damodaran von der New York University untersuchte die Daten von über 7.000 börsennotierten Unternehmen und entdeckte, dass während der Einzelhandel der Automobilbranche eine mittlere effektive Steuerquote von 32,7 Prozent bezahlt, die Computer-Software/Dienstleistungsbranche und die Internetbranche nur eine Quote von 10,1 Prozent bzw. 5,9 Prozent abführen.

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Man sagt, dass die fünf größten Technologieunternehmen des Landes, Apple, Microsoft, Google, Oracle und Cisco, über 430 Milliarden Dollar in Übersee gebunkert haben. Allein Apple verfügt über 158 Milliarden Dollar in Übersee. Wenn diese 430 Milliarden Dollar zurück in die USA gebracht und mit einem Steuersatz von 35 Prozent versteuert würden, würde dies zu Einnahmen in Höhe von 150,5 Milliarden führen. Damit könnten fünf Jahre lang 600.000 Jobs im öffentlichen Sektor im Umfang von 50.000 Dollar pro Jahr geschaffen werden.

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Mittlerweile haben die Aktivitäten reicher Mitarbeiter aus der Technologiebranche die Lebenshaltungskosten in San Francisco so in die Höhe getrieben, dass arme Busfahrer aufgrund der hohen Unterbringungskosten in ihren Bussen schlafen müssen. Es heißt, dass Angestellte von Google, Twitter und Facebook massenhaft nach San Francisco und Oakland strömen. Es wird gesagt, dass Technikunternehmen des Silicon Valley einen Pendelverkehr für ihre Mitarbeiter anbieten, indem sie durch private Busunternehmen von ihren Apartments in der Innenstadt zu ihren Arbeitsplätzen gebracht werden. Die Zeitung San Francisco Chronicle berichtet, dass eine durchschnittliche Einzimmerwohnung heute in San Jose 2.186 Dollar, in Oakland 2.469 Dollar und in San Francisco 3.361 Dollar kostet. Die Busfahrer können sich das nicht leisten und schlafen deswegen in ihren Bussen.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com

http://derwaechter.net/schreckliche-fotos-die-sie-die-technologieindustrie-nicht-sehen-lassen-will

Der Wahre Preis Unserer Kleidung

von

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„The True Cost“ ist eine Geschichte über Mode und ihren wahren Preis. Über eine Milliardenindustrie, die jeden Style als immer neue Offenbarung inszeniert, an der wir teilhaben dürfen – vorausgesetzt, wir kaufen. Doch diese Geschichte beginnt nicht auf den Laufstegen, sondern hier: in den Textilfabriken Bangladeschs, Indiens und Chinas.

»Die Modeindustrie muss einfach mal zur Besinnung kommen. Sie muss innehalten und schauen, wie sie ursprünglich mal angelegt war. Sie muss sich selbst hinterfragen.«

Stella McCartney, Designerin
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Fast Fashion – eine Milliardenindustrie

Brandneue Trends rund um die Uhr, direkt von der Straße in die Fabriken und in die Stores. Das Konzept nennt sich „Fast Fashion“, eine Strategie für maximale Gewinne und ein Euphemismus für radikale Menschenverachtung.

»Das wirklich Beeindruckende an unserer Kleidung ist doch, dass sie einer der wenigen Dinge ist, die uns alle miteinander verbindet. Ich meine, wir müssen alle morgens aufstehen, uns anziehen und etwas essen. Das sind die beiden Dinge, die uns mit so vielen Menschen und so vielen Orten auf der ganzen Welt verbinden.«

Andrew Morgan, Regisseur von „The True Cost“

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Kinder, die aufgrund von Chemikalien in der Textilindustrieproduktion geistige Behinderungen davon getragen haben.

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Ein Schicksal von Millionen

Shima ist eine von etwa vier Millionen Textilarbeiterinnen in Bangladesch. Der Film begleitet die Mutter mit ihrer kleinen Tochter, die nur einmal im Jahr kurze Zeit bei ihr sein kann, weil Shima arbeiten muss, sechs Tage in der Woche, für knapp zwei Dollar täglich. Das reicht für gerade einmal zwei Liter Milch. Doch wie so vielen Menschen in Asien bleibt Shima keine Wahl.

»Viele Textilarbeiter sterben bei den Unfällen, die immer wieder passieren, wie bei dem Einsturz von Rana Plaza, wo sehr sehr viele Menschen ums Leben gekommen sind. Das ist für uns immer noch sehr schmerzhaft.«

Shima Akhter, Näherin aus Dhaka

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Opfer von Preisdruck und Ignoranz

Der Einsturz von Rana Plaza im April 2013 ist das größte Unglück in der Geschichte der Textilindustrie. 1.134 Menschen, vor allem Frauen, sterben unter den Trümmern des Fabrikgebäudes. Fast 2.000 werden so schwer verletzt, dass ihnen Arme und Beine amputiert werden müssen. Die Katastrophe hat sich angekündigt, selbst manche Fabrikbesitzer haben davor gewarnt.

»Diese tausend armen Seelen haben ihr Leben verloren, weil sich keiner um sie gekümmert hat. es geht doch allen nur um den niedrigsten Preis für beste Qualität. So sollte das nicht sein. Jeder trägt Verantwortung für diese Menschen. So ist das. Und so etwas wird wahrscheinlich wieder passieren. Sorry, aber es ist eben nicht einfach nur der Preisdruck, das ist die pure Ignoranz gegenüber dem Leben anderer Menschen. Das kann nicht sein, das ist nicht richtig. Wir leben im 21. Jahrhundert, das ist eine globale Welt, und wir ignorieren einfach das Leben anderer Menschen? Wie kann das sein?«

Arif Jebtik, Textilproduzent
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Armut, Krankheit und Tod

„The True Cost“ ist nicht nur ein Film über die Profitgier. Er zeigt die weltweiten Umweltschäden einer überhitzten Wirtschaft. Und es ist nicht nur die Natur, die stinkt. Es ist das System. Viele Flüsse in Asien sind von den Gerbstoffen der Lederproduktion so kontaminiert, das sich die Menschen verätzen, wenn sie damit in Berührung kommen. In Indien, dem größten Baumwollproduzenten, sind die Böden inzwischen so ausgelaugt und vergiftet, das trotz immer mehr Chemikalien kaum noch etwas wächst. Und in manchen Dörfern gebären die Frauen fast nur noch Kinder mit schweren körperlichen und geistigen Behinderungen.

»Viele arme Bauern und Arbeiter haben sich so hoch verschuldet, dass sie die Behandlung für ihre Kinder nicht bezahlen können. Sie müssen letztlich den Tod ihrer Kinder akzeptieren. Diese Mutter wartet auf den Tod ihres Jungen.«

Dr. Pritpal Singh, Arzt
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Die Folgen treffen alle

Was verdanken wir der Modeindustrie, der „Fast Fashion“? Unsere Städte sind inzwischen gesichtslose Shoppingmeilen. Und unser hysterisches Gebaren, das macht der Film deutlich, ist vielleicht nicht Ursache für das Desaster, aber sicher ein Symptom. Wir sind alle Leidtragende, selbst wenn sich dieses Leid als Leidenschaft tarnt.

»Unsere Rolle ist es, zu konsumieren und den ganzen Kram zu kaufen, so als würden wir am Ende einer sehr langen Warenausgabe sitzen, wo wir das ganze Zeug in Empfang nehmen und einfach in unsere Leben schleppen, so als ob wir nicht verantwortlich wären für die Art, wie diese Produkte hergestellt wurden. Die Markenkonzerne haben das in uns verankert. Und das ist kein Zufall. Denn wenn ich es schaffe, dass du dich nur mit dir selbst beschäftigst, mit der Art, wie du aussiehst und was du hast und was du noch alles brauchen könntest, dann kann ich dir eine ganze Menge verkaufen.«

Andrew Morgan
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Empathie und Verantwortung

Typisch amerikanisch fordert uns „The True Cost“ natürlich wieder einmal auf, unser Konsumverhalten zu hinterfragen. Nun ja. Doch die gründliche Recherche der Filmemacher zeigt, wer eigentlich die Verantwortung trägt. Es sind die Markenkonzerne und ihre Chefmanager, die Aktionäre und nicht zuletzt die Banken. Auch wenn dieser Film nicht ohne das Pathos des „Change!“ auskommt, so ist er dennoch sehenswert. Nicht zuletzt, weil er es schafft, uns für die Schicksale anderer Menschen zu interessieren, von denen wir nur gefühlt längst wissen.

Shima, die Näherin, muss ihre Tochter nach einer Woche wieder zurück zu ihren Eltern bringen. Dass sie ihr Kind nur einmal im Jahr sehen kann, ist der Preis, den Shima für die vage Hoffnung zahlt, ihrer Tochter möge es einmal besser gehen.

»Es ist für uns wirklich harte Arbeit, diese Kleidung herzustellen, und ich glaube, die Menschen haben gar keine Ahnung davon, was sie da eigentlich anziehen. Sie kaufen die Sachen und machen sich keine Gedanken. Aber ich finde, an dieser Kleidung klebt unser Blut.«

Shima Akhter, Näherin aus Dhaka

Dossier:http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/sendung-vom-28062015-108.html (Verfügbar bis 18.06.2016)

„The True Cost“
Dokumentarfilm, USA 2015
Regie: Andrew Morgan

Bisher nur auf DVD mit deutschen Untertiteln erhältlich.

Official Trailer: https://youtu.be/OaGp5_Sfbss

http://derwaechter.net/der-wahre-preis-unserer-kleidung