Unterdrückte Nachrichten: Sind Spiegel-Leser doof?

Christine Rütlisberger

Es gibt sie noch, die wunderbaren Nachrichten, welche leider oft untergehen. Der Spiegel beschimpft etwa gerade seine eigenen Leser. Und es gibt noch viele andere schöne Nachrichten.

 

 

Was soll man von einem früheren Nachrichtenmagazin halten, welches seine eigenen Leser beschimpft? Spiegel Online nennt die eigene Kundschaft jetzt »Verschwörungstheoretiker« und steckt sie in die rechte Ecke.

 

Der Grund: Die Meinung der Leser in den Kommentarspalten passt den Heftchen-Schreibern nicht mehr. Kein Wunder, dass die Mainstreammedien immer mehr Journalisten entlassen müssen. Mit solchen Beschimpfungen der eigenen Kundschaft dürfte es mit dem früheren Nachrichtenmagazin, welches ja rapide an Auflage und Zuspruch bei den Lesern verliert, wohl noch schneller bergab gehen.

 

Lustig ist auch eine Meldung aus Köln, nach der dort die Staatsanwaltschaft jene verfolgt, welche Schmutz von Wänden wegmachen, damit ein Graffiti übrig bleibt. Wer Ruß von Hauswänden entfernt, der wird dort jetzt strafrechtlich verfolgt. Die taz berichtet darüber unter der Überschrift »Unser Dorf soll schmutzig bleiben«.

 

Und in Wien wurden Senioren als Rassisten enttarnt. Der Seniorenbund hatte ein Spiel gegen Altersdemenz erfunden, bei dem die älteren Mitbürger sich konzentrieren mussten und auf schwarze Pappkameraden schießen konnten. Das ist natürlich in der heutigen Zeit total rassistisch. Schwarze Pappe – so was geht nicht. Warum haben sie nur keine rote oder grüne Pappe genommen? Aber wäre das dann politisch korrekt gewesen?

 

Ach ja, im Hohen Westerwald haben die Politiker kurz vor der Kommunalwahl nun doch kalte Füße bekommen. Alle Fraktionen wollten um eine mit Steuergeldern geförderte Greifvogelstation im Brutgebiet vom Aussterben bedrohter seltener Greifvögel einen der größten deutschen Windparks bauen. Die Schildbürger-Politiker fanden das völlig normal.

 

Erst durch die vielen Berichte auf unseren Webseiten wurden die Anwohner in der Region auf das irre Projekt aufmerksam, gründeten Bürgerinitiativen und gelobten, die voll durchgeknallten Politiker bei der anstehenden Kommunalwahl abzustrafen.

 

Jetzt stoppen die die Planungen für den Windpark – wahrscheinlich aber nur, bis die Wahl vorbei ist und die eigenen Posten mal wieder gesichert sind. Die Bürger werden von Politikern nur noch veräppelt, so ist das nun mal in Deutschland. Aber irgendwann wird abgerechnet.

 

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