Washington besticht mazedonische Parlamentarier, um Mitgliedschaft in der NATO und der EU zu erhalten

Die Mazedonier haben die Mitgliedschaft in der NATO und der EU, die die Zaev-Regierung ihnen durch ein Referendum am 30. September 2018 angeboten hat, zurückgewiesen [1]. Aber noch am selben Abend appelierten der Generalsekretäre der NATO und der Union, den Volkszorn zu umgehen und mit dem Verfahren fortzufahren, diesmal aber durch ein parlamentarisches Verfahren [2].

Laut Milenko Nedelkovski, begann Washington sofort mit dem Kauf-Programm von Stimmen der Abgeordneten, enthüllt der Mina Report [3].

Ein Beamter des US-Außenministeriums, „der Agent Tesla“ (Deckname von Mitko Burceski) hat ein Büro in einem Luxus-Apartment im Besitz von Sasho Mijalkov, einem Cousin des ehemaligen mazedonische Premierminister Nikola Gruevski, eröffnet. Die Abgeordneten begeben sich einer nach dem anderen dorthin, um persönlich $ 2,5 Millionen zu erhalten.

Die Operation wird durch die US-Botschafter in Skopje, Jess L. Baily (der den Kriegseintritt der Türkei gegen Libyen und Syrien betreute) und in Athen, Geoffrey R. Pyatt (der den Putsch 2014 in der Ukraine organisierte) gesteuert.

Es gelang ihnen die Änderung des Namens des Landes auf die Agenda des Parlaments zu setzen; conditio Sine Qua Non für den Beitritt zur NATO und der EU. Die Abstimmung wurde für den 16. Oktober beantragt, d.h. denselben Tag, an dem die Gerichts-Entscheidung über ein Dutzend nationalistischer Abgeordnete, wegen Spionage auf die Sozialdemokratische Partei, stattfindet. [4]. Die Botschafter wollen die Immunität dieser Abgeordneten aufheben, damit sie nicht stimmen können. Angesichts der Anzahl der gekauften Stimmen, wird die Mehrheit des Parlaments dann mechanisch für den Vorschlag des Ministerpräsidenten stimmen.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] „Die Mazedonier stimmen gegen den Beitritt zur NATO und zur EU“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 2. Oktober 2018.

[2] “NATO and UE Joint statement on Macedonian Referendum”, Voltaire Network, 1 October 2018.

[3] “Mitko Burcevski coordinates Cash offers to MPs – $2.5m in duffel bags”, Marija Nikolovska, Mina Report, October 8, 2018.

[4] Illegale Aufnahmen der Politiker wurden zwischen 2011 und 2014 gemacht. Niemand weiß von wem und alle Lager beschuldigen einander. Aber der Inhalt der 33 veröffentlichten Aufnahmen lassen die Sitten einer gescheiterten regierenden Klasse sehen.

http://www.voltairenet.org/article203411.html

Die Mazedonier stimmen gegen den Beitritt zur NATO und zur EU

Die Mazedonier wurden aufgerufen, am 30. September 2018, durch ein Referendum folgende Frage zu beantworten: „Unterstützen Sie den Beitritt zur NATO und der Europäischen Union durch die Annahme der Vereinbarung zwischen der Republik Mazedonien und der Hellenischen Republik?“.

Das Abkommen mit Griechenland war durch den Botschafter der Vereinigten Staaten in Athen, Geoffrey R. Pyatt, ausgehandelt worden, der für seine frühere Organisation des Putsches von Kiew mit Hilfe der Nazi-Partei Pravy Sektor bekannt ist. Das Abkommen sieht vor, den Namen „Ehemalige jugoslawische Republik von Mazedonien“ in „Nord Mazedonien“ zu ändern und jegliche historische Bezugnahme auf Alexander den Großen aufzugeben.

Dieser Konflikt stammt von der Unabhängigkeit Griechenlands (1822), als Athen ganz Mazedonien von der Türkenherrschaft befreien wollte. Heute ist das historische Mazedonien in einen griechischen und einen unabhängigen Teil gespalten. Die Erinnerung an Alexander den Großen wird sowohl von Athen als auch von Skopje beansprucht, das seine Reiterstatue in der Mitte der Hauptstadt (Foto) errichtet hat. Der Schüler des Aristoteles, der ein Reich durch Zusammenführung von Osten und Westen gründete, wurde im griechischen Teil Mazedoniens geboren, aber wurde lange Zeit von den Griechen, die seine Autorität nur mit Gewalt anerkannten, als „Barbar“ betrachtet.

Alexander dachte an ein Reich, das die kulturellen Aspekte seiner Untertanen (einschließlich der Griechen) respektierte und die verschiedenen besiegten Herrscher an der Macht ließ. Stattdessen präsentieren sich die NATO und die EU, in der Tradition von Julius Cesar, wie Strukturen, die alle ihre Mitglieder zu obligatorischen gemeinsamen Werten zwingen. Diese beiden historischen Modelle sind unvereinbar.

Der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, General James Mattis, war nach Skopje gekommen, um den reibungslosen Ablauf des Referendums zu garantieren. Jedoch war kein einziges Regierungsmitglied gekommen, um ihn bei seiner Ankunft am Flugplatz zu empfangen, nur der US-Botschafter war anwesend.

 

 

Die Frage in dem Referendum, die die NATO und die EU vereinte, ist durchaus logisch, da aus amerikanischer Sicht die beiden Strukturen die militärische und zivile Seite der gleichen Organisation sind.

Die mazedonischen Behörden sind tief gespalten. Die Sozialisten und Muslime der Regierung von Zoran Zaev haben aufgerufen, um „Ja“ zu stimmen. Während die Nationalisten und überwiegend orthodoxen, einschließlich des Präsidenten der Republik, Gjorge Ivanov, zum Boykott der Wahlen aufgerufen haben.

Nur 33,75 Prozent der Wähler antworteten mit „Ja“.

Als sehr schlechter Spieler hat die atlantische und westeuropäische Presse die Niederlage der Befürworter der Mitgliedschaft an die NATO und EU ignoriert. Sie beglückwünschte sich fälschlicherweise über den Sieg des „Ja“, indem sie unterstrich, dass 91,46 % der Wähler ihre Zustimmung gegeben hatten und nicht erwähnte, dass 63,09 Prozent der Wähler nicht zur Urne gegangen sind. Gemäß der Verfassung, die ein Quorum für die Gültigkeit eines Referendums setzt, hat die Wahlkommission diese Wahl storniert.

Übersetzung
Horst Frohlich

http://www.voltairenet.org/article203268.html

Was geht hier vor? USA stocken Truppen in Deutschland auf

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Die USA schicken weitere 1.500 Soldaten nach Deutschland. Was geht hier vor? Weshalb freut sich Ursula von der Leyen darüber? Ist die Sicherheitslage in Deutschland bedroht? Oder soll lediglich die Einsatzbereitschaft der US-Truppen für Auslandseinsätze erhöht werden?

Von der Leyen sprach von einem „Bekenntnis zur gemeinsamen Sicherheit und zur Nato“, trotz anhaltender Unstimmigkeiten zwischen Berlin und Washington. Sie begrüßte die Truppenaufstockung: „Die US-Entscheidung, die militärische Präsenz bei uns in Deutschland zu verstärken, ist ein willkommenes Zeichen für die Vitalität der transatlantischen Beziehungen“. Der Großteil der neuen Truppen soll in Bayern stationiert werden.

Jüngst sprach US-Präsident Donald Trump davon, die US-Truppen in Deutschland zu reduzieren. Deutschland bleibt jedoch weiterhin Dreh- und Angelpunkt für Nato-Einsätze im Nahen und Mittleren Osten. Von hier aus werden Einsätze in Afghanistan und Syrien koordiniert. In Deutschland ist bereits eine vollständige Infrastruktur von US-Militärbasen vorhanden.

Mit den zusätzlichen Truppen soll das US-Heer besser auf jegliche Krise reagieren können, sagte US-Botschafter Richard Grenell. Die Stationierung stelle das „fortwährende Engagement für die Nato und unsere kollektive Entschlossenheit, die europäische Sicherheit zu unterstützen, unter Beweis“. Ob damit auch Krisen in Europa gemeint sind, bleibt nur zu mutmaßen.

Offenbar hat sich Kanzlerin Merkel dazu bereiterklärt, zusätzliche Kosten für weiteres Militär in Deutschland zu übernehmen. Deutschland übernimmt rund 860 Millionen Euro der Gesamtkosten des amerikanischen Militärs im Land (18 Prozent). Darin enthalten sind auch Steuererleichterungen sowie mietfreie Nutzung von Einrichtungen, Bau von Straßen und anderer Infrastruktur, in denen sich amerikanische Militäranlagen befinden. Die Amerikaner sind mit 35.000 Soldaten in Deutschland stationiert und haben 179 militärische Einrichtungen.

https://www.watergate.tv/was-geht-hier-vor-usa-stocken-truppen-in-deutschland-auf/

Michael Stürzenberger: Dankbar sein – US-Kriege waren alle gerechtfertigt

Bayern ist FREI

Die Kriege der US-Amerikaner waren alle gerechtfertigt, egal ob der Krieg an der Seite von Stalin, im Vietnam oder die aktuellen Kriege der US-Amerikaner (Afghanistan, Syrien). Deutschland ist kein besetztes Land, sondern die Brexit-Briten und US-Amerikaner sind unsere Partner, die dort ihre Stützpunkte aufgebaut haben. Dies gibt einer der Hauptakteure der Pegida-Bewegung, ein Herr Michael Stürzenberger, sinngemäß in einem Streitgespräch mit Oliver Janich seinen Anhängern  mit auf den Weg.

Auszug aus dem Video von Oliver Flesch.

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Eingestürzte Brücken und bombardierte Brücken

« Das Bild ist wirklich apokalyptisch. Es sieht so aus, als sei eine Bombe auf diesen Straßenabschnitt gefallen, der eine Hauptschlagader ist“ – so beschrieb ein Journalist die Morandi-Brücke in Genua kurz nach ihrem Einsturz, der das Leben von Dutzenden Menschen zerstörte [1].

Diese Worte erinnern an andere Bilder, die von etwa 40 serbischen Brücken, die 1999 durch NATO-Bombenangriffe zerstört wurden – darunter die Brücke über die Morava in Südserbien, wo zwei Raketen einen Zug trafen und die Passagiere massakrierten. 78 Tage lang starteten 1.100 Flugzeuge, hauptsächlich von italienischen Stützpunkten, die von der Regierung D’Alema geliefert wurden, 38.000 Einsätze und zündeten 23.000 Bomben und Raketen. Sie zerstörten systematisch serbische Strukturen und Infrastrukturen und forderten Tausende von zivilen Opfern. 54 italienische Flugzeuge nahmen an den Angriffen teil, wobei 1.378 Einsätze und Angriffsziele vom US-Kommando angegeben wurden.

„In Anbetracht der Anzahl der beteiligten Flugzeuge waren wir nach den Vereinigten Staaten an zweiter Stelle. Italien ist ein bedeutendes Land, und es sollte keine Überraschung sein, dass wir uns in diesem Krieg engagieren“, erklärte D’Alema.

Im selben Jahr, in dem sie an der endgültigen Zerstörung des jugoslawischen Staates beteiligt war, hat die Regierung D’Alema das öffentliche Eigentum der Società Autostrade (auch Manager der Morandi-Brücke) abgebaut, indem sie einen Teil davon an eine Gruppe von Aktionären übergab und den Rest an der Börse notierte. Die Morandi-Brücke ist unter der Verantwortung eines auf Profit ausgerichteten Systems zusammengebrochen, dasselbe System, das im Zentrum der mächtigen Interessen der NATO steht.

Der Vergleich zwischen den Bildern der eingestürzten Morandi-Brücke und den bombardierten serbischen Brücken, der auf den ersten Blick erzwungen erscheinen mag, ist im Gegenteil sehr begründet.

Erstens sollte die schreckliche Szene der Opfer, die durch den Zusammenbruch unter den Trümmern begraben wurden, uns über die schreckliche Realität des Krieges nachdenken lassen, die uns die großen Medien als eine Art „Kriegsspiel“ präsentieren, wobei der Pilot auf die Brücke zielt und die ferngesteuerte Bombe sie in Stücke reißt.

Zweitens sollten wir uns daran erinnern, dass die Europäische Kommission am 28. März einen Aktionsplan vorgelegt hat, der die Instandsetzung und Instandhaltung der EU-Strukturen, einschließlich der Brücken, vorwegnimmt, aber nicht, um sie für die zivile Mobilität sicherer, sondern für die militärische Mobilität effizienter zu machen [2].

In Wirklichkeit wurde dieser Plan vom Pentagon und von der NATO beschlossen, die die EU aufforderten, „die zivilen Infrastrukturen zu verbessern, damit sie besser an die militärischen Erfordernisse angepasst werden können“ – mit anderen Worten, Panzer, selbstfahrende Kanonen und andere schwere Militärfahrzeuge so schnell wie möglich von einem europäischen Land in ein anderes zu verlegen, um gegen die „russische Aggression“ vorzugehen. Zum Beispiel – wenn eine Brücke das Gewicht einer Panzerkolonne nicht tragen kann, muss sie verstärkt oder umgebaut werden.

Wir könnten glauben, dass die Brücke in diesem Fall, wenn sie verstärkt wird, auch für zivile Fahrzeuge sicherer wird. Aber die Frage ist nicht so einfach.

Diese Änderungen werden nur für die militärische Mobilität auf den wichtigsten Landverbindungen vorgenommen, und die enormen Ausgaben werden vom jeweiligen Land übernommen, das genötigt sein wird, die Kosten von seinen Ressourcen für die allgemeine Verbesserung seiner Infrastrukturen abzuziehen.

Ein finanzieller Beitrag der EU ist in Höhe von 6,5 Milliarden Euro vorgesehen, aber – laut Federica Mogherini, die für die „Sicherheitspolitik“ der EU zuständig ist – nur, um „sicherzustellen, dass Infrastrukturen von strategischer Bedeutung den militärischen Erfordernissen angepasst werden“.

Aber die Zeit vergeht schnell – bis September muss der Europäische Rat (im Auftrag der NATO) die Liste der Infrastrukturen festlegen, die für die militärische Mobilität in Frage kommen. Wird die Morandi-Brücke aufgelistet und wieder aufgebaut werden, damit die Panzer der USA und der NATO sicher über die Köpfe der Bevölkerung von Genua fahren können?

Übersetzung
K. R.

Quelle
Il Manifesto (Italien)

[1] Die Morandi-Brücke, ein wichtiger Autobahnviadukt in Genua, der von einem privaten Unternehmen verwaltet wird, brach am 14. August zusammen und forderte mehr als 40 Opfer. Die wahrscheinliche Ursache ist ein struktureller Zusammenbruch, dessen Anzeichen jedoch jahrelang ignoriert wurden. (Anmerkung der Redaktion).

[2] “UE, Area Schengen per le forze NATO” (Die Militarisierung der Europäischen Union: Schengen-Raum an US-NATO-Streitkräfte übergeben), di Manlio Dinucci, Il Manifesto (Italia) , Rete Voltaire, 6 aprile 2018.

 

http://www.voltairenet.org/article202692.html

Trump stellt die anti-russische Funktion der NATO in Frage

Der US-Nationale Sicherheitsberater, John Bolton, soll Präsident Putin einen möglichen Vertrag zur Einstellung der militärischen Manöver auf der östlichen NATO Flanke vorgelegt haben.

Das Atlantische Bündnis würde keine Kriegsspiele mehr in Polen und in den baltischen Staaten organisieren, während Russland auch unterlassen würde, solche auf der anderen Seite der Grenze zu machen.

Präsident Trump, der bald seinen russischen Amtskollegen in Finnland am 16. Juli treffen sollte, hatte während seiner Kampagne angekündigt, die NATO auflösen zu wollen.

Übersetzung
Horst Frohlich

http://www.voltairenet.org/article201747.html

USA prüfen Truppenabzug aus Deutschland

Das US-Verteidigungsministerium prüft laut einem Bericht
der „Washington Post“ einen Abzug der in Deutschland
stationierten US-Soldaten.

Zu den erwogenen Optionen gehöre eine Rückkehr eines Großteils
der rund 35.000 in Deutschland stationierten Soldaten in die USA
oder die Verlegung des gesamten oder eines Teils des Kontingents
nach Polen, berichtete die Zeitung am Freitag.

Die europäischen Nato-Mitglieder seien beunruhigt über den Vorgang
und versuchten zu klären, ob Trump es ernst meine oder die Drohung
mit einer Truppen-Neustrukturierung eine Verhandlungstaktik im
Vorfeld des Nato-Gipfels im Juli sei.

Laut „Washington Post“ handelt es sich bislang lediglich um
eine interne Studie des Pentagons. Ein Sprecher des Nationalen
Sicherheitsrats dementierte, eine Analyse zu einem möglichen
Truppenabzug aus Deutschland angefordert zu haben.

Pentagon-Sprecher Eric Pahon dementierte ebenfalls einen geplanten
Abzug. Gleichzeitig erklärte er, die Stationierung von US-Truppen
m Ausland werde regelmäßig überprüft sowie einer „Kosten-Nutzen-
Rechnungen“ unterzogen. Die USA seien Deutschland und der Nato
weiterhin verpflichtet, sagte Pahon.

US-Präsident Donald Trump hatte die Nato allerdings in
derVergangenheit immer wieder scharf kritisiert und unter
anderem als „überflüssig“ bezeichnet.

Quelle : News WEB.DE

Das US-Außenministerium verweigert einem ehemaligen Generalsekretär der NATO ein Visum

Dem ehemaligen Generalsekretär der NATO (1995-99), Javier Solana, der an einem Symposium über den US-Rücktritt vom Vertrag mit dem Iran teilnehmen sollte, wurde seine Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert.

Während des Krieges gegen Serbien beteiligte sich Herr Solana an dem Unternehmen, die Europäische Linke von den Vorteilen der NATO zu überzeugen. In jüngerer Zeit nahm er an den 5 + 1 Verhandlungen mit dem Iran und der Ausarbeitung des JCPoA Aktes teil.

Übersetzung
Horst Frohlich

http://www.voltairenet.org/article201710.html

„Sir, ich werde für Sie nicht den Dritten Weltkrieg beginnen“

„Sir, ich werde für Sie nicht den Dritten Weltkrieg beginnen“

Sein „Nein“ verhinderte möglicherweise eine militärische Katastrophe, der britische 3-Sterne General, Sir Mike Jackson, damals Kommandeur der NATO-KFOR-Truppen im Kosovo. Auf dem Bild: Jackson im Gespräch mit dem russischen General Viktor Zawarzin auf dem Flughafen von Pristina, 26. Juni 1999.
Am 11. Juni jährt sich der Tag, an dem 1999 Europa an einem Krieg mit Russland gerade nochmals vorbeigeschrammt ist. Nicht irgendein schießwütiger General sondern der NATO-Oberbefehlshaber Europa (Supreme Allied Commander Europe – SACEUR) hatte den Befehl zum Angriff auf russische Truppen im Kosovo gegeben. Der Befehlsempfänger war der britische 3-Sterne General, Sir Mike Jackson, damals Kommandeur der NATO-KFOR-Invasionstruppe.

von Rainer Rupp

Zum Glück widersetzte sich der kühle Brite dem wahnsinnigen und wiederholt eingeforderten Befehl seines US-amerikanischen Vorgesetzten, der US-Vier-Sterne General Wesley Clark. Stattdessen schaltete Sir Mike die Regierung in London ein und drohte mit seinen sofortigen Rücktritt. (Siehe: „Gen Sir Mike Jackson: My clash with Nato chief.“) Die britische Regierung wurde aktiv, telefonierte mit Washington. Von dort wurde SACEUR Clark dann zurückgepfiffen, allerdings ziemlich widerwillig, wie sich später herausstellte.

 

Angesichts des zunehmenden militärischen Aufmarschs der NATO an den Grenzen zu Russland und der markigen Worte von NATO-Politikern und Militärs, die vor einem schon bald zu erwartenden Krieg „warnen“, als Rechtfertigung, um Russland noch mehr mit dem Rücken an die Wand zu drücken, ist der Schießbefehl des NATO-Oberbefehlshabers vom 11. Juni 1999 von hochaktueller Bedeutung. Die damaligen Ereignisse verdienen daher, nochmals in Erinnerung gerufen zu werden.

Der Kosovo-Krieg endete am 11. Juni 1999 und eine gemeinsame NATO-russische Friedenstruppe sollte im Kosovo installiert werden. Schließlich war das Ende des Blutvergießens weder ein Erfolg des US-NATO-Angriffskriegs noch der US-amerikanischen Diplomatie, sondern der Waffenstillstand kam auf Vermittlungen Russlands zustande. Darauf verwies u.a. auch US- Congressman Cunningham von Kalifornien in einer Debatte im US-Kongress am 1. Juli 1999, die festgehalten ist (Siehe Archiv des Kongresses: Congressional Record, 1. July 1999, Seite  14986). Daher war es nur selbstverständlich, dass Russland erwartete, ebenso wie die wichtigen NATO-Länder, die Verantwortung für einen eigenen, unabhängigen Friedenssektor zu bekommen. Und entsprechend verärgert war man in Moskau, als das von der NATO selbstherrlich abgelehnt wurde.

In den US-NATO-Kreisen wollte man einen separaten russischen Sektor verhindern, um sicherzustellen, dass auch die von Serben bewohnten Gebiete im Norden des Kosovo unter die Kontrolle der albanischen Gewaltseparatisten UCK im Süden kamen, die von der NATO unterstützt wurden. – Ob damals im Kosovo mit der UCK oder aktuell in Syrien mit den islamistischen Halsabschneidern, die US-NATO-Kriegsverbrecher hatten noch nie Bedenken, mit angeblich „gemäßigten“ Terroristen, Killern und Verbrecherbanden zusammenzuarbeiten.

Früh am 11. Juni 1999 fuhr eine Kolonne von etwa dreißig gepanzerten russischen Fahrzeugen mit insgesamt russischen 250 Soldaten von Bosnien kommend, wo sie zuvor Teil der internationalen Friedenstruppe SFOR gewesen waren, über die serbische Grenze und weiter in die serbische Provinz Kosovo. Auf den russischen Fahrzeugen waren die großen weißen Kennzeichen der internationalen Truppen in Bosnien „SFOR“ mit denen der Kosovo-Mission „KFOR“ ersetzt worden. Um 10:30 Uhr wurde die Präsenz der Russen im Kosovo von der NATO und durch Bilder von CNN bestätigt. Und noch lange bevor die ersten NATO-Truppen auch nur in der Nähe waren, hatten die Russen das strategisch wertvollste Objekt des ganzen Kosovo gesichert: die jugoslawische Luftwaffenbasis Slatina in unmittelbarer Nähe zum Flughafen in Pristina.

Slatina bestand zum größten Teil aus unterirdischen Bunkern, die dafür gebaut worden waren, einem Atomschlag Stand zu halten. Dort hatten die jugoslawischen Mig-29 Staffeln die NATO-Luftschläge unbeschadet überstanden. Die Startbahn war zwar von Bombenkratern übersät, aber die jugoslawische Luftwaffe verfügte über Prozeduren, mit deren Hilfe die Migs innerhalb von einer Stunde an den Start gehen konnten. In der Tat starteten einen Tag nach dem Ende der NATO-Luftschläge die Mig-29 Jäger von Slatina, um in Kern-Serbien auf einen neuen Stützpunkt verlegt zu werden.

Dieses strategische Juwel sollte auf keinem Fall in den Händen der Russen bleiben, zumal die NATO davon ausging, dass das Moskau die Möglichkeit gab, auf dem Luftweg schnell neue Kräfte und Versorgungsgüter heranzuführen, um vor Ort seine Stellung mit Mannschaften und Material auszubauen. In dieser Situation gab SACEUR-Wesley Clark seinem untergebenen britischen KFOR-Kommandeur Sir Mike den Befehl, die Russen mit militärischer Gewalt von Slatina zu verjagen. Sir Mike hatte mit seiner 5. Luftlandebrigade als erste NATO-Streitmacht – aber erst einige Zeit nach den Russen – Pristina erreicht. In seinen Memoiren hat Sir Mike die kritischen Augenblicke seiner wiederholten Befehlsverweigerung festgehalten. Hier ein kurzer Auszug, der damit beginnt, dass Sir Mike seinem NATO-Oberbefehlshaber „klar machte, dass er die Nase voll davon“ habe, „von Leuten aus Washington, die von der Lage vor Ort keine Ahnung haben, Befehle zu bekommen“.

Daraufhin sagte Clark: „Mike, das sind nicht Washingtons Befehle, es sind meine“.

Sir Mike: „Wer gibt Ihnen die Autorität dafür?“

Clark: „Als SACEUR habe ich dafür die Autorität.“

Sir Mike: „Nein, dafür haben Sie nicht die Autorität.“

Clark: „Ich weiß, dass ich die Autorität dafür habe. Die Autorität des Generalsekretärs steht hinter mir.“ (Clark hatte sich zuvor beim NATO-Generalsekretär, der spanische „Sozialist“ Javier Solana, politische Rückendeckung geholt.)

Sir Mike: „Sir, ich werde für Sie nicht den Dritten Weltkrieg beginnen. … “Ich bin ein Drei-Sterne-General und Sie können mir keine Befehle dieser Art geben. Ich habe mir mein eigenes Urteil über die Situation gebildet und ich glaube, dass dieser Befehl außerhalb unseres Mandats liegt.“

Clark: „Mike, ich bin ein Vier-Sterne-General, und ich kann Ihnen diese Dinge befehlen.“

Letztlich empfiehlt Clark seinem KFOR-Kommandeur, von seinem Posten sofort zurückzutreten. Der ruft stattdessen seine Vorgesetzten in London an, erklärt die Situation und kündigt an, lieber zurückzutreten, statt den Befehl auszuführen. London unterstützt Sir Mike und wirkt dann auf Washington, dass der brandgefährliche und wahnsinnige SACEUR-Befehl zurückgezogen wird.

Zwei Monate nach Ende der Slatina-Krise verließ Sir Mike, der in Großbritannien als Held gefeiert wurde, seinen KFOR-Posten, auf dem ihm dann der deutsche General Reinhard als Kommandeur folgte. Was wäre gewesen, wenn Sir Mike schon früher versetzt worden wäre? Hätte der neue deutsche General auch den Mut zur Verweigerung des Befehls gehabt, wo doch SACEUR und der NATO-Generalssekretär mit ihrer ganzen Autorität dahinter standen?

Slatina zeigt, wie schnell bei der unverantwortlichen Politik der NATO-Politiker und Militärs aus einer kleinen Krise ein großer Krieg werden kann.

 

 

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https://deutsch.rt.com/international/38850-sir-ich-werde-fur-sie/

 

Was hatten Wir schon lange nicht mehr !? – Einen Krieg in Europa !

Riesen-Militärübung in Osteuropa: US-Panzer rollen über deutsche Autobahnen.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : www.focus.de/politik

Ich bewundere Wladimir Putin für seine „Nerven aus Stahl“ !