Einschätzung zur französischen Präsidentschaftswahl 2017

Irgendwie erinnert mich diese französische Präsidentschaftswahl, an die letzten
Monate der DDR im Herbst 1989. Nicht das sich Frankreich in den nächsten Monaten
auflösen wird, aber der neue französische Präsident Macron, repräsentiert die
letzte Rettung für das alte System Frankreichs. Wie damals im Oktober 89, als Egon
Krenz den Herrn Erich Honecker ablöste,aber das alte Politbüro in Amt und Würden blieb.

Der „gute Emmanuel“ diente doch schon unter den jetzigen und alten französischen
Präsidenten François Hollande als Berater für Wirtschafts- und Finanzpolitik und
dann als Minister für Wirtschaft und Finanzen. Herr Hollande ist in Frankreich so
unbeliebt, dass er auf die Präsidentschaftskandidatur 2017 verzichtet hat.

Aber seine „rechte Hand“ wird jetzt zum Präsidenten gewählt. Irgendwie ist das
für mich unverständlich. Das alles nur, um Frau Le Pen zu verhindern? Das ist
dann aber nur „alter Wein in neuen Schläuchen“, meine Erinnerungen an den Oktober 89.

Aber auch das Wirtschaftsprogramm von Herr Marcon ist „sehr vielversprechend“. Die
Staatsausgaben kürzen und die Unternehmenssteuer von 35 % auf 25 % senken. Na wie
revolutionär, so ein Programm hat es ja noch nie gegeben. Oh sorry, gerade fällt
mir die Agenda 2010 vom Kanzler Schröder („Genosse der Bosse“) ein.

Ja liebe Franzosen: „Von Deutschland lernen, heißt Sozialabbau lernen“.

Herr Macron hat doch Merkels Flüchtlingspolitik in der Vergangenheit gelobt. Sie
hat die „kollektive Würde“ Europas gerettet, indem Deutschland notleidende Flüchtlinge
aufgenommen hat, sagte Herr Marcon. Liebe Franzosen, habt hier nicht 2011 Libyen mit
bombardiert gegen Muammar al-Gaddafi und waren die Länder Marokko, Algerien, Syrien
nicht eure ehemaligen Kolonien bis Mitte des 20. Jahrhunderts? Dann können wir euch,
als Erinnerung, ein paar „Fachkräfte“ für den Wirtschaftsaufschwung abgeben.

Denn: „Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold“ sagte doch
unser Kanzlerkandidat der SPD Herr Martin Schulz. Er muss es ja wissen, denn
er ist Multimillionär und kennt sich bestimmt mit Gold gut aus.

Dann wünsche ich den Franzosen viel „Freude“, mit der Politik ihres neuen Präsidenten
Herrn Emmanuel Marcon. Und auch der Deutsche Michel darf sich auf die neue finanzielle
Haftung a la Eurobonds freuen. Wenn das mal kein „großes Fest“ wird, bei so viel Freude.
Wie endete schon Erich Maria Remarque Roman – Im Westen nichts Neues:
„im Westen sei nichts Neues zu melden“.

Zum Schluss ein Kurt Tucholsky Zitat:

„Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in
offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Passend dazu : Geheime E-Mails und Dokumente über Macron veröffentlicht