Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon

Amazon ist der mit Abstand größte Online-Händler der Welt und auch in Deutschland schon lange die Nummer eins.
Fast jedes Produkt lässt sich hier günstig bestellen, geliefert wird oft über Nacht — selbst noch am Heiligen Abend.
Doch wer packt die Pakete für die Bescherung?

Jedes Jahr zur Hochsaison wirbt Amazon Deutschland tausende Wanderarbeiter aus dem Ausland an.

Für viele Spanier ist der Ruf nach Deutschland in Zeiten der Eurokrise wie ein Lottogewinn.

Was die Arbeiter tatsächlich erwartet, ist eine böse Überraschung. Nicht Amazon legt ihnen in Deutschland einen Vertrag vor,
sondern eine Leiharbeitsfirma. Deutlich weniger Lohn als bei der Anwerbung in Spanien versprochen, nach Feierabend
stundenlanges Warten auf den überfüllten Bus, der sie über zig Kilometer Autobahn in ihre Unterkunft bringen soll.
Sie leben zu zweit auf engstem Raum in einem zu dieser Jahreszeit verlassenen Ferienpark.

Hier führt ein Sicherheitsdienst ein Regime, das auf Einschüchterung setzt und immer wieder in die Privatsphäre der Arbeiter
eindringt. Wer sich wehrt, fliegt raus. Fristlos. Die Reportage deckt auf, was sich hinter der Fassade von Amazon.de
verbirgt und wer dafür zahlt, dass die schöne neue Warenwelt des Internethändlers so billig zu haben ist.

Der Arbeit hinterher – Pendler zwischen Job und Familie

Frankfurt am Main ist Deutschlands Pendlerhauptstadt. 350.000 Menschen strömen jeden Werktag in die Stadt.
Nicht einmal jeder zweite, der hier arbeitet, wohnt auch hier. Pendler füllen die Züge, verstopfen morgens
und abends die Autobahnen.

„Am Anfang hat mich das Pendeln genervt – so viel Zeit weg von zuhause, aber ich nehme das in Kauf – für acht
Stunden Arbeit fünf Stunden Fahrt. Andere Leute haben gar keinen Job.“ Lars N., 43, ist Bundespolizist am
Frankfurter Flughafen: Frühschicht, Spätschicht, Nachtschicht und Pendeln – eine extreme Doppelbelastung für
den dreifachen Familienvater:

„Es gibt kaum Zeit für das Privatleben als Pendler. Man wacht auf und muss schon wieder weg.
Man kommt nach Hause und geht schlafen.“

Morgens springt Gudrun G. als erste vom Frühstückstisch auf – ihr Zug wartet nicht. Ihr Mann kümmert sich dann
um die Kinder „damit sie auch gekämmt und mit geputzten Zähnen in die Schule gehen“. Nachmittags übernimmt die
Kinderfrau, bis Gudrun G. am Abend wieder daheim ist. „Wir haben eigentlich alles gut organisiert.
Nur wenn etwas schief geht, dann gibt’s Stress.“ Gudrun G. pendelt zwischen Bensheim und Frankfurt.
Die 46-Jährige arbeitet im Vorstandsstab einer großen Bank. „Ich möchte einen spannenden Job haben,
den gibt es hier nicht in der Gegend.“

Ihr Kollege Stefan K. fährt drei Mal pro Woche mit dem Fahrrad zur Bank – über 60 Kilometer pro Strecke.
„Ich will Sport machen, liebe meinen Job und will noch Zeit für Frau und Kinder haben. Da ist das der einzige Weg.“
Der 43-Jährige ist mit dem Fahrrad oft schneller als die Autofahrer – an den Staus zieht er vorbei.
In seinem Wohnort gäbe es zwar Arbeitsmöglichkeiten für den Banker, doch „der Job in Frankfurt ist anspruchsvoller,
macht mehr Spaß, und ich verdiene mehr, als bei Banken in der Nähe“.

Mobilität wird von Arbeitnehmern heutzutage erwartet. Entweder umziehen oder pendeln – wer Karriere machen will,
muss das Nomadenleben in Kauf nehmen. Aber nicht nur wer eine Führungsposition hat muss pendeln.

Ralf S., 42, ist Techniker bei einem großen Telekommunikationskonzern. Täglich fünf Stunden Fahrzeit.
Obwohl er seine Familie wenig sieht, kommt für ihn ein Umzug nicht in Frage. „Unsere Kinder sollen nicht in der
Großstadt aufwachsen.“ Seine Lebensgefährtin belastet seine Pendelei sehr. „Wenn er Spätschicht hat, sehen wir
uns oft gar nicht. Wenn er nach Hause kommt, dann schlafe ich schon.“

Über 30 Millionen Deutsche pendeln zu ihrem Arbeitsplatz. Die ZDF.reportage „Der Arbeit hinterher“ begleitet
Menschen in ihrem Pendleralltag, der meist purer Stress ist. Nicht nur das Privatleben leidet darunter
auch gesundheitliche Probleme durch den Dauerstress müssen die Pendler verkraften.

Die mobile Gesellschaft fordert ihren Preis.

Wie billig kann Bio sein ?

Bio boomt – 6,6 Mrd. Euro gaben die Deutschen 2011 für Bio-Lebensmittel aus
und die Umsätze steigen weiter. Denn auch Supermärkte und Discounter haben
das Geschäft längst für sich entdeckt und bieten inzwischen viele billige
Bio-Produkte an. Billigangebote, die ihren Preis haben
das belegen Recherchen des ARD-Magazins „Fakt“.

Beispiel Bio-Eier: Bei einem Blick hinter die Kulissen, entdecken die Reporter
Produktionsbedingungen wie im konventionellen Bereich. Massentierhaltung nur
eben mit Öko-Siegel. Bedingungen, die der Verbraucher so nicht erwartet und
seinem Bio-Verständnis widersprechen.

„Fakt“-Reporter recherchieren die Hintergründe der billigen Bio-Lebensmittel.
Wie werden Bio-Fleisch, -Obst und -Gemüse produziert?
Wir stoßen auf nicht artgerechte Tierhaltung, die Vernichtung von deutschen
Bio-Lebensmitteln aufgrund von Billigimporten und qualitativ schlechte Nahrungsmittel.

Und alles firmiert unter dem Label „Bio“.