Flughäfen in Russland gewinnen Preise und werden in weniger als zwei Jahren gebaut

von https://www.anti-spiegel.ru

Heute kam die Meldung, dass der Moskauer Flughafen Sheremetyevo als bester Flughafen der Welt ausgezeichnet wurde. Russland hat in den letzten zehn Jahren unzählige Flughäfen gebaut. Ob man den Berliner Flughafen BER von den Russen bauen lassen sollte?

In den letzten Jahren wurden in Russland dutzende Flughafen-Terminals und sogar völlig neue Flughäfen gebaut. Alleine der nun vom britischen Gepäckdienstleister Stasher zum besten Flughafen der Welt gewählte Airport in Moskau hat in den letzten zehn Jahren vier neue Terminals bekommen. Wer vor 20 Jahren mal dort gelandet ist, wird den Flughafen nicht wiedererkennen. Damals bestand er aus einen seelenlosen internationalen Terminal und einer Beton-Baracke für Inlandsflüge.

Heute sind dort sechs moderne Terminals in teilweise futuristischem Design und hochmoderner Ausstattung in Betrieb. Und das ist ja nur einer von vier Flughäfen der russischen Hauptstadt, die auch noch alle mit Zügen mit dem Stadtzentrum verbunden sind.

Auch auf der Krim wird übrigens viel gebaut. Zum Beispiel wurde in Simferopol, der Hauptstadt der Krim, innerhalb von nur 22 Monaten ein neues Terminal für 6,5 Millionen Passagiere pro Jahr gebaut. Wie lange wird an dem Terminal von BER nochmal gebaut?

In Petersburg wurde 2013 ein neues Terminal eröffnet und ich kenne keinen Flughafen, wo man so schnell abgefertigt wird. Ich habe im neuen Terminal weder beim Check-In, noch bei der Passkontrolle, seit dem länger als fünf Minuten gewartet. Ok, außer bei der Einreise, wenn gerade einige 747 aus China gelandet sind, da habe ich mal über eine halbe Stunde an der Passkontrolle gewartet. Aber normalerweise sind bei der Einreise selten mehr als zwei oder drei Leute vor mir gewesen.

2007 hat Russland beschlossen, einen neuen Weltraumbahnhof zu bauen. Und obwohl es Bauverzögerungen und einige Korruptionsskandale gab, wurde die Anlage im April 2016 eröffnet. Zusätzlich zu dem Weltraumbahnhof musste auch eine eigene Stadt für die Mitarbeiter inklusive Flughafen gebaut werden. Auch wenn Anlage und Infrastruktur teilweise noch im Bau sind (planmäßige Fertigstellung ist für 2025 vorgesehen) und weitere Startrampen im Bau sind, ist der Betrieb bereits aufgenommen worden und die ersten erfolgreichen Raketenstarts haben stattgefunden.

Natürlich gibt es bei den Russen im Zusammenhang mit diesen Projekten auch Verzögerungen und Korruptionsskandale, aber nicht solche Verzögerungen, wie bei deutschen Großprojekten, wie bei BER, der Elbphilharmonie oder Stuttgart-21. Und ob man das Chaos bei BER nicht auch mit Korruption erklären kann und nicht nur mit kompletter Inkompetenz, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. (Warum nicht, können Sie hier lesen, der Grund ist § 146 GVG)

Allein bei dem Bau des Weltraumbahnhofs in Russland gab es mehrere Korruptionsskandale, allerdings sind in der Folge auch mehrere Geschäftsführer der Baustelle zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Der ganze Weltraumbahnhof kostet 180 Milliarden Rubel, das sind ca. 25 Milliarden Euro. Was kostet BER inzwischen? Aber die Russen bauen dafür einen Weltraumbahnhof inklusive Kleinstadt und Flughafen, Berlin nicht einmal ein Flughafenterminal mit Startbahnen.

Vielleicht sollten wir die Flughäfen in Deutschland tatsächlich von den Russen bauen lassen? Dann würden sie fertig werden und vielleicht sogar als beste der Welt ausgezeichnet werden.

Aber jetzt ohne Häme: Die deutsche Fraport betreibt zum Beispiel den Petersburger Flughafen, bei dem wirklich alles immer reibungslos funktioniert. Vielleicht wäre Teamwork die Lösung? Die Russen bauen uns die Flughäfen und die Deutschen sind für den Betrieb zuständig.

https://www.anti-spiegel.ru/2019/flughaefen-in-russland-gewinnen-preise-und-werden-in-weniger-als-zwei-jahren-gebaut/

Notlandung bei Moskau: Warum russische Piloten in deutschen Medien nicht als „Helden“ bezeichnet werden

von https://www.anti-spiegel.ru

 

Heute hat ein Pilot einer russischen Fluggesellschaft ein Wunder vollbracht und eine vollgetankte Maschine ohne Fahrwerk in einem Maisfeld notgelandet, ohne dass sie explodiert ist und ohne dass jemand ernsthaft verletzt wurde.

Erinnern Sie sich noch an die Notwasserung eines Airbus A 320 im Hudson River in New York? Die Presse war im Januar 2009 voll davon und hat den US-Piloten als Helden gefeiert. Und das völlig zu Recht! Damals war das Flugzeug nach dem Start in einen Vogelschwarm geraten und beide Triebwerke sind ausgefallen. Dem Piloten gelang das Unmögliche: Er landete die Maschine im Gleitflug im Hudson River, ohne dass sie zerbrach und alle Insassen haben überlebt.

Eine unglaubliche Leistung und die Medien haben den Piloten völlig zu Recht als Helden gefeiert, weil er ein eigentlich unmögliches Manöver geschafft und alle Insassen des Flugzeugs gerettet hatte. Die Sache wurde sogar verfilmt.

Heute ist in Russland das Gleiche passiert und die Medien in Deutschland berichten darüber ganz anders: In diesem Fall wird nur kurz und sachlich berichtet, keinerlei emotionale Berichte über die „Heldentat“ des Piloten.

Das Flugzeug, ebenfalls eine Maschine aus der Airbus 320-Familie, allerdings das größere Modell A 321, war auf dem Weg von Moskau auf die Krim, der Flieger war vollgetankt und vollbesetzt mit Urlaubern. Unmittelbar nach dem Start, bei einer Geschwindigkeit von über 250 km/h ist das Flugzeug in einen Vogelschwarm geraten und es sind beide Triebwerke ausgefallen. Unmittelbar nach dem Start steigen Flugzeuge in einem recht steilen Winkel nach oben. Die Piloten hatten nur Sekundenbruchteile, um einen Absturz zu verhindern, die Nase des Flugzeugs zu senken und auf dem Maisfeld hinter der Startbahn zu landen.

Mit einer Geschwindigkeit von 250 km/h ist das vollgetankte Flugzeug ohne Fahrwerk weich „auf dem Bauch“ in einem Maisfeld gelandet, ohne dabei auseinanderzubrechen oder zu explodieren. Über 230 Menschen konnten das Flugzeug über die Notrutschen verlassen und nur wenige haben sich dabei leichte Schürfwunden zugezogen, lediglich eine ältere Dame ist mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Nach Aussage des Chefarztes geht es ihr aber gut.

Dieser Fall zeigt mal wieder die Agenda der Medien, denn ein russischer Pilot darf anscheinend nicht als Held gefeiert werden, obwohl er es wirklich verdient hätte. Man muss die heutigen Berichte in Deutschland nur mit den Berichten aus New York von 2009 vergleichen und der Unterschied springt ins Auge. Es darf partout in den deutschen Medien keine guten Nachrichten aus oder über Russland geben.

Wer im Archiv von Spiegel-Online sucht, der findet in der Woche der Notlandung vom 15. Januar 2009 fast 20 Artikel über den „Held vom Hudson River“. Seien wir doch mal gespannt, wie viele Artikel es diese Woche über den „Held vom Moskauer Maisfeld“ im Spiegel sein werden.

Wie gesagt, um Missverständnissen vorzubeugen: Ich verstehe ein wenig von der Fliegerei und der US-Pilot hat für seine unglaubliche Leistung jedes lobende Wort mehr als verdient. Aber das gleiche gilt auch für den russischen Piloten und ein einfacher Vergleich der Berichterstattung in Deutschland zeigt, wie gerne die Medien einen US-Amerikaner für ihre deutschen Leser zu Helden aufbauen und wie sie gleichzeitig jedes positive über Russland um jeden Preis vermeiden wollen.

Man versucht das „Wunder vom Maisfeld“ in Deutschland sogar negativ darzustellen, wie zum Beispiel die Überschrift auf der Seite des ZDF zeigt: „Mindestens 23 Verletzte – Flugzeug landet bei Moskau im Maisfeld„. Kein Wort von einer Heldentat, dafür beginnt es mit 23 Verletzten, was dramatisch klingt. Erst im Artikel erfährt der Leser:

„Die Verletzten, darunter neun Kinder, erlitten demnach Prellungen und Hautabschürfungen. Die meisten Passagiere seien ambulant behandelt worden, nur eine 69 Jahre alte Frau sei im Krankenhaus geblieben.“

In dem Artikel kann man auch erfahren, wie schnell die Piloten reagieren und ein wirklich schwieriges Manöver durchführen mussten: Vom steilen Aufstieg ohne Treibwerke übergehen in einen kontrollierten Sinkflug und eine weiche Landung mit dem voll betankten Flugzeug hinlegen:

„Auf Bildern war zu sehen, dass der Airbus 321 in dem Maisfeld mehr als einen Kilometer von der Landebahn entfernt steht.“

Was das bedeutet, nämlich dass die Piloten bei einer Geschwindigkeit von 250 km/h pro Stunde nur wenige Kilometer weit gekommen sind und nur Sekunden zum Reagieren hatten und alles richtig gemacht haben, muss sich der Leser allerdings selbst zusammenreimen.

Während ein US-Pilot dafür (wie 2009 gesehen) von der deutschen Presse garantiert als Held gefeiert würde, schreibt das ZDF über die Leistung der russischen Piloten nur:

„Nach Angaben der Behörde konnten dank des professionellen Handelns der Piloten schwere Verletzungen verhindert werden.“

Verletzungen? Das Flugzeug hätte explodieren können, Kerosin entzündet sich recht leicht, wie andere Flugzeugunglücke immer wieder gezeigt haben.

Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel die britische Daily Mail, die sich nicht zu schade ist, den russischen Piloten in der Überschrift als „Helden Pilot“ bezeichnet, der ein „entflammbares Flugzeug sicher auf dem Bauch im Kornfeld“ gelandet hat, zu feiern. In Deutschland sind solche Überschriften undenkbar, wie die Ergebnisse einer Google-Suche nach „Notlandung Russland“ schnell zeigt.

Die Piloten waren noch recht jung, der Kapitän ist 41 Jahre und hat über 3.000 Flugstunden Erfahrung, der Copilot ist nur 23 Jahre alt, hat aber schon 600 Flugstunden hinter sich. Offensichtlich verstehen sie ihr Handwerk. Videos in sozialen Netzwerken von den Passagieren gehen in Russland um, auf denen die Menschen dem jungen Mann euphorisch dafür danken, dass er ihr Leben gerettet hat.

Dieses Video zeigt die Notlandung, die ein Passagier gefilmt hat.

 

 

https://www.anti-spiegel.ru/2019/notlandung-bei-moskau-warum-russische-piloten-in-deutschen-medien-nicht-als-helden-bezeichnet-werden/

Deutsche Medien melden, Russland wolle Demonstranten das Sorgerecht entziehen

von https://www.anti-spiegel.ru

In den deutschen Medien kann man immer wieder von einem Ehepaar lesen, dem nach Teilnahme an den Demonstrationen in Moskau die Erziehungsberechtigung für ihren kleinen Sohn entzogen werden soll. Was sind die Hintergründe?

Ich habe schon am Rande über den Fall berichtet. Bei den Protesten am 3. August gab es einen Einheizer, der die nicht genehmigte Demonstration angeführt und geleitet hat. Als dann die Polizei einschritt und die Demonstration auflösen wollte, übergab ihm jemand einen Säugling und getarnt als „zufällig spazierender Vater“ entging er der Polizei. Es klingt unglaublich, dass jemand erst eine Demonstration eskaliert, es hätte ja auch gewalttätiger enden können, und dass jemand seinen Säugling da mit hin nimmt, um ihn dann den Einheizer zu als Tarnung zu übergeben. Das muss natürlich russische Propaganda sein, auf so etwas kommen normale Menschen doch nicht.

Jedoch stimmt die Sache tatsächlich. Ausgerechnet der Spiegel hat ein Video verlinkt, dass die Geschichte zeigt. Man muss kein Russisch verstehen, die Bilder sprechen für sich: Zuerst heizt der Mann die Protestler ein, man sieht sogar, dass die Familie mit dem Kleinkind ebenfalls an der Protesten teilnimmt und ganz in seiner Nähe bleibt, um ihm dann im richtigen Moment das Kleinkind zu übergeben, damit er sich unentdeckt aus dem Staub machen kann.

 

 

Nun ermitteln die Behörden wegen Gefährdung des Kindes und Vernachlässigung der elterlichen Fürsorgepflicht und im schlimmsten Fall kann das zum Entzug des Sorgerechts führen.

Der Einheizer heißt Sergej Fomin und die Eltern geben an, er sei ein Jugendfreund des Mannes und ein Cousin der Mutter. Fomin war zur Fahndung ausgeschrieben und hat sich mittlerweile der Polizei gestellt. In dem erwähnten Spiegel-Artikel kann man lesen:

„Moskaus Opposition ist von den Wahlen zum Stadtparlament im September ausgeschlossen worden. Das empört viele Wähler, darunter auch Artemijs Eltern Dmitrij und Olga sowie seinen Onkel Sergej Fomin, der für eine Oppositionskandidatin Unterschriften gesammelt hat. Sie demonstrieren, obwohl die Stadtregierung keine Kundgebung erlaubt hat.“

Nun ist das natürlich, wie beim Spiegel bei dem Thema üblich, alles so nicht wahr. Nicht die Opposition ist von den Wahlen ausgeschlossen, sondern drei Kandidaten der Opposition, die Details finden Sie hier. Außerdem war die Kundgebung genehmigt, allerdings an einem anderen Ort. Die Protestler haben eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt blockieren wollen, was die Behörden nicht angemessen fanden und daher die Demonstration auf einer anderen Hauptstraße im Zentrum Moskaus genehmigt haben.

Aber heute geht es ausnahmsweise nicht um den Spiegel. Heute geht es um die Deutsche Welle, denn die lügt im Zusammenhang mit den Protesten in Moskau derzeit schlimmer, als alle anderen.

Die Deutsche Welle in Moskau hat sich als das entlarvt, was sie ist: Als Propaganda-Sender der deutschen Regierung. Ihr russischer Ableger berichtet nicht, sondern ruft auf Twitter elbst zu den Demonstrationen auf und verschickt sogar aktuelle Lageberichte, damit die Demonstranten wissen, wo sie hingehen müssen. Die Deutsche Welle war danach aber sogar noch so dreist, in ihrer deutschen Ausgabe diese unbestreitbaren Tatsachen, die jeder auf Twitter sehen kann, zu bestreiten. Sie baut darauf, dass die Deutschen Leser ja kein Russisch verstehen.

So dachte ich wenigstens, aber tatsächlich hat sie es sogar auf Russisch bestritten. Dabei ist es völlig eindeutig, wie dieser Tweet zeigt.

Die Worte „Москва, выходи!“ bedeuten wörtlich übersetzt „Moskau geh raus!“, aber „выходи“ bedeutet auch „komm raus“ oder „geh auf die Straße“. Und dieser Tweet wurde von der Deutschen Welle am Tag der Demonstration vom 27. Juli veröffentlicht. „Moskau, geh auf die Straße!“ Was ist das, wenn kein Aufruf, zu demonstrieren?

Außerdem schreibt die Deutsche in ihrem Artikel auf Russisch, dass sie am 5. August vom russischen Außenministerium auch konkret auf diesen und andere Tweets hingewiesen worden ist, die nach russischer Ansicht eine Einmischung in innere Angelegenheiten Russlands darstellen und vor allem nicht als journalistische Tätigkeit eingestuft werden können, sondern als dezidierte Aufrufe zu ungenehmigten Protesten.

Man stelle sich zum Vergleich nur einmal vor, die russischen Staatsmedien RT-Deutsch und Sputnik würden in Deutschland zur Teilnahme an verbotenen Demonstrationen aufrufen oder dazu aufrufen, den Anweisungen der Behörden nicht Folge zu leisten. Das gäbe einen Riesenskandal! Aber warum meint der deutsche Staatssender Deutsche Welle, dazu das Recht zu haben?

Außerdem werden die deutschen Leser zu dem Thema auch noch belogen, denn am 6. August, also einen Tag nachdem die Deutsche Welle – nach Angaben ihrer russischen Sektion – bereits vom russischen Außenministerium über die Details der Vorwürfe informiert worden war, zitiert der Deutschlandfunk den Sprecher der Deutschen Welle, Christoph Jumpelt, dazu folgendermaßen:

„Es bleibt aber unklar, worauf sich das russische Außenministerium genau bezieht, weil es die Vorwürfe nicht untermauert: „Ich gehe davon aus, dass Frau Sacharowa in ihren Äußerungen sich die Freiheit genommen hat, von uns zitierte Äußerungen der Demonstrationsorganisatoren unseren Redakteuren in den Mund zu legen, als redaktionellen Inhalt. Was das natürlich so nicht ist.““

Obwohl die Deutsche Welle am 5. August auf Russisch über die Vorwürfe des russischen Außenministeriums berichtet und sie zurückweist, kann man beim Deutschlandfunk am 6. August auf Deutsch über die Stellungnahme der Deutschen Welle lesen, die bestreitet zu wissen, worauf sich das russische Außenministerium bezieht.

Aber zurück zu der Geschichte um Sergej Fomin und das Kind, dass als Tarnung missbraucht wurde. Wie wir gesehen haben, sind die Videoaufnahmen eindeutig und auch der Spiegel hat geschrieben, dass Fomin zusammen mit den Eltern der Kindes an den Protesten teilgenommen haben.

Die Deutsche Welle hingegen schreibt auf Deutsch:

„Die Staatsanwaltschaft will den jungen Eltern das Kind wegnehmen. Die Begründung: Sie hätten es während der oppositionellen Proteste am 27. Juli einer dritten Person übergeben und damit gefährdet. Die besagte „dritte Person“ ist ein Cousin der Mutter. Er hat an der Demonstration teilgenommen und das Kind tatsächlich kurz getragen. Die Eltern sagen, sie hätten ihn zufällig bei einem Spaziergang getroffen.“

Das ist, wie das Video zeigt, eindeutig gelogen, die Eltern waren auf der Demonstration in der ersten Reihe, ganz in der Nähe vom Einheizer Fomin. Für ihre russischen Leser lügt die Deutsche Welle noch detaillierter:

„Das Paar gab an, dass sie am 27. Juli einen Spaziergang im Zentrum machten. Sie wussten von dem Protest, waren mit den Forderungen der Teilnehmer auch solidarisch, aber sie waren nicht daran interessiert, sich daran zu beteiligen. Polizeiabsperrungen haben sie nicht gesehen. Beim Arbat traf die Familie Sergej Fomin, der laut Dmitry sein Jugendfreund, Pate des Kindes und Cousin seiner Frau ist. Dann gingen sie gemeinsam spazieren. Unterwegs nahm Fomin das Kind in den Arm. Das Paar betont, dass sie ihm das Kind nicht auf der Kundgebung gegeben haben.“

Schauen Sie sich das Video an und entscheiden Sie selbst, was Sie für glaubwürdig halten.

Für Samstag den 10. August sind wieder Proteste angekündigt. Moskau hat sie wieder genehmigt, sie sollen auf einer mehrspurigen Straße im Zentrum von Moskau stattfinden. Einige Organisatoren haben aber wieder dazu aufgerufen, sich nicht an die behördlichen Auflagen zu halten. Wir dürfen also auch am Samstag wieder Schlagzeilen erwarten, dass Russland angeblich Demonstrationen nicht erlaubt und mit Polizeigewalt auflöst.

https://www.anti-spiegel.ru/2019/deutsche-medien-melden-russland-wolle-demonstranten-das-sorgerecht-entziehen/

Deutsche Welle bestreitet, in Moskau zu Protesten aufgerufen zu haben – Ein Faktencheck mit allen Quellen

von https://www.anti-spiegel.ru

Gestern habe ich über die Vorwürfe Russlands berichtet, die Deutsche Welle heize die Proteste in Moskau an. Die Deutsche Welle hat das heute auf Deutsch bestritten. Was ist wahr? Entscheiden Sie selbst.

Gestern habe ich ausführlich über die russischen Vorwürfe berichtet, dass unter anderem die Deutsche Welle die Proteste in Moskau anheizt und selbst zu den Demonstrationen aufruft. Heute hat die Deutsche Welle reagiert und wir schauen uns zunächst die Reaktion der Deutschen Welle an.

In ihrem Artikel beginnt die Deutsche Welle mit den russischen Vorwürfen:

„Die Sendung „Sonntagabend mit Wladimir Solowjow“ gehört zum festen Programm des staatlichen Fernsehkanals Rossija 1. Ein Propagandaformat, das den Staatsapparat und dessen Handeln uneingeschränkt lobt. Wird ein Funktionär eingeladen, muss er keine kritischen Fragen fürchten.“

Stimmt, das Format ist in der Tat ausgesprochen regierungstreu und entsprechend langweilig. Etwa so, wie das Sommerinterview mit der Kanzlerin im ZDF. Keine kritischen Fragen, dafür viele freundliche Stichworte, damit die Interviewpartner ihre Message loswerden können. Wenn die deutsche Welle so etwas als „Propagandaformat“ bezeichnet, dann muss ich über die Sommerinterviews im deutschen Fernsehen noch mal ganz neu nachdenken (kleiner Scherz, wird ja erlaubt sein).

Dann berichtet die Deutsche Welle über die russischen Vorwürfe:

„Sie spricht von Einmischung des Westens: „Ich denke, das ist ein phänomenaler Ausrutscher westlicher Medien und Journalisten, als die Deutsche Welle in russischer Sprache den folgenden Aufruf veröffentlichte: Moskauer, geht auf die Straße! Stellen Sie sich vor: Moskau, geh‘ auf die Straße!““

Dann bestreitet die Deutsche Welle alle Vorwürfe:

„Es bleibt aber unklar, worauf sich das russische Außenministerium genau bezieht, weil es die Vorwürfe nicht untermauert: „Ich gehe davon aus, dass Frau Sacharowa in ihren Äußerungen sich die Freiheit genommen hat, von uns zitierte Äußerungen der Demonstrationsorganisatoren unseren Redakteuren in den Mund zu legen, als redaktionellen Inhalt. Was das natürlich so nicht ist.““

Und diese Lüge funktioniert nur auf Deutsch, denn jeder Russe kann sehen, dass es eine Lüge ist. Und es ist völlig klar, worauf sich das russische Außenministerium bezieht und die Vorwürfe brauchen nicht untermauert werden, sie sprechen für sich.

Die Deutsche Welle hat viele Tweets veröffentlicht, die die Demonstranten anfeuern. Unter anderem auch einen mit dem Aufruf „Moskau, geh auf die Straße!“

Die Worte „Москва, выходи!“ bedeuten wörtlich übersetzt „Moskau geh raus!“, aber „выходи“ bedeutet auch „komm raus“ oder „geh auf die Straße“. Und dieser Tweet wurde von der Deutschen Welle am Tag der Demonstration vom 27. Juli veröffentlicht. Was ist das, wenn kein Aufruf, zu demonstrieren?

Die Deutsche Welle versteckt sich dahinter, ja nur ein Zitat benutzt zu haben. Nur wer sich den russischen Twitter-Kanal der Deutschen Welle in diesen Tagen anschaut, der sieht auch ohne Russischkenntnisse nur an den Bildern, dass es dort praktisch nur ein Thema gibt: Die kleine Demonstration vom Samstag mit ca. 1.500 Teilnehmern in einem Land mit einer Bevölkerung von 146 Millionen Menschen und einer Stadt mit über 12 Millionen Einwohnern. Und immer werden Zitate gezeigt, natürlich alle von Regierungsgegnern. Es ist aber keine „Berichterstattung“, wenn man nur eine Seite zitiert. Das ist einseitige Propaganda.

Aber selbst wenn wir das als Berichterstattung nehmen und feststellen, dass fast immer die Zitate korrekt mit Anführungsstrichen versehen sind, dann fällt auf, dass das bei „Moskau, geh auf die Straße“ nicht der Fall ist. Keine zitierte Äußerung also, wie die Deutsche Welle behauptet, zumal zu einem Zitat eine Quelle gehört, die bei anderen Zitaten der Deutschen Welle auf Twitter angegeben ist.

War das ein Ausrutscher? Oder macht die Deutsche Welle permanent Stimmung und feuert die Demonstranten an? Das wollen wir uns mal anschauen. Aus den wirklich unzähligen Tweets der letzten Tage habe ich wahllos einige ausgesucht, die wir uns nun anschauen wollen.

Der Text lautet übersetzt:

„SEHR emotionale Rede eines Aktivisten an die Nationalgarde. „Alles, was Du kannst, ist mich zu verhaften. Aber egal, für wie viele Tage Du mich einsperrst, Dein Helm wird trotzdem früher oder später zertrümmert.“ Sehen Sie sich die Reaktion des Gardisten an!“

Neutrale Berichterstattung? Das Zitat ist nicht vollständig, der Mann beschimpft die Polizisten danach noch auf das Heftigste. Und was macht die „brutale“ russische Polizei auf dem Video? Sie steht ruhig da.

Nächstes Beispiel.

Übersetzt heißt das:

„Die nächste Protestaktion zur Unterstützung unabhängiger Kandidaten zum Moskauer Stadtparlament findet am 10. August in ganz Russland statt, erklärte der Oppositionelle Leonid Volkov @leonidvolkov. Verhandlungen und Anmeldungen (der Demonstration) mit der Stadtverwaltung wird es nicht geben: „Die russischen Behörden haben sich außerhalb des Gesetzes gestellt““

Und am 10. August werden die deutschen Medien wieder melden, die Demonstrationen wären nicht genehmigt worden.

Frage: Wie sollen Demonstrationen genehmigt werden, wenn die Organisatoren sich weigern, sie anzumelden? Aber die Schlagzeilen der deutschen Presse am 10. August kann man schon vorwegnehmen: „Russische Polizei löst ungenehmigte Demonstration auf“ und die deutschen Leser werden denken: „Böses Russland, genehmigt nicht mal eine Demo!“

Nächstes Beispiel.

Übersetzt:

„“Wenn die Forderungen zunächst praktisch nur die Zulassung von Kandidaten zu den Wahlen betrafen, so ist der Fokus nun auf das grausame Vorgehen der Polizei gerichtet“ meint der deutsche Politologe Fabian Burkhardt.“

Ich weise darauf in jedem Artikel hin: Wenn die deutschen Medien einen „Experten“ zu Wort kommen lassen, dann hat der garantiert etwas mit der Stiftung Wissenschaft und Politik zu tun. So auch hier: Fabian Burkhardt hat von denen ein Stipendium gehabt.

Für alle, die diese Stiftung nicht kennen, obwohl ich so oft darüber schreibe: Diese Stiftung mit dem unschuldig klingenden Namen wurde 1962 unter Regie der CIA gegründet. Die Gründung erfolgte unter der Regie von Klaus Ritter, einem der Gründer des BND, und zwar nachdem er ein Jahr in den USA gewesen war und sich dort in die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Geheimdienst-kontrollierte Think Tanks mit schönen Namen informiert hat. Angespornt wurde er dabei von US-Eliten, wie dem damals aufstrebenden Henry Kissinger.

Und so ein Mann, der durch diese Ausbildung gegangen ist, darf nun über die Deutsche Welle den Russen erklären, wogegen sie demonstrieren sollen. Dabei ist er nicht mal in Russland, er ist an der Uni Bremen.

Und zur Erinnerung: In Moskau gab es keine Polizeigewalt, wie wir sie aus Frankreich oder Deutschland kennen. Es gab keine Wasserwerfer, kein Tränengas und keine Gummigeschosse. Der einzige, der eine Nacht im Krankenhaus war, war ein Polizist, der sich die Schulter ausgerenkt hatte. Aber Fabian Burkhardt erklärt den Russen mit Hilfe der Deutschen Welle aus seinem warmen Büro in Bremen, was in Moskau los ist.

Das nennt die Deutsche Welle dann „Berichterstattung“.

Nächstes Beispiel.

Übersetzt:

„Wenn Fahrradwege und „Schaschlik live“ nicht helfen, helfen andere Argumente.“

Darunter folgt ein Link zu weiteren Karikaturen und auf dem linken Bild steht „früher“ und auf dem rechten Bild steht „und heute“.

Nächstes Beispiel.

Übersetzt:

„Der Mann von Natalia Telminova wollte am 3. August eine Straße im Zentrum von Moskau überqueren – Polizisten hielten ihn fest. Telminova zeigte ihr Parteibuch der Regierungspartei „Einiges Russland“: Es half nicht. Jetzt tritt sie aus der Partei aus und geht vielleicht zur nächsten Protestaktion.“

Das war wirklich eine völlig willkürliche Auswahl aus den hunderten Tweets der Deutschen Welle in den letzten Wochen.

Nun können Sie selbst entscheiden: Ist das neutrale Berichterstattung, wie die Deutsche Welle ihren deutschen Lesern erklärt? Ist es Aufruf und Anstacheln zur Teilnahme an Protesten, wie Russland der Deutschen Welle vorwirft? Oder ist es irgendwas dazwischen?

Entscheiden Sie für sich selbst.

https://www.anti-spiegel.ru/2019/deutsche-welle-bestreitet-in-moskau-zu-protesten-aufgerufen-zu-haben-ein-faktencheck-mit-allen-quellen/

Leben ohne Arme: Die Geschichte von Kostja Deblikow

 

Sputnik Deutschland

Am 01.08.2019 veröffentlicht

Kostja Deblikow verlor seine Arme eine Woche, bevor er 23 wurde. Aber er gab nicht auf.

ABONNIEREN SIE: http://www.youtube.com/channel/UC4ohr…

FOLGEN SIE UNS:
Facebook https://www.facebook.com/sputnik.deut…
Twitter https://twitter.com/de_sputnik
Instagram https://www.instagram.com/sputnik_deu…

Sputnik, keiner sagt mehr.

Proteste in Moskau: Was ist tatsächlich geschehen und was verschweigen die deutschen Medien?

von https://www.anti-spiegel.ru

Die Proteste in Moskau machen in Deutschland Schlagzeilen. Worum geht es dabei und was verschweigen die deutschen Medien?

Bei den Protesten in Moskau geht es um eine Kommunalwahl zum Moskauer Stadtparlament. Einige Kandidaten der Opposition wurden nicht zugelassen, weil es Unregelmäßigkeiten bei den Unterschriften gab, die jeder Kandidat für seine Kandidatur sammeln muss. Die Details dazu finden Sie hier.

Daraufhin riefen diese abgelehnten Kandidaten zu Demonstrationen auf. Die Demos waren recht klein, es kamen nicht mehr als 4.000 Menschen, was in einer 12-Millionen-Metropole nicht viel ist. Das wäre so, als wenn sich in Berlin etwas über 1.000 Menschen versammeln: Nichts, worüber die Medien großartig berichten würden. Es sei denn, es geschieht in Moskau und ist gegen Putin gerichtet, dann berichten die westlichen Medien weltweit. Wobei auch das nicht immer, sondern nur, wenn die Demos von der Polizei aufgelöst werden.

Von den 1.074 Menschen, die letzte Woche vorübergehend festgenommen wurden, sind gegen etwa zehn Leute Strafverfahren wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt und Aufruf zu Unruhen eingeleitet worden, ihnen drohen bis zu 15 Jahre Haft. 88 weitere bekamen wegen Aufruf zu oder Teilnahme an einer nicht genehmigten Demonstration als Wiederholungstäter Ordnungshaft, die bis zu 30 Tage dauern kann. Das gilt nicht als Straftat und ist keine Vorstrafe, es ist nach russischem Recht eine Ordnungswidrigkeit. Alle anderen wurden nach Feststellung der Personalien mit einem Bußgeldbescheid entlassen.

Es gab auch genehmigte Demos zu dem Thema in Moskau, die ohne Zwischenfälle verliefen, darüber fand sich in den westlichen Medien aber kein Bericht. Und auch am Samstag, als in Moskau die ungenehmigte Demo aufgelöst wurde und die deutschen Medien ausgiebig berichtet haben, haben sie „vergessen“ zu berichten, dass es in der zweitgrößten russischen Stadt St. Petersburg eine genehmigte Demo gab, bei der ca. 1.000 Menschen ohne Zwischenfälle demonstriert haben.

Auch die Demo in Moskau war übrigens genehmigt, allerdings an einem anderen Ort im Stadtzentrum. Die Demonstranten wollten die 12-spurige Stadtautobahn Gartenring, die um das Zentrum verläuft, blockieren. Das hielten die Behörden für unangemessen und haben die Demo auf einer anderen Hauptstraße genehmigt, um den Verkehr im chronisch verstopften Moskau nicht zum Erliegen zu bringen. Aber das haben die Demonstranten abgelehnt und trotzdem versucht, zum Gartenring zu kommen. Viele waren mit Messern, Gaspistolen und Tränengas bewaffnet. Von den Verhafteten kam die Hälfte nicht einmal aus Moskau und war somit von den Wahlen, um die es vorgeblich ging, gar nicht betroffen.

Interessant ist auch, dass die Demonstranten von westlichem bzw. aus dem Westen finanzierten NGOs unterstützt werden. Was wäre wohl in Deutschland los, wenn eine Organisation wie Pegida ihre gesamte Finanzierung aus Moskau oder Peking bekommen würde?

Wenn man all diese Dinge weiß, sind die Berichte in Deutschland schnell als Meinungsmache bzw. anti-russische Propaganda entlarvt, wie die Artikel bei Spiegel-Online vom Samstag zeigen. Die Überschrift bei Spiegel-Online zeigt schon, was der Leser erwarten darf: „Festnahmen bei Demo in Moskau – Das Volk spaziert, der Staat eskaliert

Auch hier ist wieder interessant, wie sich die Überschrift des Artikels nach seiner Veröffentlichung verändert hat. An der Adresszeile kann man erkennen, wie der ursprüngliche Titel lautete: „Russland – Opposition spaziert in Moskau gegen die Regierung„. Das war der Redaktion offensichtlich zu harmlos, man muss Russland ja als böse darstellen. Also wurde die Überschrift dramatischer formuliert. Die Worte „der Staat eskaliert“ klingen schön böse. Dass es anders herum war und dass die Demonstranten die Polizisten beschimpft und beleidigt hatten und teilweise bewaffnet zur Demo gegangen sind, das braucht der deutsche Leser ja nicht zu erfahren.

Wie erwähnt wollten die Demonstranten zum Gartenring, der beim Spiegel als Flaniermeile beschrieben wird. Dann heißt es:

„An diesem Samstag allerdings geht es hier nicht bloß um Freizeitgestaltung. Moskaus Opposition hat zu neuen Protesten aufgerufen, ausgerechnet in Form eines Spaziergangs über den Boulevardring. Sie hat, nach zahlreichen Festnahmen bei vorangegangenen Protesten, beschlossen, Flanieren und Politik zu vermischen. Es geht darum, der Polizei das Eingreifen schwer zu machen.“

Wie wäre es in Deutschland, wenn Pegida-Demonstranten sich bewaffnen und ihre unangemeldete Demo als „Spaziergang“ bezeichnen würden, um sich dann in Berlin unter die Touristen am Kudamm zu mischen? Würde der Spiegel auch so wohlwollend berichten, wenn Demonstranten Unbeteiligte als Deckung missbrauchen würden?

Erstaunlich ist, dass der Spiegel dieses Mal sogar in einem kurzen Satz erwähnt hat, dass die Demo an einem anderen Ort genehmigt worden ist. Aber er versucht es so, darzustellen, dass die Weigerung der Demonstranten, dort zu demonstrieren, irgendwie trotzdem verständlich klingt:

„Die Opposition hat sich bewusst für eine ungenehmigte Demo entschieden und gegen den bewilligten Ort am Sacharow-Prospekt, es ist eine Eskalation aus Empörung über die Tricksereien des Bürgermeisteramts und das drakonische Vorgehen der Justiz. Diese hat die ungenehmigte Demo vom vergangenen Wochenende willkürlich als „Massenunruhen“ bewertet, jetzt drohen Teilnehmern mindestens drei Jahre Haft.“

Was passiert eigentlich in Deutschland, wenn Demonstranten sich nicht an den von den Behörden genehmigten Weg halten und einfach woanders hinmarschieren, als ihnen erlaubt wurde oder gleich ganz woanders demonstrieren? Richtig: Die Demonstration wird von der Polizei aufgelöst.

Nichts anderes ist am Samstag in Moskau geschehen. Und als der Spiegel die Demo vom letzten Wochenende erwähnt, schreibt er, dass den Teilnehmern mindestens drei Jahre Haft drohen. Dass das nur für etwa zehn Gewalttäter gilt, vergisst der Spiegel zu erwähnen und macht den Eindruck, es betreffe alle Teilnehmer.

Und dann schreibt der Spiegel:

„Artemij Troizkij, Russlands bekanntester Rockmusik-Kritiker und ebenfalls ein Protestspaziergänger, hält die Taktik der Opposition für richtig. „Genehmigter Protest ist doch ein Widerspruch in sich“, sagt er.“

In Deutschland muss jede Demonstration angemeldet werden und die Behörden können sie verbieten oder mit Auflagen belegen. In Russland muss eine Demo angemeldet und von den Behörden genehmigt werden. Letztlich ist es das gleiche: man muss die Behörden vorher informieren und die Behörden entscheiden dann darüber.

Was wäre also in Deutschland, wenn Pegida seine Demos einfach nicht mehr anmeldet, weil „genehmigter Protest doch ein Widerspruch in sich ist„? Wie würde der Spiegel wohl darüber berichten?

Und auch die westlichen Unterstützer der Demonstrationen erwähnt der Spiegel:

„Weniger geschont werden dagegen die Teilnehmer der Kundgebung. Laut der Bürgerrechtsgruppe Ovd-Info wurden bis zum Abend 828 Menschen festgenommen.“

Die OVD wird komplett aus dem Westen finanziert. Sie bekommt ihr Geld nach eigenen Angaben von der EU-Kommission, der französischen Botschaft in Moskau und der Heinrich-Böll-Stiftung. Und mit Bedauern stellt die OVD auf ihrer Seite auch fest, dass das National Endowment for Democracy und die Open Society Foundation von George Soros in Russland nicht mehr tätig sein dürfen, denn diese hätten die OVD früher auch unterstützt.

Nur erfährt der Spiegel-Leser das nicht, stattdessen wird das schöne Wort „Bürgerrechtsgruppe“ benutzt.

Über die Gründe für den Protest berichtet der Spiegel:

„Die Behörden geben formale Gründe für den Ausschluss der Oppositionspolitiker von der Wahl des Stadtparlaments am 8. September an: Die Kandidaten hätten nicht genug Unterschriften von Wählern vorlegen können.“

Das ist schlicht nicht wahr. Genug Unterschriften hatten alle Kandidaten gesammelt. Jedoch wurde viele Unterschriften aus den eingereichten Listen gestrichen, weil sie sich als falsch herausstellten oder sogar zu bereits verstorbenen Menschen gehörten. Das kann man ja hinterfragen oder an konkreten Fällen nachweisen, wenn die Behörden gültige Unterschriften abgelehnt haben. Das tun aber weder die Kandidaten, die stattdessen zu Demos aufrufen, noch tun es die Medien. Stattdessen heißt es im Spiegel:

„Die vom russischen Wahlrecht geforderte enorm hohe Zahl wird streng geprüft, die Unterschriften werden meist nach willkürlichen Kriterien beanstandet.“

Das mit den willkürlichen Kriterien ist ebenfalls gelogen. Die Kriterien sind im Gesetz genau festgeschrieben und es stünde den Kandidaten frei, gegen die beanstandeten Fälle vorzugehen. Von der Wahl wird übrigens ein Kandidat nur dann ausgeschlossen, wenn bei ihm mehr als zehn Prozent der eingereichten Unterschriften beanstandet wurden. Und auch „enorm hoch“ ist die Zahl der nötigen Unterschriften nicht, es sind wenige Tausend, abhängig von der Bevölkerung im Wahlkreis.

Weiter steht im Spiegel:

„“Du musst faktisch 50.000 Leute ansprechen, um 6000 korrekte Unterschriften zusammenzukriegen“, erklärt Kandidatin Russakowa. „Und wenn du diese Arbeit hinter dich gebracht hast, kennt dich jeder im Bezirk. Die Chancen beim Wahlgang selbst stehen dann gut“. Das erkläre „die irrationale, panische Reaktion“ der Behörden.“

Willkommen in der Demokratie! Ja, nicht jeder gibt Dir seine Unterschrift und Du musst viele Leute ansprechen, um die nötige Anzahl zusammen zu bekommen. Das gilt aber in jedem Land, in dem Kandidaten Unterschriften sammeln müssen, um als Direktkandidaten antreten zu dürfen. Und in Moskau gilt es für alle Kandidaten, die zugelassen werden. Die Sammlung der Unterschriften ist also keine Erfolgsgarantie, wie der Spiegel suggeriert, denn das machen alle und damit sind auch alle bekannt.

Aber dass sich Kandidaten mit ihren Wählern treffen müssen und ihre Unterstützung brauchen, um bei einer Wahl antreten zu können, finde ich sogar gut. Lassen Sie uns mal überlegen, welche Politiker uns in Deutschland wohl erspart geblieben wären, wenn es in Deutschland ein ähnliches System gäbe und nicht die Parteien über die Aufstellung der Kandidaten entscheiden, sondern die Bürger mit ihrer Unterschrift.

Übrigens gab es am Samstag auch eine Demonstration in Frankreich, die etwa genauso viele Teilnehmer hatte, wie die in Moskau. In Frankreich wurde gegen Polizeigewalt demonstriert, weil vor kurzem ein Mann bei einem umstrittenen Polizeieinsatz in Frankreich gestorben ist. Während in Moskau außer einem Polizisten niemand verletzt wurde, keine Knüppel, schweres Gerät oder gar Tränengas eingesetzt wurden, setzte die Polizei in Frankreich am gleichen Tag Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Zum Schluss noch ein Wort zu RT-Deutsch: Ich finde es sehr gut, wie RT-Deutsch über Demonstrationen berichtet. Bei den Gelbwesten hat RT fast jedes Wochenende live berichtet, wobei nur gefilmt und nicht kommentiert wurde. Jeder Zuschauer kann sich dabei selbst eine Meinung bilden, ohne von Kommentatoren in die gewünschte Richtung gelenkt zu werden. Das gleiche macht RT auch bei den Demonstrationen in Moskau. Das finde ich lobenswert, so sollten Medien informieren.

https://www.anti-spiegel.ru/2019/proteste-in-moskau-was-ist-tatsaechlich-geschehen-und-was-verschweigen-die-deutschen-medien/

„Wolken impfen“ – Regen-Erzeugen gegen die sibirischen Waldbrände

Epoch Times

Russische Behörden riefen in den Regionen Irkutsk, Krasnojarsk, Burjatien und Sacha den Ausnahmezustand aus. Derweil begannen Flugzeuge des russischen Fliegenden Waldschutzdienstes am Donnerstag in Irkutsk, mit Antonow-An-26 Flugzeugen Wolken zu „impfen“, um Regen gegen die Brände zu erzeugen.

 

In den Waldbrandgebieten in Sibirien kämpfen weiter Tausende Einsatzkräfte gegen die Feuersbrunst. Allein in der Region Irkutsk am Baikalsee wollen 4500 Freiwillige mit speziellen Feuerlöschern verhindern, dass die Brände auf Siedlungen übergreifen. Der Großteil der Brände liegt in den Regionen Irkutsk und Krasnojarsk.

Die Behörden riefen in vier föderalen Teilstaaten Russlands, in den Regionen Irkutsk und Krasnojarsk, in der Republik Burjatien und in der Republik Sacha den Ausnahmezustand aus.

Wie „RT“ mitteilte, begannen Flugzeuge des russischen Fliegenden Waldschutzdienstes (FSA) am Donnerstag in Irkutsk, mit Antonow-An-26 Flugzeugen Wolken zu „impfen“, um Regen gegen die Brände zu erzeugen.

Der Navigator des An-26-Flugzeugs Sergej Steblewski erklärte dazu: „Beobachter bestimmen die Brandorte, wenn sie noch auf dem Boden sind. Sie bestimmen die Möglichkeit der Wolkenbildung mit einem Computerprogramm, danach fliegt das Flugzeug in den vorgesehenen Bereich“.

Nach Angaben des stellvertretenden Leiter der FSA, Dmitri Selin, wurden bereits acht Brände in der Region Irkutsk mithilfe von Wolken-Impfungen gelöscht.

 

 

Noch 174 Brände – es waren über 300 auf über 2,8 Millionen Hektar

In schwer zugänglichen Gebieten gestalten sich die Löscharbeiten aber äußerst schwierig. 121 Siedlungen liegen unmittelbar in der Zone, wo der gesundheitsschädliche Rauch besonders stark sei, wie die Behörden der Agentur Interfax zufolge am Samstag mitteilten.

Der Forstverwaltung zufolge haben die Feuer mittlerweile eine Fläche rund drei Millionen Hektar vernichtet, so groß wie Nordrhein-Westfalen. Am Samstag zählten die Behörden noch 174 Waldbrände auf einer Fläche von etwa 125.000 Hektar.

Am Freitag seien weniger Feuer gelöscht worden als noch am Tag zuvor, hieß es. Auch das russische Militär unterstützt die Löscharbeiten.

Dichter Rauch steht in den Straßen der ostsibirischen Stadt Tschita. Die Menschen in den betroffenen Gebieten leiden unter den Auswirkungen der Brände und klagen über Kopfschmerzen und Atemnot.Foto: Yevgeny Yepachintsev/AP

 

Ein Experte der Akademie der Wissenschaften gab der Agentur Ria Nowosti zufolge zu bedenken, dass der Einsatz von Löschflugzeugen nicht immer wirksam sei. Aus großer Höhe sei es schwierig, die Brandherde zu treffen. Außerdem verdunste viel Wasser.

Experten schätzten den Schaden durch die Feuer in der Taiga zufolge auf 2,4 Milliarden Rubel (mehr als 33 Millionen Euro). Die Menschen leiden seit mehreren Tagen unter den Auswirkungen der Brände und klagen wegen des giftigen Rauchs etwa über Kopfschmerzen und Atemnot.

In Sibirien gibt es im Sommer immer wieder Wald- und Steppenbränden. Sie fallen diesmal aber heftiger aus als in den Vorjahren. Zum einen ist die Lage wegen großer Trockenheit und Hitze dramatisch.

Zum anderen zünden Russen traditionell im Sommer zu Tausenden trotz Warnschildern wegen der Waldbrandgefahr Lagerfeuer an, die dann außer Kontrolle geraten. Es gibt Ermittlungen wegen Brandstiftung. (dpa)

https://www.epochtimes.de/politik/welt/wolken-impfen-regen-erzeugen-gegen-die-sibirischen-waldbraende-a2960344.html

Giftanschlag auf Navalny?

von https://www.anti-spiegel.ru

Die deutschen Medien berichteten gestern, dass Navalny im Gefängnis angeblich vergiftet worden sei. Was ist darüber bekannt?

Navalny, der derzeit 30 Tage Ordnungshaft wegen Aufrufs zu einer nicht genehmigten Demonstration absitzt, soll im Gefängnis vergiftet worden sein. Im Spiegel konnten wir am Montag lesen:

„Beobachter vermuten schlicht, Nawalny sei von Bettwanzen gebissen worden und habe darauf eine allergische Reaktion entwickelt. Politische Wegbegleiter hingegen befürchten, die Beschwerden könnten Folge einer Vergiftung sein. Kein allzu weit hergeholter Verdacht, kamen doch schon andere Oppositionspolitiker in Russland gewaltsam zu Tode (…) „Er wurde wirklich mit einer unbekannten chemischen Substanz vergiftet“, sagte Nawalnys Anwältin Olga Michailowa vor Journalisten.“

Das klingt dramatisch und sofort wird eine Verbindung zu Nemzow hergestellt. Dass Nemzow ein Politiker war, der in Russland keinerlei nennenswerte Anhängerschaft hatte und dass sein Tod für die russische Regierung wesentlich unangenehmer war, als ein lebendiger Nemzow, wird verschwiegen. Nemzow war in den 1990er Jahren Regierungsmitglied unter Jelzin, ist dabei zum Multimillionär geworden und danach genauso, wie seine alten Kollegen von der Partei „Rechte Kräfte“ in der Versenkung verschwunden. Seine Popularität reichte nur noch aus, um im Parlament der kleinen Stadt Jaroslawl einen Sitz zu ergattern. Er hatte keinerlei politische Bedeutung mehr, erst durch seinen Tod gelangte er nach 15 Jahren mal wieder in die großen Schlagzeilen.

Navalny war am Sonntag ins Krankenhaus gekommen, weil er einen Hautausschlag und eine starke allergische Reaktion hatte. Am Montag kamen dann die Meldungen über eine angebliche Vergiftung. Heute klingt das im Spiegel schon weniger dramatisch:

„Nawalny war zuletzt wegen eines angeblichen Allergieschocks in einem Krankenhaus behandelt worden. Er gehe davon aus, dass eine unbekannte Person eine giftige Substanz in seine Zelle gebracht hatte, schrieb er nach seiner Rückkehr ins Gefängnis in einem Blogbeitrag. Er gab an, noch nie zuvor an einer Allergie gelitten zu haben. (…) Er glaube jedoch nicht, dass Gefängniswärter damit zu tun haben. „Sie waren sehr schockiert, wie ich aussehe – sogar noch mehr als ich“, schrieb er. Nawalny will nun die Bilder der Kameraüberwachung aus seiner Zelle sehen, um weitere Erkenntnisse zu bekommen. „Wenn irgendwelche Leute in die Zelle gekommen sind, stärkt es die Vergiftungsversion. Wenn nicht, dann erhöht es die Wahrscheinlichkeit, dass das ein einzigartiger medizinischer Fall ist“, schrieb Nawalny (…) Nach der Einnahme von Medikamenten und einer Infusion gehe es ihm schon besser, schrieb er. „Jetzt sehe ich nur noch wie einer aus, der eine Woche lang durchgetrunken hat.““

Hier hat der Spiegel also aus einem Hautausschlag, der nach Einnahme von Medikamenten in 24 Stunden weitgehend verschwunden ist, einen dramatischen anti-russischen Vorwurf konstruiert, nämlich einen möglichen Giftanschlag auf einen Oppositionellen. Wenn der Staat Navalny vergiften wollte, hätte er es längst getan. Aber man wäre doch nicht so blöd, es in einem Gefängnis zu tun, wo alles videoüberwacht ist. Und ja, die Videoaufnahmen würden vor Gericht zur Verfügung stehen, Navalny darf sie jetzt ja auch einsehen.

Mal abwarten, ob und was wir davon noch hören.

https://www.anti-spiegel.ru/2019/giftanschlag-auf-navalny/

 

Leicht überprüfbar: Wer hinter den Demonstrationen in Moskau steckt

 

von https://www.anti-spiegel.ru

Die Medien melden aus dem bösen „Unterdrückungsstaat“ Russland, dass Teilnehmer der Demonstrationen in Moskau zu Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Was ist dran und was wird in Deutschland nicht berichtet?

Ich habe sowohl über die Gründe der Proteste und die erste Demonstration vor zwei Wochen, als auch über die Demonstration von Samstag berichtet, die Details und Hintergründe finden Sie unter den Links.

Am Samstag wurden von den ca. 3.500 Teilnehmern der Demonstration 1.074 festgenommen. Wobei „festgenommen“ das falsche Wort ist, denn in Russland ist die Teilnahme an einer nicht genehmigten Demonstration nur eine Ordnungswidrigkeit, also wie falsch Parken. Es wurden die Personalien aufgenommen und danach durften die meisten mit einem „Bußgeldbescheid“ wieder nach Hause gehen. In Deutschland ist die Teilnahme an einer von den Behörden nicht erlaubten Demonstration eine Straftat und es drohen mehrjährige Gefängnisstrafen.

Allerdings gilt in Russland, dass es im Wiederholungsfall auch bis zu 30 Tage Ordnungshaft geben kann. Aber auch das ist keine Straftat und führt nicht zu einer Vorstrafe oder einem Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis. Da es zu erwarten war, dass einige der Demonstranten vom Samstag nicht zu ersten Mal an so etwas teilgenommen haben, war auch zu erwarten, dass einige Ordnungshaft bekommen würden. Und bei Widerstand gegen die Staatsgewalt kann es auch zu Strafverfahren kommen, ganz genauso, wie in Deutschland.

Aber im Spiegel klingt es natürlich dramatischer:

„Nach den Massenfestnahmen bei den Protesten in der russischen Hauptstadt Moskau sind mehr als 40 Demonstranten zu Arreststrafen verurteilt worden. Bis zum späten Montagabend seien auch zahlreiche Organisatoren und Kremlkritiker mit hohen Geldstrafen belegt worden, berichtete der russische Radiosender Echo Moskwy.“

Hohe Geldstrafen„, das klingt dramatisch und nach Repressionen. Aber was ist „hoch“? Für die Teilnahme an einer solchen nicht genehmigten Demonstration sieht das Gesetz eine Geldbuße von 10.000 bis 20.000 Rubel vor, das sind aktuell ca. 140 bis 280 Euro.

Das mag man als „hohe Geldstrafe“ bezeichnen. Nur dann hätte der Spiegel sich zu den Protesten der Gelbwesten in Frankreich anders äußern müssen, als er es getan hat. Frankreich hat als Reaktion auf die Gelbwesten sein Demonstrationsrecht massiv verschärft, was der Spiegel aber nicht kritisiert hat.

Im Februar hat die Tagesschau über diese Verschärfungen des Demonstrationsrechts in Frankreich geschrieben, die Behörden

„können danach Demonstrationsverbote gegen Teilnehmer aussprechen, „die eine besonders schwere Gefahr für die öffentliche Ordnung“ darstellen. Eine richterliche Grundlage ist nicht mehr notwendig. Wer gegen das Demonstrationsverbot verstößt, muss mit sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe von 7500 Euro rechnen. (…) Das „Anti-Randalierer-Gesetz“ verbietet es Demonstranten, sich zu vermummen. Wer sein Gesicht trotzdem teilweise oder ganz verhüllt, riskiert eine Haftstrafe von einem Jahr. Außerdem drohen 15.000 Euro Geldstrafe.“

Wir fassen zusammen: In Frankreich können die Behörden jemandem verbieten, zu demonstrieren. Sie nehmen also – ganz ohne richterlichen Beschluss – einem Menschen ein Grundrecht, das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit. Die deutschen Medien haben das nicht kritisiert. In Russland gibt es eine solche Beschneidung der Grundrechte hingegen nicht. Und auch die Haft- und Geldstrafen sind in Frankreich wesentlich höher, als in Russland. Aber Kritik an Frankreich im Zusammenhang mit den Gelbwesten habe ich in den deutschen Medien nicht gelesen.

Warum wird aber Russland kritisiert, wenn dort die Einschränkungen des Demonstrationsrechts geringer sind, als zum Beispiel in Frankreich und die Strafen für Verstöße sogar geringer sind, als in Deutschland? Von Frankreich gar nicht zu reden.

Übrigens verhängen die Gerichte in Russland auch keineswegs immer die Höchststrafe, wie wir verstehen können, wenn wir all das wissen. Im Spiegel kann man lesen:

„Der prominente Kremlkritiker Ilja Jaschin erhielt demnach zehn Tage Arrest, ein Mitstreiter von Alexej Nawalny wird 30 Tage eingesperrt.“

Ein führender Organisator der Proteste, Ilja Jaschin, bekam nicht etwa die mögliche Höchststrafe von 30 Tagen, sondern nur zehn Tage.

Aber der Spiegel und andere deutsche Medien machen in ihren Artikeln den Eindruck, dass Russland ein Unterdrückungsstaat sei, was die Fakten, wie der Vergleich mit Frankreich zeigt, nicht hergeben.

Aber noch mal zurück zu der Demonstration von Samstag. Da gibt es nämlich einige Ungereimtheiten. Es wurden 1.074 Menschen zur Feststellung der Personalien abgeführt und – laut Spiegel – ungefähr 40 davon zu Ordnungshaft verurteilt. Was der Spiegel verschweigt ist, dass von den 1.074 vorübergehend festgenommenen Demonstranten ca. 600 gar nicht aus Moskau kamen, wie die Polizei nach Feststellung der Personalien mitgeteilt hat.

Das ist merkwürdig, denn angeblich ging es ja um die Moskauer Kommunalwahl und warum reisen zu einer Demonstration gegen ein regionales Problem so viele Menschen aus anderen Städten oder sogar Ländern an? Es wurden auch Ukrainer dabei gefilmt, wie man auf Twitter sehen kann. Und der Ukrainer sprach ganz offen davon, dass er in Russland eine Regierung haben wolle, wie in der Ukraine nach dem Maidan. Und auf die Frage, ob er keine Angst habe, von der Polizei verhaftet zu werden, sagte er ganz locker, das wäre ja nicht schlimm und sei normal, es hätte ja keine Folgen. Angst vor einem Unterdrückungsstaat klingt anders.

Und die Polizei hat anscheinend auch das Internet beobachtet, denn die Polizei meldete, dass unter den 3.500 Demonstranten ca. 700 Journalisten und Blogger gewesen seien, die im Vorfeld angekündigt hatten, über die Demonstration berichten zu wollen.

Wir haben also unter den vorübergehend Festgenommenen eine Mehrzahl von zugereisten Demonstranten, die mit dem offiziellen Grund der Proteste nichts zu tun haben und wir haben eine Demonstration, bei der ca. 20 Prozent der Teilnehmer Leute sind, die darüber berichten wollten, wie man auch auf Videos sehen kann, denn die Polizeiaktionen wurden von ungezählten in die Höhe gehaltenen Kameras und Handys gefilmt.

Wie viele sind dann übrig, die tatsächlich betroffene Moskowiter sind, die gegen die Entscheidung der Wahlkommission demonstriert haben?

Ein weiteres interessantes Detail ist in diesem Zusammenhang die NGO OWD (eigentlich korrekt aus dem Russischen mit „OVD“ übersetzt), über die man auch in den deutschen Medien einiges lesen konnte. Im Spiegel zum Beispiel konnte man lesen:

„Die Menschenrechtsorganisation Owd-Info zählte bis in den frühen Sonntagmorgen 1373 Festnahmen.“

Wer ist die OVD?

Das ist nicht etwa eine unabhängige NGO, sondern ein vom Westen gesteuertes Propaganda-Instrument. Nach ihren eigenen Angaben wird die OVD von der EU-Kommission, der Heinrich-Böll-Stiftung und der französischen Botschaft in Moskau finanziert. Und mit Bedauern stellt die OVD auf ihrer Seite auch fest, dass das National Endowment for Democracy und die Open Society Foundation von George Soros in Russland nicht mehr tätig sein dürfen, denn diese hätten die OVD früher unterstützt.

Damit bekommen die Demonstrationen in Moskau einen sehr bitteren Beigeschmack. Gegen ein regionales Problem in Moskau demonstrieren viele angereiste Demonstranten, die von dem Problem gar nicht betroffen sind und es stehen massenhaft Blogger und Journalisten dazwischen, die filmen wollen.

Das erinnert stark an die Anfänge des Maidan, wo auch sofort die Blogger von „Espresso“ und „Hromadskoe“ bereit standen und dann wochenlang die Bilder für die westlichen Nachrichten geliefert haben. Wie man ein Jahr später, als diese Internet-TV-Sender ihre Jahresberichte veröffentlicht haben, sehen konnte, wurde zum Beispiel Hromadskoe komplett von der US-Botschaft in Kiew, der niederländischen Botschaft in Kiew und von Soros´ Open Society Foundation in Kiew finanziert. Und auch das NED war im Boot, weil es erstens zu 100 Prozent vom US-Außenministerium finanziert, zu dem die US-Botschaften gehören, und weil es zweitens ganz offen die Open Society Foundation in Kiew finanziert hat. All dies konnte man ab 2015 in den Jahresberichten der Organisationen offen lesen. Ich habe das mit allen Quellen in meinem Buch über die Ukraine-Krise 2014 ausführlich aufgezeigt.

Und wenn nun all diese für Staatsstreiche bekannten Organisationen plötzlich Verbindungen zu den Protesten in Moskau haben, dann gilt: „Ein Schelm, wer böses dabei denkt„.

https://www.anti-spiegel.ru/2019/leicht-ueberpruefbar-wer-hinter-den-demonstrationen-in-moskau-steckt/

Demonstrationen in Moskau – Was die deutschen Medien nicht berichten

von https://www.anti-spiegel.ru

Seit Tagen wird in den deutschen Medien über Demonstrationen in Moskau berichtet. Aber wie üblich werden die interessanten Details weggelassen.

Ich habe schon vor knapp zwei Wochen über die Hintergründe der aktuellen Proteste in Moskau berichtet. Es geht darum, dass bei den anstehenden Wahlen einige Kandidaten wegen Formfehlern die Kandidatur verweigert wurde. So etwas ist nicht schön, denn es hat natürlich einen bitteren Beigeschmack. Aber wie ich vor zwei Wochen angemerkt habe, ist es vielsagend, dass die deutschen Medien daraus einen russischen Skandal basteln, während sie es fast freudig begrüßen, wenn in Sachsen das gleiche mit der AfD gemacht wird.

Die Nichtzulassung von Kandidaten zu einer Wahl ist nicht eben demokratisch, andererseits braucht es aber natürlich auch Regeln für Wahlen. Die Gratwanderung kann dabei eng werden, aber ganz zu vermeiden ist sie wohl nicht. Mir wäre wichtig, über diese Dinge gleich zu berichten und nicht parteiisch in Moskau einen „Skandal“ aufzubauschen und in Sachsen zur Tagesordnung überzugehen.

In Moskau gab es am 14. Juli Proteste und am Samstag wieder. Beide Demonstrationen waren nicht sehr groß. Moskau hat über 12 Millionen Einwohner. Wenn also in Moskau 3.000 Menschen demonstrieren, ist das so, als wenn in Berlin 1.000 demonstrieren. Das ist keine große Demo und normalerweise auch keine Meldung in bundesweiten oder gar internationalen Medien wert. Anders ist es eben, wenn es in Moskau geschieht, da die Medien das Narrativ des russischen „Überwachungsstaates“ füttern wollen.

In russischen Medien wurde über die Demonstrationen ausgiebig berichtet. Nach offiziellen Angaben waren ca. 3.500 Menschen an den Protesten beteiligt. Es dürften also mehr gewesen sein, denn naturgemäß sind die offiziellen Zahlen geringer, als die der Organisatoren. Das ist übrigens kein russisches Phänomen, das wurde besonders bei den Protesten der Gelbwesten deutlich, als das französische Innenministerium immer wieder viel zu niedrige Teilnehmerzahlen gemeldet hat.

In Moskau wurden gestern nach offiziellen Angaben 1.074 Menschen festgenommen. Jedoch muss man dazu wissen, dass die Teilnahme an einer nicht genehmigten Demonstration in Russland nur eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat ist, wie etwa in Deutschland. Das bedeutet, die Leute kommen auf die Wache, wo die Personalien festgestellt werden und danach bekommen sie eine Geldstrafe und das war´s. Erst im Wiederholungsfall drohen bis zu 30 Tage Ordnungshaft, die jedoch ebenfalls nicht als Vorstrafe eingetragen wird, sondern eben eine Ordnungswidrigkeit ist. Diese Feinheit liest man aber in Deutschland nie, es wird stattdessen der Eindruck erweckt, die Leute kämen für lange Zeit ins Gefängnis.

Übrigens war die Demo auch keinesfalls so friedlich, wie die deutschen Medien behaupten, im Gegenteil. Die Demonstranten haben die Polizei mit Tränengas angegriffen, weshalb die Polizei zeitweise mit Gasmasken gegen die Demonstranten vorgehen musste. Trotzdem wurden zwei Polizisten wegen Verletzungen der Augen durch Pfefferspray ins Krankenhaus gebracht. Auch Feuerwerkskörper haben die Demonstranten auf die Polizisten geworfen.

Die EU fühlte sich bemüssigt, Russland zu ermahnen, wie der Spiegel berichtet:

„Die Europäische Union hat die Festnahme von mehr als tausend Demonstranten bei einer Kundgebung der Opposition in Moskau verurteilt. Die Festnahmen und der „unverhältnismäßige Einsatz von Gewalt gegen friedliche Demonstranten“ liefen den Rechten auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit zuwider, sagte EU-Sprecherin Maja Kocijancic am späten Samstagabend in Brüssel. Diese „fundamentalen Rechte“ seien in der russischen Verfassung verankert. „Wir erwarten, dass sie geschützt werden.““

Das ist sehr löblich. Aber wo waren die Ermahnungen gegenüber Frankreich, als dort mit wesentlich massiverer Polizeigewalt gegen die Gelbwesten vorgegangen wurde? Im Gegensatz zu Frankreich, wo Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten eingesetzt wurden und dabei hunderte Menschen schwer verletzt worden sind, hat die Polizei in Moskau „nur“ vereinzelt Gummiknüppel eingesetzt. Frankreich hingegen hat die „fundamentalen Rechte“ mit Füßen getreten und kurzerhand das Demonstrationsrecht verschärft. Aber das fand die EU in Ordnung.

Was ebenfalls in den deutschen Medien nicht gemeldet wurde ist, dass es sich bei den Demos in Moskau anscheinend nicht um eine Moskauer Bewegung handelt. Von den 1.074 festgenommenen sind über 600 gar nicht aus Moskau. Es handelt sich um zugereiste Demonstranten, die von der Regionalwahl in Moskau gar nicht betroffen sind. Da kommt der Verdacht auf, dass es in Wahrheit um etwas anderes geht, als die Wahlen und dass es sich um Provokationen handelt.

Der Vollständigkeit halber sei noch gemeldet, dass Navalny, der vor wenigen Tagen wegen des wiederholten Aufrufs zu nicht genehmigten Demonstrationen 14 Tage Ordnungshaft bekommen hat, heute ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Seine Sprecherin teilte mit, er habe eine akute allergische Reaktion und sei deshalb ins Krankenhaus gekommen, wo er unter polizeilicher Bewachung steht.

Nachtrag: Am Montag wurde das Thema auch auf der Bundespressekonferenz behandelt. Immer wieder unterhaltsam, wie sich die Sprecher der deutschen Bundesregierung winden, wenn sie unangenehme Fragen gestellt bekommen.

 

 

https://www.anti-spiegel.ru/2019/demonstrationen-in-moskau-was-die-deutschen-medien-nicht-berichten/