Am Hörer vorbeigesendet : Korrekte Moral im Rundfunk

mdr_skr_vor_zentrale_2011„Wach auf, wach auf, du deutsches Land…“, erscholl es mit einem Male glockenhell,
laut und deutlich am Sonntagvormittag gegen 11.30 Uhr aus den Lautsprechern meiner
Wohnzimmer-Stereoanlage. Wir saßen beim späten Frühstück. Ein Ruck ging durch die
Runde, als diese Zeile ertönte. Erschrocken versteiften sich die Bandscheiben
meiner Freunde am Tisch.

Alle blickten, erst zu mir, dann Richtung Radio.
„…du hast genug geschlafen…“ ging der Text weiter.

Keine CD aus dem rechtsradikalen Lager dudelte, sondern der hochoffizielle
Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) war eingestellt. Dessen Kultursparte heißt „Figaro“.

Ein Sender, der in etwa so „rechts“ ist wie Claudia Roth und Verkäufer_Innen im Faire-Welt-Laden.

Was also war geschehen?

Der Sender, der sonst Telemann, Bach, Blues und bevorzugt französische Chansons abspielt,
hatte eine Spezialsendung über das mitteldeutsche Städtchen Mühlhausen (36.000 Einwohner)
in Thüringen ins Programm gehievt. Es war auch keine SA-Standarte, die dieses Lied sang,
auch keine Guido-Knopp-Gedächtnissendung, sondern der weltberühmte Tenor Peter Schreier.

Um es kurz zu machen: Dieses Lied von 1561 stammt aus der Feder von Johann Walter,
einem mitteldeutschen Kantor, der das erste evangelische Chorgesangbuch herausgab.

Es geht darin um die Reformation.

Fröhlichkeit weg, erhobenen Zeigefinger her

Was erschrocken stimmt, ist die irritierte Reaktion vieler erfolgreich umerzogener
Gutmenschen auf diesen alten (schönen) Text, der bis in die heutige Zeit unter
Protestanten bekannt ist. Wenn heute die Punkband „Die toten Hosen“ mit Haß auf
das eigene Land zynisch intonieren: „Wir lieben unser Land, all die Korruption,
die Union…“ stellt sich kaum ein Rückgrat entsetzt, erschrocken oder wenigstens
irritiert auf. Völlig normal in der bundesrepublikanischen Medienwelt inzwischen,
ins eigene Nest zu …issen, das Eigene zu leugnen, zu vertuschen, mies zu machen.

Nochmal der MDR: Die senden täglich als „Sachsenradio“. Bis vor ein paar Wochen
durfte dort sogar noch Heino gespielt werden. Nun muß man Heino nicht mögen,
aber es spielt ihn ja auch sonst keiner, obwohl er Abermillionen Anhänger hat.

Der MDR nannte diesen Kanal noch dazu den „Heimatsender“. Das war ein paar
gutvermenschelten Rundfunkräten und Programmchefs offenbar zuviel der alten
Welt. Kurz: Den „Heimatsender“ gibt’s nicht mehr als Zusatzname des Programms.

Und, richtig, Heino ist mit einem Bann belegt, dessen „Schwarze Galeere“ versenkt.
Tom Astor, Roger Whittaker, Die Flippers ebenso. Statt dessen dürfen jetzt die
Moralapostel der deutschen Musikindustrie wie Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg
wahlweise grölen oder nuscheln. Fröhlichkeit weg, erhobener Zeigefinger her.

Hörerproteste: schnurzpiepegal !

Es geht aber noch schlimmer in diesem Land. Das „Nordwestradio“, eine
Fusion von Radio Bremen und NDR, bekannte kürzlich stolz, überhaupt
keine deutschsprachigeMusik mehr zu spielen. Proteste der Hörer: Schnurz!

Wie krude es in der Unterhaltungsindustrie zugeht, zeigt auch der Fall Andreas
Gabalier. Ein Sänger aus Graz, der sich selbst „Volksrock’n‘-Roller“ nennt und
in Mundart seit Jahren die Bühnen in ganz Europa rockt.

Jetzt hat sich der Bursche doch getraut, in der Steiermark vor rund 100.000
Rennsport-Anhängern die österreichische Nationalhymne zu singen. Und zwar in
der alten Version, mit der Textzeile „Heimat bist du großer Söhne“.

Dabei hatte doch die Gender-SA dieses Landes erst durchgepeitscht, daß wegen
der „Geschlechtergerechtigkeit“ nun auch die „Töchter“ in diese Textzeile
gehören. Hymne umgeschrieben. Tradition? Kulturerbe? Sch… drauf!

Und was sagt der Gabalier? Statt sich devot für seinen „Fehler“ zu entschuldigen,
flippt er aus und diktierte dem Kurier in den Block: „Ich verteidige die
Ur-Version dieser Hymne, weil es für mich ein Stück Geschichte ist…“.

Oh, da jaulten sie auf, die Umerzieher und Blockwarte der veröffentlichten Meinung:

„Hits mit Blut und Boden“ titelte die unvermeidliche taz daraufhin. Auszug:

Wer genauer hinhöre, würde feststellen, daß es in seinen Liedern „um Blut-und-
Boden-getränkte Ideologie und rigide Identitäten geht, völkische wie sexuelle…“.

Kranke Welt der Intendanten

Statt ins Irrenhaus eingewiesen zu werden, dürfen solche Journalisten hierzulande
inzwischen auf irgendeinen Preis im „Kampf gegen rechts“ rechnen. Man darf gespannt
sein, wann Helene Fischer ihre blonden Haare zum Vorwurf gemacht werden.

Oder der deutsch singende argentinische Megastar Semino Rossi sich erklären
muß, warum nach dem Krieg in seinem Land soviele Nazis Unterschlupf fanden.

Eine kranke Welt zwischen Helgoland und Berchtesgaden, zwischen Aachen und Görlitz.

Leider ist gerade kein Arzt vorhanden, der eine Radikalkur verordnet.

Quelle : Junge Freiheit