Bayern sorgt für Überraschung: Bestseller-Autor Sarrazin soll neuer SPD-Chef werden

Epoch Times

Kritik kam vor allem aus den eigenen Reihen für seine Bücher „Deutschland schafft sich ab“ und „Feindliche Übernahme“. Doch wenn es nach den bayrischen Genossen geht, soll der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin das Ruder der SPD übernehmen.

Mehrmals hat der SPD-Vorstand bereits versucht, den früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin aus der Partei auszuschließen. Das dritte Ausschlussverfahren läuft. Umso erstaunlicher die Meldung der „Bild“, dass eine Gruppe bayrischer SPD-Mitglieder den 74-Jährigen als neuen SPD-Vorsitzenden vorschlagen wolle.

Der Autor der Bücher „Deutschland schafft sich ab“ und „Feindliche Übernahme“ gilt als Kritiker der derzeitigen SPD-Linie. Nach seiner Meinung müsse eine Volkspartei „Vollsortimenter“ sein und dürfe nicht einige Politikfelder brachliegen lassen. Sie müsse sich an „der Welt orientieren, wie sie ist und nicht an Wunschgebilden“, schreibt er in einem Gastkommentar auf Epoch Times.

Dabei gibt der SPD-Politiker mit Blick auf Juso-Chef Kevin Kühnert zu verstehen, dass dieser die SPD mit seiner Forderung nach Verstaatlichung von Wohnungskonzernen und von BMW lächerlich gemacht habe. Sarrazin sagte:

Damit tingelte er im Vorfeld der Europa-Wahl durch alle Talkshows, und die Ordnungsrufe aus der Parteispitze blieben milde. Inkompetenz kann man wirksamer nicht anschaulich machen.“

Für Sarrazin liegt es auf der Hand:

Eine Volkspartei muss Antworten haben auf die Fragen, die die Menschen am meisten bewegen. Das ist in Deutschland der Umgang mit Migration und der Umgang mit dem Klimawandel. Auf beiden Gebieten ist bei der SPD Fehlanzeige.“

Attraktiv würde eine Partei werden, wenn dort an Konzepten und Lösungen gearbeitet werde, „wo Millionen Ängste und existenzielle Interessen habe“. Man könne keine Themen behandeln, die „allenfalls kosmopolitische Eliten interessieren und am Bewusstsein und den Lebensproblemen der breiten Schichten weitgehen vorbei gehen“.

Sarrazin sieht Ausschlussverfahren mit Gelassenheit

Das Parteiausschlussverfahren des SPD-Vorstands ist wohl zum Scheitern verurteilt, weil dem Betreffenden ein parteischädigendes Verhalten nachgewiesen werden muss, um ausgeschlossen werden zu können. Parteischädigend verhält sich derjenige, der „das Gebot der innerparteilichen Solidarität außer Acht lässt oder sich einer ehrlosen Handlung schuldig macht“, so erklärt es die „Welt“.

„Meine Einschätzung ist, dass das Verfahren scheitern und zu einer Blamage für den Parteivorstand führen wird“, sagte Sarrazin gegenüber dem „Tagesspiegel“: 

Man kann mein Buch gut oder schlecht finden, aber man wird darin keinen Satz finden, der einen Ausschluss aus der SPD rechtfertigt.“

Was Sarrazin alles ändern würde, wenn er SPD-Parteivorsitzender wäre, lesen Sie hier. (sua)

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/bayern-sorgt-fuer-ueberraschung-bestseller-autor-sarrazin-soll-neuer-spd-chef-werden-a2909757.html

Peymann wirft Sarrazin-Störern „nazihaftes Gepöbel“ vor

Claus Peymann: Kritik an Sarrazin und Linksextremisten Foto:  picture alliance/dpaClaus Peymann: Kritik an Sarrazin und Linksextremisten Foto:  picture alliance/dpa

BERLIN. Der Intendant das Berliner Ensembles, Claus Peymann, hat die Verhinderung einer Lesung von Thilo Sarrazin durch Linksextremisten scharf kritisiert. „Es war ein undemokratisches, nazihaftes Gepöbel, dem wir uns schließlich beugen mußten“, sagte er der Welt. „Diese unbelehrbaren ‘Linken’ benehmen sich wie die Brandstifter von Hoyerswerda.“

Er warf den Störern unter anderem vor, die Besucher der Lesung im Berliner Ensemble angegriffen zu haben. „Sie brüllen nur, beschimpfen normale Zuschauer als Nazis und Rassisten. Sie haben sogar Leute geschlagen, draußen vor dem Theater.“ Er habe nur die Hoffnung, „daß sie sich mittlerweile schämen. Vielleicht bleibt ihnen ja der Sieg, den sie in der Matinee des Berliner Ensembles errungen zu haben glauben, im Halse stecken. Es war kein Sieg. Es war eine peinliche Niederlage.“

„Sarrazin gehört zu unserer Gesellschaft“

Zugleich verteidigte er jedoch, nicht die Polizei gerufen zu haben, um die Extremisten aus dem Saal zu entfernen. Er habe nicht gewollt, „daß in meinem Haus Gummiknüppel über die Meinungshoheit entscheiden“. Er selbst sei zudem nicht vor Ort gewesen. „Alle Entscheidungen der Theaterleitung in dieser Sache habe ich mitgetragen.“

Peymann ging dabei auch hart mit Sarrazin ins Gericht. Dieser sei „irgendwie ein Spinner und nicht ganz frei von einer gewissen konfusen Logik“. Vieles von dem, was er sage, sei „unappetitlich“. Er stellte jedoch klar: „Sarrazin gehört zu unserer Gesellschaft. Er spricht die Ängste aus, die offenbar viele Menschen in Westeuropa und speziell in Deutschland haben.“

 

http://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2014/berliner-ensemble-wirft-linken-demonstranten-nazihaftes-gepoebel-vor/

Linksextremisten fällen „Rostocker Friedenseiche“

ROSTOCK. Linksextremisten haben in der Nacht zum Mittwoch die sogenannte „Rostocker Friedenseiche“ gefällt. Der Baum war erst am vergangenen Sonntag im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck gepflanzt worden und sollte an die Ausschreitungen vor 20 Jahren in Rostock Lichtenhagen erinnern. Auf der linksextremen Internetplattform „Indymedia Linksunten“ bekannte sich eine „antifaschistische“ Gruppe zu der Tat.

Die Eiche sei angeblich ein Symbol für „Deutschtümelei und Militarismus“, schreiben die anonymen Täter. Zudem sei der Baum in der Zeit des Nationalsozialismus als „Hitler-Eiche“ bekannt gewesen und deswegen heute nicht mehr akzeptabel. Daß Gauck an der Veranstaltung teilgenommen habe, sei darüber hinaus ein Schlag ins Gesicht für die Betroffenen von 1992.

Twitternachricht aus Volker Becks Büro

„Daß ausgerechnet Joachim Gauck, der Sarrazin einen mutigen Mann nennt und der Meinung ist, daß das Wort Überfremdung legitim sei, auf einer der Veranstaltungen reden durfte, zeigt für uns wie fehlerhaft und falsch der momentane Ansatz einer offiziellen Aufarbeitung in Rostock ist“, empörten sich die Linksextremisten. Unterstützung bekamen die Täter dabei vom Büroleiter des Bundestagsabgeordneten Volker Beck (Grüne). Dieser schrieb über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Wer dem Regenbogenhaus symbolisch eine Hitlereiche vor die Nase stellt, muß die symbolische Kettensäge ertragen.”

Bereits im Vorfeld der Gedenkveranstaltung hatte ein linkes Bündnis, das neben zahlreichen vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppen auch von der Piratenpartei Deutschlands unterstützt wurde, die Baumwahl heftig kritisiert. Die Rostocker Stadtverwaltung kündigte jedoch bereits an, einen neuen Baum Pflanzen zu wollen. „Wir werden weiter an Lichtenhagen 1992 erinnern und auch in Zukunft damit leben müssen, daß Lichtenhagen auch als Plattform für Diskussionen um Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Asylpolitik dient“, sagte Sozialsenatorin Liane Melzer (SPD).

 

 

http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M514acebb4a9.0.html

Grüne Anti-Deutsche: Kein “deutsches Volk” mehr in Eidesformel

Bereits vor zwei Jahren forderte der Grünen-Abgeordnete Arif Ünal in Zukunft die Eidesformel für Landtagsabgeordnete in Nordrhein-Westfalen anstatt “Zum Wohle des deutschen Volkes” lieber “Zum Wohle der Bevölkerung in NRW” sagen – den zwei Millionen Migranten in NRW zu Liebe (PI berichtete). Jetzt wiederholte die Grünen-Abgeordnete Verena Schäffer (Foto) die gleiche Forderungbei der ersten Sitzung des neuen NRW-Landtags.

Als Begründung führt die 25-Jährige an, dass NRW seit jeher ein Einwanderungsland ist und die Formel nicht mehr der Lebensrealität entspreche, da 25 Prozent der Bürger einen Migrationshintergrund haben. Die zum Teil seit Jahrzehnten hier lebenden Menschen mit Zuwanderungsgeschichte erwarten eine klare Anerkennungskultur von uns. Schäffer, die in ihrem Landtagsprofil als Berufsbezeichnung “Historikerin” angibt, wörtlich:

“Die Veränderung der Verpflichtungserklärung ist dabei mehr als eine reine Symbolpolitik. Sie ist längst überfällige Anerkennung der Lebensrealität in NRW. Nordrhein-Westfalen ist nicht nur das bevölkerungsreichste Bundesland, sondern es ist auch das Bundesland, in dem die meisten zugewanderten Menschen leben. Von dem vielfältigen Potential, das darin liegt, profitieren wir in vielen Bereich. Wir betonen das an verschiedenen Stellen immer wieder gerne.”

Die komplette Rede gibt’s hier.

Wenn man bedenkt, dass Einwanderungsländer sich ihre neuen Mitbürger aussuchen und die Einwanderung zum Nutzen oder zumindest nicht zum Nachteil des angestammten Volkes sein sollte, verwundert die Forderung nach einer Anerkennungskultur umso mehr. Die Einwanderung von z.B. Türken nach Deutschland bzw. NRW erfolgte aufgrund außenpolitischer Ziele der Nato, sowie innenpolitischer und wirtschaftlicher Ziele der Türkei – und nicht, weil man die Menschen angefordert oder gezwungen hat, nach NRW zu kommen. Eine kurze Zusammenfassung gibt’s auf Wikipedia. Deutschland scheint ein ganz besonderes Einwanderungsland zu sein…

Wir sind gespannt, was die Grünen noch so alles anerkennen werden, sobald die Lebensrealität eine mohammedanische Bevölkerkungsmehrheit in NRW anzeigt. Auch würde uns interessieren, wie konkret der Profit aus dem vielfältigen Potential aussieht.

Dr. Sarrazin auf Seite 370 von „Deutschland schafft sich ab“:

“Darüber hinaus wird immer wieder verdrängt, dass die deutsche Einwanderung der letzten Jahrzehnte nicht Einwanderung in die Erwerbstätigkeit, sondern überwiegend Einwanderung ins Sozialsystem war: Von 1970 bis 2003 stieg die Zahl der Ausländer in Deutschland von 3 auf 7,3 Millionen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Ausländer bliebt hingegen mit 1,8 Millionen konstant.”

Dass man sich, ganz ohne einer frech eingeforderten Anerkennungskultur, relativ problemlos in das angestammte Volk integrieren kann, haben Ende des 19. Jahrhunderts hunderttausende sogenannter Ruhrpolen bewiesen.

Götz Kubitschek erläutert kurz die Erfolgsgeschichte der polnischen Einwanderung in den Ruhrpott (hier ab Minute 12:00).

verena.schaeffer@landtag.nrw.de – für eine gepflegte Meinungsabgabe

 

http://deutschelobby.com/2012/06/02/grune-kein-deutsches-volk-mehr-in-eidesformel/

Hass- und Hetz-Republik

“In der BRD ist die niedrigste Stufe des menschlichen Umgangs erreicht, das ist barbarisch.”

In der BRD ist die Meinung zu äußern nur dann frei, wenn man die politische Ideologie dieses von den Siegern aus der Taufe gehobene Staatsgebildes wiedergibt. Abweichende Meinungen werden mit Berufsvernichtung, öffentlicher Ächtung bis hin zu lebenslangen Freiheitsstrafen geahndet.

Cora Stephan, eine WELT-Kolumnistin, bringt die Elendszustände in der BRD, die mehr an Nordkorea erinnern als an ein Land in der Tradition der europäischen Aufklärung, auf den Punkt. Sie deutet an, dass die Sieger des Zweiten Weltkriegs die politischen Vorgaben noch heute bestimmen (was und wie gesagt werden darf bzw. muss), was allerdings nichts mit Wahrheit und Unwahrheit zu tun habe.

Frau Stephan beschreibt, wie jedermann fertiggemacht wird, der gegen diese Meinungsvorgaben verstößt. Sie nimmt zwar Thilo Sarrazin als Beispiel, verweist aber indirekt auch auf die Maulkorbgesetzgebung in Sachen Holocaust-Wahrheit. Cora Stephan nimmt Sarrazin als Beispiel der Zerstörung von Menschen in der BRD, indem man ihn einen “Zahlenfetischist” nenne. Da interessiert es nicht mehr, ob seine Zahlen richtig sind, ein Hetzwort ist stärker als jede Wahrheit. Dieses Menschenzerstörungsprogramm wird in weitaus schlimmerem Maß gegen die freien Holocaust-Forscher angewandt. Wenn sie zum Beispiel argumentieren, dass in Auschwitz gemäß offiziellen Zahlen mehr als  90 Prozent der angenommenen Toten nicht gestorben sind, werden sie ebenfalls als “kaltherzige Zahlenfetischisten” gebrandmarkt, als ob das nicht den ganzen Holocaust-Komplex ausmache.

Die Autorin beschreibt, dass in dieser Siegerrepublik jeder Feind ist, der nicht die Systemmeinung vertritt. Sie legt beeindruckend dar, wie Fakten gemordet werden, nämlich mit der Waffe “Entrüstung” und “Tränendrüsen”. Wer in den sogenannten Talkshows als Sieger hervorgehen will, so Stephan, braucht nicht nur keine Argumente, sondern sollte Argument tunlichst vermeiden. Die Definitionshoheit in den politischen Talkshows werde durch das schauspielerische Darstellen von “verletzten Gefühlen” errungen, nicht durch Fakten. Tatsachen werden in der BRD, wenn sie dem System nicht passen, als “kalt und unmenschlich” diffamiert, und schon sei die Wahrheit besiegt. Es werde nicht gefragt, ob der Beschimpfte vielleicht recht haben könnte, er wird einfach vernichtet, so Stephan.

Cora Stephan vergleicht die Meinungsdespotie, das Massaker an der Meinungsfreiheit in der BRD mit “Ketzerverfolgung und Religionskriegen”. Jedem, der wahrheitsgemäße Fakten, die vom System nicht geduldet werden, vertritt, wird vorgeworfen “sich zu versündigen”. Die Autorin kommt zu dem Schluss, in der BRD münden systemabweichende Meinungen und Wahrheiten in einer Tödlichkeit des Meinungskonflikts. Die Abweichler, die Fakten und Wahrheiten präsentieren, werden als “Unmenschen und Barbaren” stigmatisiert – das sei “barbarisch”, so Stephan. “Das ist Vernichtungswille”, attestiert Stephan und prangert an, dass der Abweichler in der BRD außerhalb des Rechts gestellt werde – weil der den falschen Glauben habe. Stephan:

“Damit ist die niedrigste Stufe des menschlichen Umgangs erreicht.”

Lesen Sie hier die wichtigsten Passagen von Cora Stephan, dann werden Sie verstehen, warum u. a. der Geistestitan Friedrich von Schiller seine Schriften in Russland drucken lassen musste. Schiller war damals als Freidenker verfolgt, so wie die freien Holocaust-Forscher heute.

www.welt.de/print/die_welt/debatte/article106385469/Streitet-euch-aber-richtig.html Die Welt, 29.05.2012, S. 2

Streitet euch, aber richtig

Respekt vor dem Gegner ist die Basis fairer Auseinandersetzung. Doch wie schwach unsere Streitkultur ausgeprägt ist, zeigt die jüngste Debatte über die Thesen des Thilo Sarrazin

Von Cora Stephan

Dabei hatte man doch einst aus der Tragödie des Dreißigjährigen Kriegs gelernt, der ein verheerender Religionskrieg war. Wir verdanken in Sachen Streitkultur dem Westfälischen Frieden mindestens so viel wie der Aufklärung: Die Schlacht beendet den Krieg wie die Prügelei den Streit. Wer siegt, hat Glück gehabt, mehr nicht. Über Gut und Böse, über wahr und nicht wahr aber ist damit nicht entschieden. Auch nicht über “Schuld” oder den rechten Glauben. …

Der Respekt vor dem Gegner ist die Grundlage des Streits. Er ist nicht Feind, sondern Kontrahent, “auf Augenhöhe”, wie Politiker gern sagen, und hat, genau wie die eigene Seite, jedes Recht, seinen Standpunkt zu vertreten und zu verteidigen. Die zivile Seite dieses Respekts vor dem Gegner ist die Meinungsfreiheit. Streit im aufgeklärten Sinne fordert keine Konversion. Er ist der temperamentvolle Schlagabtausch zwischen Menschen, die Argumente haben und, sollten diese sich als schwach erweisen, sich nicht auf ihren Glauben oder ihre Gefühle herausreden. Oder auf ihr eigenes Erleben. Diese Flucht aus der Logik in die reine Subjektivität galt einmal als “weibisch”. Heute gilt sie als “menschlich”. Welch Fortschritt.

Jede Talkshow zeigt: Wer heute im Kampf um die Definitionshoheit siegen will, kommt gänzlich ohne Argumente aus, ach was, von ihrem Einsatz ist dringend abzuraten. Am besten, man zeigt verletzte Gefühle. Ist nicht ein logisches Argument per se irgendwie kalt und also unmenschlich? Na bitte. Auch verallgemeinernde Schlüsse kann man auf diese Weise kontern. Was soll mir eine Statistik oder eine Durchschnittsgröße, wenn ich persönlich die Realität doch ganz anders wahrnehme? Fühlen und Glauben, das bringt Szenenapplaus. “Ich glaube” und “ich fühle” sind die vergifteten Pfeile aus dem Hinterhalt, die den Gegner erledigen, bevor er auch nur Gehör gefunden hat. Was muss ich auch wissen, was der andere denkt und sagt, wenn ich ihn eh nicht leiden kann?

Der Umgang mit Thilo Sarrazin etwa ist ein Schaustück avancierter Streit-”Kultur”. Noch bevor sein jüngstes Buch zur Euro-Krise erschienen ist und gelesen werden konnte, bekundeten Kritiker in Qualitätszeitungen, es gar nicht erst zur Kenntnis nehmen zu wollen, man wisse ja eh, dass Sarrazin drin sei, wo Sarrazin draufsteht. Also “Schwachsinn” (Robbe), “Unsinn” (Künast) und “himmelschreiender Blödsinn” (Schäuble), dem man keine Plattform bieten, ja den man am besten nicht zur Kenntnis nehmen dürfe. Schließlich wolle er mit seinen “Provokationen” ja bloß Geld verdienen. Und das geht ja schon mal gar nicht.

Warum solche wie ihn nicht gleich verbieten? Andernorts ist man da weiter. Wer Menschen, die Zweifel an der These von der Klimaerwärmung äußern und gar die Ursache von Klimawandel – Täter Mensch – infrage stellen, “Klimaleugner” nennt, zieht Parallelen zu “Holocaustleugnern”, denen man das Maul verbieten darf. Warum nicht auch den “Klimaleugnern” – obwohl die gar nicht das Klima leugnen, sondern lediglich die wissenschaftliche Grundlage weitreichender politischer Forderungen? Und wie wär’s mit dem Verbot von “Islamophobie”? Ein solches Verbot eröffnete weite Spielräume. Ist islamophob, wer meint, dass hierzulande das Grundgesetz und nicht die Scharia gelten sollte? Überhaupt, Phobie: Ist vielleicht krank, wer nicht erkennt, dass Islam Frieden ist, auch wenn dessen beleidigte Vertreter das Gegenteil bezeugen?

Verblüffend, wie viele der Vokabeln, mit denen heute die Meinungsschlachten geschlagen werden, an Ketzerverfolgung und Religionskrieg erinnern, so etwa, wenn es über Kritiker des Kulturstaates heißt, sie “versündigten” sich an ihm. Besonders interessant ist, was die Vorkämpfer für mehr Menschlichkeit ins Spiel bringen. Die “nackte Logik der Zahlen” sei ohne Menschlichkeit, verkündete jüngst ein Autor der “Zeit”. Klar, wen er meint: Thilo Sarrazin, den wiederum Mely Kiyak in der “Frankfurter Rundschau” und “Berliner Zeitung” als “lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur” bezeichnet hat. Der Artikel wurde erst online bereinigt, mittlerweile ist er ganz entfernt, eine halbherzige Entschuldigung der Autorin nachgereicht. Ist da doch jemandem aufgefallen, dass man so etwas nicht sagt?

Die Entmenschlichung des Gegners ist ein gutes Indiz für die Tödlichkeit des Konflikts. Denn wer den anderen zum Unmenschen oder Barbaren erklärt, trifft damit ja kein objektives Charakterurteil, sondern verkündet vor allem, wie er selbst mit solchen Kreaturen umzugehen gedenkt: barbarisch eben. Damit ist die niedrigste Stufe des menschlichen Umgangs erreicht und die höchste Stufe des Konflikts. Das ist dann kein Streit mehr. Das drückt Vernichtungswillen aus. Es unterstellt, der Gegner habe weder das Recht noch ein Argument auf seiner Seite. Er hat den falschen Glauben und selbst konvertieren hilft ihm nicht mehr.

“Wir würden viel weniger Streit in der Welt haben, nähme man die Worte für das, was sie sind – lediglich die Zeichen unserer Ideen und nicht die Dinge selbst”, schrieb einst John Locke. Schön wär’s, dann könnte man abrüsten. Denn wichtiger als die Frage, ob Sarrazin ein menschlich kalter Zahlenfetischist ist, wäre doch, ob nicht auch der Schurke ein richtiges Argument haben könnte. Das meinte einst Voltaire, als er versprach, sich für die Meinungsfreiheit auch des ärgsten Feindes einzusetzen.

Das, in der Tat, wäre Streitkultur.

Die Autorin hat zahlreiche Sachbücher und, unter ihrem Pseudonym Anne Chaplet, mit “Erleuchtung” soeben ihren zehnten Kriminalroman veröffentlicht.

http://globalfire.tv/nj/12de/verfolgungen/die_hass_und_hetzrepublik.htm

Sarrazin: Deutschland Euro Exit

Sarrazin: Deutschland soll Euro-Ausstieg nicht länger ausschließen. Aktiencrash wäre weniger schlimm: „Ob die Aktienmärkte dann um 20 Prozent oder um 50 Prozent fallen, ist vergleichsweise sekundär, das ist nach zwei, drei Jahren überwunden.“

 

Der frühere SPD-Spitzenpolitiker und Bestsellerautor Thilo Sarrazin fordert die Bundesregierung auf, nicht länger auszuschließen, dass Deutschland die Euro-Zone verlassen könnte. „Wenn man nicht für sich einen Punkt festlegt, an dem man nicht mehr mitmacht, verliert man jede Verhandlungsmacht“, sagte Sarrazin der Zeitung „Die Welt“ (22. Mai). „Ich kenne das aus meinem Beamtenleben“, so Sarrazin weiter. „Ich habe Hunderte von Verhandlungen mit Unternehmen geführt, die in Not geraten waren und Bürgschaften haben wollten. Man muss bereit sein, irgendwann zu sagen: Jetzt ist Schluss.“

 

Gegenüber Griechenland sollte sich die Bundesregierung unnachgiebig verhalten, so Sarrazin: „Wenn ich Bundeskanzler wäre, würde ich die Sache cool aussitzen; ich würde mich öffentlich mit Meinungsäußerungen zurückhalten und intern in der Sache knallhart bleiben.“

 

Mögliche Verwerfungen an den Märkten nach einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hält Sarrazin für das kleinere Übel: „Ob die Aktienmärkte dann um 20 Prozent oder um 50 Prozent fallen, ist vergleichsweise sekundär, das ist nach zwei, drei Jahren überwunden. Im Vergleich dazu sind die Kosten einer grundsätzlich falschen Politik – mit einer Transferunion und einer EZB, die dauerhaft eine Inflation von drei, vier, fünf Prozent zulässt – für Deutschland viel höher.“ – Bei einem Euro-Exit Deutschlands kämen insbesondere die Banken in Schwierigkeiten. Möglicherweise müssten dann Deutsche Bank und Commerzbank vorübergehend total verstaatlicht und rekapitalisiert werden.

 

Sarrazin hatte vor zwei Jahren mit seinem umstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine Debatte über die Integration von Ausländern in Deutschland entfacht. Am Dienstag dieser Woche erscheint ein Buch, in dem sich der promovierte Volkswirt mit der Europäischen Währungsunion beschäftigt: „Europa braucht den Euro nicht. Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat.“

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10094-sarrazin-deutschland-euro-exit