Mit deutschen Waffen gegen Völkerrecht

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Die neuste militärische Offensive der Saudis gegen die jemenitische Hafenstadt Hudaida verschärft die humanitäre Krise in dieser Region um ein Vielfaches. Systemmedien berichten kaum über die schlimmste humanitäre Katastrophe der heutigen Zeit. Deutschland jedoch erhöht wieder die Exportgenehmigungen für Waffen und Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien.

Vergangenes Jahr veröffentlichte Amnesty International (AI) einen Bericht über die Kriegsverbrechen, die im Jemen von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien begangen werden. Menschen verschwinden oder werden teils bis zum Tod gefoltert – sexuelle Gewalt und andere Formen der Misshandlung sind an der Tagesordnung. In geheimen Gefängnissen werden Menschen jahrelang ohne Anklage inhaftiert. Doch die meisten dieser Verbrechen bleiben straffrei. Amnesty International fordert die USA als auch die jemenitische Regierung auf, diese Verbrechen zu unterbinden.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind Teil einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition, die seit März 2015 dort einen Krieg gegen den Jemen führt. Das Land ist zum Schlachtfeld geostrategischer Interessen geworden. Der Iran soll auch im Jemen den „schiitischen Halbmond“ anführen, so die Begründung für den Krieg.

Die Militärkoalition der VAE und Saudi-Arabien hat eine Luft-, Land- und Seeblockade über den gesamten Jemen verhängt. Dadurch wird der jemenitischen Bevölkerung seit vier Jahren der Zugang zu Hilfslieferungen verwehrt und zugleich alle Fluchtwege abgeschnitten. Die Invasoren jedoch werden von den USA, Großbritannien und Frankreich in Form von logistischer militärischer Hilfe als auch durch die Entsendung von „Spezialkräften“ unterstützt. Viele weitere Staaten – dazu gehört auch Deutschland – gehören mit ihren Rüstungsexporten in Milliardenhöhe nach Saudi-Arabien und in die VAE ebenfalls zu den Unterstützern dieses völkerrechtswidrigen Krieges.

Die Vereinten Nationen sprechen vom Jemen sogar von der größten humanitären Katastrophe unserer Zeit. Durch die Invasion und den Krieg sind inzwischen drei Viertel der Bevölkerung, die bereits vor dem Krieg als arm galt, auf humanitäre Hilfe angewiesen. 11 Millionen Menschen sind vom Tod bedroht, 8 Millionen befinden sich an der Schwelle zur Hungersnot und 17 Millionen gelten als ernährungsunsicher.

Die Begründung der Saudis für die Blockade des Jemen lautet: Angeblicher Schmuggel iranischer Waffen in den Jemen und dadurch die Gefahr, selbst zum Ziel von Angriffen aus dem Jemen zu werden. Die Raketen, die der Jemen tatsächlich auf Saudi-Arabien abgeschossen hat, galten der Selbstverteidigung gegen den brutalen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Saudi-Arabiens.

Die Bundesregierung unterstützt letztlich seit vier Jahren eine Politik, die dem Jemen eine selbstbestimmte politische und wirtschaftliche Entwicklung versagt und eine politische Lösung verhindert hat. Stattdessen verhindert die Bundesregierung durch die fortgeführten Waffenlieferungen aus deutschen Rüstungskonzernen die Beendigung der größten humanitären Katastrophe unserer Zeit. Unterstützt wird die Bundesregierung in ihrer Politik durch die Medien, die dieses Thema weitgehend unbeachtet lassen und die Bundesregierung dafür kaum zur Rechenschaft ziehen.

https://www.watergate.tv/mit-deutschen-waffen-gegen-voelkerrecht/

SerialBrain2 – Trump stürzt die Kabale und rettet unsere Kinder

von https://qlobal-change.blogspot.com

 

https://qlobal-change.blogspot.com/2019/03/serialbrain2-trump-sturzt-die-kabale.html

 

Tagesbericht: [Deepstate] bloßgestellt – Die Welt wird sehen, wie der [Deepstate] durch die Gesetze navigiert – X22 Episode 1826

von https://qlobal-change.blogspot.com

  • Nur 7% der Briten unterstützen May.
  • Die Fed wird jetzt gefangen genommen, die Fed wird nicht in der Lage sein, aus dieser Situation herauszukommen.
  • Das ist der Plan der Patrioten, alle diese Menschen für das, was sie sind, zu entlarven.
  • Trump wird höchstwahrscheinlich die Fed dazu bringen, die Zinsen senken lassen, wenn die Wirtschaft ins Stocken gerät.
  • Der [DeepState] gerät in Panik, die Wände rücken näher um sie herum, sie versuchen, alles zu vertuschen.
  • Die MSM halten sich an die Propaganda.
  • Q droppt mehr und entlarvt den Jussie Smollett Fall, verbindet alle Punkte.

https://x22report.com/ds-exposed-the-world-will-see-how-the-ds-navigates-around-the-laws-episode-1826/

https://qlobal-change.blogspot.com/2019/03/tagesbericht-deepstate-blogestellt-die.html

Ergänzung:

Amerika erwacht: Die Nachbeben des Mueller-Berichts

 

LION Media

Am 27.03.2019 veröffentlicht

Schreibt eure Meinung zu diesem Thema in die Kommentare.
Was denkt ihr wird passieren, wenn all die Korruption ans Tageslicht kommt?

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US-Senat möchte Saudi-Arabien gegen den Jemen nicht mehr unterstützen – was macht Deutschland?

http://www.shutterstock.com, Dejan Lazarevic, 71240899

Der US-Senat hat eine Resolution verabschiedet, wonach die USA die Unterstützung für den bisherigen Partner Saudi-Arabien im Jemen-Krieg aufgeben werde. Die „Linke“ im Bundestag erklärte nun, dass dies erfreulich sei und Beistand verdiene. Die Bundesregierung sei nun an der Reihe, den „vorläufigen Stopp“ der deutschen Waffen-Exporte an Saudi-Arabien langfristig zu sichern und „auf alle Länder, die am Jemen-Krieg beteiligt“ seien, auszuweiten, heißt es. Zudem sei es Aufgabe der Regierung, die „Schlupflöcher (zu) schließen, damit Rüstungskonzerne wie Rheinmetall nicht länger über Tochterfirmen in Sardinien und Südafrika“ die produzierten Waffen in solche Diktaturen, wie Saudi-Arabien sie darstellte, zu exportieren.

Was macht die Regierung? …..

Wir hatten an dieser Stelle bereits über die sehr sanfte Politik der Regierung im Umgang mit den Rüstungsfirmen berichtet. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es sich hier um eine langfristige Unterstützung eines Friedensprozesses handele, sei dementsprechend gering. Die Regierung wird weiterhin liefern lassen.

„Nach der Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hatte die Bundesregierung veranlasst, die Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien für zwei Monate auszusetzen. Gegen 18 verdächtige saudische Staatsbürger wurden Einreisesperren verhängt. Grundlage für die Entscheidung Berlins soll ein Bericht des US-Geheimdienstes CIA sein. Dieser ist zu dem Schluss gekommen, dass Prinz Mohammed bin Salman die Ermordung Khashoggis angeordnet hat.

Eigentlich wollte die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag gar keine Waffen mehr nach Saudi-Arabien genehmigen. Die Absicht der großen Koalition wurde vertraglich festgehalten: „Wir schränken die Rüstungsexporte für Drittländer weiter ein, die weder Nato- noch EU-Mitgliedsländer sind, noch diesen gleichgestellt ist. Wir werden ab sofort keine Ausfuhren mehr an Länder genehmigen, solange diese unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind“.

Trotzdem ist Saudi-Arabien immer noch der zweitgrößte Abnehmer deutscher Rüstungsgüter. Dieses Jahr wurden Ausfuhren nach Saudi-Arabien im Wert von über 500 Millionen Euro erteilt, teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag mit. Trotz des Exportverbots nach der Ermordung Khashoggis laufen Lieferungen des Rüstungskonzerns Rheinmetall weiter. Und zwar über Tochterfirmen in Italien und Südafrika. Rheinmetall-Vorstand Helmut Merch begründet die Ausfuhren damit, dass „diese Lieferungen nicht vom deutschen Exportstopp betroffen seien.

Die Grünen sind über die Exporte trotz Verbot entrüstet. Rheinmetall nutze jede Gesetzeslücke, um unabhängig von Genehmigungen weiter Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien zu exportieren. Obwohl die Grünen bereits mehrere Vorschläge zur Schließung dieser Gesetzeslücken vorgelegt haben, sei der Bundesregierung anscheinend wenig daran gelegen, diese umzusetzen. Die Bundesregierung „verstecke sich regelrecht hinter der Gesetzeslage, wonach sie nicht zuständig sei“. Dieses Verhalten sei verantwortungslos und gefährde deutsche Sicherheitsinteressen.“

https://www.politaia.org/us-senat-moechte-saudi-arabien-gegen-den-jemen-nicht-mehr-unterstuetzen-macht-deutschland/

Wegen seines Glaubens: 6-Jähriger mit Glasscherbe enthauptet

Muslime aller Welt besuchen die Moschee in Medina. Für den kleinen Zakaria Al-Jaber endete die Reise tödlich. Sein Taxifahrer enthauptete ihn auf dem Weg zur Moschee.Foto: SPA/dpa

 

Der kleine Zakaria Bader Ali Al-Jabar bestieg am 7. Februar gemeinsam mit seiner Mutter ein Taxi. Sie waren auf dem Weg zu der Moschee und Grabstätte des Propheten Mohammed in Medina und unterhielten sich leise miteinander.

Als der Taxifahrer mitbekam, dass es sich bei seinen Fahrgästen um Schiiten handelte, stoppte er das Fahrzeug. Er entriss den Jungen seiner Mutter und zog ihn in ein Café.

Dort zerschlug er nach Angaben von „TMV“ eine Glasflasche und schnitt vor den Augen seiner schreienden Mutter dem 6-Jährigen mit einer Scherbe die Kehle durch. Danach stach er immer wieder auf den Körper des getöteten Jungen ein.

Ein Polizist, der in der Nähe war, versuchte gemeinsam mit der Mutter, den Taxifahrer von seiner grausamen Tat abzubringen. Doch es war zu spät.

Seine kleinen Kinderaugen werden nie wieder lachen.

Einheimische äußerten, dass der Junge hingerichtet wurde, weil er aus schiitisch-muslimischen Verhältnissen stammt. In Saudi-Arabien werden viele Verbrechen gegen die schiitische Minderheit begangen.

Die Worte eines Mannes namens Sajid Hussain – nach dieser Schreckenstat – berühren viele Menschen:

„Die kleinsten Särge sind die schwersten. Es ist barbarisch, wie dieser Taxi-Fahrer den 6-jährigen Zakaria enthauptete. Du musst kein Schiit oder Sunnit sein. Versuche in erster Linie, ein Mensch zu sein. Verspätete Gerechtigkeit bedeutet, dass es keine Gerechtigkeit gibt.“ (sa)

https://www.epochtimes.de/politik/welt/wegen-seines-glaubens-6-jaehriger-mit-glasscherbe-enthauptet-a2791874.html

Der offene Brief eines syrischen Flüchtlings wirft Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre heuchlerische Syrienpolitik vor.

 

Sabolive 16

Am 31.01.2019 veröffentlicht

Der offene Brief eines syrischen Flüchtlings wirft Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre heuchlerische Syrienpolitik vor.

Ein Kommentar von Karin Leukefeld.

Der Syrer Majd Abboud hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben. In den letzten Monaten suchte er in Deutschland und der Schweiz dringend nach Medien, die bereit wären seinen Brief zu veröffentlichen. Meist erhielt er nicht einmal eine Antwort. Abboud ist 42 und von Beruf Zahnarzt. 2015 kam er nach Deutschland und wohnt jetzt in Saarbrücken. Sein Vorwurf an Merkel: die Voraussetzungen für Integration seien auch nach drei Jahren immer noch nicht gegeben. Grund: Deutschland komme seinen Gästen zu weit entgegen und weise Islamisten zu wenig in ihre Schranken. Auch die Sicht der Bundesregierung auf den Syrienkrieg sei tendenziös, da so genannte „Rebellen“ einseitig idealisiert würden. […] (Text vermittelt durch Karin Leukefeld.)

Offener Brief eines syrischen Flüchtlings an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

da das Ende Ihrer Amtszeit in Sicht ist, möchte ich dies zum Anlass nehmen, Ihnen ganz herzlich dafür zu danken, dass Sie mir und meinen Landsleuten Hilfe in der Not geleistet und Ihr Land für vor Krieg und Terror fliehende Menschen geöffnet haben. Dadurch haben Sie uns sehr viel Leid erspart, wir sind hier in Sicherheit und haben die Möglichkeit, in Frieden zu leben. Außerdem habe ich es immer als große Chance für uns Syrer empfunden, im Kontakt mit Europäern eine neue Kultur kennenzulernen, die uns neue Perspektiven eröffnet und es uns ermöglicht, unseren Horizont zu erweitern.

Leider habe ich in Erfahrung gebracht, dass die Voraussetzungen für echte Integration kaum gegeben waren und es auch heute noch, nach drei Jahren, nicht sind. Vielmehr empfand ich die sogenannte Integration eher als Einbahnstraße: Deutschland kam den Geflüchteten sehr stark entgegen, forderte von jenen aber kein Entgegenkommen ein. Erschwerend kam hinzu, dass die deutsche Identität für Zugewanderte kaum zu erkennen ist. Es scheint, als ob sich das Land dafür schäme und deswegen Schwierigkeiten hat, seine Werte zu vermitteln.

In krassem Gegensatz hierzu ist anzumerken, dass viele Geflüchtete über ein übersteigertes, vielfach radikales Zugehörigkeitsgefühl dem Islam gegenüber verfügen, und oftmals dem Staat und der Gesellschaft schon in Syrien Probleme bereitet haben. Ich war voller Hoffnung, dass Sie, Frau Merkel, es schaffen würden, ein friedliches Miteinander zwischen beziehungsweise mit den Zugewanderten zu ermöglichen, was wir in Syrien aufgrund der zunehmenden Radikalisierung und der westlichen Investition in den politischen Islam nicht erreicht haben.

Über Ihre Motive wurde ja immer viel spekuliert, und meistens wurde diese Frage damit beantwortet, dass Sie aus Humanität und christlicher Nächstenliebe gehandelt hätten.

Doch wenn von Menschlichkeit die Rede ist, dann hätten Sie die neulich von Ihnen verlängerten Sanktionen gegen Syrien beenden sollen. Denn darunter leiden seit Jahren immer noch Millionen von Menschen, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen.

Schließlich haben auch diese Menschen Nächstenliebe verdient. Auch in einer echten Demokratie, für die Sie ja immer werben, dürfen diese Menschen ihre politische Einstellung haben, ohne dafür bestraft zu werden

 

Für eine Handvoll Dollar: Saudis setzen im Jemenkrieg sudanesische Kindersoldaten ein

Für eine Handvoll Dollar: Saudis setzen im Jemenkrieg sudanesische Kindersoldaten ein
Sudanesische Kindersoldaten, Februar 2018
Der Jemenkrieg schafft es nicht aus dem Schatten der internationalen Berichterstattung. Dass sich nun heraustellte, dass Saudi-Arabien bei seinem verheerenden Feldzug auch auf Kindersoldaten aus dem Sudan setzt, wird daran mutmaßlich wenig ändern.

Auch wenn zuletzt vor allem die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien in Schweden die spärlichen Schlagzeilen bestimmten, geht der Jemenkrieg bereits in sein viertes Jahr und hat nichts an Brutalität eingebüßt. Der vom Goliath Saudi-Arabien und seiner Koalition geführte Krieg unter dem Feldherrn Mohammed bin Salman ist die größte humanitäre Katastrophe der jüngeren Zeitgeschichte. Zwölf Millionen Menschen stehen am Rand einer Hungersnot, 85.000 Kinder verloren nach aktuellen Angaben ihr Leben im Kampf des absolutistischen Königreichs gegen vermeintlich vom Iran logistisch unterstützte Huthi-Rebellen.

Wie sich nun herausstellte, greift Saudi-Arabien bei seinem Krieg nicht nur auf prominente Unterstützung seitens der transatlantischen Gemeinschaft zurück. Gern gesehen in den Reihen der Koalitionssoldaten sind auch Söldner aus aller Herren Länder. Der Petrodollar macht es möglich. Diese fließen auch in den Sudan, den nunmehr drittgrößten Flächenstaat Afrikas. Der von der sogenannten internationalen Gemeinschaft geächtete Sudan unter Staatschef Umar al-Baschir steht im Jemenkrieg eng an der Seite des saudischen Königshauses.

14.000 sudanesische Kämpfer unterstützen zu jedem Zeitpunkt in bald vier Jahren“ den Jemenkrieg als Teil der saudischen Koalition, weiß die New York Times zu berichten.

Bei den gekauften Sudanesen handelt es sich überwiegend um ehemalige Darfur-Kämpfer, die sogenannten „Dschandschawid“. Unter ihnen seien demnach viele Kinder im Alter von 14 bis 17 Jahre. Sie sind wesentlich billiger zu haben als etwa US-Söldner, die ebenfalls in den Reihen der Koalition Dienst tun.

Mehr zum ThemaHuthi-Rebellen übergeben wichtigen Hafen im Jemen an Küstenwache

Einige der Familien der ehemaligen „schnellen Eingreiftruppe“, berüchtigt für ihr brutales und erbarmungsloses Vorgehen in Darfur, sind derart verzweifelt, dass sie demzufolge auch auf Bestechung zurückgreifen, um ihre Söhne gegen Bares in den Dienst der Saudis zu stellen. Der Anteil der Kinder in den Reihen der sudanesischen Jemen-Söldner schwankt dabei zwischen 20 und mehr als 40 Prozent.

Die Saudis haben uns gesagt, was wir mithilfe der Telefone und Geräte tun sollen. Sie haben nie mit uns gekämpft“, sagte Mohamed Suleiman al-Fadil, ein 28-jähriges Mitglied des Stammes der Bani Hussein, das Ende letzten Jahres aus dem Jemen zurückkehrte.

Nach Angaben eines weiteren Kämpfers, der in den Kampf um die Hafenstadt Hudaida verwickelt war, verheizten die Saudis ihre Söldner aus dem Sudan „wie Feuerholz“. Während die sudanesischen Söldner ins Feuer geschickt würden, zögen es die saudischen und emiratischen Kommandanten dabei vor, sicheren Abstand zur Front zu halten. Die Kommunikation finde aus weiter Distanz über Headsets und GPS statt, gaben Soldaten der Koalition an.

Dass die Monarchie am Persischen Golf auf Kindersoldaten zurückgreift, wird von offizieller Seite jedoch bestritten:

Die Behauptungen, dass es in den Reihen der sudanesischen Streitkräfte Kinder gibt, sind fiktiv und unbegründet“, erklärte Koalitionssprecher Turki al-Malki in der Erklärung.

Vielmehr sei demnach das Gegenteil der Fall. Zumindest erklärte al-Malki Anfang Dezember während einer Pressekonferenz, dass die Militärkoalition 102 „Kinderrekruten“ aus den Fängen der Huthi-Guerilla „befreit und rehabilitiert“ habe.

Auch wenn sich die Angaben nicht verifizieren lassen, scheint eines sicher. Mit dem von saudischer Seite angebotenen Sold können die Huthis sicherlich nicht mithalten. „Sie kämpfen im Jemen, weil sie wissen, dass sie im Sudan keine Zukunft haben“, erklärt der Wirtschaftsberater Hafiz Ismail Mohamed.

Wir exportieren Soldaten für den Kampf, als wären sie Ware, die wir in Fremdwährung umtauschen.

Mohamed beklagt den Zustand der sudanesischen Wirtschaft, wo ein qualifizierter Arzt höchstens 500 US-Dollar im Monat verdiene, während selbst ein unerfahrener Rekrut für einen Monat Söldnereinsatz 655 US-Dollar erhalte – plus 10.000 US-Dollar Bonus nach sechsmonatiger Dienstzeit.

https://deutsch.rt.com/international/81894-fur-zwei-handvoll-dollar-saudis-jemenkrieg-kindersoldaten/

Deutsche Geschäfte mit Saudi-Arabien erreichen neuen Höchststand – Trotz Jemen Krieg

Titelbild: Zumindest was den Handel mit Deutschland anbelangt, hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman gut lachen.

 

Öffentlichkeitswirksam zog die Bundesregierung zuletzt die Reißleine und stoppte die Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien. Die Ermordung des Journalisten Khashoggi durch die Saudis brachte das Fass zum Überlaufen. Tatsächlich laufen die Geschäfte nun wieder bestens.

Ihrem Selbstverständnis nach versteht sich die Bundesregierung außenpolitisch als Leuchtturm der Humanität in der Welt. Geradezu inflationär ist dabei der Umgang mit dem Begriff der „Werte“, für die man weltweit streite und die es gelte, mittels des eigenen außenpolitischen Instrumentariums zu verteidigen oder zu verbreiten. Die Bundesregierung verfügt gar über einen eigenen, auf diesen Zweck hin geeichten Kompass:

Mit dem Leitlinien ‚Krisen verhindern‘, ‚Konflikte bewältigen‘, ‚Frieden fördern‘ haben wir einen strategischen Kompass für das friedenspolitische Engagement der Bundesregierung.

Schon längst wurde diese Selbstwahrnehmung allerdings als das enttarnt, was sie ist: ein zynischer Euphemismus, unter dessen warmer Decke man es sich gemütlich gemacht hat und der die eigenen Sinne für den nüchternen Blick in den Spiegel trübt. Es ist die Realität einer, im Sinne des politischen Realismus, in aller erster Linie an eigenen Interessen orientierten Außen- und Sicherheitspolitik.

Gerade im Fall Saudi-Arabiens erweist sich die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit als geradezu grotesk. Mit großer Geste hatte man öffentlich zuletzt nicht etwa aufgrund des blutigen Jemenkrieges, sondern wegen der Ermordung des saudischen Exiljournalisten Jamal Khashoggi angekündigt, die Rüstungsexporte in das absolutistische Königreich auf Eis zu legen – für zwei Monate, danach wolle man die Situation neu bewerten.

Zudem hatte die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag Anfang des Jahres erklärt, die Rüstungsexportrichtlinien noch im Jahr 2018 verschärfen zu wollen und keine Ausfuhren mehr an Staaten zu genehmigen, die am Jemenkrieg beteiligt sind. Doch wie Bundeskanzlerin Angela Merkel jüngst erklärte, werde die Bundesregierung die neuen Rüstungsexportrichtlinien nun doch später als geplant vorlegen. Wie Merkel bei einer Regierungsbefragung im Bundestag verkündete, wolle die Regierung damit „spätestens im ersten Halbjahr 2019 fertig sein“.

Regierungssprecher Steffen Seibert ließ in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt, dass Deutschland laut Selbstwahrnehmung eine „restriktive und verantwortungsvolle“ Rüstungsexportpolitik betreibe. Dass man sich schon seit geraumer Zeit aufgrund der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien irritiert und „besorgt“ zeigt, bedarf im Grunde keiner weiteren Erwähnung.

Parallel dazu und hinter dem dichten Weihrauchnebel moralischer Ansagen wurde der Handel mit den Saudis jedoch intensiviert. So wuchs die Höhe der Hermesbürgschaften, die deutsche Unternehmen zur Absicherung ihrer Exporte an das Reich am persischen Golf in Anspruch nahmen, im Vergleich zum Vorjahr um stolze 17 Prozent, von 286 auf 335 Millionen Euro.

Auch das ölige Geschäft mit dem schwarzen Gold blieb von etwaigen Sorgen und von zur Schau gestellter Empörung gänzlich unberührt. Zumindest nahmen die Importe um gut ein Drittel zu, und zwar von 331 auf 446 Millionen Euro. Diese Angaben gehen auf Recherchen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (RND) zurück, das sich wiederum auf eine kleine Anfrage der Fraktion der Grünen im Bundestag bezieht. Die genannten Werte gelten bis zum 31. Oktober des laufenden Jahres.

Ein Großteil der Exportkreditversicherungen förderte die Ausfuhr deutscher Kraftfahrzeuge und Infrastruktur mit einem Gesamtwert von 114 Millionen Euro. Deutsche Handelsunternehmen profitierten von Exportkreditgarantien im Umfang von 205 Millionen Euro“, heißt es zudem.

Doch damit nicht genug, denn für die Bundesregierung ist Kronprinz Mohammed bin Salman keineswegs ein frevelhafter Kriegsfürst. „Prinz Charming“ und mit ihm Saudi-Arabien zeichnen zwar im Jemen verantwortlich für die laut UN verheerendste humanitäre Katastrophe der jüngeren Zeitgeschichte, doch die Bundesregierung deutet die Fakten und Entwicklungen offensichtlich sehr eigenwillig. So spiele Saudi-Arabien aufgrund seiner starken „politischen, wirtschaftlichen und militärischen Kraft auf der Arabischen Halbinsel eine wichtige Rolle bei den Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um Stabilität in der Region des Nahen und Mittleren Ostens“. Der erste Teil des Satzes bildet dabei die Realität wieder, der zweite wird durch das eigene Handeln konterkariert.

Welchen Beitrag zur „Stabilität“ ein Militärattaché der Bundeswehr in Riad leistet, erschließt sich dem gemeinen Beobachter zumindest ebenso wenig, wie die Tatsache, dass das Bundeskriminalamt demzufolge vor Ort über einen Verbindungsmann verfügt und sich sieben saudische Kadetten zur Offiziersausbildung in Deutschland aufhalten. Will man sie zu Soldaten im Sinne der vermeintlichen Friedensmacht Deutschland umerziehen?

Moral und Werte stehen nicht zuletzt auch im Fokus der Kirchen, und diese zeigen sich alles andere als einverstanden mit der Auslegung der Begrifflichkeiten durch die Bundesregierung:

Die Bilanz, die wir nach einem dreiviertel Jahr ziehen, ist ernüchternd. Entgegen aller Ankündigungen ist nicht zu erkennen, dass die Bundesregierung dem Ernst der rüstungsexportpolitischen Fragen gerecht wird. Die noch für 2018 angekündigte Verschärfung der Rüstungsexportrichtlinien ist nicht in Sicht“, sagte der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten, am Montag bei der Vorstellung des Rüstungsexportberichts der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) in Berlin.

Durch die entsprechenden Aktivitäten „trägt die Bundesregierung zur humanitären Katastrophe (im Jemen) bei. Mehr noch: Sie fördert auch den Bruch des Völkerrechts“.

Das wird die Bundesregierung freilich ganz anders sehen. Derweil ist nicht bekannt, über wie viele Spiegel das Bundeskanzleramt und die weiteren Schaltstellen der Macht zwecks Selbstwahrnehmung verfügen.

Trump schaltet einen Scheinwerfer auf „Israel“ ein

Vor einer Woche verkündete US-Präsident Trump, dass er natürlich an der Allianz mit der saudischen Despotie festhält, und erklärte dazu beiläufig, dass „Israel“ ohne Saudi Arabien in großen Schwierigkeiten sein würde.

 

 

Das stimmt natürlich. Saudi Arabien bringt als Teil der zionistisch-wahhabitischen Achse seit Jahrzehnten die Regierungen der Region mit finanziellen Hilfen oder plumper Bestechung dazu, strategisch eine pro-israelische Position einzunehmen, wie das etwa in Jordanien und Ägypten zu besichtigen ist. Und wenn das hier und da nicht klappt, dann überziehen die Saudis unbeugsame Staaten gern mit Terror und Krieg, wie das beispielsweise in Libyen, Syrien, Irak und Jemen zu sehen war oder ist. Dass Trump für die Bemerkung nicht viel Aufmerksamkeit bekommen hat, liegt nicht daran, dass sich da alle Meinungen einig sind, sondern wohl vielmehr erstens daran, dass Trump damit dem populären Mythos der Unverwundbarkeit des zionistischen Apartheidregimes widersprochen hat, zweitens daran, dass Trump ein plausibles Motiv hat, sich für die fortgesetzte enge Kooperation mit der gut betuchten Petro-Dollar-Despotie politische Unterstützung von rechtsdenkenden christlichen Zionisten zu sichern und drittens daran, dass Trump ohnehin zu vielen Gelegenheiten viel dummes Zeug schwatzt, so wie es ihm gerade nützlich erscheint.

Damit hätte diese Geschichte eigentlich zu Ende sein können. Doch in einem am Dienstag von der führenden Hasbara-Schleuder WaPo veröffentlichten Interview hat Trump dazu nachgelegt und nochmal draufgesattelt:

… Without them, Israel would be in a lot more trouble. We need to have a counterbalance to Iran. … I just feel that it’s very, very important to maintain that relationship. It’s very important to have Saudi Arabia as an ally, if we’re going to stay in that part of the world. Now, are we going to stay in that part of the world? One reason to is Israel. Oil is becoming less and less of a reason because we’re producing more oil now than we’ve ever produced. So, you know, all of a sudden it gets to a point where you don’t have to stay there.

Da erklärt Trump nun also, dass er nicht nur die Beziehungen zu den Saudis hält, um so Israels Interessen zu dienen, sondern dass Israel „ein Grund“ dafür ist, dass die USA und ihre Truppen in der Region bleiben. Damit hat Trump ein langstehendes Tabu gebrochen, denn die schlichte Information, dass israelische Interessen Grund dafür sind, dass die USA und ihre Truppen in der Region sind, hat die zionistische Lobby bisher mit aller Macht und ziemlich erfolgreich zu unterdrücken versucht. Die nackte Wahrheit hört sich für das zionistische Regime und seine Handlanger schließlich auch nich gut an: reihenweise zerbombte und zerstörte Länder, Tausende tote US-Soldaten und noch viel mehr Krüppel, Billionen Dollar an Kosten, und wofür das alles: Israel. Dass es daneben noch ein paar andere Motive für die „Präsenz“ der USA in Westasien gab und gibt, fällt da kaum noch ins Gewicht. Von der Hasbara wurde dann auch prompt mitgeteilt, dass sich Trumps Großzügigkeit, „wegen Israel“ Truppen in Westasien zu lassen, zukünftig heftig gegen das zionistische Regime wenden kann:

Even those who are not pessimistic by nature should reasonably expect the possibility of American soldiers being harmed or, heaven forbid, killed in Syria or Iraq, or by a Yemeni missile in Saudi Arabia. In this case, and in view of Trump’s repeated claim that the American military presence is necessary mainly because of Israel, it is clear that many in the United States will blame Israel for the deaths of American soldiers sacrificed for Israel’s security. In the United States, such claims are not forgotten, and even Trump, who invented the false „Israel argument,“ is likely to turn on us if he gets into trouble in our region.

Es bleibt nun abzuwarten, ob Trump bei seiner richtigen Behauptung bleibt, dass Israel ein Grund dafür ist, dass die USA in der Region bleiben. Die Möglichkeiten der Israel-Lobby scheinen da begrenzt. Mit der Drohung, zum Abstellen des Ungehorsams eine Schmierenkampagne zu fahren und zur Bestrafung wie üblich CNN und Co einzusetzen, braucht die zionistische Lobby Trump erst gar nicht kommen. Und die Spenden von Saban, Soros, und anderen Größen der Lobby sind sowieso durch die Bank an Hillary Clinton und Trumps innerparteiliche Gegner gegangen, sodass bei Trump auch die üblichen Drohungen der Lobby mit dem Entzug der Wahlkampffinanzierung ins Leere gehen. Als weitere Option bliebe öffentliches bestreiten, dass Israel „ein Grund“ dafür ist, dass die USA „in der Region“ bleiben, was zu einer Debatte führen könnte, ob das wirklich so ist. Doch das könnte sich erst als richtig vertrackt erweisen. Abgesehen davon, dass es gut bekannt ist, dass Netanjahu noch vor wenigen Monaten Trump „eindringlich darum ersucht“ hat, US-Truppen in Syrien zu lassen, kann Trump in so einer Debatte einfach das zionistische Regime zur Stellungnahme auffordern, und wenn „Israel“ dann behauptet, es brauche keine US-Truppen in der Region, kann Trump wesentliche Truppen einfach abziehen. Und seinen Israel-fanatischen Anhängern könnte Trump dazu dann erklären, dass er ja alles für „Israel“ mache, aber wo „Israel“ keine US-Truppen braucht, gäbe es keinen Grund mehr, dazubleiben. Sagt Israel hingegen, dass es US-Truppen in der Region braucht, würde offiziell, dass US-Soldaten in der Region Israel dienen, womit in den USA wohl unvermeidlich Druck entstehen würde, auch da bald von „Israel first“ auf „America first“ umzustellen. Trump ist also mit seinen Bemerkungen gerade dabei, Israel und die Lobby in eine Situation zu bringen, wo sie nur verlieren können.

Und dazu gibt es nun auch noch ungewöhnlich lautstarken Unmut über „Israel“ im Kongress, wo es bei den Demokraten drei neue palästina-freundliche Mitglieder gibt, und Rand Paul Widerstand gegen die allfällige nächste Tributzahlung der USA an das zionistische Regime angekündigt hat. Und als Kirsche auf der Torte winkt dann noch die Möglichkeit, dass der von Trump-Hassern dominierte US-Kongress, im Vertrauen darauf, dass Trump lügt und die falschen israelischen Beteuerungen, die Saudis nicht zu brauchen, richtig sind, ernsthafte Sanktionen gegen das saudische Regime beschließt, eben um Trump damit ein Ding zu verpassen.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2018/11/30/trump-schaltet-einen-scheinwerfer-auf-israel-ein/

Asyl für die Killer: Grünes Licht für Kashoggi-Mörder

Deutschland belegt wegen der Tötung des saudi-arabischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi 18 saudische Staatsangehörige mit Einreisesperren. Die Betroffenen stünden mutmaßlich in Verbindung zu der Tat, sagte Außenminister Heiko Maas am Rande eines EU-Treffens in Brüssel. Der Bann öffnet den Killern nun eine Möglichkeit, Asyl in Deutschland zu beantragen.

Maas betonte, die Bundesregierung habe sich in der Frage der weiteren Beziehungen zum Blutprinzen-Regime von Kopfab-Herrscher Mohammed bin Salman eng mit Frankreich und Großbritannien abstimmt. In der Uno hatte sich Deutschland parallel zu den Erziehungsschritten gegen Saudi-Arabien in acht  Abstimmungen gemeinsam mit dem Blutprinzenregime gegen Israel gestellt und den Judenstaat wegen seiner immer noch aufrechterhaltenen starren Haltung in der Frage des Ausgelöschtwerdens kritisiert.  Man behalte sich „weitere Schritte“ vor, hieß es in Berlin, möglich sei etwa eine diplomatische Ermahnung zur weiteren Stärkung der Frauenrechte Richtung Riad.

Ein geschicktes diplomatisches Manöver aus dem Hause Maas, das zeigt, wie virtuos der dem Augenschein nach so zwergenhaft wirkende Saarländer  auf der Klaviatur der internationalen Machtpolitik spielt. Denn während die Einreisesperre vordergründig wie eine Bestrafung von mutmaßlichen Mördern wirkt, ist sie in Wirklichkeit ein Rettungsseil, das Heiko Maas auswirft: Gelingt es den Betroffenen, eine deutsche Grenze zu erreichen, können sie einen Asylantrag stellen und dürften hernach dauerhaft in Deutschland bleiben.

Ein raffiniertes Spiel über Bande, mit dem die Bundesregierung angemessen auf die bislang vorliegenden Ermittlungsergebnisse zu dem Fall reagiert. Demnach war der im US-Exil lebende Khashoggi am 2. Oktober im Konsulat seines Heimatlandes Saudi-Arabien in Istanbul durch ein 15-köpfiges Spezialteam im Auftrag der 5000 bis 7000 sogenannten Blutprinzen umgebracht worden, die den engsten Verbündeten unter den arabischen Staaten beherrschen. Riads Generalstaatsanwalt hatte zuletzt für fünf Beteiligte die Todesstrafe gefordert – angeklagt werden sollen insgesamt elf. Auch der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman könnte nach Medienberichten in den Fall verwickelt sein, ihm droht allerdings keine Anklage. Er steht deshalb auch nicht auf der Liste der von den Einreisesperren betroffenen Personen.

Denen eröffnet die drohende Todesstrafe wegen des mutmaßlichen Mordes an dem regierungskritischen saudiarabischen Journalisten eine Hintertür in die als sicher geltenden EU: Während eine drohende Gefängnisstrafe in Saudi-Arabien Anlass sein kann, ein Asylbegehren mit der Begründung abzulehnen, dass der Herkunftsstaat ein legitimes Staatsschutzinteresse verfolge, wenn er den Flüchtling einsperre, gilt das bei einer Gefahr für das Leben nicht mehr, wie sie die mögliche Verhängung der Todesstrafe zweifellos bedeutet. Die Verdächtigten im Mordfall Khashoggi, die Deutschland jetzt mit einer Einreisesperre belegt hat, hätten also durchweg einen legitimen Asylgrund, der als Begründung für die Flüchtlingsanerkennung ausreichen würde.

Der Quincy-Pakt schützt nur den saudischen König, nicht seinen Erben

von Thierry Meyssan

Die Panamaer, die sich an Washingtons Verhaftung von General Noriega, eines US-Angestellten, erinnern, sind über das von Washington dem Saudischen Kronprinzen vorbehaltene Schicksal nicht überrascht. Die Dschamal Khashoggi-Affäre gehört zu den kleineren Verbrechen von MBS, aber sie sollte sein letztes sein. Die Saud Familie ist nicht durch den Quincy-Pakt geschützt, der nur für den König gilt. Die Vereinigten Staaten werden voraussichtlich mehrere Milliarden Dollar zurückholen.

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Als er den Saudi-Kronprinzen „MBS“ empfing, hatte Präsident Trump die von Riyad an sein Land gerichteten kostspieligen Aufträge kurz zusammengefasst und mit einem Lächeln geschlossen: „Sie können das bezahlen, nicht wahr?“

Die Khashoggi Affäre ist eines von vielen Beispielen einer den jeweiligen Umständen angepassten Ethik des Westens.

Das Arabien der Saud

Es ist schon 70 Jahre her, dass man eine eklatante Tatsache ignoriert hat: Saudi Arabien ist kein Staat wie jeder andere. Es ist der Privatbesitz seines Königs und alle diejenigen, die dort wohnen sind nur seine Leibeigenen. Das ist der Grund, warum es wie die Eigentümer, die Saud, heißt, d. h. das Arabien der „Saud“.

Im 18. Jahrhundert verbündete sich ein Beduinenstamm, die Saud, mit der Sekte der Wahhabiten und erhob sich gegen das Osmanische Reich. Es gelang ihnen im Hedschas, in der Region der arabischen Halbinsel, wo die heiligen Städte des Islams, Mekka und Medina liegen, ein Königreich zu errichten. Sie wurden jedoch bald von den Osmanen niedergeschlagen. Im frühen 19. Jahrhundert organisierte ein Überlebender des Stammes Saud einen neuen Aufstand. Aber seine Familie zerfleischte sich und wurde wieder besiegt.

Im zwanzigsten Jahrhundert setzen die Briten schließlich auf die Saud, um das Osmanische Reich zu stürzen und die Öl- und Gasreserven der arabischen Halbinsel auszubeuten. Mit Hilfe von Lawrence von Arabien gründen sie das aktuelle Königreich, das dritte des Stammes.

Die Idee des Foreign Office [Auswärtigen Amtes] war, dass die Saud und die Wahhabiten ihren Leibeigenen verhasst und nicht in der Lage seien, mit ihren Nachbarn auszukommen. In Anbetracht des Missverhältnisses der militärischen Kräfte zwischen den Schwertern der Saud und den modernen Waffen der Briten, war diese Familie nie in der Lage, sich gegen ihre westlichen Herren aufzulehnen. Am Ende des zweiten Weltkrieges aber nutzten die Vereinigten Staaten die Schwäche der Briten, um sich an ihre Stelle zu setzen. Präsident Franklin D. Roosevelt schloss mit dem Gründer des Königreichs auf der USS Quincy den nach dem Unterzeichnungsort benannten Pakt. Die Vereinigten Staaten verpflichteten sich, im Austausch für ihr Öl, die Familie Saud zu beschützen. Darüber hinaus würden die Saud keine Einwände gegen die Schaffung eines jüdischen Staates in Palästina erheben. Dieses Dokument wurde von Präsident George W. Bush erneuert.

Nach Auffassung des Begründers des Wahhabismus, Mohammed Ben Abdelwahhab, sollten alle diejenigen, die sich seiner Sekte nicht anschlossen, ausgerottet werden. Zahlreiche Autoren identifizieren die Nähe des wahhabitischen Lebensstils mit dem von bestimmten jüdischen orthodoxen Sekten und von manchen christlichen puritanischen Pastoren. Um ihren Einfluss im Nahen Osten zu erhalten, beschlossen die Briten jedoch die arabischen Nationalisten zu bekämpfen und die Muslimbruderschaft und die Naqchbandis zu unterstützen. Deshalb baten sie die Saud, im Jahre 1962, die islamische Weltliga zu schaffen, und 1969, das, was wir heute die Organisation für islamische Zusammenarbeit nennen. Der Wahhabismus hat den sunnitischen Islam, den er bis dahin bekämpft hatte, zugelassen. Die Wahhabiten präsentieren sich jetzt als Beschützer der Sunna, aber bekämpfen weiterhin andere Formen des Islams.

Bestrebt, die Brudermorde zu vermeiden, die die Geschichte seiner Familie im 19. Jahrhundert geprägt hatten, führte Ibn Saud ein System der Erbfolge innerhalb seiner Brüder ein. Der Gründer des Königreichs hatte 32 Frauen, die ihm 53 Söhne und 36 Töchter geboren haben. Der älteste unter den Überlebenden, König Salman, ist 82. Um das Königreich zu retten, hat der Familienrat im Jahr 2015 beschlossen, von der brüderlichen Erbfolge abzuweichen und die Kinder des Prinzen Nayef und des neuen Königs Salman als künftige Erben anzuerkennen. Mohammed Ben Salman [MBS] verdrängte letztlich den Sohn von Nayef und wurde einziger Erbe von Saudi Arabien.

Die Sitten der Saud

In der Antike bezeichnete das Wort „arabisch“ die aramäischen Völker, die auf der syrischen Seite des Euphrats lebten. In diesem Sinne sind die Saud keine Araber. Aber der Koran wurde von dem Kalifen in Damaskus zusammengestellt, wodurch das Wort „Araber“ sich heute auf Völker bezieht, die die Sprache des Korans sprechen, also jene des Hedschas. Dieser Oberbegriff verbirgt sehr unterschiedliche Zivilisationen, Beduinen der Wüste und Völker der Städte, in einem geographischen Raum, der vom Atlantik bis zum Persischen Golf reicht.

Vom Kamel plötzlich zum Privatflugzeug gewechselt, hat die Saud-Familie im 21. Jahrhundert die archaische Wüsten-Kultur beibehalten. Zum Beispiel ihren Hass auf die Geschichte. Er ist verantwortlich für die Zerstörung jeglicher historischer Relikte in ihrem Land. Es ist diese Mentalität, die bei den Dschihadisten im Irak und in Syrien am Werk war. Es gibt keinen anderen Grund für die Zerstörung des Elternhauses von Mohammed durch die Saud oder die der sumerischen Keilschrifttafeln durch Daesch.

So wie der Westen die Saud verwendet hat, um die Osmanen zurückzustoßen, – was heute niemand mehr abstreitet -, so hat er die Dschihadisten verwendet, die von Saudi-Arabien finanziert und von den Wahhabiten betreut wurden, um den Irak und Syrien zu zerstören.

Man hat es vergessen, aber zu Beginn der Aggression gegen Syrien, als die westliche Presse den „arabischen Frühling“ erfand, forderte Saudi-Arabien nur den Abtritt des Präsidenten Baschar Al-Assad. Riyad akzeptierte die Beibehaltung seiner Berater, seiner Regierung, seiner Armee und seiner Geheimdienste, denen es nichts vorzuwerfen hatte. Es wollte nur den Kopf von Assad, weil er kein Sunnit ist.

Als Prinz Mohamed Ben Salman (genannt „MBS“) der jüngste Verteidigungsminister der Welt wurde, hat er gefordert, die Ölfelder des „leeren Viertels“, eine Zone beiderseits der jemenitisch-arabischen Grenze ausbeuten zu können. Als Jemen ablehnte, startete er einen Krieg, um sich und seinen Großvater mit Ruhm zu krönen. In Wirklichkeit hat niemand es jemals geschafft, sich im Jemen einzunisten, so wenig wie in Afghanistan. Egal, der Kronprinz manifestiert seine Macht durch den Lebensmittelentzug für 7 Millionen Menschen. Wenn auch alle Mitglieder des Sicherheitsrats besorgt sind über die humanitäre Krise, wagt niemand den schwarzen Ritter MBS zu kritisieren.

Als Berater seines Vaters König Salman, schlägt MBS ihm vor, den Anführer der innenpolitischen Opposition, Scheich Nimr Baqr al-Nimr zu eliminieren [1]. Der Mann war sicherlich friedlich, aber er war ein Ungläubiger in der Sicht der Wahhabiten, ein Schiit. Er wurde enthauptet, ohne im Westen Protest hervorzurufen. Dann ließ MBS Mussawara und Chuweikat im Großraum Qatif zerstören. Alles Schiiten! Auch hier hat der Westen die von Panzern niedergemachten Städte oder die massakrierten Leibeigenen nicht gesehen.

MBS, der keine Widersprüche duldet, bringt seinen Vater dazu, im Juni 2017 mit Katar zu brechen, welcher die Dreistigkeit hatte, für den Iran, gegen Saudi Arabien, Partei zu ergreifen. Er befiehlt allen arabischen Staaten ihm zu folgen und schafft es, das Emirat vorübergehend zurückzudrängen.

Als Präsident Trump ins Weiße Haus kommt, gibt er die Jemeniten preis und überlässt sie ihrem Todeskampf, unter der Bedingung, dass Riyad die Unterstützung der Dschihadisten aufgibt.

Da aber kommt Jared Kushner, der Berater des Präsidenten Trump mit der Idee, das Öl-Geld zurückzuholen, um die US-Wirtschaft zu retten. Das immense Vermögen der Saud ist nichts anderes als das Geld, das der Westen im Allgemeinen und die USA im Besonderen ihm für seine Kohlenwasserstoffe wie selbstverständlich bezahlt haben. Es ist nicht das Ergebnis ihrer Arbeit, nur eine Rente für ihren Besitz. Der junge Mann organisiert im November 2017 den Palastputsch [2]. 1300 Mitglieder der königlichen Familie werden unter Hausarrest gestellt, einschließlich des unehelichen Kindes des Stammes Fadh, Premierminister des Libanon, Saad Hariri. Manche werden an den Füßen aufgehängt und gefoltert. Alle müssen die Hälfte ihres Vermögens dem Kronprinzen „offerieren“. „MBS“ kassiert im eigenen Namen mindestens 800 Milliarden Dollar in Bar und Aktien [3]. Schwerwiegender Fehler!

Das Vermögen der Saud, bisher unter allen geteilt, konzentrierte sich in einer Hand, die nicht jene des Königs war und daher des Staates. Es genügt also einfach diesen Arm zu verdrehen, um das versteckte Geld zurückzuholen.

MBS droht auch dem Kuwait mit dem gleichen Schicksal wie Jemen, wenn es ihm nicht seine Ölreserven an der gemeinsamen Grenze anbietet. Aber die Zeit vergeht schnell.

Die Operation Khashoggi

Man brauchte einfach nur warten. Am 2. Oktober 2018 ließ MBS im Saudi-Konsulat in Istanbul einen der Handlanger des Prinzen al-Walid Ben Talal, den Journalisten Dschamal Khashoggi, ermorden, unter Verletzung von Artikel 55 des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen [4].

Dschamal Khashoggi war der Enkel von König Abdul Aziz‘s persönlichem Leibarzt. Er war der Neffe des Waffenhändlers Adnan Khashoggi, der die saudische Luftwaffe ausstattete, und dann im Auftrag des Pentagon den schiitischen Iran gegen den sunnitischen Irak belieferte. Samira Khashoggi, seine Tante, ist die Mutter von Dodi Al-Fayed, dem Waffenhändler (beseitigt mit seiner Partnerin, der britischen Prinzessin Lady Diana [5]).

Dschamal war mit dem Palaststreich verbunden worden, den der alte Prinz al-Walid gegen MBS vorbereitete. Gedungene Mörder schnitten ihm die Finger ab und zerstückelten ihn bevor sie seinen Kopf ihrem Herren, MBS, vorlegten. Die Operation war von den türkischen und US-amerikanischen Geheimdiensten sorgfältig aufgezeichnet worden.

In Washington verlangen Presse und US-Parlamentarier, dass Präsident Trump Sanktionen gegen Riyad ergreift [6].

Ein Berater von MBS, Turki Al-Dakhil, antwortete, dass, wenn die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen das Königreich ergriffen, es bereit sei, die Weltordnung umzustoßen [7]. Denn in der Tradition der Beduinen der Wüste muss jede Beleidigung um jeden Preis gerächt werden.

Ihm zufolge bereite das Königreich ca. 30 Maßnahmen vor, von denen die bedeutendsten sind:
- Die Öl-Produktion auf 7,5 Millionen Barrel pro Tag herunterzufahren, was einen Preisanstieg zu $ 200 pro Barrel verursachen würde. Das Königreich würde fordern, in anderen Währungen als dem Dollar bezahlt zu werden, was das Ende seiner Hegemonie bedeuten würde;
- Sich von Washington zu entfernen und Teheran anzunähern;
- Waffen in Russland und China zu kaufen. Das Königreich würde Russland in Tabuk, im Nordwesten des Landes, in der Nähe von Syrien, Israel und dem Libanon und Irak einen Militärstützpunkt anbieten; – Des Schadens bewusst, den das Raubtier verursachen kann, bläst das Weiße Haus zum Halali. Als er sich verspätet seiner Rede über die „Menschenrechte“ erinnerte, erklärte der Westen im Chor, dass er diesen mittelalterlichen Tyrannen nicht mehr unterstütze [8]. Alle Wirtschaftsführer, einer nach dem anderen, willigen in die Anweisungen aus Washington ein und stornieren ihre Teilnahme am Forum in Riyad. Unter dem Hinweis, dass Khashoggi seinen „Wohnsitz in den USA“ habe, erwähnen Präsident Trump und sein Berater Kushner die Beschlagnahmung seines Vermögens zugunsten der Vereinigten Staaten, um ihren Zorn zu besänftigen.

In Tel Aviv ist Panik ausgebrochen. MBS war der beste Partner von Benjamin Netanyahu [9]. Er hatte ihn gebeten, einen gemeinsamen Generalstab in Somaliland zu bilden, um die Jemeniten zu vernichten. Er selbst reiste Ende 2017 heimlich nach Israel. Der ehemalige US-Botschafter in Tel Aviv, Daniel B. Shapiro, warnte seine israelischen Glaubensgenossen: mit einem solchen Verbündeten, bringe Netanyahu das Land in Gefahr [10].

Der Quincy-Pakt schützt nur den König, nicht den Prätendenten auf seinem Thron.

Übersetzung
Horst Frohlich
Korrekturlesen : Werner Leuthäusser

[1] „Scheich al-Nimrs Tod bringt das Saudi-Regime ins Wanken“, von André Chamy, Übersetzung Sabine, Voltaire Netzwerk, 14. Januar 2016.

[2] „Palastrevolution in Riyad“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 8. November 2017.

[3] “Saudis Target Up to $800 Billion in Assets”, Margherita Stancati & Summer Said, Wall Street Journal, November 8, 2017.

[4] « Convention de Vienne sur les relations consulaires », Réseau Voltaire, 24 avril 1963.

[5] Lady died, par Francis Gillery, Fayard éd., 2006. « Francis Gillery : „J’ai étudié le mécanisme du mensonge d’État dans l’affaire Diana“ », par Thierry Meyssan, Réseau Voltaire, 23 août 2007.

[6] “The disappearance of Jamal Khashoggi”, by Manal al-Sharif, Washington Post (United States) , 9 October 2018. “Letter by the Senate Foreign Relations Committee on the disappearance of Jamal Khashoggi”, 10 October 2018.

[7] “US sanctions on Riyadh would mean Washington is stabbing itself”, Turki Al-Dakhil, Al-Arabiya, October 14, 2018.

[8] « Déclaration conjointe des ministres des affaires étrangères d’Allemagne, de France et du Royaume-Uni sur la disparition de Jamal Khashoggi », « Déclaration de la France, de l’Allemagne et du Royaume-Uni sur la mort de Jamal Khashoggi », Réseau Voltaire, 14 et 21 octobre 2018.

[9] „Exklusiv: Geheime Projekte von Israel und Saudi Arabien“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 22. Juni 2015.

[10] “Why the Khashoggi Murder Is a Disaster for Israel”, Daniel Shapiro, Haaretz, October17, 2018.

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