GR: Vorbereitung auf Drachme

Immer mehr Unternehmen, Banken und Privatleute bereiten sich auf den Euro-Austritt Griechenlands vor. Banken haben so genannte „Notfallpläne“ bereits in der Schublade.

 

Immer mehr Unternehmen treffen intern Vorbereitungen für das Ende des Euros. Das Thema ist in der Öffentlichkeit zwar tabu. Doch hinter den Kulissen bereiten sich Unternehmen, Banken und Privatleute, die langlaufende Geschäfts- und Zahlungsbeziehungen mit Griechenland haben,  auf den Euro-Austritt des Landes vor. Das berichtet die Wirtschaftswoche und zitiert Sven Zeller, Jurist und Partner bei Clifford Chance in Frankfurt Dieser bestätigt, dass ich  die Anfragen von Fonds-Managern, Bankern und in Griechenland investierten Immobilien-Unternehmen häufen. „Alle wollen wissen, wie sie vermeiden können, dass ihre Forderungen von Euro auf eine Weichwährung umgestellt werden – egal ob Neu-Drachme oder Süd-Euro.“

 

Die Vorbereitungen auf einen Euro-Austritt werden diskret getroffen. Nur wenige äußern sich so offen wie der Reisekonzern Tui. Dieser will sich gegen eine mögliche Währungsumstellung von Euro auf Drachme absichern. Bereits im November wurde von einem  Schreiben des Konzerns an griechische Hoteliers berichtet, einen neuen Vertrag vor dem Hintergrund einer möglichen Währungsumstellung zu unterschreiben. „Wir müssen uns gegen solche Währungsrisiken absichern. Es gibt eine mehr als theoretische Möglichkeit, dass Griechenland aus der Euro-Zone aussteigt.“

 

Banken mit Notfallplan

Einen Notfallplan für das „Restrisiko“ eines Euro-Zerfalls müsse jedes Institut haben, schon im Sinne guter Unternehmensführung, wird Commerzbank-Chef Martin Blessing im Handelsblatt zitiert. „Man wird kaum eine Bank finden, die sich nicht schon Gedanken darüber gemacht hat.“

Eine Absicherung für die Banken besteht darin, ihre Töchter in südeuropäischen Schuldnerstaaten möglichst autark in ihrer Refinanzierung aufzustellen, indem jeweils Forderungen und Verbindlichkeiten in Balance gehalten werden, schreibt das Handelsblatt. Demnach verschulden sich Institute, die Staatsanleihen südeuropäischer Länder halten, häufiger über ihre südeuropäischen Töchter. Das Kalkül: Bricht der Euro auseinander, erhalten diese Institute für ihre Staatsanleihen aus Italien oder Spanien vermutlich nur noch Lira oder Peseten. Ihre Schulden vor Ort werden dann aber ebenfalls auf die neuen Landeswährungen umgestellt.

 

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