Euro unter 1,26 Dollar – Gipfel-Euphorie ebbt ab

Frankfurt/Main (dpa) – Der Euro ist am Montag mit Kursverlusten in die neue Handelswoche gegangen und unter die Marke 1,26 US-Dollar gefallen. Trübe Aussichten für die Weltkonjunktur und schlechte Nachrichten aus der Eurozone hätten die Gemeinschaftswährung unter Druck gebracht, hieß es aus dem Handel. Am späten Nachmittag wurde der Euro bei 1,2585 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2593 (Freitag: 1,2590) Dollar festgesetzt. Nach dem Brüsseler EU-Gipfel zur Schuldenkrise war der Euro am Freitag noch um mehr als zwei Cent auf knapp unter 1,27 Dollar geklettert.

Zum Wochenauftakt waren Anleger einmal mehr mit schlechten Konjunkturaussichten rund um den Globus konfrontiert. In den größten Volkswirtschaften der Welt, China und USA, gaben die Einkaufsmanagerindizes ebenso weiter nach wie in den großen Euro-Krisenländern Spanien und Italien. Der Dollar wird im derzeitigen Umfeld hoher Unsicherheit gewöhnlich als sichere Alternative gesucht und hat daher trotz der schwachen US-Daten gegenüber dem Euro zugelegt.

Zudem scheint die Euphorie nach den Beschlüssen des EU-Spitzentreffens zur Schuldenkrise verflogen. «Von einer Trendwende kann noch nicht gesprochen werden», so Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Eine Reihe schlechter Neuigkeiten aus der Eurozone dürfte Anlegern rasch wieder ins Gedächtnis gerufen haben, wie kritisch die Lage nach wie vor ist. So rutscht die spanische Wirtschaft immer tiefer in die Rezession, die Arbeitslosigkeit im Währungsraum ist auf ein neues Rekordhoch geklettert und im französischen Staatshaushalt tun sich große Löcher auf. Die Finanzmärkte setzen nun auf die EZB –

eine Senkung des Leitzinses am kommenden Donnerstag gilt bereits als ausgemacht.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,8041 (0,8068) britische Pfund, 100,51 (100,13) japanische Yen und 1,2015 (1,2030) Schweizer Franken fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1592,00 (Freitag: 1598,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39 950,00 (39 430,00) Euro.

 

http://www.eu-info.de/dpa-europaticker/213848.html

Wer hat Angst vor der DM?

Verhindern die USA eine Rückkehr Deutschlands zur DM? Eine neue Deutsche Mark würde schnell zu einem Sammelbecken für ausländisches Kapital werden. Und im Vergleich zum Schweizer Franken und anderen Witzwährungen wäre diese Mark aufnahmefähig für soviel Geld, dass das Ende des US-Dollars nur eine Frage der Zeit wäre.

 

von Peter Ziemann

Mann-o-Mann: Da brechen die Aktienmärkte einige Tage um einen immer noch einstelligen Prozentsatz ein – und im Politbüro der Zentralbanker herrscht helle Panik. Wie viel fiktives Aktienkapital darf denn durch die Märkte ausgelöscht werden, damit das System weiterhin nicht über die Klippe springt?

Anscheinend nicht sehr viel – denn ansonsten hätten wir nicht die Aktionen von gestern und heute beobachtet, die mit massiver Kreditgeld-Flutung die Aktienmärkte wieder nach oben haben drehen lassen.

Seit dem von Ronald Reagan mit seinem willigen Helfer Alan Greenspan (den Paul Volcker hatte Reagan damals als FED-Chef gefeuert, weil er Reagans Aufrüstung auf Kredit nicht finanzieren wollte) der US-Dollar mittels Negativ-Realzinsen endgültig zum Klopapier gemacht worden ist, hat das (fiktive) Aktien-Eigenkapital der Unternehmen den (echten) Kapitalstock der Unternehmen verdrängt. Charakteristisch für dieses System war eine starke Hebelung des (fiktiven) Eigenkapitals mit Kreditgeld – dieses war ja zu Kosten unterhalb der realen Inflationsrate leistbar. Dieses System macht es – der guten Ordnung halber – notwendig, dass der an der Börse ausgewiesene fiktive Unternehmenswert noch einigermaßen hohe Sicherheiten für das aufgenommene Kreditgeld bietet.

Deshalb werden auch Einbrüche bei den Aktienwerten sofort durch unsere Geld-Zauberer wieder korrigiert. Die Unternehmen mit ihrem vollgepumpten Fremdkapital wären einfach nicht mehr überlebensfähig. Industrie-Aktien stellen heute keinen realen Wert mehr da, sondern sind ähnlich wie Hedge-Fonds hoch gehebelte spekulative Finanzwerte.

Zweite Beobachtung: Durch die Deregulierung der 80er-Jahre kam es zu einer zunehmenden Verschmelzung von Investment- und Savings-Banken. Zur Rettung des US-Dollars – der sich bereits in den 80er-Jahren in einer kritischen Phase befand – wurden die Spareinlagen der US-Bürger durch die Investment-Banken angezapft. Es folgte eine wirklich langjährige Phase der Blasenbildung an den Asset-Märkten bei gleichzeitigem Real-Einkommensrückgang des amerikanischen Mittelstands.

Die Phase der Blasenwirtschaften – also derjenigen Ökonomien, die nichts produzieren und von den Produkten der Weltmärkte mit Kreditausweitung konsumieren – begann nun. Erst waren das die USA und Großbritannien, dann folgten mit der Euro-Einführung Spanien, Griechenland, Portugal etc – praktisch alle Volkswirtschaften mit Ausnahme von Deutschland.

Es ist daher eine von deutschen Wirtschafts-Eliten gerne gepflegte Illusion, dass letztlich Frankreich an der Euro-Einführung den größten Anteil hatte. Vielmehr waren es die Vereinigten Staaten, die ihren mit Volksersparnissen gehebelten US-Dollar gegen die Deutsche Mark – die zu diesem Zeitpunkt nicht mit solchen Betrügereien hochgepusht worden ist – zu verteidigen. Mit der Integration der DM in den Euro setzte sich das US-Spiel der 80er-Jahre in Europa in ähnlicher Form fort.

Deshalb lassen die US-Amerikaner auch die Deutschen nicht aus dem Euro aussteigen. Selbst eine zum damaligen Kurs rück umgestellte Deutsche Mark würde schnell zu einem Sammelbecken für ausländisches Kapital werden. Und im Vergleich zum Schweizer Franken und anderen Witzwährungen wäre diese Mark aufnahmefähig für soviel Geld, dass das Ende des US-Dollars nur eine Frage der Zeit wäre.

Nicht der Franzose hat Angst vor der Deutschen Mark, sondern das US-Establishment und seine  Hintermänner der Ostküste.

So bleibt den Papiergeld-Flüchtigen derzeit nur noch das Gold als Fluchtmarkt, der einigermaßen großes Volumen besitzt, um täglich Milliardenbeträge aufnehmen zu können.

Hier wacht das Gold-Kartell im Auftrag von FED und anderer Zentralbanken: Und jede massive Drückung wie gestern Nachmittag um $45 zeigt uns, wie kritisch die Wirkung des gelben Metalls als Fluchtwährung von den Papiergeld-Verbrechern gesehen wird. Es ist gut, wenn man auf diese Art und Weise Bestätigung für die eigenen Thesen und damit den eigenen Investment-Schwerpunkt erhält. Auch wenn die medialen Dummschwätzer nun wieder mit ihren Chören des angeblich so unsicheren Golds einsetzen mögen.

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