Zweifelhafte Quellen bei Krr-Faq.net, Antireichsdeppenforum und Reichlings Blog

Um folgenden Artikel geht es:

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Quelle: http://reichling.xobor.de/t5f22-Braunbuch.html

Interessant ist folgender Auszug, auf dem sich dieser bezahlte BRD Schreiberling „Apifera“ aka „Reichling“ (Betreiber von Krr-Faq.net, Reichling´s Blog und weiterer BRD Propagandaseiten) bezieht:

So hat Simon Wiesenthal beispielsweise nachgewiesen, dass 39 ehemalige National-Sozialisten in Presse und Rundfunk der DDR untergeschlüpft sind.

Quelle: http://www.zum-leben.de/uploads/media/Deutschland_einig_Vaterland.pdf

Simon Wiesenthal, eine Person, die man der Lüge überführt hat, soll eine seriöse Quelle darstellen!?

Wir berichteten schon über die Lügen Wiesenthals: https://volksbetrugpunktnet.wordpress.com/2013/04/14/der-doppelte-wiesenthal/

Selbst im BRD Staatsfernsehen, berichtete die Sendung „Panorama“, in ihrer Sendung vom 08. Februar 1996, über den Lügner Simon Wiesenthal:

Das Lügen, hat selbst im neuem BRD Hetzforum „Reichsdeppenforum“ bzw. „Antireichsdeppenforum“ weiterhin Tradition.

Es wird nicht bestritten, daß es in der DDR ehemalige Nazigrößen gab. Die Behauptung, des bezahlten Forentrolles „Apifera“, wir hätten behauptet: „Die DDR verkörperte das bessere Deutschland.“, ist eine Erfindung und nirgends zu finden. Davon abgesehen, eine DDR gibt es nicht mehr. Die Nazi-BRD, gibt es aber noch.

Einigen BRD Nazigrößen haben wir das 4.Reich, Namens EU, zu verdanken. Im folgendem Bericht, hatten wir dieses Thema abgehandelt:

https://volksbetrugpunktnet.wordpress.com/2013/04/16/eu-superstaat-im-verfall-vii-rothschilds-4-reich-kriegserklarung-gegen-den-widerspenstigen-vasallenstaat-deutschland-fur-die-ubernahme-der-eu/

Erstaunlicherweise, ist man auf den Bericht „Die Bushfamlie und ihre Geschäfte mit den Nazis“ und  „Axel Springer, war ein Nazi“, der sich im selbigen Bericht befand, keineswegs eingegangen.

Hier nochmals der Bericht, auf dem sich Apifera bezieht, zum nachlesen: https://volksbetrugpunktnet.wordpress.com/2013/02/27/was-uns-die-wahren-nazis-antireichsdeppenforum-krr-faq-net-und-reichlings-blog-verschweigen-das-braunbuch/

Glaubwürdigkeit, stellt man sich anders vor. Nicht so!

Euer VNV

Der doppelte Wiesenthal

Tom Segev: Simon Wiesenthal: die Biografie. Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. München, Siedlerverlag 2010. Guy Walters: Hunting Evil: How the Nazi Criminals Escaped and the Hunt to Bring Them to Justice. Bantam Press, London 2009

Bei der öffentlichen Kritik an jüdischen Repräsentanten ist Sensibilität geboten. Man kritisiert sie als diese Repräsentanten und damit als Juden. Das aber ist ein Einfallstor für Antisemitismus, und sei es für dessen unbewusste Spielart. Aber wen hat Wiesenthal repräsentiert? Unser schlechtes Gewissen? Wiesenthal war der Lückenbüßer für die Unfähigkeit der Österreicher und Deutschen, die Judenvernichtung aufzuarbeiten. Es war entlastend, dass es diesen Juden gab, der die Defizite der deutschen (BRD und DDR) und österreichischen Justiz bei der Strafverfolgung von NS-Verbrechen ausglich. Wiesenthal stand für einen moralischen Anspruch, auf den das ganze Gewicht der Judenvernichtung als Gravitationsfeld einwirkte. Das blockierte bis vor kurzem eine Kritik an ihm. In Deutschland gab es Ansätze dazu (vgl. Artikel “ODESSA: Arbeit am Mythos”), die aber kaum durchdrangen. Hier wäre eine banale Geschichte abgelehnter Rezensionen, ignorierter Kritik und gewundener Klappentexte zu erzählen. Lassen wir´s. Es kam, wie es kommen musste: Die Kritik an Wiesenthal kam aus dem Ausland, und ebenso der Versuch seiner Rehabilitierung.

Der britische Journalist Guy Walters hat in einem Buch ausgeführt, was Kenner der Materie schon wussten: Simon Wiesenthal ist keine saubere Quelle. Er war, so Walters starke Worte, ein Lügner und Angeber, der rücksichtslos und unverantwortlich vorging. Walters Buch ist keine Wiesenthal-Biografie, aber je weiter der Autor recherchierte, desto stärker geriet Wiesenthal in seinen Fokus und ist zum Thema von Hunting Evil geworden.

Walters Abrechnung mit Wiesenthal beginnt bei dessen autobiographischen Schilderungen, in denen vieles nicht stimmt. Das wäre nicht das Schlimmste, denn Dichtung und Wahrheit liegen bei Autobiographien nahe beieinander. An die Autobiografien von Überlebenden der KZs können nicht die üblichen Maßstäbe angelegt werden. Ob sie sich als Juden gefühlt hatten oder nicht: Die NS-Herrschaft machte sie ohne Unterschiede zu Mitgliedern einer „jüdischen Rasse“. Diese Rasse gibt es nicht, aber was machten diejenigen, denen der Judenstern aufgezwungen worden war, nach 1945? Sie mussten sich ihre Identität neu aufbauen. Die zahlreichen autobiografischen Schriften Wiesenthals, auf die Segev hinweist, zeugen davon. Das Überleben wird zu einer lebenslangen Last, auch wenn die Verfolgung aufgehört hat. Wiesenthals Leben und Arbeit ist imprägniert von dieser Mühe des Weiterlebens. Dass Überlebende Schrullen haben, auch die von Walters diagnostizierte Eitelkeit Wiesenthals, muss eine Biografie über ihn im Blick haben.

Walters‘ Kritik zielt unmittelbar auf das Lebenswerk Wiesenthals, die Jagd nach Naziverbrechern. An einigen Stellen hat er fraglos recht. Wiesenthal hat Fakten erfunden und sich Verdienste zugerechnet, die ihm nicht zukamen. Von den zahlreichen Beispielen seien die beiden bekanntesten erwähnt. Die legendäre SS-Fluchthilfeorganisation ODESSA gab es nicht, sie ist ein von Wiesenthal (und der Stasi!) geschaffenes Phantom[1]. Auch die Entdeckung Eichmanns in seinem argentinischen Unterschlupf war nicht Wiesenthals Werk, wie er behauptet. Seine Initiativen zur Auslieferung des nach Chile geflohenen Gaswagen-Organisators Walther Rauff waren öffentlichkeitswirksam und politisch sinnvoll, aber Akten des Auswärtigen Amtes (die Walters nicht kennt) relativieren seine Rolle erheblich (vgl. Artikel “Eine lange Nachgeschichte – Der Fall des SS-Standartenführers Walther Rauff nach 1945 in Chile”). Ein israelischer Diplomat hat es auf eine schlüssige Formel gebracht: Wiesenthal war ein Nazijäger, aber kein Nazifänger.

Der israelische Historiker Segev greift in Simon Wiesenthal: die Biografie, was Wiesenthal und Rauff betrifft, ganz und gar daneben. „Danach (1962-72) war er [Rauff] für einige Zeit verschwunden“. Vielleicht für Wiesenthal, aber nicht für den Rest der Welt. Rauff wurde 1962 in Chile wegen eines deutschen Haftbefehls verhaftet, und es begann ein Auslieferungsverfahren, das der Oberste Gerichtshof in Santiago stoppte. Das ging breit durch die Presse. Rauff lebte unter seinem richtigen Namen in Chile. 1966 fand ihn ein Team des US-Senders NBC-TV und strahlte ein Interview mit ihm aus.

Solche Schnitzer können Segev nur passieren, weil er sich fast ausschließlich auf Wiesenthals Archiv und dessen ausführliche Korrespondenzen stützt. Segevs Kronzeuge zu Wiesenthal ist allzu häufig Wiesenthal, und das führt zu einem Verlust an kritischer Distanz. Segev kritisiert an Wiesenthal in etwa dieselben Punkte wie Walters, wenn auch mit mehr Einfühlung, aber er nimmt Wiesenthal zu sehr beim Wort. Der ständige Bezug auf Wiesenthal als Quelle führt notwendigerweise zu Rückkopplungen, bei denen Wiesenthals Selbststilisierungen ohne kritische Sichtung in „Die Biografie“ (so Segevs Untertitel) eingehen.

Wiesenthal war unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg einer der wenigen, die auf das Versagen der Justiz gegenüber Naziverbrechern hinwiesen und handelten, wenn er sah, dass Judenmörder unbehelligt lebten. Es gab viele Nazijäger damals, die so anonym wie möglich arbeiteten; Wiesenthal exponierte sich, und deshalb kamen Informanten zu ihm. Je besser die diskreten Nazijäger sich tarnten, desto sichtbarer wurde Wiesenthal. Er war die Kehrseite eines unauffälligen oder unsichtbaren Netzwerks, das zu erforschen weit mehr Mühe machen würde als die immerhin gründliche und lange, mit vielen Reisen verbundene Recherche von Walters. Gewiss, Wiesenthal gefiel sich in dieser Rolle, aber für Kritik oder Lob seiner Figur sollte deren Prominenz zweitrangig sein. Wiesenthal durfte sein Netzwerk und seine Konkurrenten nicht nennen, und er musste sich exponieren, um als politische Autorität Druck ausüben zu können.

Der Nestbeschmutzer

Wiesenthal war in Österreich verhasst und galt als Nestbeschmutzer, denn das Land beanspruchte, das erste Opfer Hitlers gewesen zu sein. Während in Deutschland das schlechte Gewissen die antisemitischen Impulse unterdrückte, kamen sie in Österreich recht ungeschminkt zum Vorschein. Segev bringt Beispiele genug. In dieser Umgebung wurde Wiesenthal zur Hassfigur. Unbewusste Schuldgefühle produzierten, wie die Wiener Zeitschrift Profil schreibt, das Bild des jüdischen Racheengels, der dem großen Verbrechen die große Strafe folgen lässt.

Segev nennt Wien „das ideale Betätigungsfeld für Spione aus aller Welt“ (S. 142). Und hier begann der in einem Kronland der K.u.K. geborene Altösterreicher Wiesenthal als eine Art Privatspion. Die Unmöglichkeit, als prominenter Jude in Wien zu leben, wo Hitler zum Antisemiten wurde, wie er in Mein Kampf schreibt, und wo in Laufnähe von Wiesenthals Büro eine Straße nach einem antisemitischen Bürgermeister benannt ist, den Hitler in seinem Buch lobend erwähnt, löste Wiesenthal durch ein bewusst gechaffenes, scharfes Eigenprofil auf. Wien war der Ort, wo jeder, der nicht ins Heimatmilieu hineingeboren ist, um seine Selbstdefinition kämpfen muss. Der hässliche Streit Wiesenthals mit Bruno Kreisky (Jude und Sozialdemokrat), wer denn Jude und wer Österreicher sei, die kleinlichen Machtkämpfe innerhalb der Wiener jüdischen Gemeinde sind auf diesem Nährboden gewachsen. Auch die unerfreuliche Konkurrenz zwischen Beate und Serge Klarsfeld und Wiesenthal wird im Kontext innerjüdischer Fraktionierungen verständlich. Es gehört ohnehin zu den interessantesten Aspekten von Segevs Buch, seine Figuren aus der ungewohnten Perspektive eines israelischen Juden gedeutet zu sehen. Simon Wiesenthal: die Biografie ist ein sehr jüdisches Buch, nicht einmal die Witze fehlen.

Das Spionagemilieu

Wiesenthal hat sein Dokumentationszentrum aus dem Nichts geschaffen. Er war Autodidakt ohne nennenswertes Mitarbeiterteam. Wo es kein Vorbild gibt, entstehen Eigenwilligkeiten, selbst geschaffene Kanonisierungen, ohne die die Arbeit keine Struktur bekäme. Dann nahm seine Jagd nach Nazis Dimensionen an, die er organisatorisch und infrastrukturell nicht bewältigen konnte. „Das hier ist das letzte Büro!“, sagte er einmal, Briefmarken ausschneidend, zu mir, als er vor seinem Schreibtisch, auf Augenhöhe mit seinen Besuchern, auf den Kabelsalat verwies, der über die Regale lief.

Das Milieu, in dem Wiesenthal arbeitete und seine Informanten hatte, war obskur. Es gab Nazis, die ihm Informationen über frühere Freunde steckten, um alte Rechnungen zu begleichen. Wilhelm Höttl etwa, ein hoher österreichischer Funktionär des Reichssicherheitshauptamts, spielte nach dem Krieg die Rolle eines Doppelagenten zwischen Ost und West und lebte zudem von seinen revisionistischen Schriften. An solchen Figuren führte für Wiesenthal kein Weg vorbei. Geldzahlungen gegen Informationen sind heikel, aber in konkreten Situationen eine logische Option. Aber auch die Zeugnisse von KZ-Überlebenden sind gelegentlich von Traumata und Suggestionen getrübt. Wiesenthal mag hier manchmal zu gutgläubig gewesen sein, aber es ging ihm um Einzeltäterschaft, und um die zu beweisen haben sich gut ausgestattete Gerichte schwer getan.

Auch Segev merkt getreulich an, dass Wiesenthal immer wieder die Fantasie durchging. Wenn Wiesenthal einmal sagt, dass er in Auschwitz war, und dann wieder, dass er nicht da war, sind Zweifel an seiner Seriosität geboten. Segev kommt zu Schlussfolgerungen wie der, dass „ Wiesenthal zumindest den eigentlichen Kern der Geschichte nicht erfunden hat“ (S. 129 im Zusammenhang der Eichmann-Entführung, s.a. S. 136). Damit mogelt er sich um das Problem herum. Wiesenthal hat ODESSA erfunden oder ist auf Fehlinformationen reingefallen. Statt die Anfangsversion zu korrigieren, hat er sie ausgeschmückt und einen Mythos geschaffen, an den die Welt bereitwillig geglaubt hat und der erst in den letzten Jahren widerlegt wurde. Die Widerlegung kommt bei Segev nicht vor. Allerdings zitiert er aus dieser Literatur, wenn es seine Lesarten stützt (S. 137, Fußnote 21, es gibt weitere pauschale Quellenhinweise, die eher verdunkeln als erhellen). Statt auf die Diskussion zum Thema einzugehen, munkelt er, die ganze Wahrheit sei noch nicht ans Licht gekommen und zitiert pauschal ein Buch, das immerhin einiges Licht in die Sache bringt. Aber um das zu merken, muss man es gelesen haben. Segev zieht sich lapidar und ohne Begründung auf Unbeweisbarkeit zurück (S. 137). Sein Buch besteht aus diesem schwer fassbaren „Wahrheitskern“ und einer Unzahl von Anekdoten, die sich darum herum ranken.

Auf dem Sockel

Als die zeitliche Distanz zum Hitlerreich groß genug war, hievte man Wiesenthal auf einen Sockel. Nun stocherte er nicht mehr in einer unverheilten Wunde, sondern war Vorkämpfer der Gerechtigkeit. Die Öffentlichkeit war der Motor dieser Erhöhung. Wiesenthal selbst benutzte die Presse wie ein Pianist die Klaviatur. Ich sprach ihn einmal auf eine Information an, die ich nicht glauben konnte, und er antwortete seelenruhig, das habe er gesagt, um den Feind aus der Reserve zu locken. Eine ähnliche Episode erwähnt Segev: Wiesenthal setzte in die Welt, Eichmann lebe in Kairo, und verfolgte dann gutgelaunt die Meldung in der Presse. Er glaubte, er habe damit „der jüdischen Sache propagandistisch gedient“ (S. 144). Er gab, wie ihn Walters zitiert, der Presse das Fressen, das sie wollte. Wenn Wiesenthal auf falscher Spur war oder gar einen Unschuldigen verdächtigte und die Behörden nicht gleich reagierten, vermutete er Komplizenschaft und gab ein Zeitungsinterview. Damit überreizte er ein Mittel, das alle MenschenrechtsarbeiterInnen routinemäßig benutzen, weil sie kaum ein anderes haben. Äußerste Diskretion, um die Nazijagd nicht zu gefährden, und offensive Pressearbeit, um sie voranzutreiben, das verträgt sich auf die Dauer nicht. Die Zwiespältigkeit Wiesenthals geht auf die Rolle zurück, die er übernahm, als es damit nichts zu gewinnen und viel zu verlieren gab. Diese objektiven Bedingungen übersieht Walters.

Man könnte meinen, die List der Vernunft sei am Werk gewesen, als die beiden Bücher gleichzeitig geschrieben wurden wie These und Antithese. Vielleicht ging es nur kontrovers und ein wenig parteiisch. Für emotionsfreie Studien zu diesem Thema ist es noch zu früh. Dass die Bücher nun so vorliegen, ist eine produktive Herausforderung. Biografien von Menschen, die den Holocaust überlebt haben, müssen die völlig verschiedenen Kontexte vor und nach 1945 methodisch reflektieren. Die meisten laden die Jahre der Verfolgung dramatisch auf und flachen für die Zeit danach ab. Die Zeit nach „45“ ist die lange Nachgeschichte. Bei Wiesenthal geht das nicht. Segev hat ein Gespür für diese Herausforderung.

Die beiden Bücher sollten im deutschen Sprachraum Anlass für argumentativen Austausch sein. Doch die deutsche intellektuelle Provinz scheint Wiesenthal für einen Teil ihrer Museumskultur zu halten. Segevs Buch erschien zeitgleich in Hebräisch und Deutsch und wurde breit und wohlwollend rezensiert. Das hat es verdient; es ist über weite Passagen solide gearbeitet, gut geschrieben und zeigt bei alle Sympathie des Autors mit seinem Gegenstand einen versachlichten und vielschichtigen Wiesenthal. Bei allem Presselob ist aber die Kritik Walters an Wiesenthal, auf die Segev immerhin eingeht, unter den Tisch gefallen. Im englischen Sprachraum ist Wiesenthal von seinem Sockel gehoben, im deutschen steht er noch drauf. Diese Schieflage ist nicht das Ergebnis gebotener deutscher Sensibilität gegenüber dem Thema, sondern deutscher Verklemmtheit. Wenn österreichische und deutsche Intellektuelle sich ihrer Einstellung gegenüber den Juden und dem Staat Israel sicher wären, könnten sie sich guten Gewissens auf die Kritik der Bücher und öffentlichen Äußerungen Wiesenthals einlassen. Solange eine sachlich fundierte Kritik an einem jüdischen Autor reflexartig unter den Verdacht gerät, er könne der falschen Seite dienen, werden Menschen wie Wiesenthal zu Alibi-Juden, auf die man verweist, um die eigene politische Korrektheit zu belegen. Vom Nestbeschmutzer zum Vorzeigejuden – das hat Wiesenthal nicht verdient.

Man entmündigt Wiesenthal, wenn man ihn unter Naturschutz stellt, statt ihm das Recht zuzugestehen, in seinen Lebenserinnerungen zu flunkern wie die anderen auch. Heiligenverehrung ist der Versuch, die Schwächen eines bedeutenden Menschen zu retouchieren. Mir ist der Nestbeschmutzer Wiesenthal, der der Versuchung nicht widerstehen konnte, in die Kreise gefeierter Persönlichkeiten aufzusteigen, lieber als die kalte Marmorbüste, zu der er gemacht wurde.

[1]s. Heinz Schneppen: Odessa und das Vierte Reich… Berlin, Metropol 2007 und Heinz Schneppen: Ghettokommandant in Riga : Eduard Roschmann… Berlin, Metropol Verlag, 2009)

von Dieter Maier

 

 

http://www.menschenrechte.org/lang/de/rezensionen/der-doppelte-wiesenthal

Eine Auswahl Deutscher Nazi-Karrieren nach 1945 in der BRD

Die Mörder des „Dritten Reichs“

Als wäre nichts geschehen, als hätten sie nicht kurz zuvor noch 6 Millionen Juden und eine halbe Million Sinti und Roma gemeuchelt und gemordet, als hätten sie nicht die schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte begangen, machten sie nach 1945 in der jungen Bundesrepublik wieder Karriere: Die Mörder des „Dritten Reichs“. Gedeckt und protegiert wurden sie – unter anderem – von der deutschen Justiz, welche die Strafen, die von den alliierten Gerichten zuvor verhängt worden waren, herabsetzte, die Anklagen verschleppte und die Mörder freisprach. Lebensläufe wurden schamlos geschönt und gefälscht und die braunen Flecken in der Firmengeschichte getilgt. Die braunen Seilschaften garantierten Karrieren in Wirtschaft, Justiz und Politik.

Deutsche im Widerstand gegen die Nazibarbarei galten in der jungen Bundesrepublik und auch in späteren Jahren als Vaterlandsverräter, man verhöhnte die Opfer, indem man für die Täter offen Sympathie bekundete. Die Mörder bezogen und beziehen fette Pensionen – sie fehlen heute in den Rentenkassen – während viele Opfer leer ausgingen oder mit lächerlichen sogenannten „Wiedergutmachungen“ abgespeist wurden. Die jüdischen Funktionäre vom Zentralrat der Juden in Deutschland und mit ihnen einige Gemeindevorstände hingegen wurden von der deutschen Politik hofiert, man strich ihnen den Honig ums Maul, verlieh ihnen das Bundesverdienstkreuz, erkaufte sich ihr Stillhalten und sie machten „gute Miene zum üblen Spiel“.

Doch es gab in Deutschland und Österreich auch andere Juden, jene die gegen das Unrecht, gegen das, was der jüdische Schriftsteller Ralph Giordano die „Zweite deutsche Schuld“ nannte, anschrieben und anschrieen: die Schriftsteller Jean Améry, alias Hans Mayer, der Publizist Kurt Hirsch, der als „Nazijäger“ bekannte Simon Wiesenthal und andere Unbestechliche mehr. Sie wurden von den jüdischen Funktionären in Deutschland in ihrem Kampf allein gelassen, denn anders als diese, waren sie nicht bestechlich, bekamen keine Bundesverdienstkreuze verliehen. Sie ließen sich nicht – wie es der jüdische Schriftsteller und Journalist Henryk M. Broder im Jahre 1980 treffend formulierte – „missbrauchen und korrumpieren durch die Teilnahme an allerlei gesellschaftlichem Schnickschnack, der ihnen die Illusion vom Dazugehören und Anerkanntwerden vermittelte, die Vorzeigejuden eines judenfreien Deutschland, das die Ermordeten zum zweitenmal missbraucht.“

Den Opfern der Nazi-Barbarei und der Wahrheit verpflichtet, gräbt der Autor in dieser hochbrisanten Dokumentation die bislang versteckten Leichen aus, stürzt Denkmäler und Legenden, berichtigt falsche Lebensläufe, packt heiße Eisen an und bricht den Mantel des Schweigens auf. Auch die Rolle der jüdischen Funktionäre in Deutschland vor, während und nach der Nazi-Barbarei wird hinterfragt: Wie zum Beispiel konnte es dazu kommen, dass für Holocaust-Opfer bestimmte Gelder vom Zentralrat der Juden in Deutschland veruntreut worden sind?

Der Führer ist gegangen, die Nazis sind geblieben

Adenauer, Konrad (Dr.) und sein Kabinett der braunen Schergen

Konrad Adenauer, geboren 1876, gestorben 1967, Mitbegründer der CDU, von 1949 bis 1963 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Frage: Dürfen wir jemanden, der eine Mörderorganisation wie die SS rechtfertigt und deren Mitglieder als „anständige Leute“ bezeichnet, einen Schweinehund schimpfen? Meine Antwort: Wir dürfen! Frage: Dürfen wir es auch, wenn der derart Gescholtene Dr. Konrad Adenauer heißt? Nein? Dann nennen Sie uns einen Grund, weshalb wir es nicht dürfen!

Dr. Konrad Adenauer. Er bestückte sein Kabinett mit ehemaligen ranghohen Nazis: Hans Globke, Theodor Oberländer, Waldemar Kraft, Franz-Josef Strauß, Karl Maria Hettlage usw..Was waren die Gründe? Nach meinen Recherchen gibt es zwei plausible Erklärungen:

Der Lebenslauf des Dr. Konrad Adenauer war wie so viele Lebensläufe geschönt, wies braune Flecken auf. Dr. Konrad Adenauer war der Meinung, dass die Nazis die besseren Deutschen und die wahrhafte Patrioten seien, im Gegensatz zu jenen Deutschen die im Widerstand waren oder während der Nazizeit emigrierten. Auf die Nazis konnte man sich verlassen, wenn es darum ging, Entschädigungsansprüche zu minimieren und besetzte Gebiete wieder einzugliedern. Adenauer hegte stets große Sympathien für die Mörderbanden der SS. Dies geht aus den nachfolgenden Dokumenten zweifelsfrei hervor. So schrieb im Oktober 1955 Bundeskanzler Dr. Adenauer an den FDP-Abgeordneten General a.D. von Manteuffel, der sich, wie seine Fraktionskollegen, für die Angehörigen der SS-Verbände einsetzte:

„Ich weiß schon längst, dass die Soldaten der Waffen-SS anständige Leute waren. Aber solange wir nicht die Souveränität besitzen, geben die Sieger in dieser Frage allein den Ausschlag, so dass wir keine Handhabe besitzen, eine Rehabilitierung zu verlangen… Machen Sie einmal den Leuten deutlich, dass die Waffen-SS keine Juden erschossen hat, sondern als hervorragende Soldaten von den Sowjets gefürchtet war…“

gezeichnet: Dr. Konrad Adenauer, Bundeskanzler

Carstens, Karl (Prof. Dr.) (NSDAP/CDU)

Geboren 1914, gestorben 1992. NSDAP-Mitglied von 1940 bis 1945. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland von 1979 bis 1984. 1940 trat Carstens in die NSDAP ein, 1955 trat er in die CDU ein. Als Beate Klarsfeld am 8. November 1968 den Nazi und damaligen Bundeskanzler Kiesinger ohrfeigte, erklärte sie ihre bemerkenswerte Tat wie folgt:

„Wenn man die Nazis aus dem öffentlichen Leben entfernen will, muss man mit dem einflussreichsten Mann im Staate anfangen. Wenn Kiesinger zurücktritt, werden wir nie wieder einen Nazi als Kanzler haben. Es wird der Beginn einer Entnazifizierung sein“.

Beate Klarsfeld irrte. Kiesinger trat nicht zurück, dafür trat jedoch zehn Jahre später der Nazi Karl Carstens sein Amt als Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland an. Carstens war von 1973 bis 1976 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, von 1976 bis 1979 Präsident des Deutschen Bundestages. Am 23. Mai 1979 wurde Carstens zum 5. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Carstens ist ein Beispiel dafür, wie gut die braunen Seilschaften nach dem Kriege funktionierten. Selbst gerade entnazifiziert, verhalf er auch anderen Parteifreunden aus der NSDAP mit falschen Gutachten zu einem Persilschein. Seinem früheren Rechtslehrer Bernhard Hinrichs, der während des „Dritten Reichs“ Richter am Sondergericht Bremen war – das Sondergericht Bremen war mit seinen menschenverachtenden Urteilen eines der gefürchtetsten Instrumente des Nazi-Terrors – stellte Carstens ein Gefälligkeitsgutachten aus, zweifelsohne eine Straftat vergleichbar mit einer uneidlichen Falschaussage. Bernhard Hinrichs machte dann auch, dank seines Schützlings Karl Carstens, Karriere als Präsident des Oberverwaltungsgerichts Bremen. (Quellen: u.a. Doktorarbeit von Gabriele Rohloff: „Ich weiß mich frei von irgendeiner Schuld …“)

Filbinger, Hans (Dr. Prof.) (NSDAP/CDU – Ehrenvorsitzender der CDU)

Filbinger, der furchtbare Nazi-Richter, der kurz vor der deutschen Kapitulation noch Menschen wegen Fahnenflucht in den Tod beförderte und später, im Jahre 1978, als Ministerpräsident meinte: „Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein“, war 1933 bis 1936 Mitglied des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) und von 1934 bis 1937 Mitglied der SA. 1937 trat Filbinger in die NSDAP ein. 1951 trat er in die CDU ein. Unter seinem Ex-NSDAP-Parteifreund und damaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Kurt Georg Kiesinger (NSDAP/CDU), wurde Filbinger Innenminister.

Als Kiesinger 1966 Bundeskanzler wurde, trat Filbinger die Nachfolge Kiesingers als Ministerpräsident von Baden-Württemberg an. 1978 trat er von seinem Amt zurück, blieb jedoch Mitglied des Bundesvorstandes der CDU bis zum Jahre 1981. 1979 ernannte ihn die baden-württembergische CDU zu ihrem Ehernvorsitzenden. Während seiner Amtszeit protegierte und förderte Filbinger zahlreiche Freunde und ehemalige Parteigenossen aus Hitlers NSDAP. 1979 gründete er das rechte Studienzentrum Weikersheim, das er auch einige Zeit leitete und in dem sich Alt- und Neo-Nazis die Türklinke in die Hand geben. Siehe hierzu auch: Professor Dr. jur. Dres. h.c. Filbingers Wahrheiten und Selbstbeweihräucherungen: Eine Verlogenheit zum Speien und Knochenkotzen.

Im Jahr 2003, anlässlich seines 90. Geburtstages, wurde Filbinger von dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten, Erwin Teufel (CDU), in einem Festakt mit Empfang auf Schloss Ludwigsburg und sehr viel Tschingderassassa geehrt, während draußen, vor den Toren, die Demonstranten gegen die Huldigungen des CDU-Ehrenvorsitzenden und furchtbaren Juristen Filbinger protestierten. In den Jahren 1959, 1969, 1974, 1979, 1994, 1999 und 2004 war Filbinger, auf Vorschlag der CDU, Wahlmann für die Wahl des Bundespräsidenten. In das Wahlmännergremium, das den Bundespräsidenten wählt, werden verdiente Persönlichkeiten berufen, die Berufung gilt als besondere Auszeichnung und Ehre. Im Jahre 2004 kam es wegen der Berufung Filbingers in das Wahlmännergremium zu Protesten seitens der PDS, der Schriftstellervereinigung P.E.N Deutschland und des Zentralrats der Juden in Deutschland. Auch Teile der SPD und der Grünen schlossen sich dem Protest an, allerdings hatten die Grünen und die SPD Baden-Württembergs zuvor der Wahl Filbingers in das Wahlmännergremium zugestimmt.

Globke, Hans

Geboren 1898, gestorben 1973, Kommentator der Nürnberger Rassengesetze. Nach dem Krieg zuerst Vizepräsident des nordrhein-westfälischen Landesrechnungshofes, 1949 Ministerialdirigent im Bundeskanzleramt, 1950 Leiter der Hauptabteilung für innere Angelegenheiten. Trotz heftiger Proteste seitens der Opposition und einem Teil der deutschen Presse wegen seiner Nazi-Vergangenheit beruft Bundeskanzler Konrad Adenauer ihn 1953 zu seinem Staatssekretär und hält trotz wiederholter Rücktrittsforderungen an ihm fest. Globke ist einer der wichtigsten Regierungsbeamten und engsten Mitarbeiter Adenauers in der jungen Bundesrepublik. 1963 wurde Globke in der DDR in Abwesenheit zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Auf Grund dieses Urteils tritt er 1963 zurück.

Hettlage, Karl Maria

Geboren 1902, gestorben 1995, SS-Hauptsturmführer (SS-Mitgliednummer 276309). Er war Generalreferent der „Mittelbau GmbH“, einer Speer unterstehenden Tochtergesellschaft der „Rüstungskontor GmbH“, war Finanzfachmann für KZ-Rüstungsprojekte im Rüstungsministerium und Vorstandsmitglied der Commerzbank, die für die Nazi-Rüstungsprojekte mehr als 3 Millionen Reichsmark an Krediten zur Verfügung stellte und – dank der Sklavenarbeit der KZ-Häftlinge – mehr als 74 Millionen Reichsmark an Gewinn erwirtschaftete. Unter seiner Leitung wurden die von Juden bewohnten Mitwohnungen katalogisiert, die Kartei diente später der Gestapo als Grundlage für die Judendeportations-Listen.

Er war mitverantwortlich für den Tod von mehr als 20 000 KZ-Häftlingen, die in der Rüstungsindustrie unter den elendsten Bedingungen krepierten. Bis 1951 war Hettlage weiterhin im Vorstand der Commerzbank und nutzte dort die Gelegenheit, um zahlreiche belastende Akten zu vernichten und die Kriegsgewinne der Commerzbank aus den Bilanzen verschwinden zu lassen. 1956 Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Mainz, 1959 Staatssekretär in der Bundesregierung Adenauers. Mitglied in zahlreichen Gremien, Vorstand und Aufsichtsratsmitglied, Wissenschaftlicher Beirat des Bundesministeriums der Finanzen. Vorsitzender des Verwaltungsrates der Treuhandverwaltung, Vorstand der Wirtschaftsberatungs-AG, Beirat der Fritz-Thyssen-Stiftung, stellv. Vorstandsvorsitzender der Treuhand-Vereinigung AG usw. 1967 Staatssekretär im Finanzministerium unter Strauß. 1967 Wie so viele ehemalige Nazis wurde auch dieser Verbrecher von der Bundesrepublik Deutschland mit Lametta reichlich dekoriert und erhielt das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.

Heusinger, Adolf (Nazi-General)

Der General der Nazi-Wehrmacht, Adolf Heusinger, war zusammen mit Nazi-General Hans Speidel erster Befehlshaber der Bundeswehr und ab 1957 erster Generalinspekteur der Bundeswehr.

Kiesinger, Kurt Georg (NSDAP/CDU)

Geboren 1904, gestorben 1988, deutscher Bundeskanzler von 1966 bis 1969. Kurt Georg Kiesinger, ehemals ranghohes Mitglied der NSDAP, war Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland von 1966 bis 1969. Er trat bereits vor 1933 der NSDAP bei, von 1940 bis 1945 war er Propaganda-Chef der Rundfunkpolitischen Abteilung im Auswärtigen Amt. Nach Kriegsende verbüßte Kiesinger eine mehrmonatige Haftstrafe im Internierungslager für NS-Verbrecher in Ludwigsburg. Wegen seiner Nazivergangenheit bekam er von Beate Klarsfeld eine Ohrfeige.

Kraft, Waldemar (NSDAP/ CDU)

Kraft trat 1943 in die NSDAP ein, war Ehren-Hauptsturmführer der SS. Nach dem Krieg wurde er Mitglied im „Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE)“, dessen Bundesvorsitzender er 1951 wurde. 1956 trat er in die CDU ein. Kraft war stellvertretender Ministerpräsident, Finanzminister und geschäftsführender Justizminister des Landes Schleswig-Holstein. Am 20. Oktober 1953 holte ihn Adenauer in sein Kabinett als Bundesminister für besondere Aufgaben.

Oberländer, Theodor (Professor Dr.) (NSDAP/ CDU)

Oberländer trat am 1.5.1933 in die NSDAP ein, war SA-Obersturmbannführer in Pommern. Nach dem Kriege war er zuerst Mitglied der FDP, dann Mitbegründer und Landesvorsitzender des revanchistischen „Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE)“ in Bayern. 1955 tritt er in die CDU ein. 1957 beruft ihn Adenauer in sein Kabinett als Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte. Während dieser Zeit als Bundesminister im Kabinett Adenauer unterstützt und fördert er mit erheblichen Summen seine ehemaligen Parteigenossen aus der NSDAP sowie deren Nazi-Organisationen. Oberländer ist Mitbegründer der rechtsextremistischen Gesellschaft für freie Publizistik (GfP), der laut Verfassungsschutzbericht „bedeutendsten rechtsextremistischen kulturpolitischen Vereinigung“. Die „Gesellschaft für Freie Publizistik (GFP)“ hetzt gegen Juden, verharmlost den Holocaust, stellt die Ermordung von 6 Millionen Juden in Frage und verbreitet unablässig rechtsextremistisches Gedankengut. Er war Mitbegründer der Einheit „Nachtigall“ und deren Berater, wenn nicht gar deren Kommandant. Seine genaue Rolle in dieser verbrecherischen Einheit, die im ukrainischen Lemberg vom 30. Juni bis zum 7. Juli 1941 grauenhafte Massaker an der dortigen jüdischen Bevölkerung verübte, bleibt bis zum heutigen Tage undurchsichtig. Oberländer wird 1960 in Abwesenheit vom obersten Gericht der DDR wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt. Auf Grund der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen und des Urteils tritt Oberländer 1960 auf Anraten Adenauers von seinem Posten als Vertriebenenminister mit hohen Abfindungen und fetten Pensionen zurück. Am 18. Juni 1986 verleiht Franz Josef Strauß dem überzeugten Antisemiten und Nazi Oberländer den Bayerischen Verdienstorden als „Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung“.

Schiller, Karl (NSDAP/SPD)

Geboren 1911, gestorben 1994, Bundeswirtschaftsminister und Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen (Superminister). Bis zum heutigen Tage (September 2006) verschweigt die SPD, die so genannte Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die Nazimitgliedschaft ihrer prominenten Mitglieder. Schiller wurde SA-Mitglied, trat später der NSDAP bei und war Mitglied im Nationalsozialistischen Dozentenbund. 1946 trat er in die SPD ein, war von 1956 bis 1958 Rektor der Universität Hamburg, von 1964 bis 1972 Mitglied des Vorstandes der SPD und unter Kiesinger von 1966 bis 1971 Bundeswirtschaftsministers in der Großen Koalition. Wie so viele ehemalige Nazis wurde auch er von der Bundesrepublik Deutschland mit Lametta reichlich dekoriert und erhielt den höchsten Orden der Bundesrepublik Deutschland, den Großen Bundesverdienstorden mit Stern und Schulterband.

Seiboth, Frank (NSDAP/SPD)

Geboren 1912, gestorben 1994. Eintritt 1939 in die NSDAP, SS-Hauptsturmführer, Gauhauptstellenleiter, Gauschulungsleiter, Leiter des NS-Schulungslagers, HJ-Gebietsführer im Sudetenland und Mitglied der NSDAP-Gauleitung Reichenberg. 1962 Direktor der Hessischen Lotto-Treuhandgesellschaft, 1967 Eintritt in die SPD, Staatssekretär im Hessischen Wirtschaftsministerium, SPD- Abgeordneter im Deutschen Bundestag

Speidel, Hans (Nazi-General)

Der General der Nazi-Wehrmacht, Hans Speidel, war in den 50er und 60er Jahren zusammen mit Nazi-General Adolf Heusinger erster Befehlshaber der Bundeswehr.

Strauß, Franz Josef (CSU)

Nazi-Oberleutnant, Ministerpräsident in Bayern, mehrmals Bundesminister. Franz Josef Strauß war Mitglied im Nationalsozialistischen Studentenbund NSDStB, 1937 war er Mitglied des Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps NSKK. Er war Referent für nationalsozialistische Ideologie beim Sturm 23/M 6 in München. 1943 wurde er zum Oberleutnant befördert und war Chef der Stabsbatterie und „Offizier für wehrgeistige Führung“. Strauß zeigte auch während seiner Amtszeit immer wieder Sympathien für die SS (Die SS wurde vom internationalen Militärtribunal in Nürnberg zur verbrecherischen Organisation erklärt)

Strauß-Zitate:

„Wie ich persönlich über die Leistungen der an der Front eingesetzt gewesenen Verbände der Waffen-SS denke, wird Ihnen bekannt sein. Sie sind selbstverständlich in meine Hochachtung vor dem deutschen Soldaten des letzten Weltkrieges einbezogen.“, (Strauß in einem Artikel in der Zeitschrift „Der Freiwillige – Kameradschaftsblatt der HIAG (SS-Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit)“, Osnabrück, April 1959)

„Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen erbracht hat, hat ein Recht darauf von Auschwitz nichts mehr hören zu wollen.“, (Strauß im Jahre 1961).

Im Jahre 1986 verleiht er dem überzeugten Nazi und Antisemiten, Theodor Oberländer, den Bayerischen Verdienstorden als „Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung“.

Weizsäcker, Ernst Freiherr von

Geboren 1882, gestorben 1951, rechtskräftig verurteilter Kriegsverbrecher. Ernst Freiherr von Weizsäcker war im „Dritten Reich“ unter den Ministern Konstantin Freiherr von Neurath und Joachim von Ribbentrop Staatssekretär im Auswärtigen Amt (1938 bis 1943) und anschließend Botschafter im Vatikan (1943 bis 1945). Er wurde vom Nürnberger Kriegsverbrechertribunal 1949 wegen Kriegsverbrechen zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, jedoch bereits 1950 vorzeitig aus der Haft entlassen. Verteidigt wurde er bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen unter anderem von seinem Sohn, dem späteren Bundespräsidenten Richard Freiherr von Weizsäcker. Dieser war im Zweiten Weltkrieg zuerst Soldat und dann Hauptmann der Reserve.

Quelle: LIGA GEGEN RASSISMUS – League Against Racism – Ligue contre la discrimination raciale

DER SPIEGEL VOR 50 JAHREN

Nazis im Amt

Gleich in zwei Artikeln beschäftigte sich der SPIEGEL Ende August 1958 mit ehemaligen Nazis, die in der Bundesrepublik weiter  in hohen Ämtern aktiv waren. Politiker wie der designierte bayerische Landtagsabgeordnete Peter Prücklmayer oder der „Landgerichtsdirektor“ Adolf Paulus sahen kein Problem darin, auch 13 Jahre nach Kriegsende trotz ihrer offenkundigen Verstrickung in den Unrechtsstaat des Dritten Reichs erneut auf höherer Ebene Verantwortung zu übernehmen. Es waren keine Einzelfälle: „Je mehr das Tausendjährige Reich dem Gedächtnis der Bundesbürger entschwindet, desto größer wird die Zahl der Würdenträger jener Epoche, die in das Gefüge der jungen Bonner Republik eindringen und dort beharrlich emporklimmen“, urteilte der SPIEGEL.

Vor allem den „sogenannten bürgerlichen Parteien“ warf der SPIEGEL vor, „ehemalige Chargen der NSDAP und ihrer Gliederungen  mannigfach in der Verwaltung unterzubringen oder in die diversen Parlamente vom Gemeinderat bis zum Bundestag zu delegieren“. Doch ausgerechnet einen „leibhaftigen KZ-Wachmann zum Volksvertreter zu erklären“, das war dann doch neu. Auch die CSU hatte offenbar Bedenken, den Hopfenbauer und Viehhändler Peter Prücklmayer als Landtagskandidat zu nominieren, da er als KZ-Aufseher im Konzentrationslager Mauthausen gedient hatte. Das hatte Prücklmayer selbst zugegeben, doch er sei „immer herzensgut zu den Insassen von Mauthausen gewesen, das habe er schriftlich“, verwies er auf einen „Persilschein“ eines im Dritten Reich verurteilten Kommunisten, der aus dem gleichen Dorf wie er kam. Und „dass zu der Zeit Juden erschossen wurden, wussten wir doch alle, seien wir ehrlich“, gab der Landtagskandidat zu Protokoll.

„Auf den Gedanken, dass es zumindest eine politische Geschmacklosigkeit sondergleichen ist, auch den anständigsten aller  KZ-Bewacher zum Volksvertreter zu machen, ist die CSU offenbar nicht gekommen“, kommentierte der SPIEGEL. Schließlich galt das KZ Mauthausen im heutigen Oberösterreich nach Aussage des britischen Historikers Gerald Reitlinger als das „mörderischste aller Konzentrationslager“, Ziel war die „Vernichtung durch Arbeit“. Sicher ist auch, dass zu Prücklmayers Mauthausen-Zeit von den Bewachern „niemand gegen seinen Willen zu derartigen Diensten gezwungen wurde“, so der Vorsitzende der Lagergemeinschaft Mauthausen, Otto Wahl. Es sei „die schlimmste Epoche der ganzen  Mauthausen-Historie überhaupt“ gewesen. Doch Prücklmayer war als Hopfenbauer und Vieh- und Pferdedehändler in seiner Heimat, der Region Hallertau, bestens vernetzt und hätte der CSU daher viele Stimmen beschert. Nicht zuletzt aufgrund der SPIEGEL-Veröffentlichung verzichtete Peter Prücklmayer am Ende auf seine Kandidatur, was die CSU-Delegierten des Stimmkreises Kelheim-Mainburg nicht daran hinderte, dem Mann das „einmütige und ausdrückliche Vertrauen“ auszusprechen.

Im zweiten Fall ging es um einen Richter, der 1958 ausgerechnet einen KZ-Aufseher – wenngleich nicht Herrn Prücklmayer – zu  „lebenslänglich Zuchthaus“ verurteilt hatte. Landgerichtsdirektor Adolf Paulus hatte auch schon 1943 seinen Dienst verrichtet  – damals als „Erster Staatsanwalt“ am Landgericht Nürnberg-Fürth. Als Mitglied eines Sondergerichts setzte er sich für die Hinrichtung des ukrainischen Landarbeiters Johann Petlikowski ein, der sich in einem Streit mit einem deutschen Bauern in Bayern geprügelt hatte. Der Fremdarbeiter – heute hieße das Arbeitsmigrant – sollte zudem die Bäuerin mit einer Mistgabel bedroht haben, was er jedoch bestritt. Das Sondergericht begründete sein hartes Urteil damit, dass Petlikowski „zu jenen Ostelementen“ gehöre, „die dann, wenn sie entsprechend herausgefüttert und warm geworden sind und die Gutmütigkeit der deutschen Umgebung erkannt haben, darauf ausgehen, die deutsche Bevölkerung zu drangsalieren, sich an keine Zucht und Ordnung halten und gegebenenfalls zu Widersätzlichkeiten und schweren Gewaltakten schreiten“.

Auch Paulus war kein Einzelfall: Der SPIEGEL listete bereits damals ein halbes Dutzend bundesrepublikanische Richter auf, die  im NS-Regime am Unrechtssystem mitgewirkt hatten. 1978 rückte der Fall des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger die Rolle der Juristen im nationalsozialistischen Deutschland in den Mittelpunkt des Interesses. Filbinger war vermutlich der letzte noch lebende Vertreter einer Spezies, für die der Schriftsteller Rolf Hochhuth die Gattungsbezeichnung „furchtbare Juristen“ geprägt hat. Sie hatten im Dritten Reich dem Führer gedient, also Staatsterror als Recht exekutiert, und sie hatten anschließend in der Bundesrepublik auf dem Boden der  freiheitlich-demokratischen Grundordnung weiter Recht gesprochen oder dem Staat in hoheitlichen Funktionen dienen dürfen. Es waren vor allem Juristen, konstatierte SPIEGEL-Redakteur Henryk M. Broder später, „die für eine ungebrochene Kontinuität im Öffentlichen Dienst sorgten, also das „Dritte Reich“ mit der Bundesrepublik personell verzahnten“. Detailliert analysierten SPIEGEL-Redakteure 1990 auch die sogenannten Sondergerichte, die im Dritten Reich fast 10.000 Menschen wie jenen Johann Petlikowski wegen geringer Delikte hinrichten ließen.

http://www.gelsenzentrum.de/deutsche_nazi_karrieren.htm

Tagesschau zeigte Nazi-Jäger statt Verbrecher

Peinliche Panne bei der Tagesschau: Dem ARD-Aktuell-Flaggschiff unterlief in seiner gestrigen 20-Uhr-Ausgabe ein böser Bild-Patzer. In einer Meldung berichtete die Sendung über den mutmaßlichen Nazi-Kriegsverbrecher László Csatáry, der offenbar in Budapest aufgespürt wurde. Bebildert wurde die Meldung nicht mit einem Foto von Csatáry, sondern mit einem Bild des Nazi-Jägers Simon Wiesenthal. Dabei ging die Tagesschau mit den Fehler höchst intransparent um.

Entdeckt wurde der Fehler nicht durch eine Korrektur der Nachrichten-Redaktion, sondern durch den Mediendienst New Business. So findet sich in der Ausgabe, die in der Mediathek angesehen werden kann, kein Hinweis auf die Meldung. Sie wurde offenbar aus der Sendung geschnitten. Unter Tagesschau.de soll es immerhin einen Hinweis gegeben haben, dass „diese Sendung aus redaktionellen Gründen nach der Ausstrahlung bearbeitet“ wurde. Was genau gemacht wurde, verrät der Hinweis jedoch nicht.

Mittlerweile bestätigt ARD-Aktuell den Fehler. Die Hamburger erklären, dass die Meldung erst kurz vor der Sendung vom Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem verbreitet worden wäre. „Leider ist es in der Hektik zu einer Bildverwechslung gekommen. Ich bedauere dies sehr“, sagte nun Thomas Hinrichs, Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell.

Die Fotoverwechslung entstand voraussichtlich deshalb, weil das Jerusalemer Büro des Simon-Wiesenthal-Zentrums die Quelle für die Hamburger Redaktion war. Das Zentrum bestätigte in seiner Mitteilung allerdings nur einen Bericht der Boulevard-Zeitung The Sun, die den mutmaßlichen Nazi in Budapest fotografiert und gefilmt habe.

Der 97-Jährige soll als Polizeichef von Kos im Frühjahr 1944 eine wichtige Rolle bei der Deportation von 15.700 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz gespielt haben.

 

 

http://meedia.de/fernsehen/zeigte-tagesschau-nazi-jaeger-statt-verbrecher/2012/07/16.html