Zypern: Aufgebrachte Sparer stürmen Bank mit Bagger

Aufgebrachte Sparer wollen Bank in Zypern mit Bagger stürmen. Wut und Panik über die Beteiligung zypriotischer Bankkunden an der Rettung des Asien-Anrainers.

Wer mehr als 100000 Euro auf dem Konto hat, muss 10% zahlen, wer weniger hat, wird mit 6,75% zur Kasse gebeten. So sieht die Beteiligung der Zyprioten am Euro-Rettungspaket aus. Doch es trifft nicht nur russische Milliardäre und dubiose Steuerflüchtlinge sondern auch den ganz normalen „Mann auf der Straße“. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Wut auch an Deutschland entlädt – denn Berlin wollte bekanntlich die Einbeziehung zypriotischen Bankkunden in das Rettungspaket.

Unterdessen griffen einige Bankkunden in Zypern nun zur Selbsthilfe und fuhren mit einem riesigen Bagger zur Bank. Zur Erstürmung des Finanzinstituts ist es bisher offenbar nicht gekommen – allerdings ist auch kaum Polizei zu beobachten.

Am Samstag versuchten Tausende Sparer noch vergeblich Gelder abzuziehen oder umzubuchen. Doch Online-Banking und Geldautomaten waren gesperrt.

Video – Bankkunden fahren mit Bagger zur Bank:

100 Mrd. für marode Spanien-Banken

Free Lunch für Spanien: 100 Milliarden „ohne Auflgagen“ erhält das Land für seine maroden Banken.  Ob die Leihgabe je wieder zurückgezahlt wird steht natürlich in den Sternen. Fest steht dagegen, dass marode Banken nicht aus dem Rettungsschirm finanziert werden dürfen.

Spanien wird seine europäischen Partner um Milliardenhilfen zur Sanierung seines angeschlagenen Bankensystems bitten und deshalb mit Erlaubnis von Brüssel den Rettungsschirm anzapfen. Das teilte Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Samstagabend in Madrid mit. Sein Land wolle dazu beitragen, den Euro zu stabilisieren, so der Minister.

Allerdings würden Spanien dabei „keinerlei Auflagen außerhalb des Finanzsektors“ gemacht. Weitere Einzelheiten müssten in den nächsten Tagen verhandelt werden. Zuvor hatten die Euro-Finanzminister mehrere Stunden telefonisch in der Sache beraten. Danach hieß es, man werde einem entsprechenden Antrag zustimmen.

Nach Griechenland, Portugal und Irland ist Spanien nun das vierte Land, was Mittel aus dem Rettungsfonds benötigt. Derzeit ist eine Obergrenze von 100 Milliarden Euro für die Bankenrettung im Gespräch. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) benötigen die Spanischen Banken mindestens 40 Milliarden Euro, um in der aktuellen wirtschaftlichen Lage überleben zu können.

 

Kommentar von Michael Mross

Der Euro ist ein Betrugs-System

„Der Euro ist das größte Betrugssystem der Menschheitsgeschichte in Friedenszeiten“ – diese Feststellung eines Finanzexperten erweist sich gerade in diesen Tagen als unübertreffbar richtig.

Das Geld, das spanische Institute verzockt haben, sollen bitteschön deutsche Sparer erstatten. Mit allen nur erdenklichen Tricks sollen spanische Banken nun via deutschem Steuerzahler rekapitalisiert werden. Sei es über ESM, EFSF, oder sonstigen neu geschaffenen Konstruktionen, die alle nur eines im Sinn haben: das deutsche Volksvermögen anzuzapfen, die deutsche Bonität zu untergraben. Eigene Lösungen? Eigenverantwortung? Fehlanzeige!

Man muss sich die Situation einmal umgekehrt vorstellen: Was wäre wohl los, wenn Deutsche Bank und Commerzbank pleite wären und der deutsche Staat mit linken Tricks die Südschiene anzapfen wollte, um deutsche Banken zu retten? Die Schlagzeilen in den Zeitungen und der Aufruhr in der PIGSF-Politik wären schier grenzenlos. Wir aber sollen’s Maul halten und zahlen. Grauenvoll.

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10197-100-mrd-fuer-spanien-banken

Deutsche Sparer stürmen PIGS-Banken

Deutsche Sparer beglücken Europas Banken, weil diese mit hohen Zinsen locken. Im Pleite-Fall wird auf die europäische Einlagensicherungen spekuliert.  Geldhäuser sammeln in zwölf Monaten 21,6 Mrd. Euro ein.

 

Millionen deutsche Kleinanleger stützen mit ihren Ersparnissen den schwer angeschlagenen europäischen Bankensektor. Nach Berechnungen der Financial Times Deutschland sind die Einlagen bei Zweigstellen ausländischer Institute im Zuge der Euro-Krise explodiert. In den zwölf Monaten seit April 2011 landeten unterm Strich 21,6 Mrd. Euro bei nicht-deutschen Banken – Rekord. Dadurch steigen deren Gesamteinlagen um fast die Hälfte an, auf 67 Mrd. Euro. Keine andere Gruppe sammelte seit April 2011 mehr Geld ein als die Auslandsbankfilialen. Die Sparkassen etwa kamen nur auf 17,8 Mrd. Euro.

Die Entwicklung mutet paradox an. Seit der Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise gilt Deutschland als eines der wenigen sicheren Anlageziele innerhalb der EU. Professionelle Investoren wie Fonds oder Versicherer haben daher Hunderte Milliarden Euro in die Bundesrepublik umgeschichtet. Hiesige Sparer gehen derweil den umgekehrten Weg.

Die Bank of Scotland etwa hat nach FTD-Informationen mit hohen Zinsversprechen schon mehr als 5 Mrd. Euro bei deutschen Sparern eingesammelt. Die niederländische ABN Amro nähert sich der 2-Mrd.-Euro-Grenze – obwohl sie erst im Juli 2011 unter der Marke Moneyou startete. Die russischstämmige VTB Direktbank, die mit österreichischer Lizenz um deutsche Sparer buhlt, hat seit Herbst 2011 gut 1 Mrd. Euro kassiert.

Für die europäische Bankenindustrie ist das Vertrauen der deutschen Normalanleger ein Glücksfall. Viele Geldhäuser haben enorme Probleme, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren – zu groß ist die Angst der Anleiheinvestoren vor weiteren Bankenpleiten. Auch untereinander leihen sich manche Institute nichts mehr. Der deutsche Tages- und Festgeldmarkt ist für die Branche so eine der wenigen Möglichkeiten, überhaupt noch an Liquidität zu kommen. Es wäre für die Institute zwar günstiger, sich Geld bei der EZB zu leihen. Die aber verlangt hohe Sicherheiten. Außerdem müssen diese Mittel zu festen Terminen zurückgezahlt werden.

Wie sicher jedoch das Geld der deutschen Sparer bei den ausländischen Instituten ist, lässt sich kaum abschätzen. Die Kleinanleger setzen auf die europaweite Einlagensicherung. Sie garantiert bis zu 100000 Euro pro Sparer. Hinter diesem System verbergen sich aber nur die einzelnen nationalen Sicherungstöpfe – von denen viele kaum gefüllt sind. Die Folge: Wenn etwa eine in Wien gemeldete Bank in Schieflage gerät, müssten deutsche Sparer hoffen, dass der österreichische Steuerzahler einspringt.

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10030-deutsche-sparer-stuermen-pigs-banken