Proteste in Spanien radikalisieren sich

Die neuen Sparpläne, mit denen die konservative Regierung in den
nächsten zwei Jahren zusätzlich 65 Milliarden Euro einsparen will,
machen die Stimmung in Spanien explosiv. Sehr deutlich wurde das
zum Beispiel am Donnerstag, als Angestellte und Beamte auf die Straße
gingen. Nachdem ihnen 2010 schon der Lohn gekürzt wurde, soll ihnen
nun auch noch das Weihnachtsgeld gestrichen werden.

Das wollten auch Beschäftigte an höchsten spanischen Gerichten nicht
ohne Protest hinnehmen. Auch viele Beschäftigte des Nationalen und des
Obersten Gerichtshof verließen ihre Posten und zogen in der nahegelegene
Genova-Straße vor den Sitz der regierenden Volkspartei.

Wie der zentrale Boulevard in der Innenstadt wurde auch diese Straße blockiert.
„Das ist keine Krise, sondern ein Betrug“ oder „Hände hoch, das ist ein Überfall“,
riefen sie dabei.

Letztlich stießen sie dabei sogar auf die Sympathie von Beamten der Guardia Civil,
welche die Blockaden auflösen sollten. Sogar die Vereinigung der Guardia Civil (AUGC)
eine Gewerkschaft darf die Zivilgarde nicht gründen – hat die Mitglieder aufgerufen,
sich an den Protesten zu beteiligen, die am Freitag von den Beschäftigten im  Dienst
im ganzen Land geplant sind. Auch Mehrheitsvereinigung der Zivilgarde spricht von
„ungerechten Einschnitten“ und kritisiert zudem die „Remilitarisierung“ der Militäreinheit,
was eine „Rückschritt“ für die Demokratisierung und Modernisierung bedeute.

Insgesamt radikalisieren sich die Proteste. Das haben die Bergarbeiter am Mittwoch
in der Hauptstadt deutlich gemacht. Fast drei Wochen waren Hunderte in mehreren
Zügen aus Kohlebezirken auf Madrid marschiert. Die kämpferischen „Mineros“,
die sich vor allem in Asturien und León seit Wochen zum Teil heftige Schlachten
mit Polizei und Guardia Civil liefern, wurden in der Hauptstadt überwältigend empfangen.
Sie sind zum Wahrzeichen des Protests geworden, weshalb sich ihnen Zehntausende anschlossen.

Während im Parlament der Chef der Vereinten Linken (IU) davon sprach,
dass Ministerpräsident Mariano Rajoy „Benzin auf die Straßen“ gieße,
kam es am Nachmittag auf der Castellana zu bürgerkriegsähnlichen Szenen.
Sie verdeutlichten die explosive Stimmung, von der Cayo Lara im Parlament sprach.
Als Absperrungen am Ministerium für Energie, Industrie und Tourismus eingerissen
und Feuerwerkskörper geworfen wurden, ging die Polizei mit Gummigeschossen und
Knüppeln gegen die Kohle-Kumpel vor. Steine und Flaschen flogen zurück und bis
in die Nacht kam es im Zentrum zu Auseinandersetzungen bei denen etwa 80 Menschen
verletzt und 18 festgenommen wurden.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : Telepolis

Die Leute wollten einfach nur ins Kino und plötzlich kommt
die Polizei und schlägt in die Massen.

Das Video findet Ihr hier : http://vimeo.com/45610208#

Bilder wie aus einer Diktatur