Selbst-Versorgung: Erste Gemeinde befreit sich von Energie-Konzernen

Die Bürger einer kleinen Gemeinde haben ihr eigenes Stromnetz über Kredite finanziert. So machten sie sich unabhängig vom Anbieter E.on. Trotz anfänglicher Investitionskosten ist der Strom in Feldheim schon jetzt viel günstiger als im Rest Deutschlands. Und der Preis wird noch weiter fallen.

Der Windpark in Feldheim liefert den Strom über die eigenen Leitungen der Gemeinde in die Haushalte. (Foto: self-sustaining-communities.eu)

Der Windpark in Feldheim liefert den Strom über die eigenen Leitungen der Gemeinde in die Haushalte. (Foto: self-sustaining-communities.eu)

Nachdem die Gemeinde Feldheim eine Biogas-Anlage in Betrieb genommen hatte, wollte sie den darin produzierten Strom nicht nur ins Netz einspeisen und für die Unternehmen bereitstellen. Auch die Privathaushalte setzten sich für den Bezug des eigens produzierten Stromes ein. Nach der Überwindung einiger Hindernisse wurde Feldheim schließlich zur bundesweit ersten Gemeinde, die zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bezieht und dabei vollkommen unabhängig von den großen Energie-Konzernen ist.

Auf die Biogas-Anlage, die lokale Betriebe versorgt, folgte der Bau eines Windparks mit 43 Windturbinen. Der Betreiber des Ortsnetzes, E.on Edis, verweigerte jedoch einen Verkauf des Stromnetzes an die Gemeinde.

Also entschlossen sich die Feldheimer zu einem kühnen Schritt. Nach mehreren Bürgerversammlungen gründeten sie mit dem Windparkbetreiber Energiequelle GmbH die Feldheim GmbH & Co KG, eine Art Stadtwerk, das die Versorgung der 37 Haushalte über ein eigenes Stromnetz sicherstellen sollte. Die Kosten für das Stromnetz wurden zunächst von der Energiequelle GmbH getragen. Über eine Umlage auf den Strompreis zahlen die Feldheimer nun die Kosten für das eigene Stromnetz beim Windparkbetreiber ab.

Dann wurden Straßen aufgerissen, Felder umgepflügt und Leitungen verlegt. Das hat es in Deutschland bislang nirgendwo gegeben. Feldheim hat nun sein eigenes Stromnetz und kann den vor Ort produzierten Strom ohne Umwege oder Energiekonzerne in die Haushalte leiten.

Zusammen mit der Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die Kilowattstunde Strom dennoch bereits jetzt viel günstiger als im Rest Deutschlands. Die Bürger zahlen im Schnitt 16,6 Cent pro Kilowattstunde. Bei den großen Stromanbietern liegen die Kosten bei etwa 28 Cent pro Kilowattstunde. Ein gewaltiger Unterschied. Hinzu kommt, dass der Strompreis in Feldheim weiter sinken wird, sobald die Kredite für das Stromnetz vollständig abbezahlt sind.

Der Energiemix setzt sich zusammen aus den Windanlagen mit einer Gesamtleistung von 74 Megawatt. Sie speisen den überschüssigen Strom ins deutsche Netz ein. Das Sonnenkraftwerk auf dem ehemaligen Militärgelände liefert jährlich knapp 2750 Megawattstunden. Bei Flaute und fehlender Sonneneinstrahlung produziert ein Blockheizkraftwerk Strom, das durch die Biogasanlage betrieben wird.

Seit Oktober letzten Jahres gab es noch keinen Tag, an dem „wir im Dunkeln gesessen oder wirklich gefroren haben”, sagte Bürgermeister Michael Knape einem Bericht von Deutschlandradio Kultur zufolge.

In einem Energieforum will die Gemeinde anderen Interessierten die Vorteile der Energieautarkie nahebringen. Das Modell soll Schule machen. Je mehr Gemeinden ihren Strom und ihre Wärme selber herstellen, desto weniger verdienen die Energiekonzerne am Transport. Die Gebühren für die Nutzung und den Transport von Energie durch die Netze von E.on, RWE und Vattenfall machen nach Angaben des BDEW immerhin 20 Prozent des Preises aus, den Privathaushalte für eine Kilowattstunden zahlen musste.

 

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/08/selbst-versorgung-erste-gemeinde-befreit-sich-von-energie-konzernen/

Entwicklungsland USA : Habgier lässt Infrastruktur verrotten

Die USA bringen sich auf eine wirklich einmalige Art und Weise selbst in Schwierigkeiten.
Das reichste Land der Welt entwickelt sich nämlich wegen seiner Gier zunehmends zurück.
Vielleicht müssen wir schon bald care pakete schicken – oder Notstromaggregate.

Denn god’s owne land sitzt auf einen Stromnetz à la Dritte Welt. Stürmt es irgendwo, knicken
regelmäßig die hölzernen Strommasten mit den Oberleitungen um, fallen Transformatoren vom Mast
und reissen funkensprühend Leitungen. Die aus Spargründen extrem abgespeckte Personaldecke der
Netzbetreiber und Kraftwerkbesitzer lässt einen schnellen flächendeckenden Einsatz nicht zu;
es dauert dann eben ein bisschen bis wieder Strom fliesst.

Nach dem letzten Sturm waren mehr als 400.000 Haushalte in der Washington-Region ohne Strom.
Wohlgemerkt: drei Tage nach dem Unwetter. Am Wochenende fiel zeitweise die Notrufnummer 911 aus.
In der Stadt herrschen aktuell um die 40 Grad Celsius, ohne funktionierende Klimaanlage leiden viele
Menschen, vor allem Ältere und Kranke, unter der Hitze.

Man hat jetzt klimatisierte Notunterkünfte eingerichtet, damit sich die Leute wenigstens zeitweise abkühlen
können. Nichts geht mehr, gar nichts mehr. An den stromlosen Ampeln stehen Polizisten, regeln den Verkehr.
Auf facebook liest man die Entrüstung vieler  Menschen: nothing but shit. Leben wir in einem Entwicklungsland?

Das könnte man in Anbetracht der total überalterten Strominfrastruktur glatt bejaen. die habgier der Manager
führte dazu, dass seit Jahrzehnten nichts mehr in das Stromnetz investiert wurde, dass man Personal bis über
die Schmerzgrenze einsparte und alles wegriss, was nicht unbedingt notwendig war.

In europäischen Ländern, vor allem auch in Deutschland, gibt es doppelt abgesicherte Vernetzungen,
falls eine Hauptleitung ausfällt, springt eine andere ein. Nicht so in den USA. Weg ist weg,
und zwar solange bis das kärglich vorhandene Personal endlich mal dazu kommt, zu reparieren.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : humanicum.wordpress.com