Die Plastikmüll-Apokalypse in den Weltmeeren

Es geht im Zürcher Museum für Gestaltung um Plastik und darum,
was der Mensch damit anstellt, wenn er es nicht mehr braucht.
Er wirft es weg und vieles davon gelangt ins Meer – mit verheerenden Folgen.

Die Zahlen und Fakten:

PLASTIK, PLASTIK, PLASTIK

Plastik (Kunststoff) gehört zu unserem Leben.
Er hat ein geringes Gewicht, ist säureresistent und biegsam.
Ausserdem ist die seine Herstellung kostengünstig.

Pro Sekunde werden weltweit 8000 Kilo Kunststoffe hergestellt.

WORAUS BESTEHT PLASTIK?

Kunststoffe bestehen aus langen Molekülketten, sogenannten Polymeren,
die durch die Verkettung des immer gleichen Bausteins (Monomer) entstehen.

Synthetisch hergestellte Kunststoffe werden aus Erdöl, Kohle oder Erdgas gewonnen.
Insgesamt werden 4 Prozent der globalen Öl- und Gasproduktion dafür verwendet.

Kunststoffe lassen sich durch das Beimischen von Zusatzstoffen, sogenannten Additiven,
modifizieren und den jeweiligen Bedürfnissen anpassen. Bei einigen der Stoffe gibt
es happige Bedenken bezüglich Gesundheit (Krebs) und Umwelt.

Als besonders problematisch gelten gewisse Phtalate (Weichmacher),
Bisphenol A und verschiedene Flammschutzmittel.

Herkömmliche Kunststoffe sind biologisch nicht abbaubar.

WEGWERFPRODUKT PLASTIKTÜTE

Pro Kopf und Jahr beträgt der Plastikverbrauch global 35 Kilo;
in Westeuropa sind es 92 Kilo; in der Schweiz 120 Kilo.
Der grösste Teil sind Verpackungen (ein Drittel Industrie, zwei Drittel Haushaltungen)

Pro Jahr werden weltweit 600 Milliarden Plastiktüten hergestellt.
Das sind 20 000 Stück pro Sekunde. Jeder in Europa braucht 500 Plastiktüten pro Jahr.

AB MIT DEM MÜLL INS MEER

Weltweit werden jährlich über 250 Millionen Tonnen Plastik produziert.

Plastikmüll verschmutzt über Jahrzehnte bis Jahrhunderte die Umwelt.
Im Wasser werden die Teile in immer kleinere Stücke aufgebrochen.
Sie gelangen auf diese Weise in die Nahrungskette und wieder auf unsere Teller.

Über 6 Millionen Tonnen Plastikmüll kommen schätzungsweise jährlich in die Meere.
80 Prozent dieser Abfälle wird über die Flüsse vom Land ins Meer geschwemmt.

70 Prozent des Mülls sinkt auf den Meeresboden, 15 Prozent treibt auf der Oberfläche,
weitere 15 Prozent des Schwemmguts landet irgendwann an den Küsten.

Textilien aus synthetischen Fasern oder speziell aus Fleece verlieren bei jedem Waschgang
bis zu 1’900 Kunststofffasern. Gleiches gilt für Peelingprodukte, die oft Plastikkügelchen
aus Polyethylen enthalten.
Diese Partikel passieren die Kläranlagen und gelangen ungefiltert ins Wasser.

Am «International Coastal Cleanup Day 2010» wurden 41’420 Plastikspielzeuge
und 32’224 Ballone in den USA von Stränden eingesammelt. Ballone, die bei Wettbewerben
mit Heliumgas gefüllt und mitsamt Schnüren in den Himmel entlassen werden,
können im Meer zu tückischen Fallen für Tiere werden.

Es gibt keinen Quadratkilometer Meerwasser mehr, der frei ist von Plastikteilen.
Mikroplastik ist ein zentraler Teil des Problems. Diese Mikropartikel (kleiner als 5 mm)
gelangen auf unterschiedlichen Wegen in die Meere. Neben dem Zerfall von Plastik durch Reibung
und UV-Strahlung, sind Plastikpellets, die als Rohstoff für die Herstellung von
Kunststoffprodukten dienen, ein gewichtiger Anteil dieser Müllsorte.

In den Weltmeeren rotieren fünf gigantische Plastikmüllstrudel. Zum Beispiel der
«Great Pacific Garbage Patch»: Die Strömungen im nördlichen Pazifik verlaufen so,
dass früher oder später jedes schwimmende Objekt, das von den Küsten Japans Chinas,
Russland, Koreas, den USA und Kanadas ins Meer gelangt, in Hawaii stranden könnte –
auch Schwemmgut aus der AKW-Katastrophe von Fukushima.

Geschätzte Abbauzeiten von Schwemmgut: Papiertuch 2-4 Wochen; Zeitung 6 Wochen;
Kartonverpackung 2 Monate; Milchkarton 3 Monate; Zigarettenkippe 1-5 Jahre;
Wollsocken 1-5 Jahre; Plastiktüte 10-20 Jahre; Styroporbecher 50 Jahre;
Konservendose 50 Jahre; Schaumstoffboje 50 Jahre; Aludose 200 Jahre;.
Sixpackringe 400 Jahre; Einwegwindel 450 Jahre;
Plastikflasche 450 Jahre; Angelschnur 600 Jahre;

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