Michael Winkler – Tageskommentar

bananenrepublik

Die USA erleben derzeit einen Budget-Shutdown. Das bedeutet, daß die Regierung ihren
Zivilangestellten kein Gehalt mehr zahlt und diese in unbezahltem Zwangsurlaub schickt.

Das macht sich gut in einem Land, in dem die meisten Leute von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck
leben, also keinerlei Rücklagen und Ersparnisse haben. Aber das ist nur die erste Stufe, am
17. Oktober zündet die zweite, da müssen die USA die Zinszahlungen für ihre Schulden einstellen.

Danach kommt nur noch der Staatsbankrott.

Mal sehen, ob sich die zerstrittenen Parteien doch noch in letzter Minute einigen werden.

Die Börsen haben den drohenden Bankrott der USA jedenfalls erst mal gefeiert. Weltweit alles
im Plus, und der Euro hat ebenfalls zugelegt. Dafür sind Öl und Gold gefallen. Aktien würde
ich an Ihrer Stelle nicht kaufen, aber den Heizöltank füllen und Gold und Silber kaufen.

Es geht nicht mehr lange gut mit dem Finanzsystem.

Der Aufschwung in Merkeldeutschland setzt sich unaufhaltsam fort. Lassen Sie sich also
nicht dadurch stören, daß die Traditionsmarke Loewe Insolvenz angemeldet hat, oder dadurch,
daß die offiziell eingestandenen Arbeitslosenzahlen heute höher liegen als vor einem Jahr.

Das alles ist regierungsfeindliche Negativ-Propaganda, genauso Verschwörungstheorie
wie die gefälschten Wahlergebnisse. Alles wird gut, sagt „Mutti“, und sollte es
nicht gut werden, wird es auf jeden Fall besser. Darum: Augen zu – CDU!

Kleiner Nachsatz :

Ich weiß nicht, ob ich das Wort jemals so geschrieben habe,
aber irgendwie sollte der gerade begonnene Monat „Notober“ heißen.

Merkeldeutschland ist unter Mehltau erstarrt. Das Land wurde in den Stillstand versetzt, was
immer sich noch regt, wird langsam abgewürgt. Nichts geht voran, alles dauert lang und länger.

Statt Meinungsfreiheit haben wir eine Gedankenpolizei aus Denunzianten und Gutmenschen, die
allesamt hervorragende Blockwarte oder inoffizielle Mitarbeiter der Stasi abgegeben hätten.

Die Merkelzeit ist das Fin de siècle, die Zeit der „spätrömischen Dekadenz“.

Der Zusammenbruch läßt sich nicht mehr verhindern, nur noch hinauszögern.

Doch dieses Verzögern ist ein sich Anstemmen gegen die Urgewalt der Veränderung, welche
die Zeit selbst entfesselt, wenn sie alles hinwegfegt, daß jemand festhalten will.

Den neuen Pranger von Michael Winkler findet Ihr hier : Pranger 453 – Mehltau

Quelle : Michael Winkler

Ein interessanter Test in Amerika

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Der Haushaltsstreit in den Staaten ist wieder einmal hochgekocht.
Das passiert so regelmäßig, wie der Tag des Murmeltiers in die Medien kommt.
800.000 amerikanische Beamte von 2 Millionen wurden nach Hause geschickt.

Das ist ein großartiger Test.

Jetzt kann man sehen, ob diese 800.000 Beamten wirklich benötigt werden, oder nicht.

Also prinzipiell:

Es gibt legitime Betätigungsfelder für Beamte, insbesondere die Sicherheit und
die Rechtspflege. Aber die Frage ist, ob mehr Beamte wirklich mehr Sicherheit
und Recht bedeuten. Wenn man sich beispielsweise Griechenland ansieht, kommen
da nicht nur Zweifel auf. Griechenland zeigt deutlich und alarmierend, daß
mehr Beamte hohe Unsicherheit und schreiendes Unrecht bedeuten.

Zudem wird die Gesellschaft brutal ausgebeutet und der Staat
verkommt zu einem Selbstbedienungsladen für kriminelle Parteigangs.

Vor hundert Jahren wurden viele Dinge auf kommunaler Ebene ehrenamtlich
erledigt,für die man heute Staatsangestellte braucht, weil diese Aufgaben
der Zentralstaat oder ein Bundesland an sich gezogen haben.

Dabei funktionierte früher vieles billiger und effizienter.

Es gab weniger Mischverantwortung zwischen verschiedenen politischen Ebenen.
Es gab damit mehr Verantwortung, die zuzuordnen war. Der Bürger und der
Wählerkonnten früher erkennen, wer Schuld an Mißständen war.

Wenn heute etwas schiefgeht, versteckt sich eine politische Ebene hinter der anderen,
und tatsächlich haben ja alle in den Sachverhalten rumgefuscht. Ein schönes Beispiel
war die Loveparade 2010 in Duisburg, wo hinterher der Ball der Verantwortung hin-
und hergespielt wurde. War nun die Stadt Schuld, oder der Veranstalter oder die
Landespolizei oder das Regierungspräsidium? Nie wirst du es erfahren.

Hoffen wir, daß die amerikanischen Beamten möglichst lange zu Hause bleiben
können um sich ihren Familien und Grundstücken zu widmen. Je länger das dauert,
umso besser können wir erkennen, daß ein viel zu großes bürokratisches Rad gedreht wird.

Wer merkt schon, wenn ein Genderforscher oder ein Klimasimulant oder
ein Kulturwissenschaftler im Büro fehlt? Viele Beamte weben an des
Kaisers neuen Kleidern und niemand vermißt ihren Fleiß.

Quelle : prabelsblog.de