Zeugenaufruf: 10jähriger Junge angefahren und schwerverletzt liegengelassen

HAUZENBERG/FREUDENSEE. Am Sonntag machte sich ein 10jähriger Junge zu Fuß auf den Weg zum Freudensee um dort zu Baden. Hierbei wollte er auf Höhe des Haupteinganges zum Freudensee, die dortige Fahrbahn überqueren. Dabei wurde er von einem unbekannten Fahrzeug angefahren und anschließend schwer verletzt auf der Straße liegen gelassen.

Ein Urlaubsgast, welcher ebenfalls in Richtung Freudensee fuhr, sah den schwer verletzten Jungen mitten auf der Straße liegen, leistete sofort Erste Hilfe und verständigte die Integrierte Leitstelle Passau.
Der Junge, welcher nur mit Badehose bekleidet war und ein Handtuch mit sich führte, erlitt äußere und innere Verletzungen und wurde mit dem Rettungsdienst in ein Krankenhaus zur weiteren Untersuchung verbracht.

Der Unfallgegner entfernte sich von der Unfallstelle, ohne sich um den Jungen zu kümmern. Momentan ist noch nicht bekannt, um welches Fahrzeug es sich gehandelt hat und wie der Unfall genau passiert ist, da der Junge, welcher einen schweren Schock erlitt, noch nicht vernehmungsfähig ist.

Die Polizei Hauzenberg hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um sachdienliche Hinweise.

Sollte jemand im Bereich Freudensee Beobachtungen zum Unfallgeschehen gemacht haben oder ihm ein beschädigtes Fahrzeug aufgefallen sein, wird um Kontaktaufnahme mit der Polizei Hauzenberg unter Tel. 08586/9605-0 oder jeder anderen Polizeidienststelle gebeten.

https://freie-presse.net/zeugenaufruf-10jaehriger-jungen-angefahren-und-schwerverletzt-liegengelassen/

Schöne neue Zeugenwelt ..

Zeugen sind künftig verpflichtet, Vorladungen der
Polizei Folge zu leisten und zur Sache auszusagen.

Bisher war das völlig anders. Mit der Polizei musste niemand reden, auch
wenn das landläufig vielleicht gar nicht so bekannt ist. Es gab keinerlei
Verpflichtung, sich auf Gespräche mit Polizeibeamten einzulassen.

Das galt völlig unabhängig davon, ob dem Zeugen darüber hinaus noch besondere
Zeugnisverweigerungsrechte (zum Beispiel Verwandtschaft mit dem Beschuldigten)
oder Aukunftsverweigerungsrechte (Gefahr der Selbstbelastung) zustehen.

Wer nicht mit der Polizei reden wollte, musste dies nicht. Die Polizei hatte
keinerlei Zwangsmittel, um nicht aussagebereite Zeugen zu Angaben zu zwingen.

Diese Zeiten sind nun vorbei, wenn auch mit gewissen Einschränkungen.

Der Wortlaut der neuen Vorschrift lautet wie folgt:

Zeugen sind verpflichtet, auf Ladung von Ermittlungspersonen der
Staatsanwaltschaft zu erscheinen und auszusagen, wenn der Ladung
ein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt.

Die große Frage in der Praxis wird zunächst sein, wie konkret dieser Auftrag
der Staatsanwaltschaft sein muss. Das Gesetz bleibt hier unglaublich – man
könnte auch sagen unverschämt – vage. Vom Wortlaut her würde es nämlich auch
reichen, wenn ein Staatsanwalt der örtlichen Polizei vorab den pauschalen
„Auftrag“ gibt, in allen seinen Verfahren die Zeugen zu laden und in eigener
Regie zu vernehmen.

Außerdem hat der Gesetzgeber darauf verzichtet, eine schriftliche Ladung oder
eine bestimmte Ladungsfrist einzuführen. So könnte es künftig tatsächlich möglich
sein, dass Polizeibeamte bei Ermittlungen an Ort und Stelle eine „Ladung“
aussprechen und versuchen, den ja bereits anwesenden Zeugen zu einer Aussage
zu bringen.

Das alles unterläuft das mittlerweile Gesetz gewordene Recht
jedes Zeugen, einen Anwalt als Beistand beizuzuiehen (§ 68b StPO).

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : Law Blog