Faschismus Reloaded : Bayern will Depressive als „potenzielle Straftäter“ behandeln

Dieses Gesetz ist unfassbar. Auch dass medizinische Daten der Patienten
für fünf Jahre gespeichert werden sollen und dann staatlichen Stellen
zur Verfügung stehen, ist ein absolutes No-Go.

Menschen mit Depression werden schon jetzt stigmatisiert. Auf Hilfe
wartet man meist vergebens. Aktuell müsste man auf 8-12 Monate (!)
auf einem Therapieplatz warten. Anstatt da etwas zu verbessern,
und den betroffenen Personen zu helfen, sollen Besuche beschnitten,
oder auf Video aufgezeichnet, und die intimen Stellen von Patienten
durchsucht werden!

Das ist genau das was diese Menschen nicht brauchen. Noch mehr Traumata.
Dieses Land ekelt mich nur noch an. Verbrecher können wir nicht abschieben.

Mörder und Vergewaltiger bekommen lächerliche Strafen.

Aber unbescholtene Bürger werden eingesperrt
und ihrer Rechte beraubt. Ganz großes Kino!

Der Fall Gustl Mollath : Die Bandbreite – Schmetterling im Glas

Dein eigentlichen Artiel findet Ihr hier : Bayern will Depressive als „potenzielle Straftäter“ behandeln

Quelle Kommentar : Hartgeld

Psychiatrie : Viele kleine Gustls

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Das Verbrechen an Mollath ist kein Einzelfall

Angenommen, Sie wären von einer zwanghaften Ahnung befallen. Nehmen wir an, in Ihrem
Kopftobte der wirre Glaube, ausländische Regierungen würden Ihre Telefonate belauschen.

Diese hätten – so Ihre Vorstellung – sich in die Knotenpunkte aller Kommunikationsnetze eingehängt,
wofür sie eigens konstruierte „Horchkugeln“ irgendwo in Bayern, aufgebaut hätten. Weiße, kugelförmige
Polyeder, mit Drahtgeflechten umspannt, so würden Sie anderen diese ominösen Erscheinungen beschreiben.

Hätten Sie sich ein paar Jahrzehnte vor der heutigen Zeit mit dieser bizarr anmutenden Geschichte
den falschen Leuten anvertraut, so wäre Ihnen womöglich ähnliches widerfahren wie Gustl Mollath.

Womöglich hätte man Ihnen ein Medikament verabreicht, Sie zur Ruhe und zum Schweigen gebracht.

Gustl Mollath ist auch so ein mutmaßlich Verrückter. Sein Wahn, der sich um Geldwäsche
und Korruption drehte, erwies sich aber –ebenso wie die bayrischen Horchkugeln – als wahr.

Widmen wir uns der Topologie, den Untiefen der Mollath’schen Tragödie.

Wie kann es kommen, dass ein gesunder Mann, klar im Geist, sieben Jahre lang als
gemeingefährlich gebrandmarkt, in der Psychiatrie einsitzt, und dies mit Zwang,
von anderen angeordnet und wiederum von anderen vollstreckt?

Die psychiatrische Zunft nährt sich nicht gerade von bestem Ruf. Sogar aus ihr selbst heraus
wird sie immer wieder in Zweifel gezogen. Bekannte Vertreter dieser Fasson sind beispielsweise
Der Psychiater Thomas Szasz und der Psychologe Jerome Kagan. Beide mahnten in der Vergangenheit
die mangelnde Validitätder verwendeten diagnostischen Systeme an.

Thomas Insel – Direktor des US-National Institute of Mental Health (NIMH) verlautete nicht unlängst,
sein Institut wolle dem amerikanischen Klassifikationssystem für psychische Störungen (DSM V) den
Rücken kehren. Zu invalide, zu weich, zu subjektiv seien darin viele Diagnosekriterien.

Solcherlei Ansichten gipfeln mitunter in der Zuspitzung, dass es psychische Krankheiten gar nicht
gebe. Ehe man so weit greift, sollte man sich allerdings gegenwärtig halten, was „Krankheiten”
denn letzten Endes sind. Im Grunde sind sie nichts ferner als statistische Konstrukte.

Die Beobachtung, dass dieselbe Kombination verschiedener Symptomen immer wieder bei
unterschiedlichen Patienten auftritt, erlaubt es, dieses Phänomen zu kategorisieren,
ihm einen Namen zu geben und es eine „Krankheit” zu nennen.

So gelesen könnte man eigentlich so ziemlich alles als Krankheit einordnen.

Vor langer Zeit attestierte man emanzipierten, aufmüpfigen Frauen Hysterie.

Damals galt dies als ein echtes pathologisches Leiden, heute ist es eine Mode.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : ef-magazin.de

Der Mann, der zu viel wusste – Fall Mollath und Hypo-Vereinsbank

Gustl Mollath sitzt in der Psychiatrie. Gutachter und Justiz taten seine Erzählungen über illegale Geldgeschäfte
bei der Münchner Hypo-Vereinsbank als Hirngespinste ab. Nach SZ-Informationen stützt ein seit Jahren geheim
gehaltener interner Prüfbericht seine Version.

Der Weg zu Gustl Mollath führt durch eine Sicherheitsschleuse; Geldbeutel, Handy und Schlüssel sind abzugeben.
Der Gang danach verläuft unterirdisch und ist so niedrig, dass man sich automatisch bückt.
Etwa so müssen Bunker im Kalten Krieg ausgesehen haben. In der Bezirksklinik Bayreuth geht es an einer zweiten
Schleuse vorbei und eine Treppe hinauf. Sicherheit ist oberstes Gebot, schließlich sind hier psychisch kranke
Straftäter untergebracht. Die Tür zu einem Besucherzimmer wird aufgesperrt, drinnen sitzt Gustl Mollath, 55.

Seit sechs Jahren sitzt er in diversen Psychiatrien in Bayern. Als Patient, aber Mollath fühlt sich nicht krank.
„Ich bin ein Gefangener“, glaubt er. Man habe ihm eine Paranoia, ein Wahnsystem angedichtet. Weil er dubiose
Schwarzgeldgeschäfte seiner damaligen Ehefrau, einer Vermögensberaterin der Hypo-Vereinsbank (HVB),
habe auffliegen lassen, sei er in der Klinik gelandet.

Es ist eine abgründige, unübersichtliche Geschichte, die der Mann im Besucherzimmer erzählt.
Vieles klingt nach Verschwörungstheorie, doch längst nicht alles lässt sich als Wirrheiten eines
psychisch Kranken abtun. Dies belegt ein seit Jahren unter Verschluss gehaltener interner Prüfbericht der HVB.
Er liegt der Süddeutschen Zeitung vor und stützt zumindest Mollaths Version von den illegalen Bankgeschäften.
Die HVB gerät in Erklärungsnot.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : sueddeutsche.de