Gesichtserkennung: China prangert Sünder namentlich auf Anzeigetafel an

von https://t.me/derstramegermane

photo_2019-11-16_13-19-28 - Kopie

Gesichtserkennung: China prangert Sünder namentlich auf Anzeigetafel an

»Es spielt keine Rolle, ob Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. (Ihr Foto) wird aufgenommen, und Ihr Gesicht erscheint auf einem Bildschirm in der Nähe, so dass jeder Ihr Gesicht sehen kann. Sobald man Ihr Gesicht identifiziert hat, werden alle Ihre Daten (wie z.B. die Handynummer) damit verknüpft.«
https://kopp-report.de/gesichtserkennung-china-prangert-suender-namentlich-auf-anzeigetafel-an/

Orban: EU wird Flüchtlingswelle nicht ohne Hilfe der Türkei stoppen können

Von NEX24
(Foto: tccb)

Budapest – Die Europäische Union kann die Flüchtlingswelle nicht ohne die Unterstützung der Türkei stoppen, sagte der ungarische Premierminister Viktor Orbán nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag.

Auf einer Pressekonferenz in Budapest sagte Herr Orbán, die Türkei sei der „strategische Partner Ungarns in den Bereichen Sicherheit und Migration“, und die beiden Länder strebten eine engere Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich an.

Herr Orbán fügte hinzu, dass die staatliche ungarische Eximbank eine Kreditfazilität von 200 Millionen US-Dollar zur Finanzierung türkisch-ungarischer Joint Ventures eröffnet habe. Ungarn war das einzige EU-Land, das die türkische Anti-Terror-Offensive in Nordsyrien offen unterstützte und argumentierte, dass es notwendig sei, die Migration nach Europa zu reduzieren.

„Wir sollten das Problem nicht nach Europa bringen, sondern die Hilfe dorthin, wo es gebraucht wird“, sagte er und bezog sich auf die vier Millionen Flüchtlinge in der Türkei.

Erdogan drohte erneut mit der „Öffnung der Tore“ um die Flüchtlinge nach Europa weiterreisen zu lassen, wenn die Türkei nicht die notwendige Unterstützung der internationalen Gemeinschaft erhält und wenn die geplante Sicherheitszone innerhalb Syriens nicht bald eingerichtet wird.

„Ob Unterstützung kommt oder nicht, wir werden unsere Gäste weiter beherbergen, aber nur bis zu einem gewissen Punkt“, sagte Erdogan. „Wir werden gezwungen sein, die Grenzen zu öffnen. Wir können nicht gezwungen werden, die Last allein zu tragen“, sagte er. Der türkische Staatschef fügte lächelnd hinzu, dass die Flüchtlinge nicht nach Ungarn wollten. „Wenn wir die Grenzen öffnen, ist es klar, wohin sie gehen“, sagte Erdogan mit Hinblick auf Frankreich und Deutschland.

Ankara forderte die Europäische Union wiederholt auf, ihr Versprechen von über drei Milliarden Euro an Hilfe für syrische Flüchtlinge zu erfüllen. Ein Abkommen zwischen der Türkei und der Europäischen Union sieht vor, dass die Europäische Union „3+3 Milliarden Euro an Hilfe“ für die Betreuung von Flüchtlingen in der Türkei bereitstellt. Die Türkei sagt, dass bisher nur 850 Millionen Euro geflossen seien.

https://nex24.news/2019/11/orban-eu-wird-fluechtlingswelle-nicht-ohne-hilfe-der-tuerkei-stoppen-koennen/

 

Assad wirft Europa Unterstützung von Terroristen vor

© Sputnik / Alexey Druschinin

von https://de.sputniknews.com

Syriens Präsident Baschar Assad hat in einem Interview mit dem Fernsehsender RT Europa der Unterstützung von Terroristen und der Angst vor Flüchtlingen bezichtigt und dies als doppelzüngige Haltung eingestuft.

Beim Konflikt seien mehrere Millionen Menschen aus Syrien in die Türkei geflüchtet, unter ihnen hätten sich auch Extremisten befinden mögen, so Assad. Europa habe Angst vor dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan und brauche ihn zugleich, damit verhindert werde, dass die Flüchtlinge weiter nach Westen kommen würden, sagte Assad.

Am Gefährlichsten für Europa ist es, den Terrorismus in Syrien zu unterstützen.(…) Das ist Doppelzüngigkeit: Wieso fürchten Sie sich vor diesen mehreren Millionen, von denen die meisten gemäßigt sind. Nur einzelne Terroristen gehören dazu. Wieso unterstützen Sie diese Terroristen direkt?“, so Assad.

In Syrien dauert seit 2011 ein bewaffneter Konflikt an. Russland, der Iran und die Türkei haben sich als Garanten der Waffenruhe in den Regelungsprozess eingeschaltet. In diesem Zeitraum hat es Syrien faktisch vermocht, die Terroristen zu besiegen und eine politische Regelung, die Rückführung der Flüchtlinge und den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Infrastruktur einzuleiten. Es wurde ein Verfassungskomitee gebildet, in dem auch die Opposition vertreten ist. Die erste Sitzung des Komitees hat am 30. Oktober in Genf stattgefunden.

ls/sb

https://de.sputniknews.com/politik/20191109325969477-assad-europa-unterstuetzung-terroristen/

Die gefiederte Schlange, Quetzalcoatl Kukulkan, Viracocha: ein bärtiger Gott mit blauen Augen

von Gerda

Die bärtigen Götter mit blauen Augen aus Mittel- und Südamerika

 

Der gefiederte Schlangengott ist eines der großen Geheimnisse vieler alter mesoamerikanischer und südamerikanischer Kulturen. Er wurde von den Inkas Viracocha genannt, von den Mayas Kukulkan, von den Azteken Quetzalcoatl, Gucumatz in Mittelamerika, Votan in Palenque und Zamna in Izamal. Er und in einigen Fällen seine „Männer“ wurden als kaukasische, bärtige Männer beschrieben und als jemand mit weißer Haut, Haaren im Gesicht und schönen smaragdgrünen Augen.

Jeder, der heute lebende blaue Augen hat – von Angelina Jolie bis Ayatollah Yazdi (Justizministerin des Iran) -, kann seine Abstammung auf eine Person zurückführen, die vor etwa 10.000 Jahren in der Schwarzmeerregion lebte, wie eine in der Zeitschrift Human Genetics veröffentlichte Studie ergab.

http://www.foxnews.com/story/2008/02/01/scientist-all-blue-eyed-people-are-related/

„Die ersten blauäugigen Menschen gehörten zu den Proto-Indo-Europäern (Arier), die später die Landwirtschaft in Westeuropa verbreiteten und später Pferde in den Iran und nach Indien ritten“, sagte Professor Eiberg von der Abteilung für Zelluläre und Molekulare Medizin der Universität Kopenhagen.

http://www.sciencedaily.com/releases/2008/01/080130170343.htm

Mehr in den Artikeln:
https://volksbetrugpunktnet.wordpress.com/2019/04/10/die-weissen-goetter/

https://volksbetrugpunktnet.wordpress.com/2019/10/09/der-untergang-der-weissen-goetter-der-voelkermord-an-den-chachapoyas-und-tocharern-was-wir-aus-der-geschichte-lernen-sollten/

und
https://volksbetrugpunktnet.wordpress.com/2018/12/08/wissenschaftliche-erkenntnisse-ueber-die-arier/

 

Originalvideo:
https://archive.org/details/TheLegendOfTheBlueEyedBeardedGodsOfMesoamerica

https://homment.com/uH0ql0cOxNJ9PqS5O0SF

RT Doku: Wo sind sie hin? – Die Suche nach Tausenden verschwundenen indischen Kindern

 

RT Deutsch

Am 02.11.2019 veröffentlicht

In Indien verschwinden jedes Jahr Tausende Kinder und tauchen nie wieder auf. Die Vermisstenanzeigen stapeln sich. Über die genaue Zahl der verschollenen Minderjährigen ist nichts bekannt, doch das Ausmaß des Problems ist schockierend. Viele Kinder enden als Sklaven oder Sexarbeiter.
Obwohl die Polizei Ermittlungen einleitet, werden viele Eltern auch selbst aktiv und widmen der Suche nach ihren Kindern jede freie Minute. Sie gehen auf die Straße, durchsuchen jeden Winkel und fragen, ob jemand ihren verlorenen Sohn oder ihre Tochter gesehen hat.

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RT Deutsch nimmt die Herausforderung an, die etablierte deutsche Medienlandschaft aufzurütteln und mit einer alternativen Berichterstattung etablierte Meinungen zu hinterfragen. Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. RT – Der fehlende Part.

Massenproteste in Chile: Was wir in den deutschen Medien darüber NICHT erfahren

von https://www.anti-spiegel.ru

Die Demonstrationen in Chile machen weiterhin Schlagzeilen, nur erfährt der deutsche Leser nichts über die Hintergründe. Und das aus gutem Grund, wie eine Analyse zeigt.

Es ist, wie so oft: Wer die Vorgeschichte nicht kennt, der kann die aktuellen Ereignisse nicht verstehen. Die massiven Proteste in Chile haben in der Tat eine wirklich lange Vorgeschichte, die den Konsumenten der deutschen „Qualitätsmedien“ aber nicht erzählt wird. In Chile geht es keineswegs um die Politik der aktuellen Regierung oder um den aktuellen Präsidenten. Die Gründe liegen weitaus tiefer und sind auch viel älter. Die Fahrpreiserhöhungen für die chilenische U-Bahn sind nicht der Grund der Proteste, sondern nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Daher will ich auf die Vorgeschichte eingehen.

Die Geschichte geht zurück ins Jahr 1973. Damals hatte sich General Pinochet mit massiver Unterstützung der CIA gegen den demokratisch gewählten Präsidenten an die Macht geputscht. Chile wurde unter Pinochet zu einem wirtschaftspolitischen Experminetierfeld. Er holte chilenische Wirtschaftswissenschaftler ins Land, die in Chicago studiert hatten und sich daher „Chicago Boys“ nannten. Sie krempelten Chiles Wirtschaft komplett um, indem sie auf eine marktradikale, neoliberale Politik in Reinkultur setzten. Regulierungen wurden abgeschafft und es wurde wirklich alles privatisiert. In Chile kann man also die Auswirkungen einer neoliberalen Wirtschaftspolitik besser beobachten, als überall sonst auf der Welt.

Oft sind in ärmeren, aber einigermaßen entwickelten Ländern die Lebenshaltungskosten niedriger, als in Deutschland, weil manches subventioniert wird, damit es für die Menschen zu Leben reicht. Das kann Lebensmittel betreffen, den Nahverkehr, Benzin und Heizung und so weiter. In Russland zum Beispiel reichen die minimalen Renten trotzdem mehr oder weniger zum Leben, weil die Rentner sehr viel umsonst bekommen. Jede russische Region kann dazu eigene Regeln aufstellen, aber meist ist der ÖPNV für Rentner gratis, auf Medikamente und Wohnnebenkosten gibt es große Rabatte, in manchen Regionen bekommen sie sogar einen jährlichen Urlaub in einem Kurort bezahlt. Ich habe das hier mal analysiert.

In Chile gibt es keinerlei Subventionen für den Bedarf der einfachen Menschen. Die Lebenshaltungskosten in Chile sind etwa so hoch, wie in Deutschland. Nur sind die Einkommen dort wesentlich niedriger, wie wir gleich sehen werden.

In Chile wurde vor 40 Jahren alles privatisiert, angefangen bei der Rente. Einige Staatsfonds sammeln die Beiträge ein und legen das Geld an, die staatliche Rente ist nicht einmal mehr symbolisch zu nennen. Das Ergebnis ist, dass derzeit die Renten bei 220 Euro liegen, wovon man nicht leben kann. Und selbst diese Rente bekommen nicht alle. Zwischen 30 und 40 Prozent der arbeitenden Menschen zahlen dort nicht in das Rentensystem ein. Der Beitragssatz beträgt 10 Prozent, für viele ist das nicht finanzierbar, zumal die Rente sowieso nicht reicht. Das bedeutet, dass etwa ein Drittel der Rentner keinerlei Rentenanspruch hat bzw. haben wird.

Bei der Bildung ist es noch gruseliger in Chile. Auch hier wurde alles privatisiert. Schulen finanzieren sich über die Anzahl der Schüler. Damit ist ein Konkurrenzkampf um Schüler entstanden und da private Schulen zusätzlich auch Schulgeld nehmen dürfen, ist es klar, wer Bildung vermittelt bekommt und wer nicht. Das deutsche Wikipedia schreibt dazu beschönigend:

„Negative Folge ist eine starke Polarisierung der Schulen. Solche in armen Vierteln und Gegenden sind in der Regel sehr viel schlechter als Gebührenpflichtige. Zu sehen ist das an den jährlichen Vergleichstest und Rankings und am zentralen Unizugangstest (PSU), bei dem regelmäßig ein Großteil der Unterschicht scheitert. Das selektive Bildungssystem ist also ein wichtiger Faktor bei der Aufrechterhaltung der Ungleichheit im Land.“

Das klingt unfair, aber nicht dramatisch. Dramatisch wird es erst, wenn man es in Zahlen ausdrückt: Nur sieben Prozent der Schüler bekommen eine Bildung, mit der sie zum Studium zugelassen werden können. Und das sind natürlich die Kinder reichsten Menschen des Landes, die überwiegende Mehrheit ist in der Falle aus Armut und miserabler Bildung gefangen.

Und auch im Gesundheitssystem geht es in Chile schrecklich zu, wie man in dem auf Lateinamerika spezialisierten Portal amerika21 in einer Analyse nachlesen kann:

„Wer genügend Geld bezahlen kann, kann sich in einer Klinik behandeln lassen, wer dieses Geld nicht hat, muss sich in einem öffentlichen Krankenhaus behandeln lassen. Die Unterschiede zwischen beiden Einrichtungen sind genauso erheblich wie zwischen zu bezahlenden privaten Bildungseinrichtungen und öffentlichen weiterführenden Schulen.“

Und Geld haben in Chile die Wenigsten. Die Höhe der Renten haben wir schon gesehen, daher kommen wir nun zum Durchschnittsgehalt. Das liegt in Deutschland zum Vergleich bei ca. 3.000 Euro brutto pro Monat, in Chile sind es 429 Euro. Und das bei den gleichen Lebenshaltungskosten, wie in Deutschland.

In Chile können wir also sehen, wohin eine neoliberale und marktradikale Wirtschaftspolitik führt. Die deutschen Medien sehen Chile jedoch als Vorbild für die Region, weil dort die Wirtschaft so schön wächst. Das Problem ist, dass von dem schönen Wirtschaftswachstum nichts bei den Menschen ankommt. Der Gini-Koeffizent vergleicht die Vermögensverteilung in den Ländern der Welt. Auf der weltweiten Liste steht Chile ziemlich am Ende der Liste, die Verteilung ist also extrem ungerecht.

Das zeigt sich, wenn man das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit den Einkommen vergleicht. In Deutschland beträgt das kaufkraftbereinigte BIP ca. 52.000 Dollar pro Kopf und das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei etwas über 40.000 Dollar. Und wir spüren in Deutschland schon, dass es eine Ungerechtigkeit bei Einkommen und Vermögen gibt. In Chile liegt das kaufkraftbereinigte BIP bei 25.700 Dollar pro Kopf, das Durchschnittseinkommen jedoch nur bei ca. 6.000 Dollar. Daran sieht man schon, wie ungerecht die Verteilung in Chile ist.

Was bringt den Leuten Wirtschaftswachstum, wenn sie davon nicht profitieren? Das ist das Problem in Chile, wo der Neoliberalismus seit fast 40 Jahren in Reinkultur herrscht. Die Folgen sind eine extreme Ungerechtigkeit und eine extreme Armut, denn bei dem genannten Durchschnittsgehalt von 429 Euro monatlich liegt die Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie bei 532 Euro monatlich. In Chile leben also ganz offiziell ca. die Hälfte der Menschen unter er Armutsgrenze bzw. an der Armutsgrenze. Und es sei wiederholt: Die Lebenshaltungskosten sind so hoch, wie in Deutschland.

Diese Zahlen kann man jedoch in den Artikeln der Mainstream-Presse nicht finden, sie verklausulieren die Situation und der Leser kann nicht verstehen, wie es zu solchen Protesten in dem „wirtschaftlichen Musterland“ Chile kommen kann. So hat zum Beispiel der deutsche staatliche Auslandssender Deutsche Welle Valeska Hesse, Leiterin der Abteilung Lateinamerika der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), wie folgt zitiert:

„Chile ist das neoliberalste Land der Welt. Alle Bereiche des öffentlichen Lebens sind privatisiert: Renten, Gesundheit, Bildung.“ Doch viele Chilenen kommen offenbar kaum über die Runden – ein wichtiger Auslöser für den Protest: „Die Mittelschicht in Chile verdient im Durchschnitt etwa 700 Euro im Monat und hat Lebenshaltungskosten die vergleichbar sind mit Berlin.“

Man muss auf die Details achten. Frau Hesse hat nicht von den Durchschnittslöhnen gesprochen, sondern von der Mittelschicht, die 700 Euro im Monat verdient. Die Mittelschicht wird so definiert, dass sie zwischen 60 und 100 Prozent mehr verdient, als der Durchschnitt. Wenn wir also vom genannten Durchschnittseinkommen in Deutschland von 3.000 Euro brutto ausgehen, dann liegt die Mittelschicht in Deutschland bei 4.800 bis 6.000 Euro Monatseinkommen. In Chile sind es 700 Euro.

Wenn man die Situation in einem Land verstehen will, muss man sich das Durchschnittseinkommen anschauen und nicht, was die sogenannte Mittelschicht verdient, der es um einiges besser geht, als dem Durchschnitt. In Chile jedoch ist die Situation so, dass selbst die Mittelschicht nicht genug zum Leben hat und jeden Peso dreimal umdrehen muss.

Auch im Spiegel werden dem Leser die Probleme in Chile vorenthalten. Dort konnte man zum Beispiel lesen:

„Die Proteste hatten sich vor einer Woche an der Erhöhung der Preise für U-Bahn-Tickets in Santiago um umgerechnet vier Euro-Cent entzündet. Sie weiteten sich rasch auf das ganze Land aus, mit Forderungen, die weit über die ursprünglich beanstandeten Fahrpreise hinausgingen. Dabei entlud sich aufgestauter Ärger unter anderem wegen niedriger Löhne und Renten, hoher Preise, hoher Studiengebühren und wegen extremer Unterschiede zwischen Armen und Reichen.“

Und der Leser fragt sich, was denn da los ist, dass die Menschen wegen vier Cent Preiserhöhung Massenproteste veranstalten. Und der Ärger entlud sich laut Spiegel „unter anderem wegen niedriger Löhne und Renten, hoher Preise, hoher Studiengebühren und wegen extremer Unterschiede zwischen Armen und Reichen„. Ich würde sagen, dass es nicht „unter anderem„, sondern ausschließlichwegen niedriger Löhne und Renten, hoher Preise, hoher Studiengebühren und wegen extremer Unterschiede zwischen Armen und Reichen“ eskaliert ist.

In einem anderen Artikel zitiert der Spiegel einen Missionar von der Organisation JUPIC (Gerechtigkeit, Frieden und Einheit der Schöpfung) mit den Worten:

„Selbst hier bei uns gehen jeden Tag Fischer, Ärzte, Krankenschwestern und Lehrer auf die Straße. Und alle fordern was anderes, und alle fordern es jetzt sofort“

Das klingt so, als seien die Proteste irgendwie grundlos, wenn jeder was anderes, aber bitte sofort fordert. Dabei sind die Forderungen eindeutig, die Menschen wollen einen Systemwechsel. Das kann man in einem anderen Spiegel-Artikel sogar verschämt lesen. In dem Artikel ging es darum, dass der Präsident ein paar Maßnahmen beschlossen hat, um die Situation zu beruhigen:

„Nach einer Woche mit schweren Ausschreitungen, Verwüstungen und Plünderungen, aber auch vielen gewaltfreien Demonstrationen kündigte Piñera ein umfassendes Paket von Sozialmaßnahmen an, das 1,2 Milliarden Dollar kosten soll:
der Mindestlohn soll auf 350.000 Pesos (435 Euro) erhöht werden
die Renten sollen um 20 Prozent steigen
eine Stromerhöhung um knapp zehn Prozent soll storniert werden
Maßnahmen zur Reduzierung der Gesundheitskosten sollen beschlossen werden
Steuererhöhungen sowie die Senkung der Einkommen von Parlamentariern und hohen Staatsbeamten sind geplant“

Diese Ankündigungen sind jedoch nur kosmetischer Natur und ändern nichts an der Lage der Menschen, wenn nicht das System verändert wird. Der Spiegel-Artikel ist lang und erst ganz am Ende kommt verschämt das, was ich gemeint habe:

„Vielen Chilenen gehen die Reformen nicht weit genug. Sie halten sie für kosmetische Verbesserungen an einem neoliberalen Modell, das sie grundsätzlich ablehnen: An dem auf Gewinn optimierten Gesundheits- und Bildungssystem, an Unternehmen, die ohne staatliche Regulierung Preise festlegen und Leistungen einschränken, hat der Präsident bisher nicht gerüttelt.“

Woran erinnert mich das bloß? Ähnliches haben wir in den letzten 12 Monaten in Frankreich erlebt. Die Gelbwesten sind auch wegen einer Erhöhung von Preisen auf die Straße gegangen. Aber die Erhöhung der Benzinpreise war nicht der Grund, es war nur der Auslöser. Der Grund war, dass das Geld vieler Menschen wegen hoher Abgaben kaum mehr zum Leben reicht, während gleichzeitig im Zuge neoliberaler Reformen Steuern für Unternehmen und Millionäre gesenkt wurden. Obwohl die Gelbwesten immer noch demonstrieren, hört man nichts mehr von ihnen. Die Frage ist, ob es in Chile auch so einfach wird, die Proteste mit einer Mischung aus Aussitzen, kosmetischen Reformen und Polizeigewalt abzuschwächen.

In Chile waren an einem Tag schon über eine Million Menschen auf der Straße, danach konnte der Präsident nicht anders, als irgendwie zu reagieren. Eine Million Menschen in Chile, das wäre so, als wenn in Deutschland fünf Millionen auf die Straße gehen würden. Die größte Demo in Deutschland war wahrscheinlich die Demonstration gegen den Nato-Doppelbeschluss im Jahre 1982 mit 500.000 Demonstranten. Und vor dem Zusammenbruch der DDR demonstrierten ca. 300.000 Menschen bei den Montagsdemonstrationen. Man muss also ganz nüchtern konstatieren, dass die Unzufriedenheit der Chilenen ungleich größer sein muss als alles, was wir in der jüngeren deutschen Geschichte selbst erlebt haben.

Und diese Unzufriedenheit kann auch niemanden verwundern, schließlich ist Chile ein durchaus entwickeltes Land, in dem die Menschen trotzdem in bitterer Armut leben, während einige wenige es sich gut gehen lassen. Und wenn wir uns an die Bildung erinnern, dann hat das neoliberale System, das in Chile seit 40 Jahren wütet, dazu geführt, dass auch niemand mehr sich damit trösten kann, dass es den Kindern mal besser gehen wird, denn die Kinder von Normalsterblichen (also auch der Mittelschicht) haben keine Chance, es auf eine Universität zu schaffen. Ihre Armut ist vorgezeichnet.

Wir können also ganz nüchtern feststellen, dass der Neoliberalismus, wenn er in aller Konsequenz eingeführt wird, nicht zu Wohlstand und Freiheit, sondern zu Armut, Ungleichheit und Perspektivlosigkeit bei der Mehrheit der Bevölkerung führt.

Aber da das neoliberale System ja das System ist, welches uns von Politik und Medien als „alternativlos“ gepredigt wird, tun die Medien alles, um von diesen Gründen für die Proteste in Chile abzulenken. So konnte man im Spiegel auch lesen:

„Die Börse in der Hauptstadt Santiago brach am Dienstag um 4,6 Prozent ein, der Peso verlor massiv an Wert. Schon jetzt ist klar: Die Proteste werden das südamerikanische Land, das bisher als das wirtschaftlich stabilste der Region galt, um Jahre zurückwerfen.“

Wenn Menschen gegen menschenunwürdige Bedingungen in ihrem Land demonstrieren, dann sorgt sich der Spiegel um die Börse und die Wirtschaft. Aber was die Menschen davon gehabt haben, dass Chile „bisher als das wirtschaftlich stabilste der Region galt„, das fragt der Spiegel nicht.

Der Leser des Spiegel erfährt, dass die Menschen wegen vier Cent Preiserhöhung auf die Straße gehen und „alle was anderes und zwar sofort“ fordern. Und er erfährt, dass das für die Börse und die Wirtschaft ganz schlimm ist und sie „um Jahre zurückwirft„. Aber keine Details über Lebensumstände der Menschen, es fallen lediglich allgemeine Worte darüber, dass die Löhne niedrig, die Preise hoch und die Ungleichheit groß ist. Da denkt sich der Deutsche doch: „Das ist doch hier auch so, deshalb muss man doch nicht gleich randalieren“.

Außer solchen allgemein gehaltenen Formulierungen gibt es im Spiegel kein Wort über die Situation im Land und darüber, was der Neoliberalismus, den Politik und Medien auch für Deutschland propagieren, in Chile in 40 Jahren angerichtet hat.

Und natürlich musste man nicht lange warten, bis die USA, die den Neoliberalismus in die Welt tragen wollen und unter deren Einfluss Pinochet ihn in Chile eingeführt hat, den Schuldigen benennen. Und dreimal dürfen Sie raten, wer an allem Schuld ist. Natürlich die Russen!

Und das berichtet der Spiegel auch gerne ausführlich:

„Ein ranghoher Vertreter des US-Außenministers warf Russland vor, die Debatte in Chile durch Beiträge sogenannter Internet-Trolle in Onlinenetzwerken zu „verzerren“. Mit Trollen sind Internetnutzer gemeint, die bewusst Diskussionen stören und die Atmosphäre in Onlinedebatten vergiften. Der Ministeriumsvertreter sagte, die russische Kampagne ziele darauf ab, die Meinungsunterschiede in Chile zu verschärfen, Konflikte zu schüren und eine „verantwortungsvolle demokratische Debatte“ zu stören.“

Die Menschen sind aufgrund einer US-Wirtschaftspolitik verarmt und perspektivlos, aber Russland ist Schuld an den Protesten, das ist doch einleuchtend, oder? Anstatt aber darauf einzugehen und seinen Lesern etwas über unhaltbaren Zustände in Chile zu berichten, sind für den Spiegel die US-Behauptungen unbestritten:

„Nach Einschätzung der US-Behörden hat Russland 2016 auch in den USA versucht, durch die massive Verbreitung von Falschinformationen Einfluss auf die Präsidentschaftswahl zu nehmen und durch Polarisierung die Wahlen zur Präsidentschaft zu beeinflussen, die dann Donald Trump gegen Hillary Clinton gewann.“

Dass seit dem Mueller-Bericht offiziell bekannt ist, dass es die russische Wahleinmischung nicht gegeben hat, sondern ein Manöver von Clinton war, um Trump zu diskreditieren und die Wahl zu gewinnen, das erwähnt der Spiegel nicht.

So geht „Qualitätsjouranlismus“ in Deutschland: Man berichtet keine Hintergründe, hält die Leser dumm, verstärkt stattdessen Klischees wie die längst widerlegte russische Wahleinmischung und lässt den Leser glauben, dass wirtschaftsliberale Methoden Wohlstand für alle bringen. Dabei gibt es für diese Behauptung nicht ein einziges Beispiel, oder können Sie mir eines nennen?

Nachwort für alle Fachleute unter meinen Lesern: Mir ist klar, das ich bei den Zahlen stark vereinfacht habe. Um Durchschnittsgehalt und Mittelschicht zu definieren, müsste man eigentlich nach Brutto und Netto und auch nach Anzahl der Mitglieder eines Haushaltes fragen. Aber ich wollte hier keine wissenschaftliche Arbeit schreiben, mir ging es darum, das prinzipielle Problem aufzuzeigen und dazu haben mir diese etwas vereinfachten Zahlen ausgereicht. Es ist nicht kriegsentscheidend, ob das Durchschnittsgehalt in Deutschland bei 3.000 oder 3.200 liegt und ob es netto je nach Steuerklasse und Kindern im Haushalt dann 2.300 oder 1.600 Euro sind. Entscheidend war mir, die Lebenssituation und die Hintergründe aufzuzeigen, die in Chile herrschen und zu den Protesten geführt haben.

https://www.anti-spiegel.ru/2019/massenproteste-in-chile-was-wir-in-den-deutschen-medien-darueber-nicht-erfahren/

Tall Abyad: YPG hält Zivilisten für legitime Ziele in Nordsyrien

Von  NEX24
(Screenshot/TRT)Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel

In der syrischen Stadt Tall Abyad an der Grenze zur Türkei sind mindestens 20 Menschen bei einer Autobombenexplosion ums Leben gekommen. 30 weitere sollen zum Teil schwer verletzt sein. Die Explosion fand mitten in der belebten Markstraße statt, ganze Häuserfronten wurden durch die Detonation in Mitleidenschaft gezogen.

„Nach ersten Erkenntnissen wurden bei der Explosion in der nordöstlichen Stadt 13 Zivilisten getötet und etwa 20 weitere verletzt“, hieß es in einer Erklärung des türkischen Verteidigungsministeriums am frühen Samstag. Die Explosion habe sich auf einem Marktplatz ereignet.

Weiter hier

https://nex24.news/2019/11/tall-abyad-ypg-haelt-zivilisten-fuer-legitime-ziele-in-nordsyrien/

 

 

Assad: Trump ist der beste amerikanische Präsident

Von NEX24
(Archivfoto: AA)

Damaskus – Der syrische Machthaber Baschar Al Assad lobte in einem Interview mit dem syrischen Staatsfernsehen den amerikanischen Präsidenten Donald Trump für seine „Transparenz und Ehrlichkeit“.

„Alle amerikanischen Präsidenten begehen Verbrechen und nehmen am Ende den Nobelpreis entgegen. Sie treten als Verteidiger der Menschenrechte und der ‚einzigartigen und brillanten amerikanischen oder westlichen Prinzipien‘ auf, aber alles, was sie sind, ist eine Gruppe von Kriminellen, die nur die Interessen der amerikanischen Lobbys großer Konzerne an Waffen, Öl und so weiter vertreten“, so Assad. Trump sei wenigstens ehrlich und sage: „Wir wollen das Öl“. Dies sei die Realität der amerikanischen Politik seit dem zweiten Weltkrieg.

„Ich sage ihnen, er ist der beste amerikanische Präsident. Warum? Nicht weil seine Politik gut ist, sondern weil er der transparenteste Präsident ist. Was wollen wir mehr als einen transparenten Gegner?“, so der syrische Staatschef.

https://nex24.news/2019/11/assad-trump-ist-der-beste-amerikanische-praesident/

 

Syrien: Türkei und Russland beginnen gemeinsame Patrouillen

Von NEX24
(Foto: Screenshot/MSB)

Gaziantep – Im Rahmen eines im Oktober unterzeichneten Abkommens, haben die Türkei und Russland am Freitag mit gemeinsamen Patrouillen an der türkisch-syrischen Grenze begonnen. Dies teilte das türkische Verteidigungsministerium mit.

Das Moskauer Verteidigungsministerium bestätigte, dass die erste Patrouille zur örtlichen Mittagszeit begonnen habe. Sie bewege sich in Richtung Westen die syrisch-türkische Grenze entlang. Insgesamt seien „neun Einheiten, Sicherungsfahrzeuge und Transporter der russischen Militärpolizei“ auf einer Route von mehr als 110 Kilometern unterwegs, berichtet die Welt.

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https://nex24.news/2019/11/syrien-tuerkei-und-russland-beginnen-gemeinsame-patrouillen/

Kommentar: Wie gelang Baghdadi über YPG-kontrolliertes Gebiet nach Idlib?

News Special 24

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

Der „Kalif“ der Terrororganisation „Islamischer Staat“, Abu Bakr al-Baghdadi, ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump bei einem Einsatz von US-Spezialkräften getötet worden. Überraschenderweise aber nicht im Osten Syriens, sondern in der Rebellenhochburg Idlib im Nordwesten.

Schon acht Mal wurde der Kalif der IS, Abu Bakr al-Baghdadi, getötet. Aber heute Wissen wir es genauer, der US-Präsident hat uns aufgeklärt. Er wurde laut US-Präsident Trump von den Delta Force gestellt, al-Baghdadi sprengte sich jedoch samt Frauen und Kindern selbst in die Luft.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte kurz danach, man habe keine gesicherten Erkenntnisse darüber, dass es sich bei dem Toten um al-Baghdadi handelt.

US-Präsident Trump bedankte sich jedenfalls in seiner Rede recht herzlich, nicht nur bei den Streitkräften der 1st SFOD-D, auch genannt Delta Force, die die Operation ausgeführt haben soll, sondern auch bei den eingesetzten Spürhunden. Offenbar galt der Dank nicht diesen Spürhunden, sondern anderen…

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Krawalle in Chile: Erste Folge der CO2-Steuer?

von https://sciencefiles.org

Am Freitag den 18. Oktober ist -wenn man internationalen Medien glauben kann, Chile „explodiert“, d.h. Teilen der Bevölkerung von vor allem Santiago de Chile hat es gereicht. Die Erhöhung der Preise für die U-Bahn in der Hauptstadt und die Erhöhung der Energiepreise durch die Regierung von Chile hat zu heftigen Protesten geführt. Im Verlauf dessen, was man wohl als Aufstand bezeichnen muss, wurden in der Hauptstadt von Chile fast alle 164 U-Bahn-Stationen angegriffen, viele davon in Brand gesteckt und 41 zerstört, 18 Tote und mehrere Hundert Verletzte sind das Ergebnis der Ausschreitungen, gegen die sich Präsident Sebastian Pinera nicht anders zu helfen wusste, als einen Ausnahmezustand zu verhängen, rund 10.000 Soldaten in die Hauptstadt zu holen und die öffentlichen Plätze und Straßen zu kontrollieren.

Die Explosion ist zwischenzeitlich in friedliche Demonstrationen überführt worden und so konnte die Tagesschau am 26. Oktober von einer Demonstration aus Santiago de Chile berichten, an der rund eine Million Menschen teilgenommen hätten. Sie hätten für soziale Reformen demonstriert, so heißt es. Hintergrund der Demonstrationen, so die ARD, sei die tiefe Kluft zwischen Arm und Reich in Chile. Die Protestwelle habe sich an einer Erhöhung der U-Bahn-Tickets in Santiago de Chile entzündet und sich von dort schnell ausgeweitet.


 


Die Geschichte der heftigen Proteste und anschließenden Massendemonstrationen in Chile, die die ARD erzählen will, es ist eine Geschichte der sozialen Ungleichheit, eine Geschichte vom Milliardär Pinera und den vielen Armen, die in Chile gerade so über die Runden kommen und für die die Erhöhung der U-Bahn-Preise und der Strompreise der Tropen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Indes wirkt die alte Geschichte des Antagonismus zwischen Reich und Arm, die die ARD und andere Medien wieder verbreiten wollen, etwas seltsam, wenn man sich die Daten ansieht, die z.B. die Weltbank zur Verfügung stellt und die mit den Daten der OECD übereinstimmen:

Die soziale Ungleichheit in Chile ist geringer als in den meisten südamerikanischen Ländern. Mit einem GINI-Koeffizienten von 0.466 liegt Chile hinter Uruguay (0.395), Peru (0.433), Ecuador (0.447) und Argentinien (0.412), aber deutlich vor Kolumbien (0.497), Guatemala (0.483), Honduras (0.505) oder Brasilien (0.533). Erstaunlicher Weise ist die Soziale Ungleichheit in Chile etwas geringer als im sozialistischen Venezuela (0.469), so dass man kaum behaupten kann, Chile sei eines der Länder in Südamerika, in denen die „Kluft zwischen Arm und Reicht“ besonders tief sei, wie die ARD das tut.

Wirtschaftlich betrachtet gehört Chile zu den erfolgreichsten südamerikanischen Ländern, wie die folgende Abbildung zeigt (Chile ist die dunkelblaue Linie).

blau: Chile; hellblau: Venezuela, dunkelblau: Kolumbien, rot: Argentinien, grün: Brasilien

Das GNI per Capita ist ein Maß für die durchschnittliche Kaufkraft des Bewohners eines Landes. Verrechnet man die Informationen für das GNI mit der Information, dass die soziale Ungleichheit in Chile höher ist als z.B. in Argentinien, dann kann man dennoch feststellen, dass es Chilenen im Vergleich zu anderen Südamerikanern durchschnittlich nicht schlechter geht, sie nicht ärmer sind als andere Südamerikaner.

blau: Chile; hellblau: Venezuela, dunkelblau: Kolumbien, rot: Argentinien, grün: Brasilien

Im Gegenteil, wenn die Lebenserwartung der Bevölkerung ein Indikator für Wohlstand und Lebensqualität ist, dann ist beides in Chile besonders hoch, denn Chilenen haben eine höhere Lebenserwartung als z.B. Kolumbianer, Brasilianer oder Argentinier.

Tatsächlich ist die Tatsache, dass ausgerechnet in Chile, einem der südamerikanischen Länder, die prosperieren, die Gewalt so explodiert ist, wie sie das am Freitag dem 18. Oktober und an den Folgetagen ist, erklärungsbedürftig. Was die Frage aufwirft, die in deutschen Mainstreammedien generell nicht gestellt wird: Was ist Ursache dieser Eruption der Gewalt?

Dass es nicht die Kluft zwischen Arm und Reich sein kann, wie die ARD meint, liegt auf der Hand, denn die Kluft besteht seit Jahrzehnten und ist darüber hinaus geringer als in anderen Ländern Südamerikas.

Bleiben die Erhöhung der U-Bahn-Tickets und die gleichzeitige Erhöhung der Energiepreise.


 


John Authers bringt das Unwohlsein, das sich mit der heftigen Reaktion auf diese beiden Tropfen, die das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben scheinen, in der Washington Post sehr gut auf den Punkt:

Die Krawalle und der Vandalismus der letzten Tage, so schreibt er, die einen Ausnahmezustand, eine militärische Antwort und sogar die Aussage des Präsidenten, das Land befinde sich im Kriegszustand, zur Folge hatten, ereignen sich in einem der stablisten und ökonomisch erfolgreichsten Länder Südamerikas. Authers, der sich die Frage stellt, die wir auch stellen: „Wie ist dieser Ausbruch der Gewalt erklärbar?“ kommt zu einer sehr interessanten Feststellung:

Die Tatsache, dass die Chilenen gegen eine Erhöhung der Lebenshaltungskosten revoltiert haben, sei alarmierend, und lege den Schluss nahe, dass ähnliche Situationen in Ländern, die ökonomisch nicht so stabil seien wie Chile, ebenfalls und sehr leicht eintreten könnten. Es gibt, so schreibt er an anderer Stelle, aus vielen Ländern ausreichend Gewissheit darüber, dass Bürger gegen die Verteuerung ihrer Lebenshaltung auf die Straße gehen werden, es sich nicht bieten lassen werden, wenn z.B. Benzin- und Strompreise erhöht werden. Diejenigen, die Treibhausgas-Emissionen durch Steuern, z.B. eine CO2-Steuer reduzieren wollten, sollten sich diesen Punkt sehr genau vor Augen führen, schreibt Authers.

Nun fragt man sich, wenn man den Beitrag von Authers liest: Wo genau kommen Umweltsteuern ins Spiel? Sie scheinen im Fall von Chile herzlich deplatziert zu sein und in der Berichterstattung der Mainstreammedien über Chile kommen sie auch überhaupt nicht vor.

Und doch: Warum wurden die Preise für U-Bahn-Tickets und Energie, also Strom, in Chile eigentlich erhöht, wo doch Ölpreise weltweit gefallen sind?

Die Antwort auf diese Frage beginnt mit einer Pressemeldung von Reuters. Sie stammt vom 26. September diesen Jahres und lautet: „Chile ist das erste südamerikanische Land, das eine CO2-Steuer einführt“. Ziel der Steuer ist vor allem der Energiesektor, dessen Leistungen dadurch verteuert werden. Am 26. September wurde Pinera, der Präsident Chiles, von der internationalen Gemeinschaft noch gefeiert. Die Maßnahme war wohl als Willkommensgruß an den Wanderzirkus der UN gedacht, der im Dezember in Santiago de Chile gastieren wird, um dort die 25. Station seiner Tournee rund um die Erde einzulegen und über die Tatsache zu jammern, dass die CO2-Emissionen, zu denen alle Delegierten ausreichend mit ihrer Anreise beigetragen haben werden, gar nicht gesenkt werden konnten.

Die Mit-Heuchelei ist die Regierung in Chile teuer zu stehen gekommen. Die Verteuerung der Energiepreise und der U-Bahn-Tickets, die man wohl als direkte Folge der neuen CO2-Steuer ansehen muss, hat Krawalle und Unruhen, einen Aufstand der Bevölkerung provoziert, in dessen Verlauf Präsident Pinera nicht nur genötigt war, die Preiserhöhungen zurückzunehmen, er hat sich auch zu einer Reihe sonstiger Maßnahmen, von der Erhöhung der Mindestrente bis zur Übernahme der Kosten teurer Behandlungen durch den Staat, genötigt gesehen.

Wie man sieht sind nicht alle Bürger so duldsam wie die Deutschen, wenn es darum geht, den staatlichen Griff in das eigene Portemonnaie zu tolerieren.

https://sciencefiles.org/2019/10/27/krawalle-in-chile-erste-folge-der-co2-steuer/