Beifuss – uraltes Wissen gegen Krebs

 

Altes Wunderkraut enthüllt sein Geheimnis
Bei uns ist Beifuss vielen wohl nur als Hauptbestandteil von Absinth und Wermut bekannt.
Wermut ist ein mit Gewürzen und Kräutern aromatisierter Wein, der vor allen Dingen bei Römern und später im Mittelalter beliebt war, wo man Wein verdünnte und mit allerlei merkwürdigen Kräutern “würzte”. Viele teure Gewürze zu nutzen galt damals in Adelskreisen als besonders vornehm. Heute würde man das als “verschlimmbessern” bezeichnen.

Die heutige Variante wird als Aperitif oder Cocktail getrunken und wurde 1786 in Turin von Antonio Benedetto Carpano erfunden. Carpano wollte damit den schlechten Geruch billige Weine überdecken wollte, der meist durch Gährungen eines nicht ganz luftdichten Korkens entstand. Dazu nutzte er das Wermutkraut (Artemisia absinthium), das durch seine bitteren Aromastoffe den Geschmack deutlich prägt. Allein durch diese im Grunde genommen schon verdorbenen Weine geriet Wermut schliesslich in Verruf.

Beifuss wie er überall in Europa zu finden istDoch schon seit Jahrhunderten wird eine Wermutart, Artemesia annua, als Heilpflanze in China verwendet. Vor wenigen Jahren entdeckten Henry Lai und Narendra Singh von der Universität Washington das Wermutderivat Artemisinin auch als viel versprechendes Mittel gegen Krebs.

Artemisinin – ein altes Heilmittel bekämpft Krebs Artemisinin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, chemisch ein Sesquiterpen, der in den Blättern undBlüten des Einjährigen Beifußes (Artemisia annua) vorkommt. Charakteristika der Artemisininstruktur sind ein Trioxanringsystem und eine Peroxidbrücke. Es wird in Vietnam, China und Afrika zur Behandlung von Infektionen mit multiresistenten Stämmen von Plasmodium falciparum, dem Erreger der Malaria tropica, eingesetzt.

Die Chinesen verwendeten Artemisinin zur Behandlung von Malaria. Seine Verwendung war lange Zeit in Vergessenheit geraten. Erst in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden bei einer archäologischen Grabung antike Heilmittelrezepte gefunden – darunter auch das für Artemisinin. Seither muss man von einer tollen Erfolgsgeschichte des Stoffes sprechen, da es jetzt in Asien und Afrika häufig zur Bekämpfung von Malaria eingesetzt wird.

Das Geheimnis der Wirkung von Artemisinin

Das Geheimnis seiner Wirkung liegt in seiner Reaktion mit Eisen, das sich in hohen Konzentrationen in Malariaerregern findet. Gerät Artemisinin in Kontakt mit Eisen, kommt es zu einer chemischen Reaktion, durch die freie Radikale erzeugt werden, diese sind die eigentliche Waffe gegen die Malariaparasiten. Sie greifen die Zellmembrane an, reißen sie förmlich auseinander und vernichten so den Erreger. Da Krebszellen große Mengen an Eisen verbrauchen, um bei der Zellteilung ihre DNS zu reproduzieren, finden sich darin auch wesentlich höhere Konzentrationen als in normalen Zellen. Die Krebszellen können deshalb mehr Eisen aufnehmen, weil sich an ihrer Oberfläche viele Transferrin-Rezeptoren befinden.

Diese binden die Eisenteilchen und schleusen sie in das Zellinnere. Krebszellen werden mit so viel Eisen wie möglich vollgepumpt. Gibt man Artemisinin, wird die gleiche Reaktion wie bei Malaria in Gang gesetzt, es kommt zur massiven Freisetzung von Sauerstoffradiakalen in der Krebszelle, so dass dies zu ihrem Untergang führt: sie werden vernichtet.

Bestätigt wurden diese Befunde an Brustkrebszellkulturen. Acht Stunden nach Exposition gegen Artemisinin waren 75 Prozent der Zellen vernichtet, nach 16 Stunden lebten so gut wie keine mehr. Noch beeindruckender waren Tests mit Leukämiezellen. Diese waren bereits nach acht Stunden völlig zerstört.

Neben seiner hohen Effektivität hat Artesiminin viele Vorteile: Es ist selektiv.Es wirkt auf Krebszellen toxisch, doch auf normale Zellen hat es fast keinen negativen Effekt.
Auch Krebszellen, die gegenüber Zytostatika resistent sind, reagieren bzw. werden abgetötet.
Alle Krebsarten reagieren und sind empfindlich!

(Intern. J. Oncology 18: 767 – 773, 2001 Effert et al.)

Bedeutsam bei diesen Versuchen war auch, dass beieinem Experiment Brustkrebszellen verwendet wurden, die zuvor auf eine Strahlenbehandlung nicht angesprochen hatten, wohl aber auf Artemisinin empfindlich reagierten.
Das bedeutet, dass eine Krebsbehandlung mit Artemisinin auch bei Krebsarten erfolgreich sein könnte, bei denen konventionelle Therapien bislang nicht anschlugen.

Von der Idee zu Behandlung
Bei aggressiveren Krebsarten, wie beispielsweise Bauspeicheldrüsenkrebs oder akuter Leukämie, sind die Testergebnisse sehr vielversprechend. Diese Krebsarten zeichnen sich durch eine extrem schnelle Zellteilung und damit durch noch höhere Eisenkonzentrationen aus. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass Artemisinin auch Einfluss auf die Neoangiogenese nimmt. Das bedeutet, der Stoff kann möglicherweise verhindern, dass der Tumor sich neue Wege im Organismus schafft und Metastasen bildet.

Artemisinin im Rahmen einer komplementären Tumortherapie

Im Rahmen einer komplementären Tumortherapie werden Krebspatienten vor dem Einsatz von Artemisinin mit Eisen geprimt (1 –2 Tage z. B. Ferinject, Ferlecitin). Danach werden 3 – 6 Milligramm Artemisinin pro Kilo Körpergewicht gegeben. Nach sechs Wochen

erfolgt ein erneutes Priming mit Eisen, danach wieder eine sechswöchige Gabe von Artemisinin. Artemisinin kann gezielt Krebszellen töten, während normale Zellen unverletzt bleiben. „In Zellkulturen ist Artemisinin allein etwa 100-mal mehr wirksam, Krebszellen zu töten, als bekannte Zytostatika“, sagte Lai. Weil sich Krebszellen so schnell vermehren, brauchen die meisten Krebszellen mehr Eisen als normale Zellen für die DNS-Replikation. Damit Krebszellen Eisen auch vermehrt aufnehmen können, haben sie vermehrt Transferrin-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche, deutlich mehr als gesunde Zellen. Diese Rezeptoren ermöglichen einen schnellen Transport von Eisen in die Krebszelle. Bei Transferrin handelt es sich um ein Eisen bindendes Protein. Transferrin dient als Trojanisches Pferd: Weil die Krebszellen Transferrin als natürliches Protein erkennen, nehmen sie vermehrt Eisen auf, das dann applizierte Artemisinin kann dann aus seinem gebundenem Wasserstoffperoxyd aggressive Sauerstoffradikale freizusetzen. Artemisinin wirkt ähnlich bei Malaria, weil durch die Malaria-Parasiten hohen Eisen-Konzentrationen angesammelt werden, bei denen Artimisinin dann bei Kontakt Wasserstoffperoxid freisetzt, was zum Tod der Parasiten führt. Seine gute Verträglichkeit stellte Artemisinin tausendfach bei der Malariabehandlung unter Beweis.
Malaria-Medikament Artesunat aktiviert Krebszell-spezifischen lysosomalen Zelltod

Heidelberger Wissenschaftler untersuchen zelluläre Prozesse beim Abtöten von Brustkrebszellen
Mit Artesunat behandelte Krebszellen zeigen fragmentierte Mitochondrien (grün) sowie 
Lysosomen (rot), die sich in der Nähe des Zellkerns angesammelt haben. 
Unbehandelte Krebszellen weisen demgegenüber typischerweise vernetzte Mitochondrien 
und durch die gesamte Zelle verteilte Lysosomen auf.

Die aus einer Heilpflanze gewonnene Wirksubstanz Artemisinin kann nicht nur in der Malaria-Behandlung, sondern möglicherweise auch in der Krebsbehandlung Anwendung finden. Die zellulären Abläufe beim Abtöten von Brustkrebszellen mit Hilfe von Artesunat, einem Derivat des Artemisinin, haben Wissenschaftler des BioQuant-Zentrums der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) untersucht. Sie konnten zeigen, dass membrangebundene Zellorganellen, die sogenannten Lysosomen, und das dort vorhandene reaktive Eisen eine zentrale Rolle beim Artesunat-induzierten programmierten Zelltod der Krebszellen spielen. Die Forschungsergebnisse wurden im „Journal of Biological Chemistry“ veröffentlicht.

Extrakte der Heilmittelpflanze Einjähriger Beifuß – Artemisia annua L. – werden seit mehr als zweitausend Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. In den 1970er Jahren wurde die Wirksubstanz Artemisinin identifiziert und klinisch als wirksames Mittel gegen Malaria charakterisiert. Heutzutage werden Artemisinine weltweit als Anti-Malaria-Mittel angewendet. Zu den Derivaten gehört das Artesunat, das wie das Artemisinin seine zellabtötende Wirkung durch die chemische Reaktion mit Eisen entfaltet. Dabei entstehen sogenannte reaktive Sauerstoffspezies, die umgangssprachlich auch als freie Sauerstoffradikale bezeichnet  werden. In Malariaerregern entfalten sich die toxischen Effekte von Artemisinin in der Nahrungsvakuole des Parasiten, die durch den dort stattfindenden Abbau von Wirts-Hämoglobin hohe Konzentrationen von redox-aktivem Eisen aufweist.

Analog zu den Nahrungsvakuolen des Malariaerregers haben die Heidelberger Wissenschaftler die Lysosomen im Artesunat-induzierten Zelltod bei Brustkrebszellen untersucht. Lysosomen sind von einer Membran umgebene eukaryotische Zellorganellen, die mit Hilfe bestimmter Enzyme zelluläre Komponenten abbauen. Zusätzlich enthalten sie, wie die Nahrungsvakuole der Malariaerreger, größere Konzentrationen von redox-aktivem Eisen. Dieses lysosomale Eisen haben die Wissenschaftler als zentralen Ausgangspunkt für den durch Artesunat ausgelösten Zelltod bei Brustkrebszellen identifiziert. Die Forschergruppe „Systems Biology of Cell Death Mechanisms“ unter der Leitung von Dr. Nathan Brady hat bei ihren Untersuchungen festgestellt, dass die gezielte Blockade von reaktivem Eisen in den Lysosomen die Krebszellen schützt, während andererseits eine Erhöhung des lysosomalen Eisengehalts die schädliche Wirkung von Artesunat für die Krebszellen steigert.

Wie Dr. Anne Hamacher-Brady, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschergruppe „Integrative Bioinformatics and Systems Biology“ unter der Leitung von Prof. Dr. Roland Eils erläutert, sind intakte Lysosomen die Voraussetzung dafür, dass das Zelltodsignal an die Mitochondrien weitergeleitet wird. Mitochondrien, normalerweise die „Kraftwerke“ der Zelle, spielen im programmierten Zelltod häufig durch die Freisetzung sogenannter pro-Zelltodmoleküle eine Rolle. Im Zelltod durch Artesunat findet diese Umwandlung der Mitochondrien in Zelltod-Organellen in Abhängigkeit des lysosomalen Eisens statt. Die Wissenschaftler konnten außerdem zeigen, dass das Artesunat durch seinen Einfluss auf die räumliche Verteilung von zellulären Komponenten Prozesse blockiert, die normalerweise das Überleben und die Verbreitung von Krebszellen unterstützen. Dazu gehört unter anderem der Vorgang der Autophagie, bei dem die Zelle eigene Bestandteile lysosomal abbaut und damit in Situationen mit begrenzter Nährstoffzufuhr, wie zum Beispiel im Inneren eines Tumors, überlebenswichtige Makromoleküle recycelt.

Nach Angaben der Heidelberger Wissenschaftler wurde der Zelltod durch Artesunat nur in Brustkrebs-Zelllinien und nicht in „gesunden“ Brustepithel-Zelllinien ausgelöst. Ihre Hypothese ist, dass diese Selektivität gegenüber Krebszellen ihre Ursache darin haben könnte, dass die Krebszellen durch einen veränderten Stoffwechsel einen erhöhten Bedarf an Eisen aufweisen. Dies ist Gegenstand aktueller Untersuchungen der beiden Forschergruppen am BioQuant-Zentrum. Informationen im Internet können unter der Adresse http://ibios.dkfz.de/tbi unter dem Stichwort „Artesunate“ abgerufen werden.

Originalveröffentlichung:
A. Hamacher-Brady, H.A. Stein, S. Turschner, I. Toegel, R. Mora, N. Jennewein, T. Efferth, R. Eils, N.R. Brady: Artesunate activates mitochondrial apoptosis in breast cancer cells via iron-catalysed lysosomal reactive oxygen species production. J Biol Chem. 2011 Feb 25; 286(8): 6587-6601, DOI: 10.1074/jbc.M110.210047.

Fakten zum Beifuss

Beifuss, eine mehrjährige, bis 1 m hohe Pflanze mit stark zerteilten Blättern (oberseits dunkelgrün, unten silbrig). Die unscheinbaren gelblichen oder rotbraunen Blütenköpfe stehen in einer endständigen Rispe. Kommt in verschiedenen Sorten vor, Wermut (Artemisia absinthium, hauptsächlich Orient), Einjährigen Beifußes (Artemisia annua hauptsächlich China) und Gemeiner Beifuss (Artemisia vulgaris), (syn. Artemisia lactiflora, A. samamisica, syn. Gewürzbeifuss) der in Europa wächst.

GENUTZTE PFLANZENTEILE
Artemisiae herba (syn. Herba Artemisiae); Beifusskraut (syn. Jungfernkraut, Johanniskraut, Weibergürtelkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Johannishaupt), die vorsichtig getrock­neten, während der Blütezeit gesammelten Zweigspitzen.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Das ätherische Öl (bis zu 0,3%) ist sehr variabel und enthält 1,8-Cineol, Campher, Lina­lool, Thujon und zahlreiche Monoterpenene und Sesquiterpene (je nach Herkunft). Ferner kommen vor: Sesquiterpenlactone (unter anderem Vulgarin und Psilostachyin), Flavonolglykoside und Cumarine.

PHARMAKOLOGIE
Anwendung und Wirkungen entsprechen weitgehend jenen von Wermut (Artemisia absinthium), der therapeutische Nutzen wurde jedoch noch nicht durch moderne Studien belegt.

ANWENDUNG
Seit der Antike zu zahlreichen medizinischen und magischen Zwecken verwendet (z.B. als Wurmmittel gegen diverse Darmparasiten). Die moderne Anwendung beschränkt sich hauptsächlich auf den Einsatz als Magenbitter zur Behandlung von Verdauungs­stör­un­gen und Appetitmangel. Traditionell wird Artemisia vulgaris gerne zur Behandlung von Neurosen, Depressionen, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit, Angstzuständen und schmerz­hafter oder unregelmässiger Monatsblutung verwendet.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Folgende Beispiele sind der Literatur entnommen:
Beifusskraut: 0,5 bis 2 g Droge als Aufguss 3mal täglich.
Mehrmals täglich (5- bis 6mal) wird eine Messerspitze der pulv. Droge eingenommen.

Zur Bereitung eines Tees wird ein Kaffeelöffel der Droge 10 min lang in einer Tasse kochenden Wassers ziehengelassen; 2 bis 3 Tassen am Tag.
Fuidextrakt BHP 83: 0,5 bis 2 mL 3mal täglich.

Herstellung von ARTEMISIASALBE

Artemisiasalbe kann man in 3 Stärken produzieren!

Getrocknete und gepulverte Blätter (Menge siehe unten) mit 100 ml Olivenöl
(Billiger: Sonnenblumenöl; Besser aber teurer: Rizinusöl aus der Apotheke)
im Wasserbad eine Stunde erhitzen, durch Gaze filtern,
10 g geschmolzenes Bienenwachs beifügen, umrühren,
in saubere Dosen (z.B. gewaschene und getrocknete Fotodöschen) abfüllen.

Menge an Artemisiapulver in diesem Rezept:
Für A-3 M (Mild) Salbe nehmen Sie 2,5 g (z.B. zur Verwendung bei Hämorrhoiden)
Für A-3 N (Normal) Salbe nehmen Sie 5 g (z.B. Wunden, Säuglingsekzeme, Aufliegen bei Bettlägerigen)
Für A-3 F (Forte) Salbe nehmen Sie 10 g (z.B. Fusspilz, Neurodermitis, Akne. Bei Haustieren auch für blutende Ohrlappen und andere fliegenübersäte Wunden)

Wichtig: Es darf KEIN Wasser in die Salbe kommen, sonst verdirbt sie schnell.
Gut hergestellt ist sie 1 Jahr bei Raumtemperatur haltbar.

HOMÖOPATHIE
Artemisia vulgaris
HAB1, die frischen, zu Beginn des Winters geernteten, unterirdischen Teile.
Anwendungsgebiet: Bei Krampfleiden und Wurmbeschwerden.

Geschichtliches und Sagen zum Beifuß

Für die alten Germanen war Beifuß die mächtigste aller Pflanzen:

Mugwurz – Machtwurz!
“Gedenke du, Beifuß, was Du versprachst,
Was du anordnetest in feierlicher Kundgebung!
Una heisst du, älteste Wurze!
Du überwindest Dreie und Dreissige
Du überwindest Eiter und Anfälle
Du überwindest die Leidkraft, die über das Land fährt.”

Dioskurides verwendete Beifuß gegen Darmwürmer. Hildegard von Bingen empfahl den Beifuß bei sehr fetter Nahrung.

Hippokrates erkannte den Beifuß als menstruationsfördernd, Loncierus empfahl ihn zur Geburtserleichterung und nach der Geburt.

Tabernaemontanus empfahl den Beifuß “als nützliche Kräuter zu den Mutterkrankheiten”.

Beifußkraut ist dem heiligen Valentin (der vom Valentinstag) und der Artemis geweiht.
Angeblich soll man in der Antike einer Frau, die gerade ein Kind geboren hatte, einen Büschel Beifuß in die linke Hand gegeben haben, damit die Schutzgöttin der Mütter, Artemis, vor Unheil schützte.
Zudem soll man das Zimmer, in dem Frau und Kind schliefen, mit Beifuß ausgeräuchert haben. Und auch im Wochenbett selbst soll Beifuß gewesen sein.  Dazu trug man Beifußwurzeln auch als Amulett, um die Kraft zu verstärken.
Bei Wahrsagern galt der Beifuß als ein Hilfskraut, der das Weissagen erleichtern sollte. Überhaupt scheint der Beifuß bei Weissagern beliebt gewesen zu sein, denn sie reinigten auch ihre Glaskugeln damit.
Im alten Rom legte man sich Beifußblätter in die Sandalen, um die Füße vor Übermüdung zu schützen. Das brachte dem Beifuß wohl auch seinen deutschen Namen ein.

Früher befestigte man den Beifuß auf dem Hausdach, damit er vor Blitzen und auch vor Seuchen schützen sollte.

Am 15. August, dem Tag der Maria Himmelfahrt räucherte man die Ställe auf Bauernhöfen mit Beifuß aus, damit das Vieh das Jahr über gesund blieb.

.Den alten Germanen war die Pflanze heilig, sie gaben Beifuß mit auf den Scheiterhaufen, wenn sie ihre Toten verbrannten. Dadurch sollte der Seele der Übergang ins Jenseits erleichtert werden.
Im Altertum band man sich Beifuß ans Bein, damit dieser vor Müdigkeit schützte.
Ein alter Brauch besagt, dass man sich einen aus Beifuß geflochtenen Gürtel umlegte, damit um das Sonnenwendfeuer tanzen soll und anschließend diesen Gürtel im Feuer verbrennen soll, damit man das ganze Jahr vor Krankheit geschützt ist
Die Kelten verräucherten zu bestimmten Zeiten, etwa an Samhain, den Beifuß.
Er galt als Schutzpflanze, die böse Geister vertrieb.
Der Beifuß galt nicht nur als Schutz gegen Dämonen und böse Mächte, er sollte auch gegen Feuersbrünste und Blitzschläge helfen. Aber er sollte vor noch mehr Ungemach schützen – vor dem bösen Blick, vor Hexenwerk, vor Albträumen, gegen Hass, Neid und Intrigen, die der Seele schaden.

Die Kirche mochte den Beifuß früher aber gar nicht, man sah in ihm ein Hexenkraut, wahrscheinlich deshalb, weil sie den “ungläubigen” oder Hexen Schutz gewähren sollte.

Früher war es Aberglaube – heute findet man tatsächlich den Hintergrund dafür: Die ätherischen Öle im Beifuß sind antibakteriell und töten Pilze ab – also genau das, was man braucht, um junge Mütter mit ihren Kindern vor Erkrankungen zu schützen.

Der Beifuß war übrigens sowieso ein beliebtes mystisches Frauenkraut. So setzten sich Frauen in den Rauch des Beifußes, um ihre lebensschenkenden Geschlechtsorgane zu weihen, damit sie weiterhin fruchtbar blieben oder aber auch, um eine Geburt einzuleiten.

Ein volkstümlicher Name ist auch Frauenwurz, der auf die besondere Wirkung bei Frauenbeschwerden hinweist. Beifuß entspannt den Unterleib der Frau, er soll auch das Lustgefühl im weiblichen Körper verstärken.

Der Beifuß wurde im Mittelalter auch als Kraut zur Abtreibung eingesetzt. Als so genanntes Periodenkraut – ein Kraut also, das die Periode anregt und auch Kontraktionen im Becken verursachen kann – darf es nicht in den ersten Wochen einer Schwangerschaft eingenommen werden. Weitere Kräuter, die man meiden sollte, sind auch Tausendgüldenkraut, Mutterkraut, Salbei, Liebstöckel und Petersilienwurzel.

“Diese Kreuter gesotten seind seer dienstlich den weiberen zu dampff oder schweyßbädern, dann sie bzingen inen ihre krankheyt, treiben aus das bürdlin und die todten frucht. Sie eröffnen auch die verschlossene muter, brechen und zermalen den stein, und bringen wider den verstandenen harn.”

Leonhart Fuchs

Beim Kochen riet er zu folgendem “Darzu seynd die gedöreten und abgestreifften Blümlein am dienlichsten und nützlichsten / Gänß, Hüner und andere Gevögel und Fleischspeisen damit gefüllt…”

Die jungen Blätter des Beifußes gehören im Frühjahr zusammen mit acht anderen Heilkräutern zur magischen Neunkräutersuppe.

Im ersten Weltkrieg verwendete man den Beifußrauch auch in Lazaretten, in denen verwundete Soldaten lagen – man wollte so die Ausbreitung von Krankheiten unterdrücken.

Im Mittelalter setzte man diesen Rauch auch gegen Dämonen ein, auch Exorzisten verwendeten ihn wohl.

Man setzte den Beifuß gegen die bösen Kräfte der Finsternis ein, die die Macht über den Menschen einnahmen. Diese bösen Kräfte zeigten sich dann u.a. durch epileptische Anfälle oder einen Herzinfarkt. Auch Schlaganfälle waren ein Zeichen der bösen Macht oder etwa Albträume und schreckliche Phantasien am Tag.

Wer „byfuß in synem huß hait, dem mag der tuffel keyn schaden zu fugen“.

Ein altes Teerezept gegen böse Kräfte sah z.B. folgendermaßen aus:

Nehmen Sie

je 50 g Angelikawurzel und Melissenblätter

je 20 g Beifuß, Dost, Eisenkraut, Johanniskraut, Labkraut und Rosenblüten.

Alles gut mischen und pro Tasse Tee 2 Teelöffel davon nehmen.

Aber bitte nicht länger als 3 Wochen trinken…

Nebenbei erwähnt:

Beifuß heißt auf Ukrainisch übrigens Tschornobyl – genau wie die Stadt, die man bei uns als Tschernobyl kennt und in der 1986 ein Kernkraftwerk in die Luft geflogen ist.

Harry Potter, seines Zeichens Zauberlehrling bzw. wohl inzwischen Meisterzauberer, verwendet den Beifuß im “Trank der lebenden Toten”.

Das rote ätherische Öl des Beifußes wurde bei den alten Germanen dazu verwendet, um Bockbier daraus herzustellen, das sehr stark und berauschend war – und wohl auch mehr Lust auf Liebe machen sollte. Diese aphrodisische Eigenschaft findet man auch im antiken Griechenland, wo man einen Aufguss aus Beifuß ebenfalls als Aphrodisiakum verwendete. Verstärkt wurde dies durch den Knoblauch und die Zwiebel, die gut mit dem Beifuß harmonieren.

So nebenbei: Hunde mögen den Geruch, den der Beifuß verströmt, gar nicht. Wenn Sie also bestimmte Plätze von Hunden freihalten wollen, pflanzen Sie dort Beifuß an oder legen Sie Beifuß aus.

Und: Beifuß sollte nicht gemeinsam mit anderen Heilkräutern in einem Beet angebaut werden, da er das Wachstum der anderen Pflanzen unterdrücken kann.

https://antilobby.wordpress.com/2015/02/27/beifuss-uraltes-wissen-gegen-krebs/

Hartz IV – Wer sich engagiert, wird bestraft

von arti1984

 

 


photo    Mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen in Deutschland hat keine abgeschlossene Berufsausbildung. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind denkbar schlecht. Doch ausgerechnet ihnen legt das Gesetz Steine in den Weg. Wer eine qualifizierte Ausbildung machen will, bei dem werden staatliche Leistungen gekürzt oder bei älteren Betroffenen sogar gestrichen. Hartz IV verhindert so die Ausbildung etlicher Langzeitarbeitsloser, kritisieren Experten. Eine absurde Regelung, die am Ende keinem nutzt. Denn sie zementiert die Situation der Betroffenen – auf Kosten der Steuerzahler.

http://www.blutundfleisch.org/2015/02/27/hartz-iv-wer-sich-engagiert-wird-bestraft/

Stellungnahme zum angeblichen MMS Verbot

Kulturstudio

Bildschirmfoto 2015-02-27 um 14.14.41585

Nachdem gestern das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Pressemitteilung über ein Verbot von MMS und die Einstufung als Arzneimittel veröffentlichte, generierte dies über die Deutsche Presseagentur (dpa) viele Meldungen in den völlig ungesteuerten Massenmedien. Titel wie:

„MMS-Verkauf ab sofort illegal!“,
„Bundesinstitut für Arzneimittel: MMS-Produkte sind illegal“
„Bundesinstitut warnt vor schweren Schäden durch ‚Heilmittel‘ MMS“
„Wundermittel MMS: Es hat sich ausgeheilt
„Verkaufsverbot für „Heilmittel“ MMS“

waren an der Tagesordnung. Explizit ging es aber lediglich zum einen um das Anbieten von MMS als Heilmittel, sprich mit verbundenen Heilaussagen. Diese sind aber schon immer verboten durch das Arzneimittelgesetz. Weiterhin ging es speziell nur um eine Firma, welche auch weitestgehend als Betrüger bekannt waren und seit langem schon Kunden verärgerte, weil sie bezahlte Ware nicht auslieferte.

http://www.webwiki.de/mineral-mms.de

Das BfArM schrieb:
„Darüber hinaus sieht das BfArM diese Produkte als bedenklich an, weil der begründete Verdacht besteht, dass sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen…

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“Aber man darf doch seine Meinung sagen!” Bericht vom Prozeß gegen Sylvia Stolz.

Posted by Maria Lourdes

Verfasst von Rainer Ritzel, Prozeßbeobachter beim Verfahren gegen Silvia Stolz. Hier sein Bericht für LupoCattivoBlog. – Vielen Dank, sagt Maria Lourdes!

Disclaimer: Der folgende Text gibt ausschließlich die persönliche Meinung des Autors wieder. Etwaige Verlinkungen und Kommentare auf diesem Blog müssen nicht mit dieser übereinstimmen, sondern können auch im Gegensatz zu ihr stehen.

Familie Erziehung“Aber man darf doch seine Meinung sagen!”
…empört sich meine Tochter, als ich ihr mit kindgerechten Worten erkläre, worum es in dem Prozeß gegen die mit Berufsverbot belegte Rechtsanwältin Sylvia Stolz geht, den ich am nächsten Tag besuchen werde.
Meine Tochter hat jedenfalls für später schon mal einen Eindruck von Theorie und Praxis der Meinungsfreiheit erhalten.

Im Gerichtsgebäude, in dem auch der NSU-Prozeß stattfindet, mehrmals umfangreiche Kontrollen. Zuerst am Eingang, das gleiche Prozedere wie bei der Abfertigung auf einem Flughafen. Vor dem Saal 266 werden die Ausweise der Besucher fotokopiert. Wir wollen wissen, wozu und auf welcher Rechtsgrundlage. Der vorsitzende Richter habe das angeordnet. Als Begründung wird ein Paragraph genannt, den ich mir nicht gemerkt habe. Natürlich könnte man das weiterverfolgen. Der Preis wäre allerdings, heute nicht an der Verhandlung teilnehmen zu können. Abermals müssen alle Taschen geleert werden, ein mitgebrachtes Notizbuch wird inspiziert, schließlich wird man in einem Nebenraum abgetastet. Die Fotokopien der Ausweise würden nach Prozeßende vernichtet, erklärt man uns. Ein Schelm, der dabei Böses denkt. Egal. Mir ist es das wert.

Zwei, drei Pressevertreter sind anwesend. Dann kommen nochmal zwei Frauen, auch von der Presse. Im Vorbeigehen bekomme ich ein paar Worte mit: “Ich habe mir die (Angeklagte) ganz anders vorgestellt.” Ansonsten eine Handvoll interessierter Beobachter, später kommen einige junge Frauen, ich vermute Jurastudentinnen oder Schülerinnen.

Das Gericht besteht aus dem vorsitzenden Richter Rieder (dem ich akustisch zuweilen nur schwer folgen kann), flankiert von zwei jungen Richtern, einem Mann und einer Frau, die ich Ende 20, Anfang 30 schätze. Daneben der Staatsanwalt, etwa im selben Alter. Außerdem noch zwei Schöffinnen, geschätzt Mitte 40 bis Anfang 50, und der Protokollführer.

Die drei Anklagepunkte lauten:

  • Leugnung des Holocaust durch Sylvia Stolz auf dem Vortrag “Sprechverbot – Beweisverbot – Verteidigungsverbot” in Chur im Rahmen der AZK-Veranstaltung.
  • Verleumdung des Schweizer Rechtsanwaltes Kettiger, der Frau Stolz angezeigt hat. Frau Stolz habe in einer auf Video aufgezeichneten Erklärung gesagt, dieser habe eine von ihr ausgehende Holocaustleugnung fingiert. Aufhänger ist wohl das Wort “fingiert”.
  • Ferner habe sich Frau Stolz in einem Schreiben an die Justizbehörden als Rechtsanwältin bezeichnet, obwohl sie nicht mehr praktizieren dürfe. Anstoß genommen wird hier wohl an einer Fußnote (!) in dem besagten Schreiben, in der es heißt: “Als Rechtsanwältin aus der Rechtsanwaltschaft der BRD wegen Holocaustleugnung ausgeschlossen.”

Im Zuge der Beweisaufnahme hatte Frau Stolz eine 31seitige Erklärung verlesen, in der sie zu den Vorwürfen Stellung nimmt. Konkret beschuldigt man sie, sie habe behauptet:

…Es fehlten bezüglich des Holocaust “die Feststellungen über Tatorte, Leichen oder Spuren eines Mordes.

…Es fehlten die Feststellungen über Zeugenaussagen, Dokumente oder sonstige Beweismittel.

…Es fehlten die Feststellungen einer nationalsozialistischen Absicht, die Judenheit ganz oder teilweise zu zerstören.

…Es gäbe keine Feststellung über ein Vorliegen entsprechender Beschlüsse, Pläne oder Befehle.“ Tatsächlich wies Frau Stolz aber nur darauf hin, daß in den Urteilsbegründungen in Holocaustleugnungsprozessen entsprechende Feststellungen fehlten!

Dies ist ja wohl ein entscheidender Unterschied. Zitat:

“In dem Vortrag legte ich dar, daß die Strafurteile gegen Holocaustleugner gegen den Grundsatz der Strafrechtsbestimmtheit verstoßen, da der Holocaust weder in den STRAFVORSCHRIFTEN (noch in Kommentaren) noch durch tatsächliche Feststellungen IN DEN STRAFURTEILEN gegen Holocaustleugner verbindlich bestimmt ist. Ich erläuterte, daß IN DEN STRAFURTEILEN gegen Holocaustleugner tatsächliche Festellungen über konkrete Sachverhalte des Holocaust (wie Tatorte, Tötungsmethoden) fehlen und auch nicht in Form von Verweisen AUF ANDERE URTEILE dargelegt sind.”

Der Berichterstatter meint: Das ist doch eigentlich nicht so schwer zu verstehen. Frau Stolz behauptet nicht selbst, daß diese konkreten Sachverhalte fehlten, sondern daß sie in den diesbezüglichen Strafvorschriften und Strafurteilen fehlten. Da der Vortrag öffentlich im Internet zugänglich ist, haben alle Interessierten die Möglichkeit, den Wortlaut der Aussagen nachzuprüfen.

In ihrer Verteidigungsschrift zitiert Sylvia Stolz u. a. die FAZ:

“Der Staftatbestand des Holocaust-Leugnens… macht es einem Überzeugungstäter unmöglich, entlastende Beweise anzuführen – da ja das Leugnen von Sachverhalten verboten wurde, muß mit verboten werden, darüber zu verhandeln, ob es welche sind. Sonst würde die Verhandlung selbst zur strafbaren Handlung.”

Der Berichterstatter meint: Also eine Endlosschleife. Ein Schriftsteller könnte aus diesem Stoff eine kafkaeske, surrealistische Erzählung machen. In dem besagten Vortrag berichtet Frau Stolz wie ihre Rechte als Verteidigerin nach und nach beschnitten wurden, bis sie schließlich Beweisanträge nicht mehr laut im Gericht aussprechen, sondern nur noch schriftlich vorlegen durfte. Schließlich wurde sie völlig aus dem Verfahren ausgeschlossen und aus dem Gerichtssaal entfernt. Die linke “taz” hat uns seinerzeit den Ausspruch des Richters Meinerzhagen überliefert:

“Zuletzt lehnte das Gericht alle Anträge mit der lapidaren Begründung- und für einige Antifaschisten im Publikum – schockierenden Begründung ab, daß es völlig unerheblich sei, ob der Holocaust stattgefunden habe, oder nicht. Seine Leugnung sei in Deutschland strafbar. Und nur das zähle vor Gericht.” (“taz” 9. 2. 2007, S. 6)

Ich finde, dieser Satz hat das Zeug dazu, in vielleicht gar nicht einmal allzuferner Zukunft in die Schul- und Geschichtsbücher einzugehen.

Der Berichterstatter meint darüberhinaus: So etwas kann nicht angehen. Das ist absurd und mit seinem Rechtsempfinden nicht vereinbar. So sieht es auch der Historiker Prof. Ernst Nolte:

“Die verbreitete Meinung, daß jeder Zweifel an den herrschenden Auffassungen über den Holocaust und die sechs Millionen Opfer von vorneherein als Zeichen einer bösartigen und menschenverachtenden Gesinnung zu betrachten und möglichst zu verbieten ist, kann angesichts der fundamentalen Bedeutung der Maxime “de omnibus dubitandum est” (an allem ist zu zweifeln”) für die Wissenschaft keinesfalls akzeptiert werden, ja sie ist als Anschlag gegen das Prinzip der Wissenschaftsfreiheit zurückzuweisen.”

Warum gibt es also überhaupt dieses “irreguläre Ausnahmestrafrecht”, wie es die “juristische Wochenschrift” nennt, bezüglich der Holocaust-Thematik? Auch darauf geht Frau Stolz ein. Sie zitiert z. B. den ehemaligen Bundeskanzler Schröder, der den Holocaust als Teil der deutschen Identität sieht, wie es auch Gauck wieder jüngst einforderte. Wir Deutsche sollen also den Holocaust als Teil unserer Identität annehmen, also in unser Selbst integrieren. Abgesehen davon, daß ich mich weigere, das zu tun, muß ich darüber noch gründlich nachdenken, was das in der Tiefe impliziert.

Ferner zitiert sie den FAZ-Chefredakteur Bahners: “In dem er (gemeint ist Günther Deckert) den Judenmord leugnet, bestreitet er der Bundesrepublik ihre Legitimität.” Es geht also um die Fundamente der Bundesrepublik. Die Entstehungsgeschichte der BRD führt uns weiter zum Zweiten Weltkrieg, der wiederum eine Folge des Ersten war. Das Bild eines Eisberges, von dem ja bekanntlich der weitaus größte Teil unter Wasser liegt, drängt sich mir auf…

Doch was ist die Bundesrepublik eigentlich? Souverän ist sie zumindest nach Meinung von etwa Wolfgang Schäuble, Peter-Scholl-Latour oder Gregor Gysi nicht. Auch z. B. Art. 139 GG sagt klar aus, daß es alliierte Bestimmungen gibt, die vom Grundgesetz “nicht berührt” werden. siehe: gesetze-im-internet.de

Der Berichterstatter meint, daß dies mit dem Gedanken der Souveränität nicht vereinbar ist. Frau Stolz zitiert auch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, daß das Grundgesetz davon ausgehe, daß das Deutsche Reich den Zusammenbruch 1945 überdauert hat und nicht untergegangen sei, es sei jedoch mangels entsprechender Organe derzeit nicht handlungsfähig (BVerfGE 36,1). Auch in der UN-Charta sei Deutschland nach wie vor als Feindstaat geführt.

Es gibt da übrigens auch einen Ausschnitt aus der Tagesschau, in dem Theo Waigel auf einem Schlesiertreffen sagt: “Mit der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai ist das Deutsche Reich nicht untergegangen.” Hier bitteschön: Quelle: YouTube

Hier geht es also an die Substanz, an die Wurzeln. Um die Frage nach Souveränität oder Nicht-Souveränität, und die Frage nach Freiheit oder Unfreiheit einer Nation, und damit letztlich um die Frage von Sein oder Nichtsein. Thilo Sarrazin nannte sein Buch: “Deutschland schafft sich ab”. Ich meine: Es schafft sich nicht ab, es wird abgeschafft.

Ich finde auch, daß der Text der von Frau Stolz vorgetragenen Verteidigungsrede angesichts der komplexen Materie in sich schlüssig und verständlich aufgebaut ist. Ich muß mich da immer ärgern, wenn man etwa in so manchen Presse-Erzeugnissen die üblichen Textbausteine findet: “Unerträglich! Wirre Propaganda! Krude Verschwörungstheorien” usw.

Den Mut, die Angeklagte (korrekt) zu zitieren, hat man nicht. Aber zum Glück ist heute niemand mehr, der es wirklich wissen will, auf diese Druckerzeugnisse angewiesen. Im “Gelben Forum” hat jemand einen witzigen Beitrag geschrieben, in dem er diese ganzen Textbausteine mal aufgelistet hat: hier.

Im Rahmen der Beweisaufnahme wird dann noch einmal das Video vorgeführt, in dem angeblich der Rechtsanwalt Kettiger verleumdet wird. Am Dienstagnachmittag werden die Plädoyers vorgetragen. Der Staatsanwalt fordert 3 Jahre und 3 Monate Haft ohne Bewährung. “Es bleiben keine Zweifel. Die Angeklagte hat versucht, ihre Thesen zu verpacken… Es reicht, daß ich dies habe vorlesen müssen.”

Strafverteidiger Narath plädiert auf “nicht schuldig”. Er spricht vom Spannungsfeld “Grundrechte/Strafrecht”. § 130 sei ein verfassungswidriges Sondergesetz. Meinungsäußerungen zu geschichtlichen Ereignissen stünden unter Grundrechtsschutz. “Frau Stolz hat Abstand genommen, sie hat nicht einmal gesagt, was den Leuten angelastet wurde. Sie hat Kritik geübt an der Praxis der Verfahren. Sie rügt, daß die Bezugstat nicht im einzelnen definiert sei, IN DEN URTEILEN… Sie wendet sich gar NICHT der Bezugstat zu, sondern dem UMGANG damit… Die Anklage hat lediglich Teile herausgenommen und zur Grundlage gemacht.”
Er bringt als Beispiel das berühmte Brechtzitat “Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin”, das einen ganz anderen Sinn bekommt, wenn man es vollständig zitiert, nämlich: “…denn dann kommt der Krieg zu dir.” “Mit keinem Wort wurde etwas geleugnet. Die Rede befaßt sich mit den Grundrechten der Gerichtspraxis. Es kommt auf den objektiven Inhalt an, nicht auf das, was gemeint sein könnte.”

Dem kann sich der Berichterstatter nur anschließen, und hinzufügen: Mit diesem Prozeß wird die ohnehin schon bestehende Verunsicherung darüber, was man überhaupt noch sagen darf, noch mehr gesteigert. Wenn man künftig nicht nur für Holocaustleugnung oder -bezweiflung oder sogar -relativierung, sondern ab jetzt sogar für Kritik an der Art und Weise, wie die entsprechenden Prozesse geführt werden, oder für Dinge, die man nicht gesagt aber vielleicht so gemeint hat, eingesperrt wird, dann: Gute Nacht.

Nach dem Plädoyer des Staatsanwaltes und der Forderung nach über drei Jahren Haft hat sich im Saal eine Atmosphäre ausgebreitet, die ich als zutiefst beklemmend empfinde. Fast physisch spürbar. Man hat über diese Prozesse gelesen und diskutiert, aber es ist nochmal eine ganz andere Sache, das einmal selbst mitzuerleben. Und dabei steckt man ja nicht mal in der Haut der Angeklagten. Als Zuschauer weiß man ja, daß man wieder nach Hause darf.

Frau Stolz, die schon einmal eine über dreijährige Haftstrafte bis zum letzten Tag absitzen mußte, blieb bei alldem sehr gefaßt, in sich ruhend. Zuletzt hat sie das Wort. Sie spricht in dem für sie typischen, fast sanften, aber immer bestimmten Tonfall: Sie habe nicht mit einer Anklage gerechnet. Sie schließt mit den Worten:

” Ich habe meine Entscheidung getroffen. Gott sei mit Ihnen, wenn sie die Ihre treffen.”

Ich glaube, niemanden, wirklich niemanden im Gericht haben diese Minuten unberührt gelassen.
Die Urteilsverkündung wird für den nächsten Tag festgesetzt.

Es ging dann alles sehr schnell. Ein Jahr und acht Monate soll Sylvia Stolz hinter Gitter, ohne Bewährung. Immerhin deutlich weniger als gestern gefordert. Der Vorsitzende referiert über eine “geschickte Art der Leugnung”. Er spricht in seinen vertiefenden Ausführungen davon, daß die Deutschen nicht besser seien als andere Völker, erwähnt den Begriff Herrenrasse. Ich frage mich: Wann soll Frau Stolz je so etwas gesagt haben? In früheren Prozessen seien umfangreiche Dokumente eingebracht worden, die den Holocaust bewiesen.

Mir kommt es so vor, als wäre Sylvia Stolz stellvertretend für Deutschland angeklagt. Und deshalb möchte ich dazu etwas sagen: Ich für meinen Teil möchte mich nicht über andere Völker erheben. Ich habe nichts am Hut mit “Herrenrasse” (der vor einigen Jahren verstorbene sephardische Chefrabbiner Israels, Ovadia Yosef, hat sich zu diesem Thema… sagen wir mal… explizit geäußert). Aber ich meine, daß wir das Recht haben, als Deutsche selbstbestimmt und frei in unserem Land zu leben.

Und ich meine auch, daß Deutschland stolz darauf sein darf, daß es der ganzen Menschheit auf vielen Gebieten unendlichen Reichtum geschenkt hat: in Natur- und Geisteswissenschaften, Technik, Musik, Kunst, Literatur usw. Der Herr Vorsitzende Richter muß es nicht mir glauben, daß das deutsche Volk auf dem Weg dazu ist, die Minderheit im eigenen Land zu werden, regelrecht verdrängt wird. Er erkundige sich bei renommierten Demographieforschern wie Prof. Herwig Birg, oder er frage mal den CDU-Politiker Martin Gillo.

Die SPD-Abgeordnete Stefanie Drese findet es zum Beispiel verwerflich, sich für den Erhalt des deutschen Volkes einzusetzen. Joschka Fischer meint, Deutschland müßte durch Zuwanderung “quasi verdünnt” werden (laut einem Bericht vom Mariam Lau, FAZ), um nur einige Beispiele aus einer langen Reihe herauszugreifen. In den Ballungsräumen Westdeutschlands haben häufig bereits über die Hälfte der Schulkinder einen sogenannten Migrationshintergrund.

“Bomber-Harris do it again” demonstrieren die Antifa und die “Femen”. Wenn man sich dann fragt, wie es zu einem solch mörderischen Selbsthass kommen konnte, führt die Spur in die Vergangenheit, zu den Themenkomplexen Kriegsschuld und Holocaust. Und ich finde es, gelinde gesagt, nicht in Ordnung, diese durch eine Totalblockade namens “Offenkundigkeit” jeglichem Hinterfragen zu entziehen.

Uns und unseren Kindern soll eine Art Erbsünde auf die Schultern gepackt werden, und wir dürfen noch nicht einmal Fragen stellen. Ich möchte aber frei reden und fragen und forschen können, ohne Angst im Nacken vor juristischen Fallstricken und “irregulären Sonderparagraphen”.

Kein anderes historisches Thema, außer Holocaust, wird mit einem Stacheldrahtverhau aus Ausnahmestrafrecht eingezäunt. Warum ist das so?

Gott sei dank wird Frau Stolz nicht sofort verhaftet, wie nach der Stimmung im Saal am gestrigen Tag zu befürchten war. Das Ganze geht jetzt in die Revision. Der Richter hat durchblicken lassen, daß es ihm nicht ungelegen käme, wenn in Karlsruhe ein diesbezügliches Grundsatzurteil gefällt würde. Man wird sehen.

Vieles ist mir im Anschluß noch durch den Kopf gegangen, etwa die vielen “Kuschelurteile” gegen jugendliche Gewaltverbrecher mit “Migrationshintergrund” oder die vielen Skandale in Politik und Wirtschaft, die zumeist für die Beteiligten erträglich, wenn nicht sogar hocherträglich, enden.

Wie kann man Sylvia Stolz helfen? Ich denke, durch das Zeigen von Solidarität. In dem man sie nicht alleine läßt, zu zukünftigen Gerichtsterminen kommt, in dem man ihren Fall und seine Hintergründe publik macht: Viele Menschen da draußen wissen gar nicht, daß Meinungsdelikte verfolgt und bestraft werden. Dazu muß man kein Held sein, aber ein wenig Zivilcourage braucht es schon.

Wie sagte Frau Stolz einmal: “Freiheit gibt es nicht geschenkt.”

Wir erleben auf der einen Seite jugendliche Gewalttäter mit “Migrationshintergrund”, die zu Sozialstunden und Anti-Aggressionstraining verurteilt werden und auf der anderen Seite unbescholtene Menschen, die nicht erwünschte Meinungen vertreten und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden. Und das schlimmste ist, daß man Ihnen nicht erlaubt, Ihre Standpunkte zu verteidigen.

Es gibt Anzeichen dafür, daß der Meinungszwang zukünftig noch verschärft wird. Ein “Framework for Tolerance” arbeitet an einem Entwurf, um das, was sie als “Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie, Homophobie” etc. bezeichnen, unter Strafe zu stellen. Es ist auch denkbar, daß das Abstreiten oder Hinterfragen der angeblichen Kriegsschuld Deutschlands zukünftig als “Verharmlosung des NS-Regimes” oder dgl. unter Strafe gestellt wird.

George Orwell schrieb: “Wenn Meinungsfreiheit überhaupt einen Sinn haben soll, dann nur den, daß ich jemandem etwas sagen darf, das der nicht hören will.”
Rainer Ritzel

http://lupocattivoblog.com/2015/02/28/aber-man-darf-doch-seine-meinung-sagen-bericht-vom-prozes-gegen-sylvia-stolz/

LEGIDA spaziert am Montag (02.03.2015) wieder über den Goerdelerring in Leipzig

legida_neuDer Spaziergang steht unter dem Motto:

„Mit ganzer Kraft für Leipzig, Sachsen und Deutschland!“

An alle Leipziger, an alle Sachsen, an alle Bürger in Deutschland, wir
haben für nächste Woche, den 02. März, einen Spaziergang angemeldet.

Für ALLE die sich unter dem Namen Pegida vereinigt fühlen. Wir
laufen einen Teil des historischen 89iger Ring um Leipzig.

WIR ZEIGEN DEUTSCHLAND UND DER WELT :

„WIR SIND DAS VOLK!“

REDNER: Tatjana Festerling, usw.

DATUM : 02.03.2015 19:00 UHR

TREFFPUNKT : Augustusplatz Leipzig

Weg vom Hauptbahnhof zum Augustusplatz

legida_6LEGIDA-Spaziergang und linke Krawallmacher

Das ist der lautstarke Teil des LEGIDA-Abendspazierganges in Leipzig am 23.02.2015.

Die Scharfmacher der „breiten Bündnisse“ meinen wohl, das demokratische Aufmucken
normaler Bürger durch kostenloses Verteilen von Trillerpfeifen in den Griff zu bekommen.

Nein, ganz im Gegenteil, Euer Haß ist unser Ansporn, und es hat mal wieder
Freude gemacht, durch Leipzig zu spazieren. „Viel Feind – viel Ehr“, wie man
so schön sagt, ohne den ganzen Krawall wäre es langweilig.

Liebe Studenten, wißt Ihr, wer Euer sorgloses Leben bezahlt ?

Es ist der produktiv arbeitende Teil der Bevölkerung, u. a. die Leute,
welche Ihr als vermeintliche Faschisten beschimpft und verunglimpft.

Wir sind das Volk – Ihr seid Merkel. Noch. Befreit Euch vom „betreuten
Denken“, laßt Euch nicht länger von Euren Professoren und Lehrern für
eine Sache verheizen, die Euch selbst später schadet.

Diese Opportunisten haben ihre Schäfchen im Trockenen, die heutige Jugend dagegen
wird die Zeche zahlen für eine Politik, die unserem Land die Zukunft raubt.

DENKT MAL NACH !!!

Quelle : LEGIDA Facebook

Papi, woher kommt eigentlich das Geld ?

Geldschoepfung„Papi, woher kommt eigentlich das Geld?“

„Das Geld, mein Kind, wird aus Schulden gemacht.“

„Haben wir Schulden?“

„Momentan glücklicherweise nicht“

„Dann haben wir also auch kein Geld?“

„Äh, doch. Natürlich haben wir Geld. Sonst
könnten wir uns ja nichts kaufen, mein Sohn.“

„Woher haben wir denn dann Geld, wenn wir keine
Schulden haben, aber Geld aus Schulden gemacht wird?“

„Wir bezahlen mit den Schulden anderer, mein Kind.“

„Dann müssen also andere Schulden machen, damit
wir mit diesen Schulden bezahlen können?“

„So ist es wohl, mein Sohn!“

„Aber Papi, wir haben in der Schule gelernt,
dass man Schulden zurückzahlen muss!“

„Exakt, mein Sohn!“

„Wenn wir aber mit den Schulden anderer Leute bezahlen, die zu Geld verwandelt
wurden, dann können diese Leute ja diese Schulden gar nicht zurückbezahlen, oder?“

„Äh nein – ja doch, aber: Ich glaube, Du machst
jetzt lieber Deine Hausaufgaben, mein Kind.“

Zufall? Innerhalb von 24h sterben drei Journalisten – Sie planten Dokumentarfilm über 9/11

Drei bekannte US-Journalisten von CBS, NBC und der New York Times sind innerhalb von 24 Stunden unter bisher nicht geklärten Umständen gestorben. Sie sollen gemeinsam an einem investigativen Dokumentarfilm zu möglichen Verwicklungen der US- Regierung bei den Anschlägen von 9/11 gearbeitet haben. Der New York Times Journalist starb direkt nach einem Interview mit NSA-Whistleblower Edward Snowden.

Mehr hier

http://www.rtdeutsch.com/13291/headline/zufall-innerhalb-von-24h-sterben-drei-journalisten-sie-planten-dokumentarfilm-ueber-911/

EU-Dissident? Zypern erlaubt Russland Stationierung von Kriegsschiffen

Zyperns Präsident Nikos Anastasiades und der russische Staatspräsident Wladimir Putin haben sich auf die Stationierung von russischen Kriegsschiffen in den Häfen Zyperns geeinigt. Darüberhinaus soll weiter in die wirtschaftlichen Beziehungen investiert werden. Anastasiades wertete die durch die EU verhängten Sanktionen gegen Russland als Fehler.

Mehr hier

http://www.rtdeutsch.com/13286/headline/eu-dissident-zypern-erlaubt-russland-stationierung-von-kriegsschiffen/